Autor: Ulrike Dietz

  • Wie sicher ist eine Hausgeburt?

    Wie sicher ist eine Hausgeburt?

    Werdende Mütter haben die Auswahl, denn sie können ihr Kind in einer Klinik zur Welt bringen, sie können sich für eine Geburt in einem Geburtshaus entscheiden oder die Hausgeburt wählen. Das, was früher eine Selbstverständlichkeit war, ist heute eher eine Seltenheit, denn statistisch gesehen bringen nur sehr wenige Frauen ihr Kind zu Hause zur Welt. Zu groß ist die Angst, dass etwas passieren könnte oder dass schnelle Hilfe für Mutter oder Kind gebraucht wird. Viele halten eine Geburt in den eigenen vier Wänden sogar für puren Leichtsinn, und da stellt sich die Frage: Wie sicher ist eigentlich eine Hausgeburt?

    Was spricht für eine Hausgeburt?

    Statistisch belegt ist, dass eine Geburt außerhalb von Klinik und Geburtshaus eine sehr sichere Geburt sein kann, allerdings müssen die Rahmenbedingungen stimmen. Es gibt einige sehr wichtige Punkte, die eine werdende Mutter beachten sollte, wenn sie ihr Kind nur mit der Hilfe einer Hebamme Zuhause zur Welt bringen möchte:

    • Nur eine wirklich erfahrene Hebamme sollte die Geburt leiten
    • Eine Klinik sollte in der Nähe sein
    • Die medizinische Ausstattung der Hebamme sollte auf dem neusten Stand sein
    • Die Schwangere sollte körperlich fit und vor allen Dingen gesund sein
    • Optimal bei einer Hausgeburt sind zwei Hebammen, eine Hebamme kümmert sich nur ums Kind, während die andere die Ansprechpartnerin für die Mutter ist
    • Die hygienischen Verhältnisse müssen einwandfrei sein

    Die Eltern müssen sich vor einer Hausgeburt über die möglichen Risiken und Gefahren genau informieren. So kann eine Verlegung in eine Klinik unter Umständen wertvolle Zeit kosten und es sollte im Vorfeld abgeklärt werden, wie viel Zeit vergeht, bis der Rettungswagen oder der Notarzt kommen können.

    Wann ist eine Hausgeburt zu gefährlich?

    Hebammen und auch Ärzte raten nur Frauen zu einer Hausgeburt, die bereits ein Kind geboren haben, denn diese Frauen wissen, was auf sie zukommt. Sie wissen, wie lange eine Geburt dauern kann und können auch die Schmerzen besser einschätzen. Eine Frau, die sich für eine Geburt zu Hause entscheidet, muss sich darüber im Klaren sein, dass keine PDA in der Nähe ist, die ihr die Schmerzen nimmt, und Frauen, die noch nie geboren haben, werden nicht selten von der Wucht der Schmerzen unangenehm überrascht. Auch Risikoschwangere, die zum Beispiel unter Schwangerschaftsdiabetes leiden, sollten nicht zu Hause entbinden. Zu hoch sind die Risiken einer Hausgeburt auch, wenn das Kind eine Quer- oder Steißlage hat und es sich um eine Mehrlingsgeburt handelt. Ab dem vierten Kind raten Hebammen und Gynäkologen ebenfalls von einer Geburt im heimischen Schlafzimmer ab und auch Frauen, die bereits eine Ausschabung oder eine Fehlgeburt hatten, sollten in einer Klinik entbinden.

    So wichtig ist die Auswahl der Hebamme

    Natürlich sollte bei der Wahl der Hebamme die Sympathie die entscheidende Rolle spielen, aber ebenso wichtig ist, dass die werdenden Eltern der Hebamme auch vertrauen. So kann eine erfahrene und verantwortungsvolle Hebamme alle Fragen, die den Eltern am Herzen liegen, beantworten und sie sollte im Zweifelsfall auch eine Geburt in der Klinik befürworten. Viele Hebammen ziehen eine Kollegin zu den Gesprächen hinzu oder sie arbeiten mit einem Frauenarzt zusammen, der die Mutter während der gesamten Schwangerschaft betreut. Eine Hebamme sollte die Eltern nicht nur über alle Einzelheiten, sondern auch über die möglichen Gefahren und Risiken einer Hausgeburt aufklären, denn das Restrisiko tragen im Ernstfall immer die Eltern. Wenn die werdende Mutter trotzdem in ein Krankenhaus eingeliefert wird, dann betreut die Hebamme die Mutter auch dort weiter und informiert das Geburtsteam vor Ort.

    Eine Geburt zu Hause kann ein besonderes Erlebnis für alle Beteiligten sein, denn die Mutter bekommt ihr Kind in ihrem gewohnten Umfeld und das Baby erblickt entspannt und ohne Stress das Licht der Welt.

    Bild: © Depositphotos.com / Kryzhov

  • Wie gefährlich ist veganes Essen für Kinder?

    Wie gefährlich ist veganes Essen für Kinder?

    Veganes Essen ist im Trend, immer mehr Menschen verzichten komplett auf tierische Produkte und ernähren sich rein pflanzlich. In vielen Familien wird das auch von Kindern und Jugendlichen verlangt, aber hier kann der Trend gefährlich werden. Nicht nur der Bundesgesundheitsminister Christian Schmidt (CSU), sondern auch viele Gesundheitsexperten warnen davor, Kinder vegan zu ernähren, denn das kann nicht nur zu Mangelerscheinungen, sondern sogar zu Schäden im Gehirn führen. Der Bund der Vegetarier ist anderer Meinung.

    Gefährliche Mangelerscheinungen durch veganes Essen

    Christian Schmidt betont, dass er gegen jede Art von Verboten ist und dass jeder das essen soll, was ihm persönlich am Besten schmeckt. Aber wenn es um die Ernährung von Kindern und Jugendlichen geht, dann mischt sich der Minister ein, denn seiner Meinung nach stehen Kinder unter einem besonderen Schutz. Dieser Ansicht ist auch Professor Berthold Koletzko von der Ludwig-Maximilians-Universität in München, denn er sieht eine große Gefahr für Kinder, die nur veganes Essen zu sich nehmen. Vor allem bei kleineren Kindern kann sich schnell ein Mangel an Vitamin B-12 einstellen, was zur Folge hat, dass auch das Gehirn schwer geschädigt werden kann. Veganes Essen führt nach Meinung von Professor Koletzko zu neurologischen Schäden, bis hin zu einer bleibenden Behinderung.

    Vegetarisch oder vegan?

    Während Vegetarier nur auf Fleisch und Wurst verzichten, sieht veganes Essen auch den vollständigen Verzicht auf alle tierischen Nahrungsmittel vor. Veganer essen keinen Honig, keine Eier, keinen Käse, keinen Joghurt und sie trinken auch keine Milch. Aus diesem Grund raten Ernährungswissenschaftler und Kinderärzte davon ab, Kinder vegan zu ernähren. Kinder, die in der Wachstumsphase sind, aber auch Teenager, die in die Pubertät kommen, brauchen vor allen Dingen eine eisenreiche Ernährung, die veganes Essen so nicht bieten kann. Die Nahrung sollte zudem viel Eiweiß haben, und diese Versorgung mit Vitaminen, Eisen und Eiweiß kann eine vegane Ernährung nicht garantieren. Dazu kommt, dass die Mischung aus Getreide und Hülsenfrüchten in der europäischen Ernährung nicht üblich ist, und auch Soja kommt in den Küchen Europas so gut wie gar nicht vor. Wer sich vegan ernähren will, der muss ein fundiertes Wissen über die genaue Zusammenstellung der Nahrung haben, denn nur dann können Mangelerscheinungen vermieden werden. Da nach Ansicht vieler Ernährungsexperten vegane Ernährung eine Trenderscheinung ist, sind viele Eltern nicht ausreichend informiert, welche Zusammenstellung die Nahrung haben muss, damit ihre Kinder gesund und ausgewogen ernährt werden.

    Das sagt der Vegetarierbund Deutschland

    Sebastian Joy, der Vorsitzende des Deutschen Vegetarierbundes kann die Sorge des Ministers nicht nachvollziehen. Seiner Meinung nach ist ein ausgewogenes und vielseitiges veganes Essen für alle Generationen geeignet, denn auch durch vegetarisches und veganes Essen bekommt der Körper alle nötigen Nährstoffe und alle Vitamine, die er braucht, um gesund zu bleiben. So sollten Kinder und Jugendliche, die vegan leben, zum Beispiel eine Zahncreme mit B-12-Vitaminen benutzen, denn auch das trägt zu einer gesunden veganen Ernährung bei. Experten raten Eltern, die ihre Kinder vegan ernähren wollen, zunächst einen Arzt aufzusuchen, um über einen Ernährungsplan zu sprechen. Der Arzt kann am besten beurteilen, ob es ratsam ist, ein Kind konsequent vegan zu ernähren. In der Regel schlagen Kinderärzte jedoch eine Mischernährung vor, in der neben vielen pflanzlichen Lebensmitteln auch Milch, Fisch und Fleisch zu finden sind.

    Ernährung soll ein Schulfach werden

    Der Bundesgesundheitsminister sieht Ernährungslehre als mögliches Schulfach für die Zukunft. In diesem speziellen Schulfach sollen Kindern lernen, was alles zu einer ausgewogenen und gesunden Ernährung gehört. Nach Ansicht des Ministers gehört auch das kleine Einmaleins in jedes Klassenzimmer, denn die Kinder sollten wissen, woher ihre Nahrung kommt und wie Lebensmittel hergestellt werden. Ob der Unterricht auch Ratschläge für eine ausgewogene Ernährung mit Fleisch und Wurst enthält, das ließ der Minister noch offen.

    Bild: © Depositphotos.com / leporiniumberto

  • Rosacea – eine weitverbreitete Hautkrankheit

    Rosacea – eine weitverbreitete Hautkrankheit

    Wer nach einem Spaziergang bei klirrender Kälte und strahlend blauem Himmel mit rot gefärbten Wangen nach Hause kommt, der hat den vermeintlich sichtbaren Beweis dafür, wie gesund dieser Winterspaziergang war. Rote Wangen sind nach wie vor ein Zeichen für Gesundheit, aber nicht in jedem Fall ist diese Gesichtsfärbung auch harmlos, dahinter kann sich auch die Hautkrankheit Rosacea verbergen. Rosacea ist weit verbreitet, rund vier Millionen Deutsche leiden darunter und viele wissen nicht einmal, dass ihre Haut krank ist, wenn sie dauerhaft rote Backen haben.

    Rosacea – eine wenig bekannte Hautkrankheit

    Rosacea ist auch unter dem Namen Kupferrose bekannt und tritt in der Regel bei Erwachsenen zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr auf. Laut des Vereins Deutsche Rosacea Hilfe e. V. sind mehr Frauen als Männer von der Krankheit betroffen, die der Akne ähnelt. Bei vier Millionen Deutschen wurde die Hautkrankheit bislang diagnostiziert, die Dunkelziffer dürfte aber um einiges höher sein. Die Kupferrose oder auch Erwachsenen-Akne wird vielfach nicht erkannt und nur jeder Zehnte, der darunter leidet, geht auch zu einem Dermatologen. Dass die Krankheit so selten erkannt wird, liegt vor allem daran, dass sie immer individuell verläuft, und genau das macht die Diagnose so kompliziert.

    Welche Symptome gibt es?

    Wer öfter rote Wangen hat, der wird das nicht mit einer Hautkrankheit in Verbindung bringen, zumal die auffällige Gesichtsrötung am Anfang sehr schnell wieder verschwindet. Rosacea beginnt meist mit einer nur leichten Rötung des Gesichtes, dem sogenannte Flush. Die Rötung zeigt sich und verschwindet dann nach wenigen Stunden wieder. Im späteren Verlauf kommt die Rötung immer öfter oder sie bleibt auf Dauer. Die feinen Äderchen in der Gesichtshaut treten deutlich hervor, und die Haut beginnt zu jucken, zu brennen, sie schuppt und wird trocken. Ein typisches Symptom ist, dass zusammen mit der Rötung Pickel auftreten, und es kann in einigen Fällen auch zu einem Anschwellen oder sogar zu Hautwucherungen kommen. Die Betroffenen bekommen ein Rhinophym, eine unschöne Knollennase. Dieses Symptom tritt überwiegend bei Männern auf.

    Was ist der Auslöser?

    Warum es zu Rosacea kommt, ist aus medizinischer Sicht noch immer nicht vollständig geklärt. Es gibt aber Vermutungen, wonach eine genetische Veranlagung Rosacea auslösen kann. Möglich ist jedoch auch eine Unterversorgung der Blutgefäße in der Gesichtshaut. Hautmilben kommen als Auslöser ebenso infrage wie auch Alkohol, zu viel Stress, zu scharfes Essen, und Temperaturschwankungen, auch Kosmetik und Sport können schuld an der Hauterkrankung sein. So weiten Kälte und auch Hitze die Blutgefäße und das löst dann eine Gesichtsrötung aus. Da Rosacea immer in Intervallen auftritt, kommen bei einem akuten Schub mehrere Auslöser infrage.

    Ist Rosacea heilbar?

    Rosacea ist bislang nicht heilbar, aber es ist wichtig, dass sich die Betroffenen so früh wie möglich behandeln lassen. Geschieht das nicht, dann bleibt es leider nicht bei der vermeintlich harmlosen Rötung im Gesicht, denn die Krankheit kann zu Pusteln führen, die sich entzünden können. Spezielle Medikamente und Cremes helfen dabei, die Symptome zu lindern und zu verringern. Nicht selten gelingt es sogar, die Rötung wenigstens vorübergehend komplett abheilen zu lassen. Wichtig ist dabei aber, dass die Auslöser bekannt sind. Wer die Kupferrose erfolgreich behandeln will, der muss vor allen Dingen viel Geduld mitbringen, denn es dauert einige Zeit, bis sich die Krankheit spürbar verbessert und abheilt. Besonders Frauen leiden unter der Gesichtsrötung, aber es gibt heute spezielle Kosmetikprodukte, mit denen die Röte abgedeckt werden kann. Herkömmliche Kosmetik ist nicht zu empfehlen, denn in dieser Kosmetik ist Parfüm enthalten, was für die empfindliche Gesichtshaut nicht gesund ist. Auch Bio-Kosmetik ist eine Möglichkeit, um die Rötungen im Gesicht abzudecken, da diese Kosmetik ganz ohne Zusatzstoffe, Parfüm und Alkohol auskommt. Welche Kosmetik hier infrage kommt, das kann der Hautarzt sagen.

    Bild: © Depositphotos.com / panicAttack

  • Hornhauttransplantation – ein Fisch kann das Augenlicht retten

    Hornhauttransplantation – ein Fisch kann das Augenlicht retten

    Jedes Jahr können 100.000 Menschen weltweit dank einer Hornhauttransplantation wieder sehen. Da die Keratoplastik eine Erfolgsquote von bis zu 95 % hat, ist sie die erfolgreichste Transplantationsmethode der Welt. Es gibt jedoch ein Problem, es fehlen Spender. Bislang wurde für eine Hornhauttransplantation die Hornhaut von Verstorbenen verwendet, da die Zahl der Spender aber immer weiter zurückgeht, muss sich die Medizin etwas einfallen lassen. Bei der Suche nach einer geeigneten Alternative stießen die Forscher jetzt auf einen kleinen unscheinbaren Fisch, dessen Schuppen die Rettung für alle sein können, die wieder sehen möchten.

    Die Hornhaut – eine ganz besondere Haut

    Die Cornea, wie die Hornhaut medizinisch heißt, hat salopp gesagt, für das Auge die Funktion einer Windschutzscheibe. Diese äußere, transparente Haut ist sehr berührungsempfindlich und besteht aus mehreren Zelllagen, die aber nur 0,6 mm dünn sind. Diese Zelllagen weisen jedoch eine biologische Besonderheit auf, denn sie haben keine Blutgefäße, sie werden vielmehr von einem System aus Gefäßen in der Nachbarschaft ernährt. So kommen die Nährstoffe unter anderem aus dem Tränenfilm auf der Vorderseite und dem sogenannten Kammerwasser auf der Rückseite der Hornhaut. Alle Medikamente, die in der Blutbahn zirkulieren, können die Hornhaut nur schwer erreichen, aber das hat einen großen Vorteil. Da es keine Gefäße und auch keinen Kontakt zu den Immunzellen gibt, kommt es bei einer Hornhauttransplantation kaum zu Abstoßreaktionen gegen die fremde Hornhaut. Die Immunabwehr des Empfängers erkennt und bekämpft das fremde Gewebe daher nicht.

    Wann ist eine Hornhauttransplantation erforderlich?

    Immer wenn die Hornhaut verletzt wird, sich eintrübt oder Vernarbungen aufweist, dann kann eine Hornhauttransplantation dafür sorgen, dass das Sehvermögen erhalten bleibt. Laut der Weltgesundheitsorganisation WHO leiden weltweit rund zehn Millionen Menschen unter einer Erkrankung der Hornhaut, sie sind sehbehindert oder sogar komplett blind. Bei einem Grauen Star ist eine Hornhauttransplantation eine Hilfe, um das Sehvermögen wieder zu erlangen, wie auch bei Verletzungen oder Verätzungen der Hornhaut. Unter Vollnarkose wird die gesunde, klare Hornhaut dem Empfänger eingepflanzt. Während der Operation wird die verletzte oder kranke Hornhaut zunächst in kleinen Scheibchen von sieben bis acht Millimeter Durchmesser abgeschliffen und dann durch die fremde Hornhaut ersetzt. Schon kurz nach der Operation kann der Patient deutlich besser sehen und nach wenigen Wochen ist die Sehkraft dann wieder hergestellt.

    Fischschuppen ersetzen die Hornhaut

    Der Tilapia-Fisch lebt bevorzugt in asiatischen und lateinamerikanischen Gewässern, er ist sehr schmackhaft und er hat ganz besondere Schuppen. Diese Schuppen enthalten einen Rohstoff, der eine Hornhauttransplantation auch ohne einen menschlichen Spender möglich macht. Die Schuppen des Fisches bestehen beinahe ausschließlich aus einem Kollagen, was der menschlichen Hornhaut sehr ähnlich ist. Wissenschaftler aus Taiwan sind auf die Idee gekommen, die Schuppen des Fisches aus der Familie der Buntbarsche als Hornhaut zu verpflanzen. Die ersten Tierversuche waren sehr vielversprechend, denn die fremde Hornhaut wurde gut angenommen und es gab kaum Abstoßungsreaktionen.

    Von der Fischschuppe zur Hornhaut

    Für eine Hornhauttransplantation müssen die Fischschuppen zunächst gründlich mit Salpeter- und Essigsäure gereinigt, entkernt und dann entkalkt werden. Dann werden die Nukleinsäuren DNS und RNS vollständig entfernt, denn das minimiert das Risiko, dass bei einer Hornhauttransplantation Viren, Bakterien oder auch Parasiten auf die Hornhaut gelangen. So entsteht bei der sogenannten BioCornea eine sehr hohe Durchlässigkeit für Sauerstoff und Licht, die beste Voraussetzung für eine künstliche Hornhaut. Noch ist die Alternative zur Spenderhornhaut kein Massenprodukt und noch immer werden viele Menschen erblinden, weil es nicht genug Spender gibt. Wer seine Hornhaut nach dem Tod spenden möchte, der sollte einen Organspendeausweis haben, denn nur dann kann die Hornhaut noch bis zu 72 Stunden nach dem Tod für eine Transplantation entnommen werden. Die Hornhaut des Verstorbenen wird dann durch eine Kunststoffschale ersetzt, damit ein Abschiednehmen am offenen Sarg möglich ist.

    Bild: © Depositphotos.com / Rangizzz

  • Die Haut – ein ganz besonderes Organ

    Die Haut – ein ganz besonderes Organ

    Sie ist Sinnesorgan, Schutzschild und Stimmungsbarometer, sie regelt die Temperatur und die Feuchtigkeit, sie kann samtweich, aber auch rau, glatt oder faltig sein – unsere Haut. Die Haut ist das größte Organ des menschlichen Körpers, zwei Millionen Hautzellen schützen uns vor Krankheitserregern, vor gefährlichen UV-Strahlen, vor Hitze und Kälte. Die Haut ermöglicht zudem einen feinen Tastsinn, sie macht es möglich, dass wir Schmerzen und Temperaturen empfinden, und Hautgefäße sowie die Drüsen sind immer aktiv, um die Körperwärme im Gleichgewicht zu halten.

    Funktion und Aufbau der Haut

    Die menschliche Haut besteht aus drei Schichten, von denen jede eine eigene Aufgabe hat. Da gibt es die Oberhaut, die Epidermis, dann die Lederhaut, die Dermis und die Unterhaut, die Subkutis. Die Oberhaut ist die schützenden äußere Hülle, eine Hornschicht, die ständig damit beschäftigt ist, Krankheitserreger abzuwehren. Alle vier Wochen erlebt die Oberhaut, die mit nur 0,1 Millimeter so dünn wie ein Blatt Papier ist, eine Art Metamorphose, denn sie erneuert sich komplett. Deutlich dicker ist da schon die zweite Schicht, die Lederhaut. Sie ist viel robuster als die dünne Oberhaut und in ihr verbergen sich Lymph- und Blutgefäße, durch die es uns möglich wird, Schmerzen, Druck, Berührungen und Temperatur zu fühlen. Die Unterhaut besteht hauptsächlich aus Fettgewebe, das dem Körper als Energiespeicher und als Schutz gegen Kälte dient. In der unteren Hautschicht finden sich auch Talgdrüsen, die dafür zuständig sind, einen Schutzfilm auf der Hautoberfläche herzustellen. Dazu kommen die Schweißdrüsen, die den Wärmeaustausch regeln und auch bei der Abwehr von Schädlingen aller Art helfen.

    Was sich auf der Haut alles ablesen lässt

    Die Haut ist ein sehr sensibles Sinnesorgan und über sie lässt sich zum Beispiel das Alter eines Menschen, aber auch sein Lebensstil und seine momentane Gefühlslage deutlich ablesen. „Das geht mir unter die Haut“, so heißt es, wenn es zu einer emotionalen Reaktion kommt und auch die berühmte „Gänsehaut“ ist eine Reaktion auf etwas, was die Oberhaut im ersten Moment nicht verarbeiten kann. Eine durchfeierte Nacht lässt sich an der Haut ebenso schnell ablesen, wie auch ein Sonnenbad, das viel zu lange gedauert hat. Raucher haben ein schlechtes Hautbild und auch Alkohol hinterlässt unübersehbare Spuren. Das falsche Essen sorgt für Pickel und Mitesser, aber auch zu viel Schokolade und wenig Schlaf zeichnen ein schlechtes Hautbild.

    Die richtige Pflege

    Was lange halten und für lange Zeit gut aussehen soll, das muss auch entsprechend gepflegt werden. Wer also auch noch im Alter gut aussehen möchte, der muss seine Haut pflegen, um sich in ihr wohlfühlen zu können. Ist sie zu trocken, dann braucht sie besonders viel Feuchtigkeit, ist sie zu fettig, dann sollte die Hautpflege ebenfalls angepasst werden. Was alle Hauttypen gemeinsam haben, das ist das Bedürfnis nach Feuchtigkeit, denn schädliche Umwelteinflüsse, Heizungsluft, feiner Staub, Sonne und Stress sorgen dafür, dass die Oberhaut ständig leidet. Ihr wird wichtige Feuchtigkeit entzogen, und zwar so schnell, dass die obere Hautschicht nicht mehr die Zeit hat, sich zu regenerieren. Daher sollte täglich eine milde Reinigungsmilch oder ein reinigendes Gesichtswasser aufgetragen werden, um die feinen Poren von Schmutz und Staub zu befreien. Wer zu Mitessern oder zu anderen Hautunreinheiten neigt, der sollte antibakterielle Pflegemittel verwenden und damit die Gesichtshaut nicht spannt oder juckt, sind reichhaltige Cremes und Lotionen aus Mandel- oder Pflaumenkernöl eine gute Pflege.

    Hautkrankheiten vermeiden

    Hautkrankheiten wie Akne, Neurodermitis, Schuppenflechte oder Warzen sind nicht nur unschön, sie können auch für den Körper gefährlich werden. Experten sind sich heute sicher, dass viele Hautkrankheiten durch Stress entstehen. Wer gesund bleiben will, der sollte auch seinen Lebensstil überdenken. Wenn es zu einem veränderten Hautbild kommt, dann ist es immer eine gute Entscheidung einen Dermatologen, einen Hautarzt aufzusuchen.

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  • Was ändert sich 2016 durch die neue Lebensmittelverordnung?

    Was ändert sich 2016 durch die neue Lebensmittelverordnung?

    Wer sich gesund ernähren oder abnehmen will, der erlebt bei der Wahl seiner Lebensmittel nicht selten eine große Enttäuschung, denn nicht alles, was als vermeintlich gesund oder kalorienarm verkauft wird, ist es in Wirklichkeit auch. Die Hersteller nutzen jeden Trick, um die wahre Anzahl an Kalorien geschickt zu verschleiern oder gleich ganz zu verschweigen, und lassen den Verbraucher im Dunkeln tappen. Sie appellieren an den guten Glauben der Kunden und nutzen diese Gutgläubigkeit aus, aber das soll ab 2016 anders werden, denn es tritt eine neue Lebensmittelverordnung in Kraft.

    Verwirrende Angaben

    Wer sich über die Kalorien auf den Verpackungen von Lebensmitteln informieren möchte, der ist schnell verwirrt. So hat zum Beispiel eine Portion Kartoffelchips 162 Kalorien, eine Portion Nüsse 177 Kalorien. Aber wie viel Gramm umfasst eine Portion? Durch die neue Lebensmittelverordnung werden die Hersteller jetzt gezwungen, die Zahl der Kalorien auf 100 Gramm oder auch 100 Milliliter anzugeben. Einige Hersteller haben diesen Teil der Lebensmittelverordnung schon umgesetzt, aber für den Verbraucher bleibt es trotzdem verwirrend. Nach wie vor ist es nämlich erlaubt, dass eine zweite Tabelle auf der Vorderseite des Produkts platziert werden kann und dort ist noch immer von Portionen die Rede. Die Größe der Portion wird hier absichtlich klein gehalten, um die Kalorienzahl bewusst zu verringern.

    Sorgt die neue Lebensmittelverordnung für Klarheit?

    Wer groß auf der Packung lesen kann, dass eine Portion Keks nur 53 Kalorien hat, der wird diese Kekse in dem guten Glauben kaufen, dass es sich hier um ein „schlankes“ Produkt handelt. Leider haben die Hersteller „vergessen“ zu erwähnen, dass sich die 53 Kalorien auf nur einen einzigen Keks beziehen. Die Hersteller gehen einfach davon aus, dass sich kaum jemand auf nur einen Keks beschränkt, sondern dass die Verbraucher mit ruhigem Gewissen mehrere Kekse essen, da sie nicht wissen, wie groß die Portion ist. Die neue Lebensmittelverordnung will für mehr Klarheit sorgen, denn anhand der Angaben in Gramm oder Milliliter kann der Verbraucher auf einen Blick erkennen, wie viele Kalorien und Nährwerte Lebensmittel haben. Dazu müssen die Kunden in den Supermärkten aber das Kleingedruckte hinten auf der Packung lesen.

    Diese Angabe wird 2016 Pflicht

    Nach der Lebensmittelverordnung, die 2016 in Kraft tritt, müssen die Hersteller wenn sie mit einem bestimmten Inhaltsstoff werben, diesen auch in der Nährstofftabelle angeben. Für die Hersteller von Bonbons heißt das, wenn sie mit einer Extraportion Vitamine werben, dann muss auf der Packung exakt die Menge an Vitaminen angegeben werden, die auch in den Bonbons zu finden ist. Auf diese Weise wird es durch die Lebensmittelverordnung für den Kunden einfach zu sehen, in welchem Verhältnis zum Beispiel Zucker zu der Menge an Vitaminen steht. Auch der Vergleich zu ähnlichen Produkten soll auf diese Weise leichter werden, denn wenn die Menge der Vitamine in einem ganz ähnlichen Produkt verglichen wird, dann zeigt sich schnell, ob es sich tatsächlich um eine Extraportion handelt oder nicht.

    Die neuen Verpackungen

    Die neue Lebensmittelverordnung sieht neben genaueren Angaben über die Inhaltsstoffe auch eine verbraucherfreundliche Verpackung vor. Verbraucherschützer und Ernährungsexperten plädieren schon lange dafür, dass auf die Verpackungen neben einer genauen Nährstoffangabe auch eine Nährwertampel gedruckt wird. In Großbritannien gibt es diese besondere Ampel bereits, und das macht es einfacher, Nahrungsmittel mit einem geringen, einem mittleren und einem hohen Anteil an Nährwerten zu vergleichen. In Deutschland müssen die Kunden noch auf die Nährwertampel warten, denn die zuständige Europäische Kommission will bis Ende des Jahres 2017 warten, wie die bisherigen Änderungen zu bewerten sind. Dann will man eventuell noch einmal über sogenannte alternative Darstellungsformen diskutieren.

    Wer sind gesund ernähren möchte, oder auf Dauer abnehmen will, der ist gut beraten, vor allem das Kleingedruckte auf den Verpackungen genau zu studieren.

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