Autor: Ulrike Dietz

  • Die Japan-Diät – mit Sushi und Co. zur Traumfigur?

    Die Japan-Diät – mit Sushi und Co. zur Traumfigur?

    Wer asiatisch isst, lebt länger – das klingt wie eine Werbung für chinesische Restaurants, ist aber tatsächlich zutreffend. Vor allem was die Japaner essen, gilt als sehr gesunde Ernährung, die frei von Fett, dafür aber mit sehr vitaminreich, leicht verdaulich und kalorienarm ist. Was liegt da näher als eine Japan-Diät, abnehmen mit Sushi, Sashimi, Wasabi und Nori. Die Küche Japans hat sich in den letzten Jahren auch in Europa etabliert, aber anders als im Land der aufgehenden Sonne werden Sushi und Co. in der westlichen Welt mehr als eine Art Imbiss betrachtet und weniger als eine vollwertige Mahlzeit.

    Das Prinzip der Japan-Diät

    Alles, was in Japan auf den Tisch kommt, ist reich an verschiedenen Vitaminen und sekundären Pflanzenstoffen. Diese Substanzen haben einen sehr guten Ruf als Antioxidantien, die freie Radikale abwehren welche unter anderem an der Entstehung von Krebs beteiligt sind. Das Prinzip der Japan-Diät beruht in der Hauptsache auf frischem Fisch, knackigem Gemüse und Reis. Alles wird in einem Wok zubereitet, die Gardauer ist kurz und auf diese Weise bleiben alle wichtigen Inhaltsstoffe erhalten. Fettige Sahnesoße wird durch Sojasoße ersetzt und wer im Rahmen einer Japan-Diät auf ein Fondue nicht verzichten möchte, der kann seinen Fisch in kalorienarmer Gemüsebrühe garen. Ein wichtiger Bestandteil dieser trendigen Diät ist der Grüne Tee, den die Japaner praktisch zu allen Mahlzeiten trinken. Auch der Grüne Tee ist sehr gesund, denn er enthält jede Menge Vitamin E.

    Ist die Diät alltagstauglich?

    Wer gerne selbst in der Küche steht und kocht, der wird an der Japan-Diät viel Freude haben, denn die Diät ist sehr arbeitsaufwendig. Dazu kommt ein etwas stressiger Einkauf, denn viele Zutaten, die für die Diät gebraucht werden, wie den speziellen Sushi-Reis, gibt es nur in gut sortierten Supermärkten oder im Asia-Shop. Einfacher haben es hingegen alle, die beruflich viel unterwegs sind, denn japanische Restaurants gibt es heute in fast jeder Stadt. Anders als in chinesischen Restaurants, in denen die ursprünglichen Rezepte für den westlichen Gaumen unter anderem durch das berüchtigte Glutamat schmackhaft gemacht werden, werden in den japanischen Restaurants Spezialitäten nach Originalrezepten angeboten. Für die Mittagspause ist japanisches Essen eine gute Idee und anders als klassisches Fast Food, auch keine Kalorienbombe.

    Japan-Diät leider nur schwer durchzuhalten

    Mit der Japan-Diät abnehmen klingt leicht, leider sieht es in der Praxis etwas anders aus. Zunächst kommt die Diät nur für diejenigen infrage, die gerne Fisch essen, denn darauf basiert die Japan-Diät. Alle, die gerne ausgiebig frühstücken, werden mit der Diät nicht zurechtkommen, denn ein Frühstück wie wir es kennen, ist in Japan unbekannt. Ein typisch japanisches Frühstück besteht aus einer Miso-Suppe, aus Fisch, mariniertem Gemüse, Tofu und Reis mit rohen Eiern. Brot gibt es in Japan erst seit dem Zweiten Weltkrieg, am Morgen spielt es allerdings keine Rolle. Die Verwendung von Salz oder Gewürzen ist in der japanischen Küche weitgehend unbekannt, es wird vielmehr sehr viel Wert darauf gelegt, dass alle Zutaten einen frischen Eigengeschmack haben. Sicher kann man heute vor allem verschiedene Sushi-Gerichte fix und fertig kaufen, allerdings sollte hier beachten werden, wie frisch das Sushi ist, außerdem wird hier auch gerne mit minderwertigen Zutaten gearbeitet.

    Keine ausgewogene Diät

    Damit eine Diät erfolgreich sein kann, muss sie ausgewogenen sein und das ist bei der Japan-Diät nur bedingt der Fall. Dazu kommt, dass die Speisefolge schnell langweilig wird und die Diät auch schnell ins Geld geht, denn hochwertige Fischsorten wie Lachs und Thunfisch haben ihren Preis. Wer sportlich aktiv ist, sollte sich nach einer anderen Diät umschauen, denn mehr als 1200 Kalorien pro Tag sind für aktive Sportler und auch für alle, die körperlich schwer arbeiten müssen, nicht ausreichend, um sich wohl zu fühlen.

    Bild: © Depositphotos.com / grublee

  • Warum die Nabelschnur dem Baby gefährlich werden kann

    Warum die Nabelschnur dem Baby gefährlich werden kann

    Jede Frau durchlebt in den neun Monaten einer Schwangerschaft ein wahres Wechselbad der Gefühle. Auf der einen Seite ist da die große Vorfreude auf das Baby, auf der anderen Seite sind da die Sorgen, dass auch alles nach Wunsch verläuft und dass das Kind gesund zur Welt kommt. Eine der großen Sorgen, die viele werdende Mütter begleitet, ist die Horrorvorstellung, dass sich das ungeborene Kind die Nabelschnur um den Hals binden und sich damit erdrosseln könnte.

    Die Nabelschnur – ein echtes Meisterwerk

    Evolutionsforscher sind heute davon überzeugt, dass die innige Bindung, die Mutter und Kind haben, etwas mit der Nabelschnur zu tun hat. 40 Wochen hängen das Baby und seine Mutter an einer Schnur, durch die das Kind mit der Plazenta, dem Mutterkuchen verbunden ist. Die Nabelschnur macht es möglich, dass das Kind weder atmen noch schlucken muss, denn es wird durch diese besondere Schnur mit allem, was es zum Leben braucht, zuverlässig versorgt. Immer wieder fließt frisches Blut und damit auch der lebensnotwendige Sauerstoff durch die Schnur, das Baby bekommt alle wichtigen Nährstoffe und die Abfallstoffe werden ebenfalls durch das kleine Meisterwerk der Natur entsorgt. Aber nicht nur wenn es um die Versorgung mit Blut und Nährstoffen geht, spielt die Nabelschnur eine entscheidende Rolle, sie dient dem Fötus auch als eine Art Spielzeug, das es in den Mund nimmt, daran lutscht und immer wieder auch danach greift.

    Woraus besteht die Wunderschnur?

    Die Leine, die Mutter und Kind miteinander verbindet, besteht aus einer Substanz, die Mediziner die Whartonsche Sulze nennen. Dabei handelt es sich um eine Art Gelee, das alle wichtigen Blutgefäße im Inneren der Schnur vor Druck von Außen, aber auch vor dem Abknicken schützt. Am Ende der Schwangerschaft hat die Schnur, aus der später einmal der Bauchnabel wird, eine Länge von ca. 60 cm und einen Durchmesser von zwei Zentimeter. Die Länge, aber besonders auch der spiralförmige Aufbau machen es dem Baby möglich, sich in der Gebärmutter ganz nach Belieben zu drehen, Purzelbäume zu machen und zu turnen. Ist ein Baby besonders aktiv, dann ist auch die Schnur besonders lang und das kann unter Umständen zu einem Problem werden.

    Wie gefährlich ist die Schnur als „Halskette“?

    Nach der Statistik kommt es nur sehr selten vor, dass sich ein Kind im Mutterleib stranguliert, gefährlich wird es aber immer dann, wenn sich die Nabelschnur während der Geburt wie eine Kette um den Hals des Babys legt. Ist die Schnur dann auch noch zu kurz, dann wird es richtig gefährlich, denn das Kind wird von der Sauerstoffzufuhr abgeschnitten. Wenn sich eine solche gefährliche Geburt abzeichnet, dann wird die Mutter nicht mehr durch Ultraschall überwacht, in diesem Fall wird ein CTG durchgeführt, um erkennen zu können, ob und wie die Schnur um den Hals des ungeborenen Kindes liegt. Der Wehenschreiber kann ebenfalls Auskunft darüber geben, ob eine akute Gefahr für das Kind besteht oder nicht. Fallen die Herztöne deutlich ab, dann entscheiden sich die Ärzte immer für einen schnellen Kaiserschnitt, um das Leben des Babys zu retten.

    Gefahr durch die Beckenendlage

    Rund fünf Prozent der Babys, die in Deutschland zu Welt kommen, liegen in der sogenannten Beckenendlage, sie wollen das Licht der Welt zuerst mit dem Po erblicken. Besonders in dieser Position kommt es nicht selten zu Komplikationen mit der Nabelschnur. Oftmals ist die Schnur, die Mutter und Kind verbindet, die Ursache für die Beckenendlage, denn wenn die Schnur nicht lang genug ist und das Kind kurz vor der Geburt kaum noch Platz in der Gebärmutter hat, dann kann es passieren, dass es sich bedingt durch die Schnur um seinen Hals, nicht mehr drehen kann.

    Bild: © Depositphotos.com / arztsamui

  • Johanniskraut – harmlos oder riskant?

    Johanniskraut – harmlos oder riskant?

    Depressionen sind fast schon eine Volkskrankheit, immer mehr Menschen leiden unter depressiven Verstimmungen, aber nicht jeder geht auch zum Arzt. Viele gehen stattdessen in die Apotheke oder in den nächsten Drogeriemarkt und kaufen dort Johanniskraut, ein Kraut, das gegen Depressionen, innere Unruhe, Nervosität und auch gegen Angstzustände helfen soll. Johanniskraut gilt als natürliche Alternative zu den klassischen Antidepressiva und wird als vergleichsweise harmlos eingestuft. Aber ist Johanniskraut tatsächlich so harmlos, wie es scheint, oder hat das Heilkraut vielleicht doch unerwünschte Nebenwirkungen?

    Johanniskraut – ein ganz besonderes Kraut

    Im Volksmund wird Johanniskraut auch Herrgottsblut genannt. Seinen Namen verdankt das Kraut aus der Familie der Hartheugewächse aber dem Johannistag, denn die Pflanze blüht immer um den 24.Juni. Unterschieden werden verschiedenen Arten, wie das echte, das getüpfelte, das gewöhnliche und das durchlöcherte Johanniskraut. Das Kraut kann bis zu einem Meter groß werden und bis zu 50 cm tief in der Erde wurzeln. Die Blütezeit beginnt Mitte Juni, sie endet im August und einige Pflanzenteile sind leicht giftig. Die Johanniskrautarten sind überall auf der Welt zuhause, sie wachsen in Europa ebenso wie in Nord- und Südamerika und in Asien, sogar in Australien sind die gelb oder weiß blühenden Pflanzen zu finden.

    Ein bewährtes Heilkraut

    Johanniskraut gehört zu den ältesten Heilpflanzen der Welt. Schon in der Antike nutzen die Menschen das Kraut als Heilmittel gegen nervöse und depressive Verstimmungen, damals als Melancholie bezeichnet. 2015 wurde das Kraut zur Arzneipflanze des Jahres gewählt, obwohl die Wirkung, vor allen Dingen aber die Nebenwirkungen nicht ganz so unumstritten sind. Zunächst war das beruhigende Kraut nicht für Menschen gedacht, erst als Kühe und Pferde von der Pflanze fraßen und dann deutlich ruhiger wurden, kam man in der Antike auf den Gedanken, die Samen des Johanniskrauts zu isolieren und als Arznei zu verwenden. Das Kraut wurde als Tee aufgekocht, als Tinktur verabreicht und zu Öl destilliert. Es galt als Einreibemittel, um die Gicht und Rheuma zu lindern, es half bei einem schmerzhaften Hexenschuss und auch bei Verrenkungen oder Verstauchungen wurden Umschläge mit konzentriertem Johanniskrautöl auf die betroffenen Körperteile gelegt.

    Vorsicht vor Nebenwirkungen

    Noch immer gilt, was pflanzlich ist, das ist auch gesund und vor allem immer harmlos, beim Johanniskraut lässt sich das so leider nicht bestätigen. Pharmazeuten der Universität im australischen Adelaide haben das natürliche Antidepressivum einmal genauer unter die Lupe genommen und sind zu erstaunlichen Ergebnissen gekommen. Sie fanden verschiedene Nebenwirkungen, die Palette reicht von Übelkeit über Müdigkeit bis hin zu Panikattacken. Wer regelmäßig Johanniskraut einnimmt, der muss damit rechnen, dass der Blutdruck steigt und es zu Fieber kommen kann. Bei einer zu hohen Dosis kann es zudem zu Bewusstseinsstörungen, Krämpfen und Verwirrtheit kommen. Auch Wechselwirkungen zu anderen Medikamenten wie zum Beispiel der Anti-Baby-Pille, sind wissenschaftlich belegt. Die Forscher aus Australien warnen davor, das beruhigende Kraut über einen längeren Zeitraum und in größeren Dosen einzunehmen, denn dann sind die Nebenwirkungen ebenso stark und auch so gefährlich, wie das bei Antidepressiva der Fall ist.

    Johanniskraut nicht in der Schwangerschaft einnehmen

    Viele Frauen fühlen sich besonders in den ersten drei Monaten der Schwangerschaft nicht wohl, sie können schlechter schlafen, sind häufig unruhig oder nervös. Klassische Medikamente kommen in der Schwangerschaft nicht infrage und die natürliche Alternative gilt daher als das perfekte Mittel, was es aber leider nicht ist. Selbst als Tee kommt Johanniskraut während der Schwangerschaft und später auch in der Stillzeit nicht infrage, denn die Nebenwirkungen sind so gravierend, dass sie sowohl der Mutter als auch dem Kind schaden können. Nicht umsonst gilt das Kraut als Gift für schwangere und stillende Frauen, denn im Mittelalter wurde das Kraut, das eigentlich die Nerven beruhigen soll, als Mittel für eine Abtreibung verwendet.

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  • Die besten Mittel um den Kater zu zähmen

    Die besten Mittel um den Kater zu zähmen

    Nicht nur die Silvesterparty ist ein Anlass, um viel Alkohol zu trinken, auch die nächste Geburtstagsfete kann die Ursache für den berühmt-berüchtigten Kater sein. Ein Glas zu viel reicht schon aus, um am nächsten Morgen mit einem schmerzenden Schädel aufzuwachen, und dann ist guter Rat teuer. Wie kann der Kater gezähmt werden? Welche Mittel sind richtig, um nach einer durchfeierten Nacht wieder einen klaren Kopf zu bekommen? Viele alte Hausmittel sind heute kein Thema mehr, dafür gibt es einige neue Erkenntnisse, die dabei helfen, den fiesen Kater zu besiegen.

    Der Kater – mehr als ein Unwohlsein

    Streng genommen ist ein Kater eine leichte Alkoholvergiftung, die sowohl das Wohlbefinden als auch die Leistungsfähigkeit bis zu drei Tage sehr negativ beeinflussen kann. Ihren Namen verdankt diese Alkoholvergiftung den Studentenverbindungen des 19. Jahrhunderts. Sie nannten diese Symptome, die zwangsläufig nach einer durchzechten Nacht entstehen, Katarrh, obwohl die typischen Symptome eigentlich gar nichts mit einem klassischen Katarrh gemeinsam haben. Plastisch dargestellt wurden die Kopfschmerzen und das Unwohlsein aber als Katze, und so entstand im Laufe der Jahre der Begriff Kater oder auch Katzenjammer.

    Die typischen Symptome

    Die häufig genannten Symptome bei einem ausgewachsenen Kater sind pochende Kopfschmerzen, ein leicht flaues Gefühl in der Magengegend, aber auch Appetitlosigkeit und Erbrechen. Wenn der Konsum an Alkohol groß war, dann können auch ein Zittern der Hände, Schwierigkeiten sich zu konzentrieren oder sogar ein Gedächtnisverlust, also ein Filmriss dazu kommen. Die Kopfschmerzen entstehen durch Dehydration, für die der Alkohol zuständig ist. Der Körper schafft es nicht, in einem relativ geringen Zeitraum alle Giftstoffe zu filtern, und das sorgt dann für Übelkeit und Erbrechen. Dazu kommt, dass der Körper Salz verliert, was für den berühmten „Nachdurst“ am nächsten Morgen sorgt.

    Wie sinnvoll ist ein Katerfrühstück?

    Um den Katzenjammer in den Griff zu bekommen, schwören viele auf ein entsprechendes Frühstück. Der Rollmops darf bei einem Katerfrühstück nicht fehlen, aber auch ein Bismarckhering und Sauerkraut sollen die Beschwerden lindern. Ob dieses eigenwillige Frühstück wirklich hilfreich ist, darüber gibt es keine gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnisse. Der leicht salzige Fisch sorgt für Durst und das hilft dem Körper, wieder Flüssigkeit zu tanken. Wer sich nicht für Fisch am Morgen erwärmen kann, der sollte Salzstangen oder ein anderes salziges Gebäck knabbern, denn so bekommt der Organismus das Salz zurück, das er so dringend braucht. Auch Oliven können dabei helfen, die lästigen Kopfschmerzen wieder loszuwerden. Wer eine Kopfschmerztablette nehmen möchte, der sollte zu Ibuprofen greifen, denn Aspirin macht das Blut zu dünnflüssig und Paracetamol hat eine lebertoxische Wirkung.

    Was hilft auf keinen Fall?

    Mineralwasser löscht zwar den Durst nach einer durchfeierten Nacht, aber die Kohlensäure ist nicht unbedingt die beste Lösung für den stark strapazierten Magen. Das Gleiche gilt für das traditionelle Hausmittel Kaffee, denn die Gelbsäure im Kaffee verstärkt die Kopfschmerzen und reizt zudem den Magen. Selbst wenn es immer wieder gerne behauptet wird, leider kann Koffein den Alkohol im Blut nicht abbauen, alles, was das Koffein kann, ist die Müdigkeit für einen kurzen Zeitraum zu vertreiben. Alkohol wird zwar sehr schnell vom Körper aufgenommen, aber nur sehr langsam wieder abgebaut. Ein Mann, der 80 Kilogramm wiegt und nur einen Viertelliter Wein oder einen halben Liter Bier trinkt, muss zweieinhalb Stunden warten, bis der Körper den Alkohol wieder abgebaut hat. Eine Frau braucht für die gleiche Menge übrigens vier Stunden.

    Effektiv vorbeugen

    Wer ohne Kopfschmerzen nach einer Party aufwachen will, der sollte während der Party immer mal ein Glas Wasser trinken. Auch ein fetthaltiges Abendessen kann helfen, obwohl Fett die Aufnahme von Alkohol nicht verhindern, aber immerhin verlangsamen kann. Hilfreich ist es zudem, in der Partynacht bei einem Getränk zu bleiben und nicht durcheinander zu trinken.

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  • Vorhofflimmern – ein Vorbote für Schlaganfälle

    Vorhofflimmern – ein Vorbote für Schlaganfälle

    Rund 1,8 Millionen Menschen in Deutschland leiden unter Herzrhythmusstörungen und die meisten wissen es noch nicht einmal. Besonders häufig ist das sogenannte Vorhofflimmern, ein Warnzeichen, was niemand auf die leichte Schulter nehmen sollte, denn Vorhofflimmern kann ein Vorbote für einen drohenden Schlaganfall sein. Aber wie entsteht dieses besondere Flimmern und was macht es so gefährlich? Warum sollte man unbedingt einen Arzt aufsuchen und gibt es eine Therapie, die das Flimmern beendet?

    Wie gefährlich ist ein Vorhofflimmern?

    Ein gesundes Herz schlägt rund 70 Mal in einer Minute, wenn es aber zu einem Vorhofflimmern kommt, dann erhöht sich die Zahl auf 150 Herzschläge in der Minute. Das stellt eine sehr große Belastung für den Herzmuskel und die reduzierte Pumpleistung des Herzens dar, für die Betroffenen bedeutet es ein stetiges Absinken der Leistungsfähigkeit. Anders als das deutlich gefährlichere Kammerflimmern führt das Vorhofflimmern nicht sofort zum Tod, aber in den Herzvorhöfen kann sich leicht ein Gerinnsel bilden, das schließlich in die Blutbahn gelangt und zum Gehirn wandern kann. Wird dann ein Gefäß verstopft, dann kommt es zu einem Schlaganfall. Über ein Drittel der Schlaganfälle geht heute auf ein Vorhofflimmern zurück.

    Die typischen Anzeichen des Vorhofflimmerns

    Das Herz rast und stolpert, es kommt zu Atemnot, zu starken Angstgefühlen, der Puls wird unregelmäßig und den Betroffenen wird schwindelig – das alles sind die typischen Anzeichen für diese besondere Form einer Herzrhythmusstörung. Die Betroffenen fühlen sich ohne erkennbaren äußeren Grund plötzlich krank, sie haben das Gefühl, die Kontrolle zu verlieren und nicht selten auch Todesangst. Oft wird das gefährliche Flimmern mit einem Herzinfarkt verwechselt, und auch wenn es vielleicht seltsam klingt, aber wer mit der Verdachtsdiagnose Infarkt in ein Krankenhaus eingeliefert wird, der hat großes Glück. Bei einem EKG wird das Flimmern meist sehr schnell erkannt, und der Betroffene bekommt sofort die notwendige Therapie, die ihn in den meisten Fällen vor einem Schlaganfall bewahrt.

    Welche Ursachen gibt es?

    Wie alle Herzerkrankungen, so gibt es auch für das Vorhofflimmern verschiedene Ursachen. Die häufigste Ursache ist Bluthochdruck, dann folgt das Alter. Auch eine angeborene Herzmuskelschwäche, eine koronale Erkrankung des Herzens, ein Herzklappenfehler und auch eine Herzmuskelentzündung, wie sie sehr häufig nach einer nicht auskurierten Erkältung oder Grippe auftritt, kann ein Auslöser für diese Form der Herzrhythmusstörung sein. Menschen, die unter Diabetes leiden, starkes Übergewicht haben oder regelmäßig viel Alkohol trinken, müssen damit rechnen, dass ihr Herz ihnen auf diese Weise Probleme macht.

    Welche Behandlungen und Therapien sind möglich?

    Wenn die Rhythmusstörung rechtzeitig erkannt wird, dann kann sie erfolgreich mit Medikamenten behandelt werden. Wird sie aber zu spät erkannt, dann ist es schwer, einen normalen Sinusrhythmus, also einen normalen Herzrhythmus wieder herzustellen. In akuten Fällen ist eine elektrische Kardioversion, der sogenannte Elektroschock ein bewährtes Mittel, um das Herz wieder normal schlagen zu lassen. Ähnlich wie bei einem lebensgefährlichen Herzstillstand, so wird der Patient auch beim Vorhofflimmern unter Narkose kurz geschockt, und anschließend beginnt das Herz wieder im richtigen Rhythmus zu schlagen. Bevor geschockt wird, überzeugt sich der Arzt mittels einer Ultraschalluntersuchung aber davon, dass sich in den Herzvorhöfen kein Gerinnsel gebildet hat. Um ganz sicher zu gehen, wird eine Echokardiografie gemacht, bei der eine Ultraschallsonde mit einem sehr dünnen biegsamen Schlauch durch die Speiseröhre bis ans Herz geschoben wird. Zusätzlich bekommen die Betroffenen blutverdünnende Medikamente, die die Bildung eines Gerinnsels verhindern oder hemmen sollen. Nicht immer gelingt es, den Herzrhythmus wieder in einen normalen Bereich zu bekommen. In diesen Fällen werden die Ärzte versuchen, die Pulsfrequenz im Ruhezustand unter 110 oder noch besser unter 70 Schläge in der Minute zu bekommen. Um das zu erreichen, werden dem Patienten spezielle Medikamente verabreicht, wie zum Beispiel Betablocker oder auch Digitalis.

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  • Seeding – ein neuer Geburtstrend aus Australien

    Seeding – ein neuer Geburtstrend aus Australien

    Wenn ein Kind geboren wird, dann ist das immer ein großer unvergesslicher Moment für alle, die an der Geburt beteiligt sind. Das gilt heute auch für Kaiserschnittgeburten, denn anders als früher bekommt die Mutter heute keine Vollnarkose mehr, es wird mithilfe einer periduralen Anästhesie, kurz PDA, nur der untere Teil des Körpers betäubt. Hat der Arzt das Kind aus der Gebärmutter gehoben, dann wird es der Mutter gezeigt oder gleich in den Arm gelegt. In Australien und den USA geschieht nach der Entbindung durch Kaiserschnitt aber noch etwas anderes, das sogenannte Seeding, was das kindliche Immunsystem stärken soll.

    Was genau ist Seeding?

    Seeding heißt aus dem Englischen übersetzt so viel wie verteilen oder auch säen. Bei dieser Methode wird das Kind ungefähr eine Stunde nach der Geburt von Kopf bis Fuß mit dem Scheidensekret der Mutter eingerieben. Eine Stunde vor der Kaiserschnittentbindung wird eine Mullbinde, die mit Salzwasser getränkt wurde, in die Vagina der Mutter gelegt. Unmittelbar vor dem Eingriff wird die Mullbinde, die sich mit dem Sekret vollgesogen hat, wieder entfernt und in einem luftdicht geschlossenen Behälter aufbewahrt. Ist das Kind geboren, dann werden sein Gesicht und sein Körper mit der Mullbinde abgerieben, zudem wird auch ein wenig der Sekretflüssigkeit in den Mund des Neugeborenen geträufelt. In einigen Kliniken werden die Kinder auch für kurze Zeit in die feuchte Mullbinde eingewickelt.

    Die Simulation der natürlichen Geburt

    Durch das Seeding sollen die Abwehrkräfte des Kindes gestärkt werden, die es bei einer vaginalen Geburt auf natürliche Art und Weise bekommt. Bei einer Kaiserschnittgeburt kommt das Kind nicht mit dem Scheidensekret der Mutter in Berührung, und da in Studien nachgewiesen wurde, dass Kaiserschnittkinder anfälliger für Infekte, aber auch für Allergien und Asthma sind, wird mit dem Seeding eine natürliche Geburt simuliert. Das mütterliche Scheidensekret enthält ca. 300 unterschiedliche Mikroorganismen, von denen die Mehrzahl für eine Stärkung des Immunsystems zuständig sind und diese Mikroorganismen werden durch das Seeding von der Mutter auf das Kind übertragen.

    Seeding in Deutschland noch kein Thema

    In Deutschland kommt mittlerweile jedes dritte Kind durch einen Kaiserschnitt zu Welt, Seeding ist aber in deutschen Operationssälen noch kein Thema. Viele Mediziner und auch viele Hebammen sind der neuen Methode aus Australien gegenüber skeptisch. Sie können zwar nachvollziehen, dass durch das Seeding die Immunabwehr des Kindes theoretisch gestärkt werden kann, aber es wird nach Meinung von deutschen Medizinexperten dazu mehr gebraucht, als nur die relativ kleine Menge an Sekret. Bei einer natürlichen Geburt kommt das Kind auf seinem Weg durch den Geburtskanal viel länger mit dem vaginalen Sekret der Mutter in Kontakt. Die wenigen Minuten, in denen das Kind mit der Mullbinde in Berührung kommt, reichen daher nicht aus, um einen kompakten und wirksamen Immunschutz aufzubauen.

    Wenig überzeugend und kaum erforscht

    Ob die neue Methode der Immunisierung tatsächlich funktioniert, darüber gibt es noch keine fundierten Berichte oder Studien. Die Universität New York hat 17 Kinder untersucht, von denen sechs natürlich und elf per Kaiserschnitt geboren wurden. Diese Studie ergab, dass die Kinder, die nach der Sectio mit dem Scheidensekret der Mutter abgerieben wurden, einen positiven Effekt mit ins erste Lebensjahr nehmen konnten. Aber selbst wenn die Studie positiv ausgefallen ist, für eine Langzeitstudie war die Zahl der Studienteilenehmer zu gering und die Studiendauer zu kurz. Um objektive und vor allem fundierte Ergebnisse erzielen zu können, muss die Zahl der Studienteilnehmer mindestens bei 1200 liegen und der Untersuchungszeitraum mehrere Jahre betragen. Kritiker sehen im Seeding jedoch noch einen negativen Aspekt, denn die Zahl der geplanten Kaiserschnittentbindungen könnte noch weiter steigen, weil sowohl die Mütter als auch die Mediziner und die Hebammen durch das Einreiben mit Scheidensekret darauf setzen, den Immunschutz der Kinder zu erhöhen.

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