Schlagwort: Übergewicht

  • Adipositas – die neue Volkskrankheit?

    Adipositas – die neue Volkskrankheit?

    Immer mehr Menschen in den großen Industrienationen wie Deutschland, bringen zu viel Gewicht auf die Waage. Schuld an diesem negativen Trend sind zum einen zu wenig Bewegung und zum anderen eine falsche Ernährung, die bei vielen nur noch aus Fertiggerichten und Fast Food besteht. Die Folgen dieser Lebensweise sind gravierend, und immer öfter stellen die Ärzte die Diagnose Adipositas, also krankhafte Fettsucht. Die Weltgesundheitsorganisation WHO definiert das krankhafte Übergewicht nach dem sogenannten Body-Mass-Index, und wenn dieser Wert jenseits der 30 liegt, dann ist von Adipositas die Rede. Aber was genau ist Adipositas und wie kann man effektiv dagegen angehen?

    Keine richtige Krankheit

    In Deutschland wird Adipositas nicht als eigenständige Krankheit anerkannt, sondern gilt entweder als ein körperlicher Zustand oder als eine Gesundheitsstörung mit einem chronischen Verlauf. Allerdings gehören Adipositas und die Folgeerkrankung Übergewicht auch zu den Ursachen für schwere Folgeerkrankungen, denn wer zu viel wiegt, der riskiert schwerwiegende Erkrankungen wie Bluthochdruck, Herzerkrankungen und auch Diabetes Typ 2. Krebs kann zu den Folgen einer Adipositas gehören, ebenso wie eine Reihe von orthopädischen Erkrankungen, und auch psychische Leiden wie zum Beispiel Depressionen können von der krankhaften Fettsucht ausgelöst werden.

    Die Ursachen für Adipositas

    Neben fehlender körperlicher Bewegung und einer falschen Ernährung gibt es noch mehr Faktoren, die Adipositas auslösen können. Bei einigen Patienten spielt die genetische Veranlagung eine entscheidende Rolle, denn wer übergewichtige Eltern oder Großeltern hat, der lebt mit einem großen Risiko, selbst an Adipositas zu erkranken. Stress und vor allem auch Frust gehören ebenfalls zu den Risiken, die für krankhaftes Übergewicht infrage kommen.  In den meisten Fällen ist es aber eine ungesunde Lebensführung, die für Adipositas sorgt.

    Die Diagnose Adipositas

    Die krankhafte Fettsucht zu diagnostizieren, ist für den Arzt relativ einfach, er kann eine sogenannte Blickdiagnose stellen. Das äußere Erscheinungsbild des Patienten ist aber nur ein Teil der Diagnose, denn auch wenn feststeht, dass es sich um Adipositas handelt, möchte der Arzt der Gesundheitsstörung natürlich auf den Grund gehen. Zur weiteren Diagnose wird der Body-Mass-Index ermittelt und der Patient wird vermessen. Es folgt dann eine Blutuntersuchung, bei der sowohl die Harnsäure als auch die Blutfettwerte bestimmt werden. Auch ein EKG kann dem Arzt dabei helfen, die endgültige Diagnose zu stellen.

    Welche Therapien gibt es?

    Die Therapie bei Adipositas hat nur ein Ziel – die Betroffenen müssen abnehmen, und das funktioniert am besten mit einer kompletten Umstellung der Ernährung. Immer dann, wenn dem Körper weniger Energie zugeführt wird, dann greift er automatisch auf die gespeicherten Kalorien zurück und das Gewicht sinkt langsam, aber sicher. Die Grundlage jeder Adipositas Therapie ist deshalb die Zahl der Kalorien zu drosseln, um den Körper dazu zu bringen, die gespeicherten Kalorien zu verbrauchen. Ein entscheidender Punkt bei jeder Adipositas Therapie ist aber die Motivation des Patienten, denn der Weg zur Normalfigur besteht aus einem festen Willen, viel Disziplin und auch Mut, eine solch langfristige Therapie zu machen. Wenn die Patienten an Gewicht verloren haben, dann ist die Therapie noch lange nicht beendet, denn es gilt das Gewicht zu halten und das geht letztendlich nur über eine gesunde Lebensweise.

    Gibt es Medikamente gegen Adipositas?

    Eine medikamentöse Behandlung kommt immer nur dann infrage, wenn der Betroffene es nicht schafft, seinen Body-Mass-Index dauerhaft unter 30 zu halten. Auch wenn es bereits zu Folgeerkrankungen gekommen ist, dann entscheiden sich die Ärzte für Medikamente, die die Therapie unterstützen sollen. Ein bewährtes Mittel ist der Wirkstoff Orlistat, der die Aufnahme von Fett im Darm verringert. Wenn der Patient zu viel Fett isst, dann löst der Wirkstoff heftigste Blähungen aus und das sorgt bei den meisten Patienten dafür, dass sie sehr schnell keine Lust mehr auf zu fettes Essen haben.

    Bild: © Depositphotos.com / olly18

  • Warum Frauen über 50 in ihre Gesundheit investieren sollten

    Warum Frauen über 50 in ihre Gesundheit investieren sollten

    Nach einer neuen Studie sind immer mehr Frauen, die die 50 hinter sich gelassen haben, bereit, etwas für ihre Gesundheit zu tun. Sie haben erkannt, dass jedes Kilo mehr auf den Hüften das Risiko an Brustkrebs zu erkranken, deutlich erhöhen kann und dass Zähneputzen die Wahrscheinlichkeit an Krebs zu erkranken, deutlich senken kann. Woher kommt dieser neue Gesundheitstrend? Vielleicht, weil Frauen mit 50 sich heute fühlen wie mit 30, vielleicht aber auch, weil sie im Schnitt rund fünf Jahre länger leben als die Herren der Schöpfung. Frauen achten mehr auf ihre Gesundheit und sie sind auch bereit, in eine gesunde Lebensform zu investieren.

    Die Zahlen steigen

    In Deutschland werden Frauen im Durchschnitt 83 Jahre alt, Männer sterben hingegen schon mit 78 Jahren. Durch den demografischen Wandel steigt die Zahl der Frauen, die über 50 Jahre alt sind, immer weiter an. In diesem Alter fangen besonders Frauen an, auf ihren Körper zu hören, denn die Menopause setzt ein und im Bekanntenkreis gibt die eine oder andere Freundin, die schon mit Krebs zu tun hatte. Frauen wird in der Mitte des Lebens bewusst, dass es Zeit wird, sich nicht mehr nur um die Familie und den Mann zu kümmern, sie möchten mehr an sich und ihre Gesundheit denken.

    Können wir 200 Jahre alt werden?

    Nicht nur Frauen können heute sehr alt werden. Forscher sind sich einig, dass es aus medizinischer Sicht kein Problem mehr darstellt, 200 Jahre alt zu werden. In Indonesien soll eine Frau gestorben sein, die angeblich 157 Jahre alt war, und in diesem Zusammenhang stellt sich natürlich die Frage: Warum ist das Leben immer noch limitiert? Das Leben birgt viele Risiken und das gilt besonders für Frauen um die 50. Sie leiden öfter unter Herz-/Kreislauferkrankungen, sie haben nicht selten Übergewicht und zu wenig Bewegung. Dazu kommen die großen Risikofaktoren wie Nikotin und Alkohol, aber auch Tabletten stellen für Frauen eine größere Suchtgefahr dar als für Männer. Zu wenig Schlaf und eine schlechte Bildung sorgen ebenfalls dafür, dass Frauen zumindest heute noch nicht in der Lage sind, ihren 200. Geburtstag zu feiern.

    Warum lohnt es sich, in die Gesundheit zu investieren?

    Frauen, die mit über 50 Jahren noch gesund, fit und begehrenswert sein wollen, müssen ein wenig investieren, aber die Geldanlage lohnt sich auf jeden Fall. Experten raten Frauen mit 50, sich mehr zu bewegen und mindestens vier Stunden pro Woche vielleicht in einem Fitnessstudio sportlich aktiv zu sein. Wer möchte, der sollte sich ruhig ein wenig Luxus gönnen, zum Beispiel durch einen persönlichen Trainer. Der Body-Mass-Index sollte nach Möglichkeit nicht über die magische Grenze von 25 steigen, denn ist der BMI über 30, dann wird es für die Gesundheit gefährlich.

    Auch die richtige Ernährung ist eine gute Basis, um ein hohes Alter zu erreichen. Besonders für Frauen um die 50 gilt: Sie sollten sich so gesund wie eben möglich ernähren, ideal ist eine Ernährung, die auf der mediterranen Küche basiert. Viel Fisch, wenig Fleisch, viel Gemüse, frisches Obst und nur erstklassiges Olivenöl sollten bei den Damen im mittleren Alter auf der Speisekarte stehen. Auch Geflügel sollte unbedingt ein fester Bestandteil der Ernährung sein, denn Geflügel ist eine hervorragende Quelle, wenn es um natürliches Eiweiß geht. Wöchentlich sollten zudem 30 Gramm Nüsse gegessen werden, denn Nüsse sind mehr als nur ein leckerer Snack, sie sind sehr gesund. Die aktuelle Studie aus Spanien hat ergeben, dass Frauen, die sich gesund ernähren, ihre Lebenserwartung um satte 30 % steigern können. Auch ausreichend Schlaf ist für Frauen, die die 50 überschritten haben, mehr als wichtig, denn neun Stunden Schlaf sind gesund und ein bewährtes Mittel gegen Falten.

    Bild: © Depositphotos.com / Goodluz

  • Die DNA verrät die Lebenserwartung

    Die DNA verrät die Lebenserwartung

    Wie alt werde ich? Die meisten Menschen haben sich diese Frage mit Sicherheit schon einmal gestellt. Wissenschaftlern ist es jetzt geglückt, durch eine Blutmessung die Lebenserwartung zu bestimmen, und sie haben festgestellt, dass die Sterblichkeitsrate bei denen, die aus biologischer Sicht älter sind als sie tatsächlich an Jahren zählen, deutlich höher ist.

    Vier interessante Studien zur Lebenserwartung

    Ein internationales Team aus renommierten Forschern hat unter der Leitung der Universität von Edinburgh in Schottland vier sehr interessante Studien zum Thema Lebenserwartung erarbeitet. Diesen Studien nach ist das biologische Alter kein willkürlicher messbarer Wert, sondern kann mit der sogenannten DNA-Methylierung gemessen werden. Dieser sehr komplexe Vorgang findet im Inneren der Zellen statt und er ist dafür zuständig, welche Erbanlagen gut und welche weniger gut ausgeprägt sind. In der Folge kommt es zu bestimmten Merkmalen, die im fortgeschrittenen Alter auftreten und die den ganz natürlichen Prozess der Alterung vorantreiben. Mit dieser einzigartigen Messung lässt sich die Lebenserwartung einfacher und schneller bestimmen.

    So fanden die Forscher heraus, dass ein Mensch, dessen biologisches Alter fünf Jahre über dem tatsächlichen Alter liegt, eine um 21 % erhöhte Sterblichkeit hat und das immer vollkommen unabhängig von der jeweiligen Lebensführung und der Todesursache.

    Was beeinflusst das biologische Alter und damit auch die Lebenserwartung?

    Nach den Studien der Universität von Edinburgh spielt das biologische Alter eine entscheidende Rolle, wenn es um die Bestimmung der Lebenserwartung geht. Je geringer der Abstand zwischen dem biologischen und dem tatsächlichen Alter ist, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Lebenserwartung hoch ist. Allerdings ist bis heute noch nicht endgültig geklärt, was das biologische Alter eigentlich ausmacht. Sind es die Gene oder ist es doch der Lebensstil?

    Fest steht allerdings, dass es Dinge gibt, die das biologische Alter schneller vorantreiben, wie zum Beispiel eine ungesunde Lebensweise. Rauchen und Alkohol sorgen dafür, dass wir schneller altern und auch zu wenig Bewegung und Übergewicht lassen viele Menschen nicht nur älter aussehen, sie erhöhen auch die Wahrscheinlichkeit, dass zwischen dem biologischen Alter und dem tatsächlichen Alter eine große Lücke klafft.

    Wie sicher sind die Erkenntnisse?

    „Man ist so alt, wie man sich fühlt“, sagt ein Sprichwort und viele, die heute die 70 überschritten haben, fühlen sich noch fit, gesund und jung. Auf der anderen Seite gibt es viele Menschen der jüngeren Generation, die sich zeitweise alt fühlen, ohne dass das Etwas über ihr biologisches Alter aussagt. Sicher spielen die Erbanlagen eine wichtige Rolle, denn wer aus einer Familie stammt, in der ein hohes Alter bei bester Gesundheit erreicht wurde, der kann bei einer vernünftigen und gesunden Lebensweise ebenfalls davon ausgehen, länger jung zu bleiben.

    Das Forscherteam kann nicht jedem Menschen verbindlich sagen, wie alt er wird, aber sie haben eine Möglichkeit gefunden, das biologische Alter im Vergleich zum tatsächlichen Alter auszurechnen. Jeder Mensch ist anders und jeder Mensch lebt anders, insofern wird es wahrscheinlich nie möglich sein, hier verbindliche Aussagen zu machen. Die Kernaussage der Studien ist aber, dass jeder, der gesund lebt, rein theoretisch ein hohes Alter erreichen kann, über alles andere sollte man sich keine allzu großen Sorgen machen, denn Sorgen lassen jeden schnell altern.

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  • Warum krankhaftes Übergewicht auf dem Vormarsch ist

    Warum krankhaftes Übergewicht auf dem Vormarsch ist

    Die deutschen Krankenhäuser schlagen Alarm: Immer mehr Menschen müssen aufgrund ihres starken Übergewichts behandelt werden. Die Zahlen steigen sprunghaft an, denn in Deutschland leiden aktuell 60 % der Männer und 43 % der Frauen an Übergewicht. 15 % sind krankhaft fettleibig und das macht den Ärzten große Sorgen, denn in den letzten fünf Jahren haben sich die Zahlen mehr als verdoppelt. Verbraucherschützer haben auch einen Schuldigen für diese Entwicklung gefunden, und zwar die zunehmend ungesunde Ernährung. Auch das zu geringe sportliche Angebot an den Schulen ist ein wichtiger Faktor, denn Kinder, die sich nicht mehr ausreichend bewegen, werden früher oder später zu fettleibigen Erwachsenen.

    Zu viel Fastfood

    Nach Ansicht von Experten beginnt der Weg in die krankhafte Fettleibigkeit und dem Übergewicht schon im Kindesalter. Die Kinder von heute ernähren sich nur noch selten, so wie es für Kinder angemessen wäre, ein großer Teil ernährt sich von Fastfood und Fertigprodukten, ungesunden Snacks und bekommt zu viel Zucker. Die Konsequenz aus dieser falschen Ernährung ist, dass die Zahl der übergewichtigen Kinder seit den 1980er Jahren um rund 50 % zugenommen hat. Schuld ist das Lebensmittelangebot, das sich in den letzten 20 Jahren grundlegend verändert hat. Ungesunde Lebensmittel sind günstig und man kann sie überall kaufen, der Weg in die krankhafte Fettleibigkeit ist damit vorprogrammiert.

    Über die Folgen der Fettleibigkeit bzw. Übergewicht in der Kindheit machen sich nur wenige Eltern Gedanken, im Gegenteil, sie leben ihren Kindern vor, wie man sich kalorienreich und mit zu viel Zucker ernährt. Experten plädieren jetzt dafür, schon in den Schulen und Kindergärten über die ungesunde Wirkung von Fastfood, Fertignahrung und überzuckerte Getränken aufzuklären und dabei die Eltern mit ins Boot zu holen, denn schließlich haben die Eltern eine Vorbildfunktion, auch wenn es ums Essen geht.

    Politik und Nahrungsmittelindustrie

    Die Bundesregierung hat jetzt auf die Sorgen der Ärzte reagiert und den Entwurf für ein Präventionsgesetz vorgelegt. Ernährungswissenschaftler und Ärzte sind allerdings der Meinung, dass dieser Gesetzentwurf vollkommen ungeeignet ist, um das Problem der zunehmenden Fettleibigkeit in den Griff zu bekommen. Gesundheitsexperten gehen sogar noch einen Schritt weiter, denn sie werfen der Politik vor, auf der Seite der Ernährungsindustrie zu stehen. So ist die Organisation Foodwatch der Ansicht, dass die Lobbyarbeit der Industrie hervorragend funktioniert und die Hersteller dank lascher Gesetze immer mehr Lebensmittel auf den Markt bringen, die Kinder ansprechen sollen, die in Wirklichkeit jedoch wahre Bomben aus Zucker und Kalorien sind.

    Zwar gibt es beim Marketing Beschränkungen für sogenannte unausgewogene Kinderprodukte, aber das geht Foodwatch nicht weit genug. Gesunde Ernährung sollte zu einem Standard in den Schulen und Kindergärten werden, und wenn die Kindertagesstätten und die Schulkantinen mit Fertigprodukten beliefert werden, dann sollten diese Produkte sowohl zucker- als auch salzreduziert sein.

    Weniger Werbung

    Was Foodwatch aber besonders moniert, das sind die aggressiven Werbekampagnen, die von der Lebensmittelindustrie für Kinderprodukte geschaltet werden. Dazu kommt, dass das Angebot für sogenanntes Junkfood, also Lebensmittel, die übermäßig Zucker und Kohlehydrate enthalten, immer größer wird und zu jedem dieser ungesunden Produkte gibt es dann wieder eine neue Werbung.

    Bild: © Depositphotos.com / Kokhanchikov

  • Bandscheibenvorfall der Lendenwirbelsäule – schmerzhaft, aber therapierbar

    Bandscheibenvorfall der Lendenwirbelsäule – schmerzhaft, aber therapierbar

    Schmerzen im Rücken, die plötzlich auftreten und wieder verschwinden, ein Gefühl der Taubheit in einem Bein und das Gefühl, die Beine oder Füße nicht mehr unter Kontrolle zu haben – das alles sind Symptome für einen Bandscheibenvorfall der Lendenwirbelsäule. In 80 % der Fälle, bei denen ein Bandscheibenvorfall diagnostiziert wurde, ist die Lendenwirbelsäule, also der untere Teil des Rückens betroffen. Die Ursachen für einen Bandscheibenvorfall der Lendenwirbelsäule sind sehr vielfältig. Ein solcher Bandscheibenvorfall ist sehr schmerzhaft, aber da die Schmerzen nur sporadisch auftreten, gehen viele Betroffene nicht zu einem Arzt, sie versuchen sich selbst zu therapieren, zum Beispiel durch Wärme. Das Problem wird damit aber leider nicht gelöst.

    Was ist ein Bandscheibenvorfall?

    Die Bandscheiben dienen als eine Art Stoßdämpfer oder Pufferzone der Wirbelsäule. Sie sitzen zwischen den Wirbeln und sie fangen jede Bewegung und jeden Stoß ab und schützen auf diese Weise die empfindliche Wirbelsäule. Kommt es zu einem Bandscheibenvorfall, dann verformt sich der äußere Knorpelring der Bandscheibe oder er reißt vollkommen ab. Die einzelnen Teile der kaputten Bandscheibe liegen frei und drücken auf die Nervenbahnen, was für einen plötzlich auftretenden Schmerz sorgt. Da es sich um einen ganzen Nervenstrang handelt, auf den die Teile der Bandscheibe drücken, beschränkt sich der Schmerz nicht allein auf den Rücken, auch die Beine sind betroffen, was das Ganze umso unangenehmer macht.

    Wie entsteht ein Bandscheibenvorfall der Lendenwirbelsäule?

    Die Ursachen für einen Bandscheibenvorfall der Lendenwirbelsäule sind vielschichtig. Übergewicht kann eine Ursache sein, und auch, wer zu viel und zu lange sitzt, muss damit rechnen, dass die Bandscheibe vor allem im Bereich der Lendenwirbelsäule Schaden nimmt. Auch wer sportlich nicht sonderlich aktiv ist, der riskiert einen Bandscheibenvorfall der Lendenwirbelsäule und bei einigen Menschen ist es die falsche Körperhaltung, die einen solchen Vorfall auslösen kann.

    Nicht selten kommen auch mehrere Faktoren zusammen, die schließlich dafür sorgen, dass der Knorpelring der Bandscheibe reißt. Wer beispielsweise zu viel Gewicht auf die Waage bringt, wenig oder gar keinen Sport treibt und dann auch noch den ganzen Tag in einem Büro sitzt, der sollte sich nicht wundern, wenn es zu einem Bandscheibenvorfall der Lendenwirbelsäule kommt.

    Wie kann ein Bandscheibenvorfall behandelt werden?

    Wenn es um die therapeutischen Maßnahmen bei einem Bandscheibenvorfall der Lendenwirbelsäule geht, ist es in den letzten Jahren zu einem Wandel gekommen. Während in früheren Jahren die Ärzte sehr gerne und auch sehr schnell zum Skalpell gegriffen haben, um den Schaden zu beheben, stehen heute mehr und mehr andere Therapien im Vordergrund. Operiert wird nur noch in seltenen Fällen, wenn eine konservative Therapie keinen Erfolg verspricht.

    Studien haben gezeigt, dass bei rund 90 % der Bandscheibenvorfälle, die die Lendenwirbelsäule betreffen, eine Operation vermieden werden kann, in neun von zehn Fällen kann diese Form des Bandscheibenvorfalls heute sehr erfolgreich mit Medikamenten oder mit einer gezielten Physiotherapie behandelt werden kann. Es ist ein Mythos, dass nur durch eine OP die Bandscheibe repariert werden kann, Bandscheiben haben durchaus die Fähigkeit, von selbst wieder zu heilen.

    Wann muss operiert werden?

    Eine Operation der Bandscheibe ist heute nur eine zweite Option und sie wird auch nur dann durchgeführt, wenn der Arzt der Meinung ist, dass eine alternative Behandlung keinen Sinn macht. Das Ziel einer Therapie und auch einer Operation besteht darin, dass der Gewebekern der ausgetreten ist, vom gequetschten Nerv entfernt wird, um ihn zu entlasten. Dazu muss das beschädigte Gewebe entfernt werden und das kann heute mit einem sogenannten endoskopischen Eingriff schnell und einfach geschehen.

    Liegt der Bandscheibenvorfall der Lendenwirbelsäule schon länger zurück oder auch wenn der Vorfall großflächig ist, dann haben die Ärzte in der Regel keine Wahl und der Patient muss am offenen Rücken operiert werden, was nie ganz ungefährlich ist.

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  • MS – Multiple Sklerose

    MS – Multiple Sklerose

    Von multipler Sklerose (MS) werden meist junge Menschen betroffen. Die Erkrankung wird medizinisch auch als Encephalomyelitis disseminata, kurz ED, bezeichnet. Multipel kommt vom lateinischen Wort multiplex und bedeutet „vielfältig“, skleros, ebenfalls aus dem Lateinischen, heißt „hart“. Damit wird die Krankheit zugleich auch hervorragend beschrieben

    Defintion und Beschreibung

    Die Multiplesklerose bezeichnet eine chronisch entzündliche Krankheit des zentralen Nervensystems. Bei der multiplen Sklerose entstehen im Gehirn und im Rückenmark entzündliche Herde, welche die körpereigenen Abwehrzellen an den Nervenzell -fortsätzen beschädigen. Seh- und Schlafstörungen sind typische Krankheitserscheinungen am Anfang der Krankheit, die auch den Sehnerv befallen kann

    Ursachen und Symptome

    Die Ursachen sind noch nicht vollständig erforscht. Vermutet wird eine Autoimmunreaktion, das bedeutet den Angriff auf körpereigene Strukturen durch Entzündungs- und Abwehrzellen durch eine Fehlregulation. Die Hüllschicht der Nervenfasern wird abgebaut, die Nervenfaser selbst geschädigt. So erfolgt in erkrankten Fasern eine schlechtere Weiterleitung der Nervenreize. Die Schutzhüllen kann man sich wie die Isolation eines elektrischen Kabels vorstellen. Ihre Hauptaufgabe besteht in der schnellen Weiterleitung der Nervenimpulse an den gewünschten Ort.

    Dabei entstehen in der weißen Substanz von Rückenmarks und Gehirn verstreut Entmarkungsherde. Die Krankheit tritt häufig zwischen dem 35. und dem 40. Lebensjahr auf. Zu Beginn der Krankheit finden sich häufig vermehrt Seh- und Koordinationsschwierigkeiten, Taubheitsgefühle und Schmerzen. Motorische sowie funktionale Störungen des Körpers sind ebenfalls Symptome der Krankheit.

    Diagnose und Verlauf

    Die Krankheit führt früher oder später zu Behinderungen. Dabei ist multiple Sklerose bisher leider noch nicht heilbar. Verschiedene Maßnahmen helfen jedoch, mit der Krankheit einigermaßen gut zurecht zu kommen und etwas an Lebensqualität zu erhalten.

    Blutuntersuchungen und Liquor-Diagnostiken sind Möglichkeiten, den Verlaufsstatus der Krankheit zu diagnostizieren. Die neurophysiologische und die Differenzialdiagnose sind ebenfalls Wege den Fortschritt der Krankheit einschätzen zu können. Therapeutische Maßnahmen tragen dazu bei, dass der Patient besser mit der Krankheit zurecht kommt.

    Behandlungsmöglichkeiten

    Eine Schubtherapie ist eine weitere Behandlungsmöglichkeit. Bei sensiblen Schüben ist eine Schubtherapie nicht notwendig. Dabei bilden sich die Krankheitszeichen langsam zurück. Schlafstörungen und Stimmungsschwankungen können Nebenwirkungen der Schubtherapie sein.

    Ebenfalls kann eine so genannte symptomatische Therapie zur relativen Besserung des Zustandes des Patienten beitragen. Letztlich kann eine gesunde und lebensbewusste Ernährung zur Besserung des Krankheitsbildes beitragen. Dabei wird eine ausgewogene fettarme sowie vitaminreiche Ernährung empfohlen. Zudem sollte eine ausreichende Kalorienzufuhr immer beachtet werden. Damit vermeidet man Übergewicht, was sich ebenfalls negativ auf die Krankheit auswirkt. Außerdem wird von einseitigen Diäten abgeraten. Diese können das Krankheitsbild verschlechtern.

    Bei Verdacht auf Multiple Sklerose ist ein Besuch des Arztes auf jeden Fall zu empfehlen. Wer also unter Sehstörungen leidet, das Gefühl hat, durch Milchglas zu schauen und ähnliches, ist beim Arzt seines Vertrauens am besten aufgehoben. Damit kann die Krankheit am Anfang schnellstmöglich behandelt und ihre Folgen noch ein wenig hinausgezögert werden. Zu langes Zögern bei der Behandlung des Krankheitsbildes verschlechtert drastisch die Behandlungsmöglichkeiten und führt zu einer rascheren Verschlechterung des Beschwerdebildes.

    Aussichten und weitere Infos

    Eine Stammzellenspende könnte in Zukunft dem Erkrankten dauerhafte Besserung bringen. Auch gewisse Organtransplantationen und Blutspenden sollen in Zukunft die Situation des Betroffenen deutlich bessern. Ob eine Organspende für den Betroffenen infrage kommt, lässt sich erst durch diverse Untersuchungen nachweisen.  Allerdings sind diese Methoden noch nicht genug erforscht und werden daher zurzeit noch nicht angewandt. Außerdem sind sie derzeit noch heftig umstritten, vor allem die Organtransplantation.

    Von Multipler Sklerose Betroffene finden verschiedene Selbsthilfegruppen und Vereine, in denen sie sich ausführlich über die Krankheit informieren können. Dort lernen sie, mit ihrer Krankheit umzugehen und mit dem Auswirkungen der Multiplen Sklerose zurechtzukommen. Ein Erfahrungsaustausch unter Betroffenen kann anderen Kranken Mut machen. Menschen mit MS müssen sich mit der Zeit mit der Krankheit abfinden und versuchen, damit zu leben. Eine andere Wahl bleibt ihnen aus heutiger Sicht leider noch nicht.

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