Autor: Ulrike Dietz

  • Windeldermitis – fast jedes Kind ist davon betroffen

    Windeldermitis – fast jedes Kind ist davon betroffen

    Fast jedes Kleinkind hat einmal einen wunden Po, das ist kein Grund zu Sorge, denn mit Zinksalbe wird das Problem schnell und effektiv bekämpft. Wenn sich aber zu einem wunden Po ein entzündlicher Ausschlag gesellt, dann handelt es sich in den allermeisten Fällen um eine Windeldermitis, eine Erkrankung, an der jedes Kleinkind mindestens einmal erkrankt. Eine Windeldermitis ist in der Regel harmlos, aber für das Baby unangenehm. Um eine Windeldermitis zu vermeiden, sollten Mütter darauf achten, dass das Baby nie zu lange mit einer vollen Windel leben muss.

    Wie kommt es zu einer Windeldermitis?

    Die kindliche Haut ist sehr empfindlich, und da diese Haut im Bereich der Windel ständig mit Urin und Kot in Kontakt kommt, entwickelt sich schnell eine Windeldermitis. Die Ursachen dieser Entzündung sind vielschichtig, aber eine sehr wichtige Rolle spielt dabei Ammoniak, ein Bestandteil des Urins. Wenn die Windel schon seit einer Weile nass ist, dann spaltet sich das beißende Gas Ammoniak vom Urin ab, es reizt die Haut und greift schließlich den natürlichen Säureschutzmantel der Haut an. Das in der Windel herrschende feuchtwarme Klima und die ständige Reizung des Ammoniaks sind der ideale Nährboden für Pilze und Bakterien, wobei besonders der Hefepilz Candida albicans prächtig gedeiht. Wenn sich dann eine Windeldermitis bildet, dann kommt es nicht selten auch zu einer Infektion.

    Die Anzeichen einer Windeldermitis

    Eine Windeldermitis lässt sich schwer übersehen, denn wenn es zu einer Entzündung kommt, dann bilden sich auf der Haut kleine Bläschen, Pusteln, Krusten und Schuppen, zudem nässt die Haut stark, sie ist gerötet und auch geschwollen. Eine Windeldermitis kann großflächig sein und sich vom Po aus auf die Genitalien, auf den unteren Teil des Bauches und bis zu den Innenseiten der Unterschenkel ausbreiten. Wird eine Windeldermitis nicht behandelt, dann verursacht sie dem Kind große Schmerzen, und wenn sich die Pusteln und Bläschen öffnen, dann beginnt der Ausschlag auch zu bluten.

    Wie wird eine Windeldermitis behandelt?

    Eine Windeldermitis muss unverzüglich behandelt werden, und die erste und wichtigste Maßnahme besteht darin, die Haut so trocken wie möglich zu halten. Die Windeln sollten oft gewechselt werden, zudem hilft eine Wundschutzcreme sehr effektiv dabei, die Entzündung zu bekämpfen. Auch ein Babypuder kann helfen, allerdings sollte die Mutter beim Einsatz von Puder unbedingt darauf achten, dass das Baby das Puder nicht einatmet. Der Kinderarzt verschreibt bei einer Windeldermitis in der Regel eine antimykotische Salbe, die den Pilzbefall bekämpft und eine antibakterielle Salbe, um den Bakterienbefall in den Griff zu bekommen. Diese Salben erzielen in den allermeisten Fällen gute Erfolge und die Entzündung ist meist nach wenigen Tagen wieder verschwunden. Mütter, die zu pflanzlichen Mitteln mehr Vertrauen haben, sollten eine Salbe auf Lebertranbasis oder eine Zinksalbe verwenden. Diese Salben helfen gleich dreifach: gegen die Pilze, die Bakterien und auch gegen die Entzündung der Babyhaut.

    Tipps, die helfen

    Bei einer Windeldermitis gilt: Ein nackter Po ist immer besser als ein wunder Po, und das Baby sollte über Tag auch mal ohne Windel bleiben. Mütter, die ihre Kinder normalerweise mit Stoffwindeln wickeln, sollten bei einer Windeldermitis zu Wegwerfwindeln greifen, denn diese Windeln sind sehr saugfähig, vor allem aber luftdurchlässig. Mindestens sechsmal am Tag sollte die Windel gewechselt werden, hat das Baby Stuhlgang, dann muss die Windel sofort gewechselt werden. Vor dem erneuten Wickeln ist es empfehlenswert, den Po mit lauwarmem Wasser, aber ohne Seife vorsichtig zu waschen. Anschließend wird die Haut nur trocken getupft oder mit dem Föhn auf niedrigster Stufe trocken geföhnt. Eine Windeldermitis kann jedoch auch mit der richtigen Ernährung verhindert werden. Eine zuckerreiche Ernährung begünstigt die Entzündung, wenn der Zucker weggelassen wird, dann klingt die Windeldermitis in der Regel schnell wieder ab.

    Bild: © Depositphotos.com / KrystynaTaran

  • Lungen-Transplantation, neue Technik für höhere Erfolgsquoten

    Lungen-Transplantation, neue Technik für höhere Erfolgsquoten

    Transplantationen gehören heute zum Alltag in der Chirurgie, aber nicht alle Organe lassen sich so einfach verpflanzen. Vor allem bei einer Lungen-Transplantation sind die Erfolgsquoten nicht sehr hoch, denn diese Transplantation kann nur unter bestimmten Voraussetzungen gelingen. Jetzt gibt es eine neue OP-Technik, die es deutlich einfacher und effektiver macht, eine Lunge erfolgreich zu verpflanzen.

    Die Lunge wird beatmet

    Bei einer Lungen-Transplantation kommt es auf jede Minute an, denn das Organ muss so schnell wie eben möglich, vom Spender zum Empfänger gelangen. Mit der neuen Technik ist es möglich, die Lunge bis zu vier Stunden außerhalb des Körpers zu beatmen, und in diesem Zeitraum hat die Lunge die Möglichkeit, sich vollständig zu regenerieren. Ex vivo lung perfusion, kurz EVLP, so heißt die neue Methode, mit der die Lunge nach der Entnahme aus der Brust des Spenders bis zu vier Stunden weiteratmet und dabei mit Blut und auch mit den notwendigen Nährstoffen versorgt wird. Die Lunge erholt sich und kann so ohne große Probleme transplantiert werden. Bis heute können 80 % aller Spenderlungen nicht verpflanzt werden, weil sie nicht mehr gut genug funktionieren, mit der EVLP Methode steigt die Erfolgsquote, denn die Lunge ist regeneriert, wenn sie transplantiert wird.

    Lungen-Transplantation – Keine Abstoßung mehr

    Ein weiteres großes Problem bei einer Lungen-Transplantation ist die hohe Abstoßungsquote und auch hier kann die EVLP Technik in Zukunft helfen. Bei Tierversuchen an Schweinen wurden den Tieren die weißen Blutkörperchen entnommen, und in der Folge wurde die Lunge nach der Transplantation nicht mehr abgestoßen. Die Abstoßung durch das eigene Immunsystem war bislang das größte Problem bei einer Lungen-Transplantation, denn das körpereigene Immunsystem sieht das transplantierte Organ als einen Fremdkörper an und versucht, ihn mit allen Mitteln wieder loszuwerden.

    Generell ist dieses Verhalten nützlich, denn es wehrt Infektionen ab, bei einer Lungen-Transplantation wirkt es sich aber denkbar ungünstig aus. Das Problem ergibt sich aus den weißen Blutkörperchen, die vom Immunsystem nicht erkannt werden. Menschen, denen eine Lunge transplantiert wurde, sind deshalb gezwungen, ihr Leben lang Medikamente zu nehmen, die das Immunsystem unterdrücken. Diese Medikamente haben erhebliche Nebenwirkungen, die unter anderem auch das Risiko an Krebs zu erkranken, deutlich erhöhen.

    Noch in der Entwicklung

    Die Forschungen der Universitäten im schwedischen Lund und im englischen Manchester stehen zwar noch am Anfang, aber die kann bahnbrechend sein. Das Medikament, das die weißen Blutkörperchen aus der Lunge entfernt, ist bereits in der Entwicklung. Während der Tierversuche wurden die Schweine nur über einen Zeitraum von 24 Stunden beobachtet, und das sagt nach Meinung von Experten noch nichts über die Langzeitfolgen aus. Was sich aber schon jetzt sagen lässt, ist: Jede Stunde, die die Lunge außerhalb des Körpers atmet, kann die Chancen um ein Vielfaches erhöhen, dass die Lungen-Transplantation gelingt.

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  • Nabelbruch – Risiken, Symptome, Therapie

    Nabelbruch – Risiken, Symptome, Therapie

    Auch wenn ein Nabelbruch nur wenig Schmerzen verursacht, muss er unter Umständen doch operiert werden. Während der Nabelbruch bei Säuglingen schnell und gut behandelt werden kann, ist ein Nabelbruch bei erwachsenen Menschen ein größeres Problem. Von Geburt an ist der Nabel so etwas wie die Schwachstelle des Körpers und es sind oftmals kleine Ursachen, die zu einem Nabelbruch oder zu einer Nabelhernie führen können. Schweres Heben, ruckartiges Aufstehen oder auch zu starkes Recken kann dazu führen, dass die sogenannte Bruchpforte bricht.

    Was versteht man unter einem Nabelbruch?

    Wer eine kleine Beule neben oder unter dem Nabel hat und vielleicht einen leicht ziehenden Schmerz spürt, der könnte einen Nabelbruch haben. Bei einem Nabelbruch handelt es sich um eine Ausstülpung des Gewebes am Nabel, den sogenannten Nabelsack. Dieser Nabelsack ist die große Schwachstelle, denn er verursacht bei einem Nabelbruch eine Lücke in der Bauchwand, es entsteht die Bruchpforte. Was das Ganze problematisch macht, ist die Tatsache, dass diese Ausstülpung unter Umständen die Eingeweide des Bauchs, wie zum Beispiel Darmschlingen enthalten kann. Ist das der Fall, dann sprechen Ärzte von einem Bruchsackinhalt.

    Wie entsteht ein Nabelbruch?

    Wenn das Kind noch im Mutterleib ist, dann hat das ungeborene Kind im Bereich seines Nabels einen Ansatz, an dem die Nabelschnur praktisch andockt. Dieser Bereich ist eine Schwachstelle in der Bauchwand, die auch nach der Geburt bestehen bleibt. Ein Nabelbruch entsteht immer dann, wenn auf den Bauchraum großer Druck aufgebaut wird, wie das beispielsweise beim Heben von schweren Gegenständen der Fall ist. Aber auch bei Übergewicht oder in der Schwangerschaft, wenn die Bauchwand großen Belastungen ausgesetzt ist, kann es zu einem Nabelbruch kommen. Es gibt jedoch noch andere Ursachen, wie beispielsweise eine erbliche Veranlagung, denn wenn es in der Familie eine Neigung zur Bindegewebeschwäche gibt, dann ist ein Nabelbruch keine Seltenheit.

    Welche Symptome gibt es?

    Da ein Nabelbruch kaum Schmerzen verursacht, bemerken viele ihn nicht. Ein Nabelbruch ist aber sichtbar, denn am Nabel zeigt sich eine kleine Wölbung. Wenn sich der Bauchnabel hingegen bläulich verfärbt oder wenn ein ziehender Schmerz einsetzt, dann ist das ein deutliches Zeichen, dass der Bruchsackinhalt eingeklemmt ist. Sollte das der Fall sein, muss unverzüglich ein Arzt aufgesucht werden, denn meist handelt es sich um eingeklemmtes Darmgewebe und das kann die Durchblutung beeinträchtigen. Im schlimmsten Fall kann es sogar passieren, dass der Darm abstirbt. Das zieht weitere gesundheitliche Folgen nach sich und kann unter ungünstigen Umständen sogar lebensgefährlich werden. Ein eingeklemmter Nabelbruch muss sofort operiert werden, allerdings kommt ein solch gefährlicher Nabelbruch nur in drei bis fünf Prozent aller Nabelbrüche vor.

    Die Diagnose Nabelbruch

    Der Arzt diagnostiziert einen Nabelbruch meist durch einen Tastbefund, denn die Bruchpforte in der Bauchwand lässt sich bei den meisten Patienten schnell und einfach ertasten. Hat der Nabelbruch aber ein größeres Ausmaß, und wenn der Verdacht besteht, dass Gewebe eingeklemmt ist, dann kann eine Untersuchung mit dem Ultraschallgerät für Klarheit sorgen.

    Welche Therapie kommt infrage?

    Während sich bei kleinen Kindern der Nabelbruch meist wieder von alleine zurückbildet, muss bei einem erwachsenen Patienten nicht selten operiert werden. Wie umfangreich die Operation ist, das hängt von der Größe des Bruchs ab. Während der OP öffnet der Chirurg mit einem bogenförmigen Schnitt die Bauchwand im Bereich des Nabels und verlagert dann den Inhalt des Bruchsacks wieder in den Bauchraum zurück und ist der Bruchsack groß, dann wird der Arzt ihn verkleinern. Bei kleineren Nabelbrüchen wird die Bruchpforte in der Regel direkt wieder vernäht, wenn der Nabelbruch aber größer als zwei Zentimeter ist, dann wird ein Netz aus Kunststoff unter die Bauchwand genäht, um die Bauchdecke zu stützen und sie auf Dauer auch zu stabilisieren, um sie vor weiteren Brüchen zu schützen.

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  • Blut im Stuhl – nicht immer ein Alarmsignal

    Blut im Stuhl – nicht immer ein Alarmsignal

    Der Darm ist eine der empfindlichsten Regionen des Körpers, und nicht umsonst heißt es: Wenn der Darm gesund ist, dann ist der Mensch gesund. Wenn es zu Veränderungen im Darmbereich kommt, dann empfinden die meisten Menschen das als störend, alarmierend ist es aber, wenn sich Blut im Stuhlgang befindet. Blut im Stuhl kann viele Ursachen haben, die Palette der möglichen Erkrankungen reicht hier von Fisteln und Hämorriden über Risse im After bis hin zum Krebs. Wer Probleme mit dem Darm oder sogar Blut im Stuhl hat, der sollte das nicht auf die lange Bank schieben, sondern so schnell wie möglich einen Arzt aufsuchen.

    Blut im Stuhl – Meistens harmlos

    Selbst wenn Blut im Stuhl immer beunruhigend ist, zum größten Teil sind die Erkrankungen harmlos, die sich dahinter verbergen. Durchfallerkrankungen mit Erregern, die den Dünndarm und den Dickdarm quälen, treten häufig auf und während einer Darminfektion kann es auch zu Blut im Stuhl kommen. In der Regel klingen die Beschwerden meist nach wenigen Tagen von selbst wieder ab und auch die Blutungen hören wieder auf. Hämorriden sorgen ebenfalls für Blut im Stuhl, und auch hier gibt es keinen Grund zur Sorge, denn Hämorriden lassen sich heute gut medikamentös behandeln. Vor allem wer über 50 ist, der ist häufig von Hämorriden betroffen, denn in diesem Alter hat jeder Zweite diese Beschwerden. Harmlos ist in der Regel auch ein Riss im After, der ebenfalls für Blutungen beim Stuhlgang sorgt.

    Mit den Jahren steigt die Gefahr

    Darmbeschwerden treten bei jungen Menschen eher selten auf, betroffen sind davon vielmehr ältere Menschen. Mit dem Lebensalter steigt leider auch die Gefahr, dass es zum Beispiel zu Ausstülpungen im Darm, einem sogenannten Divertikel kommt, und auch Geschwüre, die sowohl im Bereich des Dick- oder Dünndarms auftreten, sind mit zunehmendem Alter keine Seltenheit. Diese Geschwüre sorgen ebenfalls für Blut im Stuhl, bei älteren Menschen steigt jedoch die Gefahr, dass die Geschwüre bösartig sind.

    Selten im Dünndarm

    In den meisten Fällen treten Blutungen im Darmbereich im Dick- oder im Mastdarm auf, der Dünndarm ist eher selten betroffen. Kommt es zu Blut im Stuhl und es handelt sich um den Dickdarm, dann kann daran zum Beispiel eine Veränderung in den Blutgefäßen schuld sein. Bei Frauen kommt es häufig zu einer Endometriose, die ebenfalls für Darmblutungen sorgt und bei der der Dünndarm betroffen ist. Darmpolypen sind eine Ursache für Blut im Stuhl und auch eine Invagination, eine Einstülpung des Dünndarms, kann Blut im Stuhl verursachen und muss behandelt werden.

    Blut im Stuhl – Die Diagnosemöglichkeiten

    Um der Ursache für Blut im Stuhl auf den Grund gehen zu können, macht der Arzt eine Koloskopie, eine Darmspiegelung. Vor dieser Untersuchung haben die meisten Menschen Angst, aber diese Angst ist unbegründet, denn eine Darmspiegelung wird auf Wunsch auch unter einer leichten Vollnarkose durchgeführt. Dazu muss der Patient allerdings für mindestens zwei Tage stationär ins Krankenhaus, denn vor der Spiegelung muss der Darm gründlich entleert werden. Wenn die Narkose ausgeschlafen wurde, dann geht es am nächsten Tag schon wieder nach Hause.

    Vorsorge ist immer vernünftig

    Wer über 55 Jahre alt ist, der sollte die Möglichkeit nutzen und einmal im Jahr eine Vorsorgeuntersuchung des Darms machen lassen. Diese Untersuchung wird von den Krankenkassen bezahlt und sie ist wichtig, denn auf diese Weise kann Darmkrebs schon in einem frühen Stadium erkannt werden. Wird der Krebs rechtzeitig erkannt, dann bestehen gute Chancen auf eine vollständige Genesung. Aber auch eine gesunde, abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung ist eine gute Vorsorge gegen den Darmkrebs. Die Ernährung sollte ballaststoffreich sein, denn das macht dem Darm die tägliche Arbeit leichter. Wenn es trotzdem zu Blut im Stuhl kommt, dann kann es vielleicht sogar lebenswichtig sein, schnell einen Arzt aufzusuchen.

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  • Künstliche Haut – neue Hoffnung für Verbrennungsopfer

    Künstliche Haut – neue Hoffnung für Verbrennungsopfer

    Wer sich schon einmal an heißem Wasser oder an einem heißen Topf verbrannt hat, der weiß, wie schmerzhaft diese Verletzungen sind. Verbrennungen gehören nicht nur zu den schmerzhaften und langwierigen Verletzungen, sie zeichnen die Betroffenen auch für ihr ganzes Leben. Verbrennungen lassen die Haut stark vernarben und das führt nicht nur zu optischen Beeinträchtigungen, sondern auch zu motorischen Problemen. Bislang konnten Chirurgen nur versuchen, die verbrannten Hautflächen mit Eigenhaut zu behandeln, aber bei dieser Methode blieben immer Narben. Jetzt gibt es eine künstliche Haut, die Verbrennungsopfern Hoffnung macht.

    Künstliche Haut züchten

    Zellbiologen forschen schon seit einigen Jahren daran, künstliche Haut herzustellen, die auch bei großflächigen Verbrennungen zum Einsatz kommen kann. Jetzt ist es gelungen, diese künstliche Haut zu züchten, und zwar in großen Mengen und dazu auch noch vollautomatisch. Die künstliche Haut wird aber nicht nur Verbrennungsopfern helfen, sie ist auch für die Kosmetikindustrie von großem Interesse, denn künstliche Haut bietet die Möglichkeit, neue Produkte auch ohne Tierversuche schnell und einfach zu testen.

    Die Nachteile der eigenen Haut

    Verletzten mit Verbrennungen wurden bisher kleine gesunde Hautstücke entnommen, dann wie ein Netz geweitet oder in kleine Stücke geschnitten. Während einer Operation wurden diese Stücke dann auf die verbrannte Haut gelegt. So wächst die Haut an, aber was bleibt, das sind unschöne Narben. Auch die sogenannte Spalthaut, bei der eine dünne Hautschicht zum Beispiel von der Kopfhaut des Patienten abrasiert wird, hinterlässt Narben. Die transplantierte Haut vernarbt aber nicht nur, sie schrumpft auch, denn sie ist zu dünn, und das bereitet den Patienten große Probleme.

    Große Erfolge

    Dem Zellbiologen Ernst Reimann und seinem Team in der chirurgischen Abteilung im Universitäts-Kinderspital in Zürich ist es nun gelungen, eine komplexe künstliche Haut in einem Labor zu züchten. Diese künstliche Haut besteht aus zehn mal zehn großen Hautstücken aus Ober- und Unterhaut, die Stammzellen, Pigmentzellen und auch Blutgefäße enthalten. Schon die vorklinischen Studien mit Mäusen und Ratten zeigten, wie effektiv diese künstliche Haut ist und Ernst Reimann ist sich sicher, dass dieser Effekt auch bei Menschen erfolgreich sein wird. Acht Kinder wurden im Kinderspital in Zürich bereits mit der künstlichen Haut behandelt, und obwohl die klinischen Tests noch laufen, hat sich bereits eine Firma gefunden, die die individuell angepassten Hauttransplantate auf den Markt bringen möchte.

    Ein großer Bedarf

    Es besteht ein sehr großer Bedarf an künstlicher Haut, die bei Verbrennungsopfern für eine bessere Wundheilung ohne Narben sorgt. Tierversuche könnten bald der Vergangenheit angehören, denn an der Haut, die eine exakte Kopie der menschlichen Haut ist, können Versuche vorgenommen werden, ob neue kosmetische Produkte, aber auch ob Wasch- und Reinigungsprodukte allergische Reaktionen hervorrufen. Da es seit März 2013 verboten ist, an Tieren zu testen, kann die Industrie jetzt auf künstliche Haut zurückgreifen.

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  • Die Drachenfrucht – der gesunde Exote

    Die Drachenfrucht – der gesunde Exote

    Sie ist knallig pink, sie sieht sehr hübsch aus und sie kann mit einem frischen, süßen Aroma beeindrucken – die Drachenfrucht. Die Drachenfrucht sieht aber nicht nur gut aus, sie hat auch viele gesunde Eigenschaften. Wer eine Diät machen will und auf der Suche nach einer Frucht ist, die wenig Kalorien hat, der sollte die Drachenfrucht mit in seinen Diätplan aufnehmen, denn die exotische Frucht besteht zu 90 % aus Wasser und ist daher sehr kalorienarm. Die Drachenfrucht ist aber auch eine sehr gute Wahl, wenn es darum geht, mit exotischen und extravaganten Früchten zu kochen.

    Die Drachenfrucht ist in den Tropen zu Hause

    Woher die Drachenfrucht genau kommt, das kann keiner exakt sagen, aber vermutlich stand die Wiege der pinken Frucht im Süden von Mexiko. Heute wächst sie vor allem in den tropischen Klimazonen dieser Welt, kultiviert wird sie seit einigen Jahren vor allem in Asien. Eines der Hauptanbauländer ist China, aber es kommen auch Drachenfrüchte aus Vietnam, aus Israel und auch aus Nicaragua. Besonders teuer, dafür aber qualitativ sehr hochwertig sind Drachenfrüchte aus Sri Lanka, denn dort gibt es nur sehr wenige Bauern, die die exotische Frucht anpflanzen.

    Wunderschöne Blüten

    Drachenfrüchte gehören zur Familie der Kakteen und sind die Früchte des kletternden Kaktus. Dieser außergewöhnliche Kaktus klettert an Mauern hoch und ist mit Vorsicht zu genießen, denn seine Sprossen haben messerscharfe Dornen. Die Hylocereus undatus trägt jedes Jahr zwischen Juni und September Blüten und diese Blüten gehören zu den größten der Welt. Bis zu 30 Zentimeter lang und 25 Zentimeter im Durchmesser erreichen die Blüten des Kaktus, und nur eine Nacht lang öffnen sich die Blüten und verströmen einen betörenden Duft, der an Jasmin erinnert.

    Von der Blüte zur Frucht

    Aus den Blüten des Kaktus wachsen Früchte, die zwischen zehn und 15 Zentimeter groß und bis zu 500 Gramm schwer werden. In ihrer Form erinnern die Früchte an einen Rugbyball, und ihre Schale ist zart rosa bis knallig pink und sehr schuppig. Erstaunlich ist aber auch das Fruchtfleisch der Drachenfrucht, denn das ist weiß oder rot und durchzogen von vielen kleinen schwarzen Kernen, die wie Punkte wirken. Der Geschmack der Drachenfrucht ist süß und sehr frisch, sie schmeckt wie eine Mischung aus Erdbeeren, Bananen und Kiwis. Die Drachenfrucht gibt es aber nicht nur in Pink, heute gibt es auch Züchtungen in knalligem Orange und mit schneeweißem Fruchtfleisch.

    Drachenfrucht – Immer verfügbar

    In gut sortierten Supermärkten und auch in Feinkostgeschäften sind Drachenfrüchte das ganze Jahr über, aber immer nur in relativ kleinen Mengen zu haben. Es ist nicht ganz so einfach, vollaromatische Drachenfrüchte zu bekommen, denn sie bleiben nur für eine kurze Zeitspanne frisch, nachdem sie geerntet wurden. Da die Transportwege aus den Herkunftsländern lang sind, wird die Drachenfrucht noch unreif geerntet, und wer die Frucht kauft, der muss den richtigen Zeitpunkt abwarten, um sie zu essen oder zum Kochen zu verwenden. Richtig reif ist eine Drachenfrucht, wenn sie intensiv pink leuchtet und die Schale auf leichten Druck nachgibt, denn erst dann lässt sich die Schale auch ohne Probleme abziehen. Unreif schmeckt eine Drachenfrucht nur nach Wasser, das Aroma entfaltet sich erst, wenn sie wirklich reif ist. Dann kann man sie einfach wie eine Kiwi aufschneiden und das Fruchtfleisch dann mit dem Löffel essen.

    Drachenfrüchte richtig lagern

    Nach dem Kauf sollte die Drachenfrucht möglichst bei Zimmertemperatur gelagert werden. Die Früchte müssen aufrecht stehen, noch besser ist es, sie aufzuhängen, denn auf diese Weise bilden sich keine Druckstellen. Wird die Drachenfrucht zu trocken gelagert, dann wird die Schale schnell schrumpelig. Wer eine Drachenfrucht als dekoratives Element, zum Beispiel auf einem festlich gedeckten Tisch oder auf einem Büfett aufstellen will, der sollte sie mehrmals am Tag befeuchten.

    Bild: © Depositphotos.com / Amaviael