Schlagwort: Vorsorge

  • Die 12. SSW – die Frühschwangerschaft geht zu Ende

    Die 12. SSW – die Frühschwangerschaft geht zu Ende

    In der 12. SSW endet der dritte Schwangerschaftsmonat und damit liegt das erste Drittel der Schwangerschaft schon hinter der Mutter. Die Umstellung der Hormone, die vielen Frauen besonders am Anfang dieses ersten Drittels zu schaffen gemacht hat, gehört ab jetzt der Vergangenheit an und die werdenden Mütter fühlen sich sowohl körperlich als auch mental sehr wohl. Frauen, die zum ersten Mal schwanger sind, sehen besonders in der 12. SSW, wie der Bauch wächst. Das Kind ist in dieser Phase der Schwangerschaft recht aktiv, was jedes Ultraschallbild in der 12. SSW eindrucksvoll beweist. Was die 12. SSW so entspannt macht, ist auch die Tatsache, dass die Wahrscheinlichkeit einer Fehlgeburt auf ein Minimum zurückgeht.

    So entwickelt sich das Baby in der 12. SSW

    Fünf bis sechs Zentimeter ist das Baby in der 12. SSW groß und es wiegt ca. 16 Gramm. Organe wie die Leber, die Nieren und auch der Magen haben ihre Arbeit bereits aufgenommen und da sich gleichzeitig auch das Gehirn weiter entwickelt, ist es dem Kind möglich, seine Bewegungen immer besser zu koordinieren. Wenn der Arzt in der 12. SSW einen Ultraschall macht, dann können die Eltern schon sehen, wie aktiv ihr Baby ist, denn es ist permanent in Bewegung und macht die ersten Purzelbäume. Eltern, die in der 12. SSW Bilder sehen, können auch entdecken, wie das Baby seine Reflexe trainiert, es kann nämlich schon am Daumen lutschen und Fruchtwasser trinken. Sollte der Arzt in der 12. SSW ein Video machen, dann ist ebenfalls zu sehen, wie das Kind die Augenlider bewegt und den Mund auf und zu macht.

    In der 12. SSW stellt der Embryo seine Ernährung um. Hat er sich in den ersten Wochen der Schwangerschaft fast ausschließlich vom Dottersack der Eizelle ernährt und damit praktisch von seinen eigenen Vorräten gelebt, kann er sich jetzt von der bereits voll entwickelten Plazenta ernähren, die bis zur Geburt alles bietet, was das Baby für ein gesundes Wachstum braucht. Über die Blase wird in der 12. SSW schon der erste Urin ausgeschieden und mit der Fähigkeit zu trinken bekommt das Baby jetzt auch schon mal den ersten Schluckauf. Da die Blase entleert wird, muss das Fruchtwasser ab der 12. SSW ständig ausgetauscht werden, und für die Mutter heißt das, sie muss viel trinken, damit es nicht zu „Engpässen“ bei der Menge des Fruchtwassers kommt.

    Die 12. SSW – eine Erholungspause für die Mutter

    In der 12. SSW werden die meisten Frauen merken, dass ihre normale Kleidung langsam, aber sicher anfängt zu spannen und deshalb müssen sie schon die ersten Umstandshosen kaufen. Übelkeit, Erbrechen und andere Beschwerden, die viele Frauen durch die ersten Schwangerschaftswochen begleitet haben, sind verschwunden, und die werdenden Mütter freuen sich, dass sie endlich wieder richtig Appetit haben. Da nicht nur das Kind, sondern auch die Gebärmutter stetig wächst, nimmt der Druck auf die Organe immer mehr zu und das kann zu leichtem Sodbrennen führen. In diesem Fall hilft es, die Ernährung entsprechend umzustellen und nur wenig, dafür aber öfter mal eine Kleinigkeit zu essen. Da sich das Sodbrennen vor allem in der Nacht bemerkbar macht, ist ein zweites Kissen eine gute Idee. Die höhere Lage im Bett verhindert, dass die Magensäure durch die Speiseröhre nach oben steigen kann.

    Der Bedarf an Nährstoffen steigt ab der 12. SSW kontinuierlich an und für das Baby ist es sehr wichtig, dass die Mutter viel jodreiche Nahrung zu sich nimmt. Frauen, die gerne Fisch und Meeresfrüchte essen, werden die 12. SSW besonders genießen, denn das Spurenelement Jod ist vor allem in Fisch und Meeresfrüchten zu finden und für die Mutter ist Schlemmen angesagt. Wer in der 12. SSW ein Ziehen im Unterleib verspürt, sollte sich keine Sorgen machen, denn mit dem stetigen Wachstum von Gebärmutter und Kind werden die sogenannten Mutterbänder immer mehr belastet, was ein leichtes Ziehen zur Folge hat.

    Viele Frauen bekommen in der 12. SSW Komplimente für ihr gutes Aussehen und das nicht ohne Grund. Die Haare werden voller und glänzender, und da die Haut immer besser durchblutet wird, sorgt das für einen rosigen gesunden Teint. Allerdings beginnt in der 12. SSW auch eine Veränderung der Hautpigmentierung. Sommersprossen sind jetzt deutlicher sichtbar, es können sich hellbraune Flecken auf der Haut bilden und die Brustwarzen wie auch die Warzenhöfe färben sich dunkler.

    Welche Vorsorgeuntersuchung ist in der 12. SSW wichtig?

    In der 12. SSW steht die Erste der großen Vorsorgeuntersuchungen auf dem Programm. Der Arzt schaut auf dem Ultraschall, wie es dem Kind geht und es wird ein großes Blutbild gemacht. Wenn es sich um eine Risikoschwangerschaft handelt, dann wird der Arzt über die normalen Vorsorgeuntersuchungen hinaus noch andere Diagnostikverfahren anwenden. Eines dieser Verfahren ist die Vermessung der Nackenfalte.

    Zwischen der 11. und der 14. SSW bildet sich im Nackenbereich des Babys eine natürliche Ansammlung von Flüssigkeit. Ärzte nennen das eine Nackentransparenz und wie diese Ansammlung von Flüssigkeit beschaffen ist, gibt dem Arzt Auskunft darüber, ob sich das Kind normal entwickelt oder nicht. Wenn in der 12. SSW bei der Nackenmessung Bilder gemacht werden, dann kann der Arzt sehen, ob das Kind vielleicht Fehlbildungen hat. Wenn die Messwerte zwischen einem und zweieinhalb Millimeter liegen, dann ist alles in Ordnung, ab drei Millimeter sprechen die Ärzte von einer deutlichen und ab sechs Millimeter von einer starken Veränderung.

    Bei deutlichen oder sogar starken Abweichungen von der Norm kann unter anderem eine Fehlbildung von Lunge, Herz oder Skelett vorliegen, aber auch das Turner-Syndrom oder das Down-Syndrom sind dann möglich. Eine größere Nackentransparenz kann aber auch der Auslöser für einen Bruch des Zwerchfells oder des Nabels sein.

    Wenn sich durch die Nackenmessung eine Abweichung der Norm zeigen sollte, dann ist das allein kein Grund, um die Schwangerschaft abzubrechen. Die Vermessung der Nackentransparenz dient lediglich als eine Art Softmarker in der pränatalen Diagnostik und sollte nie die alleinige Grundlage für eine so schwerwiegende Entscheidung wie ein Abbruch sein. Wenn es Auffälligkeiten gibt, dann sollten die Eltern mit dem Arzt über weitere Untersuchungen wie zum Beispiel eine Fruchtwasserpunktion sprechen, und sich beraten lassen, welche Untersuchung ein endgültiges Ergebnis bringt.

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  • Die 14. SSW – das Baby lutscht am Daumen

    Die 14. SSW – das Baby lutscht am Daumen

    Das Baby ist in der 14. SSW zwölf Wochen alt und die Mutter befindet sich im ersten Trimester der Schwangerschaft. Die unterschiedlichen Zeitangaben ergeben sich aus den verschiedenen Berechnungen im Bezug auf die Dauer der Schwangerschaft. Gerechnet wird einmal ab dem ersten Tag der letzten Monatsblutung, zum anderen aber auch ab dem Zeitpunkt des Eisprungs etwa zwei Wochen später. Für die meisten Frauen beginnt in der 14. SSW die vielleicht schönste Zeit der Schwangerschaft. Gesundheitliche Beschwerden oder gravierende Beeinträchtigungen gibt es noch nicht, der Babybauch in der 14. SSW lässt sich nur erahnen und der kräftige Schub an Schwangerschaftshormonen sorgt bei den werdenden Müttern für einen rosigen Teint, dichtes glänzendes Haar und eine gesunde Haut. Aber das Baby ist in der 14. SSW nicht untätig, im Gegenteil, es macht große Fortschritte.

    Was macht das Baby in der 14. SSW?

    Die Gewichtszunahme in der 14. SSW kann sich sehen lassen, denn das Baby wiegt jetzt zwischen 25 und 30 Gramm und misst sieben bis acht Zentimeter. In der 14. SSW spielt die Größe aber eine eher untergeordnete Rolle, denn der Fötus konzentriert sich mehr auf andere Aufgaben. Wenn die Eltern von ihrem Baby Ultraschallbilder in der 14. Woche sehen, dann können sie ganz deutlich das Gesicht erkennen. Kopf und Nacken sind in dieser Phase der Schwangerschaft schon sehr deutlich abgegrenzt, das Baby hat bereits Augen, Lippen und eine Nase, auch das Kinn ist auf den Bildern zu sehen. Das Baby kann jetzt seine Stirn runzeln, allerlei Grimassen schneiden und es trainiert seinen Saugreflex, in dem es am Daumen nuckelt.

    Greifen ist in der 14. SSW auch kein Problem mehr und das erste Spielzeug, nach dem das Baby greift, ist die Nabelschnur, die es auf direktem Weg mit der Mutter verbindet. Eltern die wissen möchten, ob sie einen Sohn oder eine Tochter erwarten, können das in der 14. SSW erfahren, denn das Geschlecht ist deutlich sichtbar. Das Baby ist in der 14. SSW noch behaart und mit der sogenannten Käseschmiere bedeckt. Durch die Käseschmiere und die Lanugobehaarung wird der kleine Körper vor der Aufweichung durch das Fruchtwasser, aber auch vor Vibrationen, Druck und Schall geschützt.

    In der 14. SSW wird das Fruchtwasser durch die Mutter alle drei Stunden einmal komplett ausgetauscht, denn das Baby trinkt das Fruchtwasser und scheidet es dann auch wieder aus. In diesem Stadium stehen dem Kind nur 100 Milliliter zur Verfügung, wenn sich die Schwangerschaft ihrem Ende zuneigt, dann wird es ein Liter sein. Noch schlägt das Herz des Babys doppelt so schnell wie das Herz der Mutter, was sich beim Ultraschall immer ein wenig wie ein galoppierendes Pferd anhört.

    Wie geht es der Mutter in der 14. SSW?

    Ab der 14. SSW fühlt sich die Mehrzahl der Frauen zufrieden und wohl, aber zu Beschwerden kann es trotzdem kommen. Der Körper bekommt in der 14. Schwangerschaftswoche einen deutlich höheren Östrogenspiegel und das kann innere Unruhe, schlaflose Nächte und Reizbarkeit zur Folge haben. Die hormonelle Umstellung macht auch dem Immunsystem zu schaffen und damit wächst die Gefahr, an einer Erkältung oder einer Blasenentzündung zu erkranken. Der Hormonschub wird jedoch in der Regel schnell bewältigt und im großen und ganzen fühlen sich die meisten Frauen in der 14. SSW sehr gut.

    Die 14. SSW ist für die werdenden Eltern der optimale Zeitpunkt um eine Reise zu unternehmen, denn noch sind auch lange Flüge kein Problem. Wer eine längere Flugreise plant, sollte sich aber im Vorfeld beim Arzt über die möglichen Risiken einer Thrombose informieren. Frauen, die in der 14. SSW nach Australien oder in die USA fliegen wollen, sollten sich während des Flugs immer mal wieder bewegen und auch Kompressionsstrümpfe sind eine gute Wahl. Reiseziele mit unzureichenden oder schlechten hygienischen Verhältnissen sollten allerdings nicht besucht werden und auch Länder, die keine gesicherte medizinische Infrastruktur haben, sollten von der Liste der Traumziele gestrichen werden.

    Worauf sollten Mütter in der 14. SSW achten?

    Mundhygiene sollte zu jedem Zeitpunkt der Schwangerschaft ein Thema sein, aber besonders in der 14. SSW ist sie sehr wichtig. Der Körper des Kindes braucht für das Wachstum der Knochen dringend Kalzium und da der größte Teil des Kalziums, das die Mutter durch die Nahrung zu sich nimmt, vom Baby beansprucht wird, leiden die Zähne der Schwangeren. Besonders gefährlich sind Entzündungen des Zahnfleisches und wenn eine Entzündung nicht rechtzeitig und gründlich behandelt wird, dann ist in der 14. SSW das Risiko einer Fehlgeburt sehr groß.

    Aus ärztlicher Sicht sollte die Menge an Kalzium täglich zwischen 1.000 und 1.300 Milligramm liegen, eine Menge, die mit der Nahrung abgedeckt werden kann. Die werdende Mutter sollte vor allem Milch trinken und Milchprodukte wie Käse, Joghurt und Quark in die Nahrung einbauen. Wichtig ist auch das Zähneputzen, am besten nach jedem Essen sowie die tägliche Reinigung der Zähne mit Zahnseide, denn auf diese Weise kann Schwangerschaftskaries optimal vorgebeugt werden. Sollte es zu Zahnfleischbluten kommen, dann ist das kein Grund zur Beunruhigung, denn auch das Zahnfleisch wird in der Schwangerschaft besser als sonst durchblutet.

    Vorsorgeuntersuchungen in der 14. SSW

    Wenn es sich um eine Risikoschwangerschaft handelt oder auch wenn die Mutter eine späte Erstgebärende ist, die das 35. Lebensjahr schon überschritten hat, dann sollte zwischen der elften und der 14. Schwangerschaftswoche ein sogenanntes Erst-Trimester-Screening gemacht werden. Bei dieser speziellen Untersuchungen sucht der Arzt gezielt nach Fehlbildungen oder genetisch bedingten Mutationen, wie etwa dem Down-Syndrom.

    Die Nackenfalte des Kindes wird mit einem Ultraschallgerät untersucht, es werden Bluttests gemacht und auch eine Chorionzottenbiopsie ist möglich. Bei dieser Untersuchung werden entweder aus der Scheide oder aus der Bauchdecke der Mutter Plazentazellen entnommen, in denen eine Veränderung der Chromosomen erkennbar ist. Die 14. SSW ist der letzte Termin während der Schwangerschaft, wo dieses Screening möglich ist.

    Der Triple-Test und auch die Vermessung der Nackenfalte sind Suchtests. Das heißt, der Arzt kann nur über die Wahrscheinlichkeit einer genetischen Schädigung oder einer Missbildung eine Auskunft geben. Eltern, die Sicherheit möchten, müssen eine Chorionzottenbiopsie oder eine Fruchtwasseruntersuchung machen lassen. Auf jeden Fall ist es wichtig, mit Arzt über diese Tests und ihre möglichen negativen Ergebnisse ausführlich zu sprechen.

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  • Die 15. SSW – die Schwangerschaft wird realistisch

    Die 15. SSW – die Schwangerschaft wird realistisch

    Die 15. SSW ist für die meisten Frauen eine sehr ruhige Woche, denn körperliche Veränderungen gibt es kaum. Für Frauen, die ihr erstes Kind erwarten, wird die Schwangerschaft in der 15. SSW realistisch, denn in der 15. SSW können sie ihr Baby spüren. Die Schwangerschaft ist jetzt auch äußerlich sichtbar und das trägt dazu bei, zu realisieren, dass da ein kleiner Mensch heranwächst, der alle Liebe und Fürsorge benötigt. Das Baby konzentriert auf sein Wachsen, es trainiert seine Bewegungsfähigkeit und seine Reflexe, während an den Organen die Feinarbeiten beginnen. Wenn der Arzt einen Ultraschall in der 15. SSW macht, dann kann er auch das Geschlecht des Kindes bestimmen.

    So entwickelt sich das Baby in der 15. SSW

    Auch wenn in der 15. SSW Kindsbewegungen spürbar sind, streng genommen ist das Baby in dieser Phase der Schwangerschaft kein Kind, sondern ein Fötus. Der Fötus ist jetzt knapp acht Zentimeter groß und wiegt rund 50 Gramm. Um die Größe des Kindes zu bestimmen, orientiert sich der Arzt nicht an den Abmessungen vom Steiß bis zum Scheitel, er misst den sogenannten Biparietalen Durchmesser, einen Querdurchschnitt des Kopfes. Dieser BPD sollte in der 15. SSW rund 30 Millimeter betragen.

    Wird aus dem Fötus ein kleiner Junge, dann ist in der 15. SSW schon sehr deutlich der Penis sichtbar, die Hoden liegen bis kurz vor der Geburt noch in der Bauchhöhle. Bei einigen Jungen wandern die Hoden erst nach der Geburt an den vorgesehenen Platz in den Hodensack. Bei kleinen Mädchen ist auf dem Ultraschallbild in der 15. SSW bereits die Klitoris zu sehen, die Schamlippen, die noch nicht vollständig entwickelt sind, werden erst zu einem späteren Zeitpunkt sichtbar.

    Das Herz des Babys hat schon am 22. Tag der Schwangerschaft seine Tätigkeit aufgenommen. Allerdings beschränkt sich diese Herztätigkeit bis zur 15. SSW nur auf elektrische Impulse der Muskelzellen, die von einem Herzmuskelschlauch ausgelöst werden. In der 15. Schwangerschaftswoche ist das Herz bereits komplett entwickelt, es hat Herzkammern, Klappen und auch Herzvorhöfe. Bis kurz vor der Geburt befindet sich zwischen den Vorhöfen noch eine kleine Öffnung, das sogenannte Foramen ovale.

    Durch diese ovale Öffnung fließt das Blut direkt in den Körper des Babys, denn zu diesem Zeitpunkt der Schwangerschaft bekommt das Baby seinen Sauerstoff über die Nabelschnur, da die Lungen bei der Anreicherung des Blutes mit Sauerstoff noch keine relevante Rolle spielen. Das Foramen ovale schließt sich nicht bei allen Babys kurz bevor sie geboren werden, sondern erst innerhalb des ersten Lebensjahres. Negative Folgen für die Gesundheit des Kindes entstehen aber nicht. In der 15. SSW werden pro Tag ungefähr 28 Liter Blut durch den Körper des Babys gepumpt, wenn das Kind auf der Welt ist, dann werden es ca. 350 Liter sein, die jeden Tag durch den Organismus fließen.

    Wie gut funktionieren die Organe in der 15. SSW?

    Die 15. SSW ist für die Entwicklung des Babys eine wichtige Zeit. Die Leber ist schon in der Lage Gallenflüssigkeit zu produzieren, die in der Zukunft für die Verwertung des Fettes von Bedeutung ist. Die Bauchspeicheldrüse hat schon vor rund zwei Wochen ihre Tätigkeit aufgenommen und damit begonnen, Insulin zu produzieren. Da jetzt das so wichtige Hormon erzeugt werden kann, reguliert sich auch der Blutzuckerspiegel des Kindes. Auch der Hals des Kindes ist in der 15. SSW fertig, und es kann den Kopf nach links oder rechts drehen und auch nicken ist jetzt möglich.

    Auf der Zunge sprießen die ersten Geschmacksknospen, allerdings werden noch mehr dazukommen, wenn das Kind geboren wird, und als Kleinkind wird das Geschmacksempfinden noch deutlich besser als im späteren Erwachsenenalter sein. In der 15. SSW reagiert das Kind bereits auf Geräusche, es kann Musik hören, wenn auch nur sehr gedämpft.

    Die Mutter in der 15. SSW

    Die Gewichtszunahme in der 15. SSW ist für die Mutter noch nicht allzu sehr spürbar und Umstandsmode wird noch nicht unbedingt gebraucht. Für die meisten Frauen verläuft die 15. SSW sehr ruhig, sie fühlen sich wohl und da die Schwangerschaftshormone für eine gut durchblutete Haut und für schönes Haar sorgen, empfinden die werdenden Mütter diese Zeit als sehr angenehm. In der 15. SSW steigt aber auch der Östrogenspiegel im Blut und das führt bei einigen Frauen zu einem Phänomen, das als Schwangerschaftsdemenz bekannt ist.

    Diese besondere Form der Demenz sorgt für Vergesslichkeit. Die Wissenschaft hat dafür eine logische Erklärung: Die Mutter konzentriert sich jetzt mehr und mehr auf das Baby und scheinbar unwichtige Fragen werden einfach ausgeblendet oder eben vergessen. Die Schwangerschaftsdemenz hat keine bleibenden Folgen, nach der Geburt verschwindet sie von ganz alleine wieder.

    Der Arzt oder die Hebamme überprüfen bei der Vorsorgeuntersuchung in der 15. SSW neben dem Gewicht und dem Blutdruck der Mutter auch den Muttermund. Sollte sich der Muttermund zu diesem Zeitpunkt schon geöffnet haben, dann kann der Arzt eine Gebärmutterschlinge, eine sogenannte Cerclage legen, um eine Fehlgeburt in der 15. SSW zu verhindern. Diese Methode ist heute allerdings umstritten, da diese Cerclage ein erhöhtes Risiko für Infektionen darstellt.

    Zur Vorsorgeuntersuchung gehört auch eine Überprüfung des Fundusstandes. Gemeint ist damit der Abstand zwischen dem Schambein und dem Rand der Gebärmutter, der manuell ertastet werden kann. In der 15. Schwangerschaftswoche sollte dieser Abstand zwischen zwölf und 13 cm liegen. Frauen, die in der 15. SSW ein Ziehen im Bauch verspüren, sollten zwar den Arzt aufsuchen, aber nicht in Panik geraten. Der Grund für Schmerzen können die Harnwege sein, und der Arztbesuch ist wichtig, um ausschließen zu können, dass es sich nicht um eine Infektion handelt.

    Hebamme oder Klinik?

    Die 15. SSW ist welcher Monat? Es ist der vierte Monat und die werdende Mutter sollte sich langsam aber sicher Gedanken darüber machen, wer ihrem Kind auf die Welt helfen soll. Für die Geburt in einem Geburtshaus mit einer Hebamme spricht die persönliche Betreuung und die intime Atmosphäre, die eine Klinik so nicht bieten kann. Für die Entbindung in einer Klinik spricht die bestmögliche medizinische Versorgung für Mutter und Kind. Moderne Kliniken haben eine Intensivstation für Säuglinge und die Mediziner dort sind Fachärzte, die sich auch auf Frühgeburten und die Behandlung der Frühchen spezialisiert haben.

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  • Die 16. SSW – die Schwangerschaft wird sichtbar

    Die 16. SSW – die Schwangerschaft wird sichtbar

    In der 16. SSW wird der Bauch sichtbar und die Schwangerschaft wird für alle Außenstehenden sichtbar. Die Figur der meisten Frauen verändert sich deutlich, die Brüste werden größer, denn am Ende des vierten Schwangerschaftsmonats beginnt die Produktion der sogenannten Vormilch. Die Beschwerden und Anstrengungen in der frühen Phase der Schwangerschaft sind vergessen und die Mehrzahl der werdenden Mütter fühlt sich in der 16. SSW sehr wohl und zufrieden. Die Gewichtszunahme ist in der 16. SSW noch kein großes Thema, denn das Wachstum des Kindes und die Größe der Gebärmutter in der 16. SSW machen sich noch nicht bemerkbar.

    Welche Fortschritte macht das Baby in der 16. SSW?

    Die Größe des Fötus liegt in der 16. SSW bei rund zehn Zentimetern und das Baby wiegt ca. 90 Gramm. Die Proportionen sind jetzt weitgehend stimmig und in der 16. SSW wird das Kind seinen Körper weiter strecken. In den kommenden Wochen wird es einen richtigen Wachstumsschub bekommen und sein Gewicht mehr als verdoppeln. Die Organe sind fast fertig, und um seine Lungen- und Atemfunktion zu verbessern, wird es ab jetzt immer wieder Fruchtwasser einatmen und wieder ausspucken. Der Fötus ist sehr beweglich, er dreht sich von links nach rechts, macht auch gerne mal einen Salto und übt sich im Greifen. Hochauflösende Ultraschallbilder in der 16. SSW zeigen diese Aktivitäten sehr deutlich. Wenn in der 16. SSW Bilder gemacht werden, dann können die Eltern sehen, wie ihr Baby die Nabelschnur fest umklammert und bei diesem Training kräftig ins Schwitzen kommt, denn die Schweißdrüsen arbeiten bereits.

    Das Harnsystem und auch der Kreislauf haben in der 16. SSW ebenfalls ihre Tätigkeit aufgenommen, und auch die Schilddrüse wird in dieser Woche aktiv und beginnt damit, die ersten Hormone zu produzieren. In der 16. SSW ist sichtbar, ob es ein Junge oder ein Mädchen wird, denn das Geschlecht ist klar zu erkennen. An den Kuppen der Finger zeigen sich die ersten Rillen, und das Baby hat damit es etwas Einzigartiges, nämlich seinen Fingerabdruck. Die Jodversorgung spielt in dieser Phase der Schwangerschaft eine sehr wichtige Rolle, deshalb sollte die Mutter über eine ausgewogene Ernährung so viel wie möglich Jod zu sich nehmen.

    Was kann das Baby in der 16. SSW noch?

    Wenn das Baby sein „Sportprogramm“ absolviert, dann trainiert es besonders die Muskulatur des Rückens und des Nackens und das aus gutem Grund. Mit gezielten Bewegungen bereitet sich das Kind auf den aufrechten Gang vor und übt schon mal wie es ist, später zu laufen. Die Augen sind in der 16. SSW noch geschlossen und da das Gesicht noch sehr klein und schmal ist, wirken die Augen besonders groß. Die Mimik ist schon ausgeprägt und mit ein wenig Glück können die Eltern bei der Ultraschalluntersuchung sehen, wie ihr Kind Grimassen schneidet.

    Die Fähigkeit zu hören entwickelt sich in der 16. SSW weiter, allerdings kann vom Hören im eigentlichen Sinn noch keine Rede sein. Das Baby kann aber Geräusche aus seiner unmittelbaren Nähe hören, wie den Herzschlag oder die Magen- und Darmgeräusche der Mutter. Vor allem der regelmäßige Herzschlag vermittelt dem Baby ein sicheres Gefühl von Geborgenheit.

    So fühlt sich die Mutter in der 16. SSW

    Viele Frauen führen über ihre Schwangerschaft ein Tagebuch und fragen sich in der 16. SSW, welcher Monat bislang der angenehmste war. Sie werden feststellen, dass es der vierte Monat ist. Im vierten Monat, also in der 16. SSW fühlen sich die meisten Frauen rundherum wohl, sie sehen gesund aus, die vermehrte Durchblutung sorgt für einen rosigen Teint, kraftvolles glänzendes Haar und eine straffe Haut. Die Gebärmutter ist in der 16. SSW ungefähr so groß wie ein Handball und hat jetzt eine feste Konsistenz angenommen, damit das Baby optimal geschützt werden kann. Bei schlanken Frauen zeichnet sich jetzt zunehmend eine kleine Kugel ab, bei Frauen, die ein wenig mehr auf die Waage bringen, ist die Schwangerschaft noch nicht so deutlich zu sehen.

    Da die Gebärmutter stetig wächst, sind leicht ziehende Schmerzen im Unterleib nichts Besorgniserregendes. Die Mutterbänder, die mehr und mehr belastet werden, machen sich auf diese Weise bemerkbar. Wenn die Schmerzen sich jedoch verstärken oder über einen Zeitraum von mehreren Tagen anhalten, dann sollte auf jeden Fall ein Arzt oder eine Hebamme aufgesucht werden, um mögliche Komplikationen ausschließen zu können.

    In der 16. Woche der Schwangerschaft entsteht ein erhöhter Bedarf an Mineralstoffen und das macht Frauen anfälliger für Probleme mit den Zähnen und dem Zahnfleisch. Die alte Hebammenweisheit, jede Schwangerschaft kostet die Mutter einen Zahn, ist zwar theoretisch immer noch richtig, aber eine gute Zahnprofilaxe kann heute Probleme mit den Zähnen und dem Zahnfleisch verhindern. Vor allem Entzündungen des Zahnfleisches sollte die werdende Mutter nicht ignorieren, denn diese Entzündungen können böse Folgen haben und im schlimmsten Fall sogar zu einer Fehlgeburt führen.

    Vorsorge und Schmetterlinge im Bauch

    Auch wenn die 16. SSW so manche Beschwerden mit sich bringt, zum Beispiel im Magen- und Darmtrakt, für die meisten Frauen ist es eine unbeschwerte Zeit. Frauen, die nicht zum ersten Mal schwanger sind, fühlen zum ersten Mal, wie ihr Kind sich bewegt, Frauen, die noch kein Kind zur Welt gebracht haben, nehmen die Kindsbewegungen eher wie Schmetterlinge im Bauch wahr.

    In der 16. SSW stehen eine Reihe von pränatalen Untersuchungen und Tests an, wie zum Beispiel der Triple-Test. Mit diesem Test stellt der Arzt die Konzentration von drei unterschiedlichen Proteinen sowie die Anzahl der Hormone im Blut der Mutter fest. Diese Tests geben Auskunft darüber, ob das Kind mit einer Störung der Chromosomen und damit mit einem Down-Syndrom zur Welt kommt. Frauen, die zu den sogenannten Risikoschwangeren gehören, sollten in der 16. SSW eine Amniozentese, eine Untersuchung des Fruchtwassers machen lassen. Die Untersuchung des Fruchtwassers liefert deutliche Hinweise, ob das Kind eine genetische Störung hat, und auch das Down-Syndrom kann mit dieser Vorsorgeuntersuchung mit einer Wahrscheinlichkeit von 98 % nachgewiesen werden.

    Die Fruchtwasseruntersuchung ist vor allem Frauen zu empfehlen, die mit 40 Jahren oder älter schwanger werden. Auch wenn es in der Familie Erbkrankheiten gibt, dann bietet die Untersuchung des Fruchtwassers genaue Ergebnisse, ob das Kind gesund zu Welt kommen kann.

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  • Männer und ihr gespaltenes Verhältnis zur Gesundheit

    Männer und ihr gespaltenes Verhältnis zur Gesundheit

    Männer weinen heimlich, das hat schon Herbert Grönemeyer erkannt, Männer haben als Jungen schlechtere Noten in der Schule als Mädchen und sie haben große Angst, zum Arzt zu gehen. Der internationale Weltmännertag hatte in diesem Jahr den Schwerpunkt Gesundheit und es wurde sehr schnell klar, dass Männer ein eher gespaltenes Verhältnis zum Thema Gesundheit haben und sie sind echte Feiglinge, wenn es um ihre Gesundheit geht.

    Männer mögen keine Vorsorgeuntersuchungen

    Männer und Vorsorgeuntersuchungen – das sind zwei verschiedene Welten. Die einen gehen aus reiner Bequemlichkeit nicht zum Arzt, die anderen haben zu viel Angst. Der Berufsverband der Deutschen Urologen legte jetzt Zahlen vor die zeigen, wie nachlässig die Herren der Schöpfung mit dem Thema Vorsorge umgehen. Seit 1974 haben Männer ab dem 45. Lebensjahr das gesetzlich verbriefte Recht, eine jährliche Vorsorgeuntersuchung zur Früherkennung von Krebs in Anspruch zu nehmen, aber bis heute ist das Interesse eher gering. Nur 14 % der Männer in dieser Altersgruppe geht regelmäßig zu dieser Vorsorgeuntersuchung, bei Frauen sind es 50 %.

    Männer nehmen Symptome nicht ernst

    Männer interessieren sich nicht für Vorsorgeuntersuchungen, aber sie pflegen dafür einen eher sehr ungesunden Lebensstil. Rauchen, Alkohol, übermäßiger Stress und auch Übergewicht, das alles kann zu ernsthaften Erkrankungen vor allem für Herz und Kreislauf führen. Kommt es zu den typischen Symptomen, dann nehmen die meisten Männer diese Symptome nicht ernst, sie ignorieren sie und wundern sich dann, wenn sie mit einem Herzinfarkt oder einem Kreislaufkollaps in der Klinik landen. Männer gehen sehr ungern zum Arzt und sie bekommen auch deutlich weniger Medikamente verschrieben als Frauen. Das ändert sich erst, wenn Männer älter werden, denn nach einem Arzneimittelreport der AOK nehmen Männer zwischen 60 und 75 Jahren ebenso viele Medikamente wie Frauen.

    Psychische Probleme sind für Männer ein Zeichen von Schwäche

    Der Psychoreport der DAK bringt es an den Tag: Männer nehmen psychische Probleme nicht ernst, sie halten sie vielmehr für ein Zeichen von Schwäche. Depressive Stimmungen werden nicht beachtet und selbst wenn eine Depression vom Arzt diagnostiziert wird, dann lassen sich Männern selten behandeln. Frauen sind doppelt so häufig psychisch krank wie Männer, was aber nicht bedeutet, dass Männer weniger Probleme mit der Psyche haben, sie haben nur Probleme damit, sich diese Probleme einzugestehen.

    Warum Frauen länger leben als Männer

    Im Schnitt leben Frauen fünf Jahre länger als Männer und das hat verschiedene Gründe. Ein Grund liegt darin, dass Männer risikofreudiger sind als Frauen. Sie lieben es, mit 300 km/h im Kreis zu fahren, sie scheuen sich nicht davor über hohe Klippen ins Meer zu springen, und sie machen sich auch keine Gedanken darüber, wie gefährlich es sein kann, mit einem Ultraleichtflieger über die Berge zu segeln. Frauen interessieren sich für diese fragwürdigen Freizeitaktivitäten nicht sonderlich, sie können Gefahren besser einschätzen und sind nicht so leichtsinnig. Frauen haben zudem ein anderes Verhältnis zur Gesundheit, sie nehmen Vorsorgeuntersuchungen wahr, sie deuten Symptome richtig und sie gehen lieber einmal mehr zum Arzt als einmal zu wenig.

    Ehemänner leben länger

    Es sind besonders die Junggesellen, die ihre Gesundheit vernachlässigen, wenn Männer Ja sagen, dann ändert sich auch ihr Verhältnis zu Krankheiten, Vorsorgeuntersuchungen und zu riskanten Freizeitvergnügungen. Es sind die Zuneigung, die Liebe und auch das Leben in der häuslichen Gemeinschaft, die bei Männern die Einstellung zur Gesundheit verändern. Wenn Männer verheiratet sind, dann bringt ihnen das zusätzliche acht Lebensjahre. Wie sehr die Ehe und die Familie ihre Gesundheit zum Positiven beeinflussen, das zeigt sich besonders dann, wenn sie einen Herzinfarkt erleiden. Vor allem das Jahr nach dem Herzinfarkt ist entscheidend, und laut einer neuen Studie aus England haben Männer, die verheiratet sind, doppelt so große Chancen zu überleben wie Männer, die ledig sind.

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  • Die 20. SSW – die Schwangerschaft geht in die Halbzeit

    Die 20. SSW – die Schwangerschaft geht in die Halbzeit

    Wäre die Schwangerschaft ein Fußballspiel, dann wäre die 20. SSW die Halbzeit. Am Ende der 20. SSW ist der fünfte Monat vorbei und in der zweiten Hälfte der Schwangerschaft wird für die werdenden Mütter Umstandskleidung ein Muss. Die Gewichtszunahme in der 20. SSW gilt für Mutter und Kind, aber vor allem das Baby legt ab jetzt richtig zu. In der 20. SSW werden die Bewegungen des Kindes stärker, es macht sich durch Tritte und kräftige Boxhiebe immer mehr bemerkbar und die Mutter kann diese Bewegungen durch die Bauchdecke spüren. In der 20. SSW ist ein harter Bauch nicht ungewöhnlich oder besorgniserregend, denn der Bauch wird immer dann härter, wenn das Kind ganz besonders viel turnt.

    So entwickelt sich das Baby in der 20. SSW

    Wenn die Eltern sich Ultraschallbilder in der 20. SSW anschauen, dann sehen sie ihr Kind, wie es mit gekreuzten Beinen sitzt, sich ausgiebig streckt oder mit ein bisschen Glück, wie es gerade einen Purzelbaum schlägt. In der 20. SSW ist die zweite große Vorsorge beim Arzt an der Reihe, und die Krankenkassen übernehmen im Rahmen dieser Vorsorge auch die ersten Ultraschallbilder. Wenn die Eltern in der 20. SSW noch mehr Bauchbilder haben möchten, dann müssen sie die Kosten selbst übernehmen.

    Das Gewicht des Babys in der 20. SSW liegt bei ca. 300 Gramm und es misst jetzt zwischen 25 und 28 cm. Wenn das Kind wach ist, dann nuckelt es am Daumen, es bewegt die Arme hin und her, strampelt mit den Beinen oder spielt auch mal mit der Nabelschnur. Diese Aktivitäten macht das Baby nicht nur zum Spaß, es folgt vielmehr einem Reflex aus der Urzeit. Mit den Bewegungen trainiert das Baby, damit es nach der Geburt vom Bauch der Mutter zur Brust und damit zur Nahrungsquelle kriechen kann. Heute legen der Arzt oder die Hebamme das Baby in den Arm, aber der Reflex ist noch immer da und er spielt bei einigen Naturvölkern nach wie vor eine wichtige Rolle.

    Die Organe sind in der 20. SSW schon weit entwickelt, die Nervenzellen werden in der 20. SSW vervollständigt und erreichen eine Zahl zwischen zwölf und 14 Millionen. Das Gehirn entwickelt sich weiter und die Sinneswahrnehmungen sind bereits gut ausgeprägt. Das Baby kann in der 20. SSW riechen, fühlen, es kann schmecken, sehen und hören, wenn auch nur gedämpft. Die ersten Ansätze für die Augenbrauen sind jetzt schon zu erkennen und das Baby beginnt, kleine Mengen des Fruchtwassers zu trinken. Da der Stoffwechsel bereits funktioniert, geht ein Teil des Fruchtwassers in die Blase und ein anderer Teil in den Darm.

    Wie fühlt sich die Mutter in der 20. SSW?

    Für die werdende Mutter beginnt in der 20. SSW eine aufregende Zeit, denn sie kann ihr Kind deutlicher fühlen als in den Wochen zuvor und es wird langsam Zeit, sich nach schicker Umstandsmode umzusehen. Die Feindiagnostik in der 20. SSW gehört zur zweiten umfassenden Vorsorgeuntersuchung und der Arzt wird einige Tests machen. So wird unter anderem der Urin auf Zucker, Eiweiß und vor allem auf mögliche Keime untersucht. Um eine Hb-Messung durchführen zu können, wird der Mutter Blut abgenommen, und auch ein großes Blutbild kann zu den Routinetests gehören, um den Sauerstoffgehalt im Blut messen zu können. Der Arzt achtet aber auch darauf, dass Mutter und Kind keine Mangelerscheinungen bei den Vitaminen und den Spurenelementen haben.

    Der Arzt testet die Mutter in der 20. SSW auch auf Diabetes und ob die Gefahr einer Präeklampsie besteht. Der Diabetes-Test ist besonders bei sehr jungen und bei älteren Frauen von Bedeutung, weil hier öfter die Gefahr besteht, dass es zu Schwangerschaftszucker kommt. Natürlich untersucht der Arzt auch das Baby in der 20. SSW sehr genau. Er überprüft das Wachstum an der Länge des kindlichen Oberarms, zudem wird der Umfang des kindlichen Kopfes vermessen und der Arzt schaut in der 20. SSW sehr genau nach, ob es sich vielleicht um eine Mehrlingsschwangerschaft handelt.

    Wenn die Eltern vor der Geburt des Kindes noch einmal verreisen wollen, dann bietet die 20. SSW dazu die beste Gelegenheit. Vor der 20. SSW haben viele Frauen noch mit morgendlicher Übelkeit zu kämpfen und nach der 20. SSW rundet sich der Bauch immer mehr, die werdende Mutter muss mehr und mehr mit den Problemen und Beschwerden der Schwangerschaft leben.

    Für den Vater und auch für die Geschwister ist die 20. SSW eine spannende Zeit, denn sie können das Baby durch seine Bewegungen plastisch sehen und den Kontakt zum Kind intensivieren.

    Geburten in der 20. SSW

    Von 1.000 Schwangerschaften kommt es zu ungefähr vier sogenannten stillen Geburten. So nennen Hebammen und Ärzte Geburten, bei denen das Kind entweder tot zur Welt kommt, oder kurze Zeit nach der Geburt stirbt. Ein Kind, das in der 20. SSW geboren wird, ist aus medizinische Sicht keine Frühgeburt, sondern eine Fehlgeburt. Wenn in der 20. SSW keine Bewegungen mehr zu spüren sind, dann werden der Arzt oder die Hebamme zunächst einen Weckruf starten. Am Bauch der Mutter wird ein Geräusch erzeugt, zum Beispiel ein Klingeln, immer in der Hoffnung, dass das Baby nur schläft und durch das Geräusch aufwacht. Ist das nicht der Fall, dann muss man davon ausgehen, dass das Kind gestorben ist.

    Auch wenn das Kind im Mutterleib gestorben ist, muss es zur Welt kommen, und deshalb wird in der Klinik die Geburt eingeleitet. Im Krankenhaus wird zunächst eine Ultraschalluntersuchung gemacht und wenn aus der Vermutung traurige Gewissheit wird, dann bekommt die Mutter einen Tropf mit einem Medikament, das die Wehen forciert. Außerdem bekommt sie in regelmäßigen Abständen ein Zäpfchen, das den Muttermund öffnen soll. Bei einer Geburt in der 20. SSW muss der Muttermund nicht vollständig geöffnet sein, meist reichen fünf bis sechs Zentimeter, da der Kopfumfang des Kindes noch sehr klein ist.

    In vielen Kliniken und Geburtshäusern wird eine angenehme Atmosphäre mit gedämpftem Licht und Kerzen geschaffen und wenn das Kind dann geboren wird, dann betten es die Hebammen in ein sogenanntes Moseskörbchen. Die Eltern und auf Wunsch auch die Großeltern und die Geschwister haben dann Zeit, um in aller Ruhe Abschied zu nehmen.

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