Schlagwort: Wissenschaftler

  • Food-Porn Bilder erhöhen Risiko dick zu werden

    Food-Porn Bilder erhöhen Risiko dick zu werden

    Nach einer Studie der Universität Oxford können so genannte Food-Porn Bilder in sozialen Netzwerken wie Facebook, Twitter oder Whatsapp ein Hungergefühl auslösen und zu einer Gewichtszunahme führen. Das Betrachten solcher Bilder würde den Forschern zufolge dazu verleiten mehr zu essen als angebracht sei. Das Studienergebnis wurde im Fachmagazin »Brain and Cognition« veröffentlicht.

    Food-Porn vermindert Widerstand

    Das Betrachten von Food-Porn Bildern vermindert der Studie nach den Widerstand leckere Gerichte zu essen, wenn zum Beispiel auf einem Foto ein Schokoladenkuchen oder Steak zu sehen ist. Die Lebensmittelindustrie stand bislang im Mittelpunkt als Auslöser von Übergewicht und Fettleibigkeit. Das Forscherteam wollte daher ergründen welche anderen Faktoren für eine Gewichtszunahme verantwortlich sein könnten. Im Rahmen ihrer Studie stellten sie fest wie sich der Konsum von Food-Porn oder Bildern mit köstlichem Essen auf das Hungergefühl auswirken könnte. Den Bilderkonsum beschreiben die Studienautoren als visuellen Hunger. In ihrer Schlussfolgerung berichten die Forscher, dass schöne Fotos von Lebensmitteln nachteilige Konsequenzen für den Betrachter haben könnte.

    Das Essen würde auf den Status der Herrlichkeit gehoben und dafür seien nach Ansicht der Wissenschaftler vor allem die beliebten Kochsendungen verantwortlich. Jedoch betonen die Studienautoren, dass die öffentliche Darstellung von Speisen nicht generell negativ sein muss. Zum Beispiel könnten schön gestaltete Bilder von Gemüse junge Menschen dazu motivieren sich gesünder zu ernähren.

    Präsentation von Food-Porn in sozialen Netzwerken

    Die Präsentation von Essen auf Facebook, Instagram, Twitter oder Whatsapp hat einen speziellen Hintergrund. Die Professorin Eva Brösius von der Universität Hannover fand heraus, dass die Food-Porn Bilder den Lebensstil ihrer Nutzer darstellen würden.

    Sie würden damit quasi ihren Status zeigen und sie vermitteln sich gute Lebensmittel leisten zu können, wie die Zeitung »Die Welt« berichtete. Eine kanadische Forscherin vertritt die Ansicht, dass Food-Porn Bilder eventuell Menschen dazu veranlassen könnte ihr Leben fast nur auf Essen auszurichten. Der Konsumverzicht auf Food-Porn verhindert das Gefühl unbedingt mehr zu essen, wodurch eine Gewichtszunahme verhindert wird.

    Gesundes Essen muss nicht teuer sein

    Der eigene Lebensstil spiegelt sich in Food-Porn Bildern wieder und dabei werden von den Usern vor allem kalorienreiche, fetthaltige oder zuckerhaltige Speisen stolz präsentiert. Die Speisen werden wunderschön dargestellt, können Neid auslösen und dazu verleiten mehr zu essen als gut für einen ist. Gesunde Lebensmittel werden nur selten gezeigt, weil sie bisweilen als zu teuer empfunden werden. Beim Lebensmitteleinkauf spart der Verzicht auf Süßigkeiten, Fertiggerichte und fettreiche zuckerhaltige kalorienreiche Nahrungsmittel ordentlich Geld. Wer zum Beispiel statt ein Glas Nutella für 2,49 Euro zum gleichen Preis sechs Äpfel kauft, der investiert sein Geld sinnvoll in die eigene Gesundheit. Generell empfehlenswert ist die Erstellung eines Einkaufszettels auf dem vorwiegend gesunde Lebensmittel und nur sehr wenige Genussmittel stehen sollte.

    Auf keinen Fall sollte man mit einem Hungergefühl einkaufen gehen, weil dies zum Kauf unnötiger Lebensmittel wie etwa Schokolade, Kekse oder Fertigsuppen führen kann. Die Fertigsuppen besonders die so genannten »Minutensuppen« gelten wegen ihrer Geschmacksverstärker als sehr ungesund. Statt Fertigsuppen oder Fertiggerichte zu kaufen rechnet es sich für die Gesundheit besser, wenn Suppen und Gerichte selbst zubereitet werden.

    Jeweils zu Wochenbeginn wird ein Speiseplan erstellt, die Lebensmittel eingekauft und daraus dann jeweils am Vorabend des kommenden Tages das gewünschte Gericht zubereitet. Die Zubereitung am Abend des Vortages spart Zeit. Sollte dennoch Zeitmangel herrschen ist es sinnvoll zur Mittagszeit sich nicht für die Currywurst, sondern für einen Gemüseburger oder Salat zu entscheiden. Viele Restaurants, Pommesbuden und Dönerläden bieten auch gesunde Speisen ein, die eine positive Auswirkung auf die Gesundheit haben.

    Bild: © Depositphotos.com / kingkonglive

  • Sex-Roboter auf Vormarsch – Moralisch verwerflich oder nicht?

    Sex-Roboter auf Vormarsch – Moralisch verwerflich oder nicht?

    Die Wissenschaft schlägt Alarm, weil sich die Sex-Roboter auf dem Vormarsch befinden und die ethische Sicht des Menschen auf den Sex radikal verändern könnten. Die heutigen Sex-Roboter sind mit den so genannten Gummipuppen nicht mehr vergleichbar, weil sie technisch hochentwickelt und mit einer weichen synthetischen Haut überzogen sind. Aktuelle Generationen derartiger mechanischer Sex-Dienerinnen können sich mittlerweile realistisch bewegen und wie echte Menschen agieren. In den USA plant ein Roboterhersteller für das Jahr 2016 die Markteinführung eines Sex-Roboters, der in der Lage sein soll zu sprechen. Diese Entwicklung finden vor allem Technikbegeisterte faszinierend, aber auch sehr schüchterne verschlossene Menschen betrachten diesen Trend mit großer Erwartungshaltung.

    Ethische Diskussion über Sex-Roboter

    Die Ethikveranstaltung Ethicomp 2015 diente als Diskussionsplattform bezüglicher ethischer Fragen zur Computertechnik. Auf der Konferenz wurde von Wissenschaftlern die Kampagne »Campaign Against Sex Robots« präsentiert verbunden mit dem Ziel ethische Regeln für Roboter festzulegen. Die Robotikexperten Kathleen Richardson (DeMofort University, Leicester) und Erik Billing (Universität Skövde, Schweden) zeichnen verantwortlich für die Kampagne.

    Der Hintergrund der Kampagne ist der, dass die Mehrzahl der Kunden von Herstellern für Sex-Roboter vor allem Männer sind, die künstliche Frauen erwerben. Das Bild der Frau als Sexobjekt würde durch diesen Trend eine Verstärkung erfahren. Die Ethiker wollen mit ihren Aufruf besonders Programmierer und Informatiker ansprechen. Sie fordern die IT-Experten dazu auf keine Software für Sex-Roboter zu programmieren oder keine Hardware entwickeln. Nach Ansicht der beiden Roboterexperten würden Frauen zu Objekten degradiert. Das Mitgefühl des Menschen würde negativ beeinflusst, weil Sex-Roboter stets willig seien und dafür keine wechselseitige Partnerschaft erforderlich sei. Gegen die Gewalt gegen Prostituierte könnten künstliche Wesen, die der sexuellen Befriedigung dienen, nicht entgegenwirken und das Gewaltproblem nicht lösen.

    Sex-Roboter werden menschlicher

    Die Roboter werden mit jeder Generation und dem technologischen Fortschritt immer menschlicher. Diese Entwicklung gilt als besorgniserregend, weil einige Wissenschaftler damit rechnen, dass die künstliche Intelligenz der Roboter und Maschinen in bereits 20 bis 50 Jahren höher sein könnte als beim Menschen. In Zukunft könnten Sex-Roboter, Roboter in Altenheimen und robotische Sicherheitskräfte zu einem normalen Bild in den Städten gehören. Die Robotik wird sich weiterentwickeln und hier gilt Japan als führendes Land. Ein japanisches Altenheim setzt bereits Pflegeroboter ein und verzichtet fast völlig auf menschliches Personal.

    Die dystopische Sichtweise sieht Roboter als gefährlich an, weil vor allem autonome selbstdenkende Maschinen in Zukunft beim Militär eingesetzt werden könnten. Zum Beispiel entwickelt das US-Unternehmen Boston Dynamics seit Jahren hochentwickelte Robotermaschinen, die eines Tages menschliche Soldaten ersetzen sollen. Die Integration ethischer Grundsätze in die Steuersoftware aller Arten von Robotern kann helfen die Skepsis gegenüber der Robotik abzubauen.

    Normale Haushalte mit einem durchschnittlichen Einkommen können sich derzeit keine Roboter leisten, weil sie sehr teuer sind und einige 100.000 Euro kosten können. In Wohnungen und Häusern könnten Haushaltsroboter uns Menschen allerdings entlasten, damit wir den wirklich wichtigen Dinge des Lebens widmen können. Die Robotik hat mit Staubsaugerrobotern und Roboter-Räsenmähern zumindest in wohlhabenden Haushalten schon Einzug gehalten. Die Beziehungen und Erotik könnte durch Sex-Roboter massiv beeinflusst werden, weshalb unbedingt ethische Regeln in der Programmierung eingestellt werden sollten, damit derartige künstliche Gespielinnen auch mit einem gewissen Respekt begegnet wird.

    Die Roboterindustrie wird sich in den kommenden Jahrzehnten zu einer wichtigen Branche mit Milliardenumsätzen und Millionen Beschäftigten entwickeln. Der Film »Der 200 Jahre Mann« und die Filmreihe »Terminator« haben zwei unterschiedliche Sichtweisen auf die Robotik. Die erste Sichtweise ist utopisch positiv verbunden mit ethischen Fragen wie menschlich ein Roboter sein darf, während »Terminator« die Welt finster zerstörerisch dystopisch sieht.

    Bild: © Depositphotos.com / Lukatme1

  • Ein Monat ohne Zucker – was passiert im Körper?

    Ein Monat ohne Zucker – was passiert im Körper?

    Zucker ist ein Geschmacksträger, wie Fett auch, und das macht Zucker so gefährlich. Da es kaum noch Lebensmittel gibt, die auf Zucker verzichten können, leiden immer mehr Menschen an Übergewicht, unter Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes oder unter einer Herz-Kreislauferkrankung. Die meisten Menschen essen gerne süß, wobei besonders Schokolade den Ruf hat, glücklich zu machen. Das ist übrigens kein Mythos, denn immer dann, wenn Schokolade gegessen wird, dann schüttet der Körper Glückshormone aus, und diese Hormone sorgen schließlich dafür, dass es zur Sucht nach Zucker kommt. Ein Mann aus den Niederlanden wollte es genauer wissen, was mit seinem Körper passiert, wenn er einen Monat lang keinen Zucker mehr zu sich nimmt.

    Zucker schmeckt gut

    Im Obst, im Joghurt, im Kuchen und sogar im Brot ist Zucker zu finden und da die meisten Menschen den süßen Geschmack mögen, lässt sich die Nahrungsmittelindustrie immer wieder etwas Neues einfallen, um den Appetit auf Süßes nicht versiegen zu lassen. So kann man zum Beispiel in einem Becher Fruchtjoghurt umgerechnet bis zu zehn Stücke Würfelzucker finden und in Erfrischungsgetränken wie Cola oder Limonade kommen sogar 80 Stück Würfelzucker auf einen Liter. Der Körper braucht Zucker, um fit zu bleiben, aber es kommt auf die Menge an. Zu viel Zucker ist in vielfacher Hinsicht ungesund, denn Zucker sorgt für schlechte Zähne, er macht dick und auf Dauer sogar krank. Aber Zucker macht auch süchtig, denn wenn Zucker gegessen wird, dann setzt sich eine Maschinerie im Körper in Gang, die so schnell nicht mehr zu stoppen ist.

    Das Belohnungssystem

    Immer dann, wenn Zucker gegessen wird, dann signalisiert das dem Gehirn, dass der Körper belohnt wird, der Mensch fühlt sich wohl. Damit dieses Wohlgefühl möglichst lange bleibt, wird mehr Zucker gegessen, damit sich der Prozess immer und immer wieder wiederholt. Das führt aber leider nach kurzer Zeit zu einer Belastung des Belohnungssystems, und in der Folge kommt es zu Essattacken, zu Nervosität, zu einer erhöhten Toleranz gegenüber Zucker und schließlich zu Kontrollverlust und damit zur Sucht nach Süßigkeiten aller Art. In einer 2012 durchgeführten Studie fanden Wissenschaftler heraus, dass eine Ernährung, die zu viel Zucker enthält, die Synapsen beschädigt und die Leistung des Gehirns verlangsamt. Zudem unterliegt der Blutzuckerspiegel ständigen Schwankungen, und das kann im schlimmsten Fall zu Diabetes führen.

    Ein mutiger Selbstversuch

    Der Niederländer Sacha Harland war neugierig und wollte wissen, wie es ist, einen Monat lang komplett auf Zucker zu verzichten. Vier Wochen lang ernährte sich Sacha Harland bewusst ohne Zucker und verzichtete auf Süßigkeiten ebenso wie auch auf zuckerhaltige Lebensmittel. Für ihn war der Verzicht auf Zucker besonders schwer, denn der junge Mann aus Holland war nach eigenen Angaben zuckersüchtig. Nach den vier zuckerfreien Wochen ging Harland zu einem Arzt und ließ sich gründlich untersuchen. Die Ergebnisse der Tests sorgten für Erstaunen und für einige Überraschungen, denn Sacha Harland hatte zum einen deutlich weniger Kilos auf den Rippen, zum anderen waren seine Blutwerte fantastisch. Außerdem hatte sich der Anteil an Fett in seinem Körper deutlich reduziert, sein Blutdruck war nach langer Zeit wieder im normalen Bereich und auch die Cholesterinwerte waren perfekt.

    Zucker reduzieren, aber nicht verzichten

    Das Experiment von Sacha Harland hat gezeigt, dass es sehr viel bringt, wenn der Zuckerkonsum reduziert wird. Alle, die mit Übergewicht zu kämpfen haben, sollten sich ein Beispiel an dem Niederländer nehmen und auf süße Dickmacher verzichten. Gegen Zucker ist im vernünftigen Maße nichts einzuwenden, dennoch lohnt es sich, vor dem Einkauf im Supermarkt Informationen zu sammeln, welche Lebensmittel wie viel Zucker haben. Zucker kann sehr bewusst reduziert werden, ohne dass es zu Entzugserscheinungen kommt, es ist nämlich immer die Frage, in welcher Form der Zucker gegessen wird.

    Bild: © Depositphotos.com / bit245

  • Brustkrebs-Screening – überschätzt oder nützlich?

    Brustkrebs-Screening – überschätzt oder nützlich?

    Das Brustkrebs-Screening steht nicht erst seit gestern in der Kritik, jedoch jetzt werden die Stimmen immer lauter, die von einer Überdiagnostik sprechen. Sicher ist das Screening, das den Brustkrebs erkennen soll, eine gute Sache, ob es aber wirklich nützlich ist, alle Frauen zwischen 50 und 69 Jahren alle zwei Jahre flächendeckend zu untersuchen, daran zweifeln immer mehr Experten. Eine Studie der Harvard Universität in Cambridge ist jetzt zu einem überraschenden Ergebnis gekommen. Wenn es nach dieser Studie geht, dann wird das Brustkrebs-Screening deutlich überschätzt, denn es rettet weniger Leben als bisher angenommen wurde.

    Gute Diagnostik, gleich hohe Sterberate

    16 Millionen Frauen in den USA wurden für die Studie der Harvard Universität untersucht, ihre Daten wurden gesammelt und mit einem Krebsregister verglichen. Alle diese Frauen hatten zwischen 1998 und 1999 ein Brustkrebs-Screening, also eine Mammografie machen lassen. Die Wissenschaftler verglichen dann die Zahl der Frauen, die eine Brustkrebsdiagnose hatten, mit den Sterberaten. Das Ergebnis: Je häufiger ein Brustkrebs-Screening durchgeführt wurde, umso öfter gab es auch die Diagnose Brustkrebs. Was die Forscher allerdings überraschte, trotz des vermehrten Brustkrebs-Screening sank die Sterberate nicht und das lässt nur einen Schluss zu, dass nämlich das Brustkrebs-Screening keinerlei Einfluss auf die Überlebenschancen bei Brustkrebs hat.

    Brustkrebs-Screening – Die Gefahr der Überdiagnostik

    Die Diskrepanz zwischen einem flächendeckenden Brustkrebs-Screening und einer gleichbleibend hohen Sterberate führen Experten auf die sehr weit verbreitete Überdiagnostik zurück. So werden auch winzig kleine Tumore von weniger als zwei Zentimetern beim Brustkrebs-Screening entdeckt, die aber gutartig sind. Diese Tumore wachsen nicht weiter, sie machen keine Probleme und viele verschwinden von ganz alleine wieder. Das Brustkrebs-Screening schlägt aber Alarm, die Frauen werden in Panik versetzt und die anschließenden aufwendigen Untersuchungen oder Operationen belasten die Krankenkassen und in der Folge auch die gesetzlich Versicherten.

    Früherkennung verbessert die Heilungschancen

    Viele Frauen fragen sich, ob sie auf das Brustkrebs-Screening verzichten sollen. Die Ärzte raten davon nur bedingt ab, denn je früher Brustkrebs erkannt wird, umso besser sind auch die Chancen auf Heilung. Zudem ist die Behandlung in einem frühen Stadium nicht so belastend für die Frauen und die Möglichkeiten die Brust zu erhalten, sind größer. Das Brustkrebs-Screening das von den Krankenkassen angeboten wird, erfüllt alle Qualitätsansprüche und wird von Ärzten durchgeführt, die auf diese Art von Untersuchungen spezialisiert sind. Die digitalen Geräte der Mammografiezentren sind hochmodern und liefern präzise Bilder.

    Brustkrebs-Screening – Eine immer individuelle Entscheidung

    Ein Brustkrebs-Screening wird von den gesetzlichen Krankenkassen alle zwei Jahre angeboten, aber diese Untersuchungen sind kein Garant dafür, dass sich in diesen zwei Jahren kein Krebs entwickeln kann. Ärzte raten dazu, die Frauen individuell entscheiden zu lassen, ob sie ein Brustkrebs-Screening durchführen lassen oder nicht. Wichtig ist es, sich ausreichend über das Screening zu informieren und die Vorteile wie auch die Nachteile sehr genau gegeneinander abzuwägen. Eine Alternative zum Brustkrebs-Screening ist das regelmäßige Abtasten der Brust, was ein Frauenarzt im Rahmen einer Vorsorgeuntersuchung vornimmt. Allerdings werden bei dieser Tastuntersuchung nur Tumore entdeckt, die größer als ein Zentimeter sind und das kann gefährlich werden. Wenn es sich um invasive und sehr aggressive Karzinome handelt, dann kann es nämlich passieren, dass der Krebs zu spät erkannt wird.

    Andere Regeln für Risikogruppen

    Für Frauen, die zu einer sogenannten Risikogruppe gehören, gelten beim Thema Brustkrebs-Screening andere Regeln. Frauen, die in ihrer Familie bereits Fälle von Brustkrebs hatten oder noch haben, gelten als Sonderfall, denn sie leben nicht selten mit genetischen Mutationen, die zum Brustkrebs führen können. In diesem Fall spielt das Alter keine Rolle und deshalb sollten auch junge Frauen, die erblich vorbelastet sind, regelmäßig ein Brustkrebs-Screening durchführen lassen. Das herkömmliche Verfahren des Abtastens reicht bei dieser Risikogruppe nicht mehr aus, nur das Röntgenverfahren mittels Screening bringt in diesem Fall Gewissheit.

    Bild: © Depositphotos.com / monkeybusiness

  • TK-Studie: Senioren bekommen häufig falsche Medikamente

    Hamburg (ots) – Fast jeder fünfte Senior ab 65 Jahren (18,9 Prozent) bekommt Medikamente verordnet, die im Alter ungeeignet sind oder gefährliche Neben- oder Wechselwirkungen verursachen können – obwohl es in vielen Fällen verträglichere Alternativen gibt. Im Alter verlangsamt sich der Stoffwechsel, manche Wirkstoffe können nicht mehr so gut aufgenommen oder auch abgebaut werden. Mögliche Folgen: Sturzgefahr, Nierenschäden, Magenblutungen. 

    Laut einer Studie des Wissenschaftlichen Instituts der Techniker Krankenkasse (TK) für Nutzen und Effizienz im Gesundheitswesen (WINEG) erhielten in Deutschland allein 2012 etwa 1,8 Millionen Menschen ab 65 Jahren kritische Arzneien verordnet (18,9 Prozent). Vier Jahre zuvor, im Jahr 2008, lag der Anteil der Senioren, die ein oder mehrere Rezepte mit einem potenziell gefährlichen Wirkstoff bekamen, sogar noch geringfügig höher bei 21,7 Prozent. 

    „Trotz des leichten Abwärtstrends werden nach wie vor viel zu viele kritische Medikamente verordnet“, sagt Dr. Frank Verheyen, Leiter des WINEG. Und das, obwohl 2010 die sogenannte Priscus-Liste erschienen ist. Diese Liste hat für Deutschland auf wissenschaftlich fundierter Basis erstmals 83 für Senioren potenziell gefährliche Wirkstoffe und therapeutische Alternativen aufgelistet. „Das Verordnungsverhalten der Ärzte hat sich aufgrund der Priscus-Liste offenbar nicht grundlegend verändert“, resümiert Verheyen. So hatte bereits vor der Priscus-Veröffentlichung ein leichter Verordnungsrückgang eingesetzt, der sich auch danach kontinuierlich fortsetzte. Verheyen: „Ein Blick auf Dänemark zeigt, dass es auch anders geht: Dort erhalten nur knapp sechs Prozent der Senioren kritische Arzneimittel.“ 

    Auch Ärzte in Deutschland könnten vorsichtiger sein. Das zeigt der Vergleich der Verordnungen für Jung und Alt. Bei erwachsenen Patienten unter 65 Jahren, für die der Priscus-Effekt nicht so eine große Rolle spielt, liegt der Anteil an Priscus-Verordnungen insgesamt niedriger als in der gefährdeten Generation 65 plus. Lediglich in einzelnen Therapiegebieten vermeiden Ärzte bei Älteren riskante Mittel, so die TK-Studie. Zwei Beispiele: Bei Herzrhythmusstörungen erhalten Senioren, verglichen mit jüngeren Erwachsenen, deutlich weniger Priscus-Mittel. Das gilt auch für Priscus-Medikamente gegen Angststörungen. Dagegen erhalten Menschen über 65 bei Durchblutungsstörungen in den Beinen dreimal häufiger Priscus-Mittel als Jüngere. Auch bei Depressionen werden Senioren häufiger als Jüngeren Priscus-Arzneien verschrieben. 

    Um die Arzneimitteltherapie sicherer zu machen, unterstützt die TK Patienten und Ärzte mit speziellen Angeboten. Niedergelassene Ärzte erhalten bereits seit 2010 mit dem TK-Arzneimittelreport Informationen zur Priscus-Liste. Der Report enthält eine Übersicht, die dem Arzt zeigt, welche Medikamente er den TK-Versicherten im zurückliegenden Quartal verordnet hat. Wenn der Arzt einem Patienten über 65 Jahre ein Priscus-Medikament verschrieben hat, bekommt er einen entsprechenden Hinweis angezeigt. 

    Zudem informiert die TK ihre Versicherten auf Wunsch, welche Arzneimittel sie in den letzten zwei Jahren vom Arzt auf Kassenrezept verordnet bekommen und über eine Apotheke bezogen haben und ob darunter Priscus-Präparate waren. Fast 29 Prozent der Medikamentenübersichten, die TK-Versicherte über 65 Jahre individuell 2014 angefordert haben, enthielten einen Hinweis auf Priscus-Mittel. Auch 2015 bewegt sich der Anteil der Übersichten mit Hinweis auf Priscus-Mittel auf einem ähnlichen Niveau (28 Prozent). Das zeigt eine erste Auswertung der TK für den Zeitraum von Januar bis September. Patienten, die ein entsprechendes Medikament erhalten, sollten es auf keinen Fall eigenmächtig absetzen, sondern stattdessen die weitere Therapie mit ihrem behandelnden Arzt besprechen. 

    Die individuelle Übersicht über verordnete Arzneimittel lässt sich über die Homepage der TK unter www.tk.de (Webcode 095542) anfordern. 

    Zum Hintergrund: 

    Zur Studie: 

    Das Wissenschaftliche Institut für Nutzen und Effizienz im Gesundheitswesen der TK – kurz WINEG – hat Verordnungszahlen der Kasse aus den Jahren 2008 bis 2012 in Hinblick auf die Verschreibung von sogenannten Priscus-Medikamenten analysiert. Die Studie „Ärztliches Verordnungsverhalten von potenziell inadäquaten Medikamenten für ältere Menschen“ steht unter www.wineg.de (Webcode 104756) zum Download bereit. 

    Zur Priscus-Liste: 

    Die sogenannte Priscus-Liste enthält eine Aufstellung von 83 Arzneimittelwirkstoffen, die für Senioren ab 65 Jahren nur eingeschränkt zu empfehlen sind und deswegen nur nach einer genauen Nutzen-Risiko-Bewertung vom Arzt verordnet werden sollten. Darunter fallen zum Beispiel Medikamente gegen Bluthochdruck, Depressionen und Schmerzmittel. Um die Arzneimitteltherapie von älteren Patienten sicherer zu machen, haben Wissenschaftler im Auftrag des Bundesforschungsministeriums 2010 diese Liste erstmalig für Deutschland erstellt. Neben der Aufstellung der Wirkstoffe erläutert die Priscus-Liste die Risiken dieser Medikamente sowie mögliche Therapiealternativen. Die aktuelle Priscus-Liste ist online abrufbar unter www.priscus.net. 

     

    Pressekontakt: Für Rückfragen: Gabriele Baron, Tel. 040 – 6909-1709 E-Mail gabriele.baron@tk.de Social Media Newsroom: www.newsroom.tk.de Twitter: www.twitter.com/TK_Presse

    Quelle: http://www.presseportal.de/pm/6910/3146972
  • Schlafmangel nur ein Märchen?

    Schlafmangel nur ein Märchen?

    Einer Studie der University of New Mexico zufolge schläft der moderne Mensch nicht länger als die Naturvölker. Der Schlafmangel der heutigen Gesellschaft scheint den Studienergebnissen zufolge offenbar stellenweise ein Märchen zu sein. Die Studienautoren um den Forscher Gandhi Yetish analysierten das Schlafverhalten dreier Volksgruppen, die wie ihre Vorfahren leben. Untersucht wurden 94 Mitglieder der Naturvölker in einem Zeitraum von rund 1200 Tagen.

    Jäger und Sammler schlafen wenig

    Die Forscher ermittelten bei den drei untersuchten Naturvölkern Hazda (Tansania), San (Namibia) und Tsimanen (Bolivien) eine durchschnittliche Schlafzeit von 6,5 Stunden pro Nacht. Der moderne Schlaf scheint demnach in den Industrieländern eine Verkürzung erfahren zu haben, wie die Wissenschaftler vermuten. Die Wissenschaft war bisher der Ansicht, dass vor allem der Fernseher, das Internet und das elektrische Licht für die verkürzte Schlafzeit des modernen Menschen verantwortlich sei. Vor allem das künstliche Licht wurde als Ursache festgestellt, weil es eine Nacht in einen Tag verwandeln und zu Schlafmangel führen kann.

    Die drei Urvölker richten ihren Tag den Studienergebnissen zufolge nicht nach dem Sonnenuntergang aus. Sie bleiben nach dem Sonnenuntergang durchschnittlich noch drei Stunden auf, bevor sie einschlafen und stehen schon beim ersten Sonnenlicht wieder auf. Die Temperatur hat offenbar einen entscheidenden Einfluss auf ihre Entscheidung, wann sie zu Bett gehen. Bei Hitze legen sie sich schlafen. Wie hoch der Erholungswert des Schlafs der Naturvölker ist, konnte die Studie nicht feststellen und ist ein klarer Schwachpunkt. Leider haben die Studienautoren nicht untersucht, ob die drei Naturvölker weniger Schlaf auf Grund ihrer Lebensweise benötigen im Vergleich zu Menschen, die lange im Büro sitzen oder oft mit dem Auto unterwegs sind.

    Seltene Nickerchen

    Ein Nickerchen hielten die Jäger und Sammler nur wenig. Im Winter schliefen sie nur durchschnittlich an vier Prozent der Tage und in der Sommerzeit hielten sie nur an 22 Prozent der Tage ein Nickerchen. Chronische Schlafstörungen wurden selten festgestellt, da nur sehr wenige Menschen unter den drei Naturvölkern schlecht geschlafen haben. In den Industrieländern leiden Schätzungen nach bis zu zehn Prozent aller Erwachsenen an Schlafstörungen.

    Die Mitglieder der Hazda, San und Tsimanen leben in einer natürlichen Umgebung, die dazu beitragen könnte, dass sie trotz nur 6,5 Stunden Schlaf pro Nacht dennoch gesund leben. Diese Erkenntnis könnte den Forschern zufolge helfen Therapien zu entwickeln mit denen Schlafmangel oder Schlafstörungen behandelt werden könnte. Die Vermeidung störender Einflüsse wie elektrisches Licht, nächtliches Computerspielen und Surfen im Netz habe positive Auswirkungen auf den Schlaf, weil dadurch einem Schlafmangel vorgebeugt werden könnte.

    Folgen von Schlafmangel

    In unserer modernen Gesellschaft kann sich Schlafmangel trotz den Ergebnissen, der hier vorgestellten Studie, dennoch negativ auf die Gesundheit auswirken. Bei einem anhaltenden Schlafmangel kann ein Schlaganfall die Folge sein oder es können Krankheiten wie Alzheimer, Demenz und Herzkrankheiten früher auftreten. Vor allem Jugendliche sind verstärkt vom Schlafmangel betroffen und dies führt zu erheblichen Konsequenzen, die Auswirkungen auf ihr Leben haben. Als Ursache für den Schlafmangel bei Teenagern sind besonders Computerspiele, die nächtliche Aktivität in sozialen Netzwerken und Partys verantwortlich.

    Bild: © Depositphotos.com / SIphotography