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  • Die 21. SSW – die Schwangerschaft wird sichtbar

    Die 21. SSW – die Schwangerschaft wird sichtbar

    Viele Frauen, die zum ersten Mal ein Kind erwarten, wissen nicht, wenn sie in der 21. SSW sind, welcher Monat das eigentlich ist. Die 21. SSW ist so etwas wie ein Übergang in die zweite Hälfte der Schwangerschaft und für die Ärzte beginnt mit der 21. SSW die sogenannte Konkretisierungsphase. Die werdende Mutter ist jetzt am Anfang des sechsten Monats und in der 21. SSW wird das Baby sehr aktiv. Es hat jetzt noch ausreichend Platz in der Gebärmutter, um zu turnen. Deshalb sind die Kindsbewegungen besonders in der 21. SSW sehr deutlich spürbar. Für die meisten Frauen wird die Schwangerschaft in dieser Phase sehr plastisch, denn aus dem anfänglichen Bäuchlein wird langsam aber sicher ein Schwangerschaftsbauch.

    Wie geht es dem Baby in der 21. SSW?

    26 bis 27 cm groß ist das Baby in der 22. Schwangerschaftswoche und im Durchschnitt hat das Kind in der 21. SSW ein Gewicht von 350 Gramm. Es ist sehr aktiv und kann seine Bewegungen jetzt auch schon recht gut koordinieren. Der Schlaf-Wachrhythmus ist schon gut ausgeprägt, allerdings stimmt er nicht immer mit dem Rhythmus der Mutter überein. Wird in der 21. SSW ein Ultraschall gemacht, dann kann die Mutter die bevorzugte Schlafhaltung ihres Babys erkennen. Einige Kinder ziehen ihr Kinn während des Schlafes auf die Brust, einige lassen den Kopf entspannt nach hinten fallen und wieder andere falten die Hände unter dem Kinn.

    Das Verhalten der Mutter im Bezug auf Geräusche, helles Licht und auch ihre Essgewohnheiten haben jetzt verstärkt Einfluss darauf, wie gut das Kind schläft. Wenn der Arzt in der 21. Schwangerschaftswoche Bilder macht, dann kann die Mutter schon sehr gut das Gesicht und die Mimik ihres Kindes sehen und auch die Wimpern und die Augenbrauen sind bereits sichtbar. Die Zehen und Fingernägel sind ausgebildet und müssen in den kommenden Wochen und Monaten nur noch härter werden. Das Verdauungssystem arbeitet schon und die Därme werden in der 21. SSW zum ersten Mal in der Lage sein, dass Fruchtwasser richtig zu verdauen.

    In der 21. SSW stehen aber auch das Wachstum des Gehirns und die sensorischen Fähigkeiten im Fokus. Die ersten Furchen im Gehirn sind nun sichtbar und auch die ersten Anlagen für die Wahrnehmung von Geruch und Geschmack werden in der 21. SSW gebildet.

    Die 21. SSW – die Sinne bilden sich aus

    Was die Sinneswahrnehmungen angeht, so macht das Baby in der 21. SSW einen wahren Quantensprung. Es atmet Fruchtwasser ein und kann herausschmecken, was die Mutter gegessen hat. Diese Eindrücke bleiben übrigens in der Erinnerung des Kindes gespeichert und die kulinarischen Vorlieben sind auch nach der Geburt noch präsent. Auch in der Muttermilch kann das Baby später erkennen, was die Mutter isst und ob ihm diese Speisen schmecken oder nicht.

    Das Gehör ist in der 21. SSW schon bestens entwickelt. Das Baby hört die Stimmen der Eltern und Geschwister und nimmt sie als angenehm, als beruhigend oder auch als vertraut wahr. Die Mutter sollte in dieser Phase der Schwangerschaft ihrem Kind wann immer es geht, etwas vorlesen, mit ihm sprechen oder auch Musik auflegen. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Kinder nach der Geburt besser und intensiver trinken, wenn sie dabei Musik oder Geschichten hören, die ihnen noch aus dem Mutterleib bekannt sind. Väter machen später die faszinierende Feststellung, dass sich das Baby sofort beruhigt, wenn sie es in den Arm nehmen und mit ihm sprechen.

    Der Blutkreislauf und auch das Herz des Kindes arbeiten in der 21. SSW schon sehr gut, und das Herz schlägt zwischen 110 und 150 mal in der Minute. Damit hat das Baby einen doppelt so schnellen Herzschlag wie ein Erwachsener und bei der Vorsorgeuntersuchung klingt das Herz eines Babys wie galoppierende Pferdehufe.

    Für die Mutter beginnt in der 21. SSW die Kugelzeit

    In der 21. SSW steht der obere Rand der Gebärmutter ungefähr einen Zentimeter über dem Nabel und der Bauch der werdenden Mutter nimmt jetzt immer mehr die Form einer Kugel an. Da sich in der 21. SSW die Gewichtszunahme des Babys erstmals richtig bemerkbar macht, fällt vielen Frauen langes Gehen und Stehen zunehmend schwerer. Das Baby belastet den Rücken und auch den Beckenboden immer stärker und um für eine Erleichterung zu sorgen, sollte die Mutter sich in der 21. SSW zur Beckenbodengymnastik bei einer Hebamme anmelden.

    Die Muskulatur des Beckenbodens besteht aus zwei eng miteinander verbundenen Muskelringen, die vom Schambein bis zum Ende der Wirbelsäule reichen. Die Beckenbodenmuskeln helfen effektiv dabei, die Blase, den Enddarm und auch die Gebärmutter zu kontrollieren und da eine Schwangerschaft die Muskeln besonders beansprucht, ist eine Beckenbodengymnastik immer hilfreich, auch wenn es um die Geburt geht. Vor allem bei der Vermeidung von Dammrissen kann eine gezielte Gymnastik der Beckenbodenmuskeln helfen.

    Bequeme Schuhe und lockere Kleidung sind in der 21. SSW angesagt und wenn sich jetzt zunehmend die ersten Fettpölsterchen zeigen, dann ist das nicht weiter schlimm, denn diese Polster werden nach der Geburt von ganz alleine wieder verschwinden. Nach der Entbindung hat der Körper mit den leeren Fettdepots zu kämpfen, denn die Nährstoffe wurden verbraucht und so lange keinen neuen Depots angelegt werden, behält die Mutter ihre schlanke Figur. Wichtig ist es aber, in der 21. SSW gesund und ausgewogen zu essen, denn ab der 21. SSW werden 500 Kalorien mehr verbraucht als in nicht schwangeren Zeiten.

    Kann das Baby eine Geburt in der 21. SSW überleben?

    Eine Frühgeburt in der 21. SSW ist in den meisten Fällen eine stille Geburt, denn das Kind kommt nicht lebensfähig auf die Welt. Hebammen und Ärzte nennen diese viel zu früh geborenen Kinder auch Sternenkinder, und in den Geburtshäusern, aber auch in den Kliniken bekommen die Eltern Zeit, sich von ihren Kindern zu verabschieden. Wer möchte, der kann sein Baby noch taufen lassen, denn Sternenkinder sind keine Totgeburten, diese Kinder leben bei der Geburt, aber trotz großer medizinischer Möglichkeiten, ist das Geburtsgewicht der Kinder und auch die Ausbildung der lebenswichtigen Organe zu gering, um zu überleben.

    Die meisten Kinder, die in der 21. SSW geboren werden, überleben nur wenige Stunden, und in Absprache mit den Eltern werden keine Maßnahmen für eine Wiederbelebung unternommen.

    Bild: © Depositphotos.com / d.aniel

  • Wer Kaffee trinkt, lebt länger

    Wer Kaffee trinkt, lebt länger

    Dass Kaffee munter macht, das werden alle Morgenmuffel gerne bestätigen, und auch nach dem Mittagessen ist ein Tasse Kaffee immer eine gute Wahl. Dass Kaffee gut schmeckt und belebt, das ist hinlänglich bekannt, dass Kaffeetrinken aber das Leben verlängern kann, das zeigt jetzt eine neue Studie aus den USA. Kaffee hatte lange Zeit einen eher schlechten Ruf, denn Kaffee schädige das Herz, so hieß es gern, sogar in Medizinerkreisen. Die neue Studie kommt zu einem anderen Schluss, denn drei bis fünf Tassen des belebenden Getränks machen das Leben nicht nur angenehmer, sondern verlängern es auch.

    Kaffee schützt vor Krankheiten

    Die neue Studie, die jetzt in der Fachzeitschrift Circulation veröffentlicht wurde, ist zu dem Ergebnis gekommen, dass ein moderater Genuss von Kaffee das Risiko an den Folgen einer Krankheit zu sterben, deutlich senken kann. Der positive Effekt des Kaffees wirkt sich auf das Herz-Kreislaufsystem ebenso aus, wie auch auf die Parkinson-Krankheit und auf Diabetes Typ 2, auf Krebs hat Kaffee allerdings keinen so großen Einfluss. Zudem kamen die Forscher aus den USA zu der Erkenntnis, dass Menschen, die gerne und auch viel Kaffee trinken, seltener an Depressionen erkranken und weniger darüber nachdenken, sich das Leben zu nehmen.

    Warum ist Kaffee so gesund?

    Warum hat Kaffee einen so positiven Einfluss auf die Gesundheit? Die Forscher aus den USA, die für die Studie die Daten von 168.000 Frauen und 40.000 Männern gesammelt und ausgewertet haben, kommen zu dem Schluss, dass Kaffee viele bioaktive Substanzen hat. Diese Substanzen können die Resistenz des Insulins verringern und sie wirken entzündlichen Prozessen effektiv entgegen. Optimal ist es, zwei bis fünf Tassen am Tag zu trinken, eine sechste Tasse hat dann zwar keinen positiven Effekt mehr, aber schaden kann sie auch nicht. Es spielt in diesem Zusammenhang übrigens keine Rolle, ob es sich um Kaffee mit oder ohne Koffein handelt, der positive Effekt bleibt der Gleiche.

    Kann Kaffee abhängig machen?

    Es gibt einige Gerüchte um Kaffee, einige sind wahr, andere nur ein Mythos. Hieß es noch vor wenigen Jahren, dass Kaffee schlecht fürs Herz ist, so konnten Wissenschaftler jetzt nachweisen, dass genau das Gegenteil der Fall ist, denn Kaffee ist sogar gut fürs Herz. Kaffee kann für schlaflose Nächte sorgen, besagt eine andere These, und hier liegt die Wissenschaft richtig, denn wer am Abend starken Kaffee trinkt, der wird nicht sonderlich gut schlafen können. Allerdings hat starker Tee die gleiche Wirkung, denn die im Tee enthaltenen Stoffe sorgen ebenfalls für schlaflose Nächte. Ein besonders hartnäckiges Gerücht besagt, dass Kaffee süchtig machen kann. Tatsächlich kann es zu Abhängigkeitserscheinungen kommen, wenn man regelmäßig Kaffee trinkt. Wer daran gewöhnt ist, den Tag mit einer Tasse Kaffee zu beginnen, der wird es spüren, wenn er die gewohnte Tasse Aufmunterung am Morgen nicht bekommt. Für die American Psychiatric Association ist Kaffeemissbrauch ebenso eine Krankheit wie die Sucht nach Alkohol, aber ab wann die Sucht beginnt, das ist noch nicht klar. Wie lange der Entzug dauert, darüber gibt es hingegen schon Erkenntnisse, denn es dauert bis zu sechs Wochen, um kein Verlangen mehr nach einer Tasse Kaffee zu verspüren.

    Entzieht Kaffee dem Körper Wasser?

    Zu den Mythen, die sich rund um den Kaffee ranken, gehört auch die Aussage, dass Kaffee den Körper austrocknen kann, da er das Wasser entzieht. Das Gegenteil ist der Fall, denn durch den Kaffee bekommt der Körper Wasser. Zwar wirkt Kaffee harntreibend, aber dass es zu einem gefährlichen Mangel an Flüssigkeit kommen kann, das ist schlichtweg nicht wahr. Der Dichter Franz Kafka soll in diesem Zusammenhang einmal gesagt haben: „Kaffee dehydriert den Körper nicht. Ich wäre sonst schon Staub.“ Kafka hatte Recht, wer gerne Kaffee trinkt, muss sich keine Sorgen machen.

    Bild: © Depositphotos.com / tiplyashin

  • Immer mehr Kinder leiden unter Diabetes Typ 1

    Immer mehr Kinder leiden unter Diabetes Typ 1

    In Deutschland leiden immer mehr Kinder unter Diabetes Typ 1 und die Zahl der Neuerkrankungen nimmt stetig zu. Bis jetzt sind rund 30.000 Kinder von Diabetes Typ 1 betroffen, aber welche Ursache die Krankheit hat, darüber gibt es bis heute keine gesicherten Erkenntnisse. Wenn Diabetes Typ 1 diagnostiziert wird, dann besteht für das betroffene Kind immer die akute Gefahr einer Unterzuckerung, weil der Blutzuckerspiegel zu niedrig ist.

    Was genau ist Diabetes Typ 1?

    Diabetes ist heute zu einer Art Volkskrankheit geworden, an der bundesweit geschätzt sechs Millionen Menschen leiden. Die Zahl der Neuerkrankungen nimmt drastisch zu, denn das Bundesgesundheitsministerium schätzt, dass es zu den sechs Millionen Menschen, die bereits erkrankt sind, noch einmal ein bis zwei Millionen Fälle gibt, in denen Diabetes noch nicht erkannt wurde und damit auch nicht behandelt wird. Die häufigste Form ist die Diabetes Typ 2 und hier ist es in den meisten Fällen eine falsche und ungesunde Ernährung, die die Krankheit auslöst. Anders sieht es bei der Diabetes Typ 1 aus, einer Autoimmunerkrankung, bei der die Bauchspeicheldrüse nicht mehr in der Lage ist, das notwendige Insulin zu produzieren. Fehlt das Hormon Insulin, dann ist es dem Körper nicht mehr möglich, Zucker aufzunehmen und zu verarbeiten. In den vergangenen Jahren ist die Zahl der Kinder, die an Diabetes Typ 1 leiden, um zwei Prozent angestiegen, aber warum immer mehr Kinder krank werden, das ist noch immer unklar.

    Diabetes Typ 1 und die gefährlichen Folgen

    Die meisten Kinder, die unter Diabetes Typ 1 leiden, erkranken zwischen dem dritten und dem vierten Lebensjahr. Für Kinder ist Diabetes Typ 1 besonders hart, denn sie dürfen nicht mehr alles essen, außerdem muss ihr Blutzuckerspiegel permanent überwacht werden. Viele Kinder bekommen nach der Diagnose Diabetes Typ 1 ein kleines Kästchen, das an der Bauchdecke befestigt wird. Von diesem Kästchen aus führt eine Nadel in die Bauchdecke und es wird kontinuierlich eine kleine Menge des sogenannten Basal-Insulins in den Körper abgegeben. Damit wird verhindert, dass es zu einer gefährlichen Unterzuckerung kommt. Diabetes kann dramatische Folgen haben, denn Schlaganfälle, Herzinfarkte, Nierenversagen, Amputationen der Füße und auch Erblindungen können zu den Spätfolgen dieser Krankheit gehören.

    Wie kann Diabetes Typ 1 behandelt werden?

    Noch vor 100 Jahren führte Diabetes Typ 1 oftmals zum Tode, heute ist die Wissenschaft so weit, dass auch diese Form der Zuckerkrankheit gut zu handhaben ist. Es gibt ein modernes Insulin, das besonders schnell wirkt und eine Unterzuckerung effektiv vermeiden kann. Noch recht neu sind die tragbaren Minigeräte, die mit einem CGM-Sensor und einer feinen Nadel ausgestattet sind. Der Sensor misst automatisch alle drei Minuten den Zuckergehalt im Blut und schlägt immer dann Alarm, wenn der Zuckerspiegel sinken sollte. Aktuell arbeiten Wissenschaftler daran ein Gerät zu entwickeln, bei dem der Sensor und die Insulinpumpe miteinander verbunden sind, denn das würde es möglich machen, dass die Versorgung mit Insulin auch ohne das Zutun des Patienten immer zeitnah geschehen kann. Noch wird der Sensor, der am Bauch angebracht wird, nicht von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt. Experten vermuten aber, dass die Kassen die Kosten übernehmen werden, wenn die Zahl der Kinder, die unter Diabetes Typ 1 leiden, weiter ansteigt.

    Ein unterschätztes Problem

    2013 starben in Deutschland rund 25.000 Menschen an den Folgen von Diabetes. Während aber von Diabetes Typ 2 überwiegend ältere Menschen betroffen sind, erkranken an Diabetes Typ 1 viele junge Menschen. 32.000 Jugendliche unter 19 Jahren sind in Deutschland von Diabetes Typ 1 betroffen und jedes Jahr kommen rund 200 neue Fälle dazu. Aber das Problem wird häufig auch unterschätzt, denn viele Eltern machen sich keine Gedanken darüber ob ihr Kind an Diabetes Typ 1 erkranken könnte.

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  • Die 27. SSW – wichtige Entwicklungssprünge

    Die 27. SSW – wichtige Entwicklungssprünge

    Die 27. SSW ist welcher Monat? In der 27. SSW endet das zweite Trimester der Schwangerschaft und damit auch der siebte Monat. In der 27. SSW spielen die Gewichtszunahme des Babys und der Gebärmutter eine große Rolle, denn sie sorgen bei der Mutter zunehmend für Beschwerden der unterschiedlichsten Art. Diese Beschwerden sind aber nur ein kleiner Vorgeschmack auf das, was die Mutter in den kommenden drei Monaten der Schwangerschaft erwartet. Das Baby macht in der 27. SSW einen großen Sprung in seiner Entwicklung und das gilt vor allem für sein Gehirn, aber auch für die Lungen.

    Die Entwicklung des Babys in der 27. SSW

    Wenn der Arzt Bilder in der 27. SSW macht, dann kann die Mutter erkennen, dass sich die Proportionen des Babys verändert haben. Das Wachstum des Kopfes hat sich im Vergleich zum Rumpf verlangsamt und die körperlichen Proportionen ergeben jetzt ein einheitliches Bild. In der 27. SSW wiegt das Baby etwa 1.000 Gramm und es hat eine Körperlänge von durchschnittlich von 36 cm. Zwar ist die Haut noch ein wenig runzelig, aber die Fettreserven, die das Kind in den noch verbleibenden Wochen ansammelt, werden die Haut glätten.

    Das Baby hat in der 27. SSW einen regelmäßigen Schlaf-Wach-Rhythmus, leider stimmt er aber nicht immer mit dem der Mutter überein. Da das Kind noch relativ viel Platz in der Gebärmutter hat, können seine Turnübungen die Mutter nachts wachhalten, während es am Tag gerne mal eine Ruhepause einlegt. Schuld an den nächtlichen Aktivitäten sind die Wehen-Hormone, die der Körper der Mutter jetzt vermehrt und vor allem in der Nacht ausschüttet. Zwar wird der Platz in der Gebärmutter immer kleiner, aber es reicht immer noch, um Purzelbäume zu machen. Da das Baby erst später die Geburtsposition, die Beckenendlage einnimmt, dreht es sich in der 27. SSW mal nach oben und mal nach unten.

    Die Ausbildung der Gehirnstruktur ist in der 27. SSW die wichtigste Entwicklung. Bis zur 27. SSW hat die Oberfläche des Gehirns eine glatte Struktur, in der 27. SSW bilden sich jetzt die Furchen, und das Gehirn des Kindes ähnelt dem eines erwachsenen Menschen. Dieser Prozess wird von sehr intensiven Gehirnaktivitäten des Babys begleitet und Wissenschaftler vermuten, dass das Baby in dieser Schwangerschaftswoche auch zum ersten Mal träumt. Die Sinneswahrnehmungen werden in der 27. SSW immer stärker ausgeprägt. Das Baby nimmt grelles Licht ebenso wahr wie laute Geräusche und es ist in der Lage, zu tasten. Wenn die Mutter sehr hellem Licht ausgesetzt ist, zum Beispiel, wenn sie ihr Gesicht in die Sonne hält, dann wird das Baby die Hand vor die Augen legen oder sich einfach wegdrehen. Zwar wird das Licht gefiltert und das Baby sieht nur einen sanften Rot-Ton, aber das Kind empfindet das trotzdem als störend.

    Wenn sich die Mutter bewegt, dann wird das Baby durch das Fruchtwasser sanft hin und her geschaukelt. Viele werdende Eltern empfinden es als sehr berührend, wenn sie sanft über den Bauch der Mutter streicheln, denn dann passiert es nicht selten, dass das Baby sich in Richtung der streichelnden Hand bewegt.

    Wie gefährlich ist eine Geburt in der 27. SSW?

    In der 27. SSW wird das Blut des Kindes direkt aus dem Knochenmark gebildet und das Baby ist jetzt in der Lage, seine Körpertemperatur selbstständig zu steuern. Eine Frühgeburt in der 27. SSW kann kritisch werden, denn es gibt zu diesem Zeitpunkt der Schwangerschaft noch eine Schwachstelle, und zwar die Lungen. Die organische Entwicklung ist in der 27. SSW zwar schon fast abgeschlossen, aber es fehlt das sogenannte Surfactant, ein Oberflächenprotein, das die Bronchien schützt und reinigt, aber auch dafür sorgt, dass sich Lungenbläschen beim Atmen nicht verkleben können. Kommt es zu einer Geburt in der 27. SSW, dann muss das Baby nicht nur in den Brutkasten, es wird auch an die künstliche Beatmung angeschlossen. Erst wenn ausreichend Surfactant produziert wird, dann ist das Baby auch in der Lage, selbstständig zu atmen. Um die selbsttätige Atmung und die Produktion des Proteins anzuregen, bekommen Kinder in der 27. SSW ein Medikament.

    Wenn in der 27. SSW Schmerzen auftreten, dann müssen das nicht zwingend auch Wehen sein. Wenn es aber Wehen sind, dann werden die Ärzte versuchen, diese frühen Wehen mit den entsprechenden Medikamenten zu hemmen. So kann unter anderem auch Cortison gespritzt werden, denn das umstrittene Medikament regt das Wachstum der Lungen des Babys an.

    Warum Mütter in der 27. SSW so intensiv träumen

    Frauen, die in der 27. SSW schwanger sind, erleben in dieser Phase der Schwangerschaft einige merkwürdige Dinge und haben zudem mit vielen körperlichen Beschwerden zu kämpfen. Der obere Rand der Gebärmutter ist in der 27. SSW oberhalb des Bauchnabels ertastbar und da die Organe jetzt vom Bauch aus in Richtung Brust geschoben werden, fühlen sich viele Frauen zunehmend unwohl. Auch Beinkrämpfe, Hämorrhoiden und Krampfadern treten in der 27. SSW häufig auf. Um die beanspruchten Beine zu entlasten, kann es helfen, Kompressionsstrümpfe zu tragen. Wenn sich die Krampfadern aber im Schambereich bilden, dann sind Kompressionsstrümpfe nicht zu empfehlen, denn sie können die Beschwerden noch schlimmer machen.

    In der 27. SSW tritt ein Phänomen auf, für das Wissenschaftler bis heute keine schlüssige Erklärung haben: Die werdenden Mütter träumen sehr intensiv. Diese Träume in der 27. SSW sind sehr plastisch, oftmals auch dramatisch und nicht selten sogar bizarr. Es wird vermutet, dass diese lebhaften Träume etwas mit den hormonellen Einflüssen in der 27. Schwangerschaftswoche zu tun haben und dass sich die werdenden Mütter auf diese Weise mit der Schwangerschaft und der Geburt auseinandersetzen.

    Das Gewicht des Kindes drückt in der 27. SSW mehr und mehr auf die Vena Cava, und das macht den Rückfluss des Blutes durch die größte Vene des Körpers immer schwerer. Viele Schwangere müssen dann die Erfahrung machen, dass sie nicht mehr auf dem Rücken liegen können, weil ihnen sonst übel wird. Gesünder und bequemer für Mutter und Kind ist es, ab der 27. SSW vermehrt auf der linken Körperseite zu liegen, denn dann werden die Organe entlastet.

    Um Wassereinlagerungen vorzubeugen, hilft es, sich eiweißreich zu ernähren. Fisch, Fleisch, Milch und Milchprodukte sollten in der 27. SSW auf der Speisekarte stehen.

    Bild: © Depositphotos.com / michaeljung

  • Grauer Star – Medikamente statt Operation

    Grauer Star – Medikamente statt Operation

    Weltweit wird bei Menschen, die älter als 70 Jahre sind, ein grauer Star diagnostiziert, und bislang konnte ein grauer Star nur mit einer entsprechenden Operation behandelt werden. Jetzt haben Wissenschaftler eine Möglichkeit gefunden, wie eine Operation verhindert werden kann, denn es gibt ein neues Medikament, das die Augenkrankheit zwar nicht komplett heilen, sie aber aufhalten und sogar rückgängig machen kann. Die Inhaltsstoffe des neuen Medikaments sind nicht nur wirksam, wenn es um den grauen Star geht, sie können auch bei Demenz und Parkinson hilfreich sein.

    Grauer Star – vielversprechende Versuche

    Ein grauer Star führt zur vollständigen Erblindung, wenn er nicht rechtzeitig behandelt wird, und bisher konnten Augenärzte nur mit einer Operation an der Linse die Trübung behandeln und so eine Erblindung verhindern. Forscher aus den USA haben jetzt aber einen speziellen Wirkstoff gefunden, der die Trübung der Linse verhindern kann. Die ersten Versuche an Mäusen sind sehr vielversprechend, berichtete ein Sprecher der University of Michigan in Ann Arbor, und auch deutsche Forscher sind begeistert und bezeichneten das Ergebnis der Studie der amerikanischen Kollegen als sehr positiv.

    Was ist ein grauer Star?

    Die Linse im Auge eines Menschen enthält sehr hoch konzentrierte Proteine, die für die Brechkraft zuständig sind. Die Linse muss immer transparent bleiben und damit das geschieht, müssen diese Proteine, die sich schon nach wenigen Lebenswochen ablagern, bis ins hohe Alter immer in einem flüssigen gelösten Zustand bleiben. Um das zu gewährleisten, gibt es zwei sogenannte Schutzeiweiße, das cryAA und das cryAB. Wenn diese beiden Kristalle ihre Aufgabe nicht mehr erfüllen können, dann verklumpen die Proteine und in der Folge trübt sich die Linse ein. Die Trübung wird grauer Star genannt und ohne adäquate Behandlung macht diese Linsentrübung blind. Vor allem in den Entwicklungsländern dieser Welt können sich die meisten Menschen eine Operation finanziell nicht leisten, für sie wäre das neue Medikament wirklich ein Segen.

    Was passiert bei einer Operation?

    Wenn ein grauer Star operativ behandelt wird, dann setzt der Arzt eine neue, künstliche Linse in das betroffene Auge ein. Um diese aufwendige und auch teure Operation zu verhindern, wurde schon lange nach einer alternativen Möglichkeit gesucht, die dort ansetzt, wo die Schutzeiweiße versagen. Auch die Forscher aus den USA suchten nach einem biochemischen Verfahren, was die Schutzeiweiße zum einen stabilisieren und zum anderen an einem Fehlverhalten hindern kann. 32 Komponenten kamen infrage, von denen am Ende nur eines übrig blieb. Es war das Präparat mit der Nummer 29, das in Laborversuchen die Eiweißklumpen in der Linse lösen und zum Teil sogar auflösen konnte.

    Versuche mit Mäusen

    Die Wissenschaftler der Universität von Michigan testeten das Präparat 29 an Mäusen, die durch eine Genveränderung schon sehr früh einen grauen Star bekamen. Im Verlauf der Studie zeigte sich schnell, dass die Substanz den Zustand der behandelten Linse in nur zwei Wochen deutlich verbessern konnte. Als Gegenversuch wurden dann auch Mäuse behandelt, deren grauer Star altersbedingt war und auch hier zeigte sich, wie wirksam die neue Substanz ist. In der letzten Versuchsreihe wurden dann die Augenlinsen von älteren Menschen behandelt, denen die Linse bereits entfernt wurde und auch dieses Ergebnis konnte sich sehen lassen. Die neue Substanz steigert die Menge aller löslichen Proteine um 18 %, und das sehen die Forscher als eine sehr vielversprechende Spur, wenn es um eine medikamentöse Möglichkeit bei der Heilung des grauen Stars geht.

    Grauer Star ist aber nicht nur eine altersbedingte Erkrankung der Augen, grauer Star kann auch erblich bedingt sein. Wenn das der Fall ist, dann kann der graue Star auch junge Menschen und sogar schon Kinder treffen. Die Forscher sind jedoch zuversichtlich, dass auch diese besondere Form mit dem neuen Medikament behandelt werden kann.

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  • Wie wirksam sind Medikamente ohne Rezept?

    Wie wirksam sind Medikamente ohne Rezept?

    Viele Menschen sind felsenfest davon überzeugt, dass nur die Medikamente wirksam sind, die sie auf Rezept bekommen, Medikamente ohne Rezept haben hingegen einen weniger guten Ruf. Evidenzbasierte Medikamente werden die Mittel genannt, die nachweislich eine Wirkung haben, aber ist das nur bei rezeptpflichtigen Mitteln der Fall? Dieser Frage gingen Mediziner und Pharmazeuten auf einem Kongress in Düsseldorf nach. Ist auf Medikamente ohne Rezept weniger Verlass als auf Medikamente, die der Arzt per Rezept verordnet?

    Medikamente ohne Rezept – Es kommt auf die Krankheit an

    Medikamente ohne Rezept gibt es in jeder Apotheke in einer mehr als großen Auswahl und es gibt Mittel gegen bestimmte Beschwerden, die besonders gerne gekauft werden. Wer Kopfschmerzen hat, der geht in die nächste Apotheke und kauft ein Präparat mit Wirkstoffen wie Paracetamol, Ibuprofen oder auch Acetylsalicylsäure. Auch bei einem grippalen Infekt oder einer Erkältung gehen viele Menschen nicht zum Arzt, sondern holen sich in einer Apotheke Medikamente ohne Rezept. Wenn es um schwerwiegende Leiden wie zum Beispiel um eine Depression geht, dann ist bei vielen Johanniskraut ein bewährtes Mittel, erst dann, wenn sich das Krankheitsbild verschlechtert, dann wird ein Arzt aufgesucht. Grundsätzlich ist gegen Medikamente ohne Rezept nichts einzuwenden, aber viele Patienten verlassen sich zu sehr auf diese Mittel oder gehen unsachgemäß damit um.

    Die Nebenwirkungen beachten

    Auch Medikamente ohne Rezept haben Nebenwirkungen, aber diese Nebenwirkungen spielen seltsamerweise keine so große Rolle, wie das bei Medikamenten der Fall ist, die der Arzt verschreibt. Wissenschaftler gehen davon aus, dass bei Medikamenten, die der Arzt verschreibt, ein ausführliches Beratungsgespräch geführt wurde und das besonders in Hinsicht auf die möglichen Nebenwirkungen. Ein weitverbreiteter Irrtum ist auch die Annahme, dass Medikamente ohne Rezept, die jeder in der Apotheke kaufen kann, keine oder kaum Nebenwirkungen haben. Viele handeln nach dem Motto, wenn es frei verkauft wird, dann kann es nicht so gefährlich sein oder im Umkehrschluss, wenn es gefährliche Nebenwirkungen haben würde, dann könnte ich es nicht einfach so in der Apotheke kaufen.

    Medikamente ohne Rezept – Nicht alles ist empfehlenswert

    Nicht jedes Medikament ohne Rezept ist nach Ansicht der Kongressteilnehmer auch wirklich zu empfehlen. So stehen zum Beispiel einige Kopfschmerztabletten unter dem Verdacht, immer wieder neue Kopfschmerzen zu erzeugen, wenn diese Tabletten zu lange eingenommen werden. Auf der anderen Seite gibt es einige Medikamente ohne Rezept, die bei den Patienten eine Wirkung erzielen und das, obwohl wissenschaftlich keine Wirkung nachgewiesen werden konnte. Eine wichtige Rolle spielt in diesem Zusammenhang vor allem der Apotheker. Nach Ansicht von Thomas Preis, dem Vorsitzenden des Apothekerverbands Nordrhein, müssen sich die Apotheker mehr Zeit nehmen, um die Kunden zu beraten und mit ihnen über die Wirksamkeit und Risiken zu sprechen.

    Konkurrenz aus dem Internet

    Den Apothekern kommt eine Schlüsselrolle zu, aber sie haben es immer schwerer, ihre Kunden adäquat zu beraten, denn es gibt die Konkurrenz aus dem Internet. In den Online-Apotheken werden Kopfschmerztabletten als Großpackungen angeboten und auch die günstigen Preise locken immer mehr Menschen, im Internet statt beim Apotheker vor Ort zu kaufen. Zwar bieten auch die Apotheken im Netz eine Beratung an, aber nicht selten müssen die Kunden für eine Beratung eine teure Telefonnummer anrufen. Hier besteht nach Meinung der Kongressteilnehmer Handlungsbedarf, denn vor allem ältere Menschen, aber auch diejenigen, die in ländlichen Gebieten leben und keine Apotheke in unmittelbarer Nähe haben, kommen was die Beratung angeht, viel zu kurz.

    Medikamente ohne Rezept sind nicht grundsätzlich schlechter oder weniger wirksam als Medikamente, die der Arzt verschreibt, aber wer in die Apotheke geht und sich Kopfschmerztabletten kauft, der sollte sich immer die Zeit nehmen und sich vom Apotheker beraten lassen. Vielfach ist es jedoch besser, vor der Einnahme von Medikamenten immer einen Arzt zu fragen.

    Bild: © Depositphotos.com / avarand