Schlagwort: Augen

  • Grauer Star – wenn das Sehen immer schlechter wird

    Grauer Star – wenn das Sehen immer schlechter wird

    Rund 40 % der Menschen weltweit leiden unter einem Grauen Star, einer Trübung der Linse, die zur völligen Erblindung führt, wenn sie nicht behandelt wird. Für die meisten ist der Graue Star eine Krankheit, die überwiegend alte Menschen trifft, aber das ist ein Irrtum, denn auch junge Menschen, Kinder und sogar Säuglinge können einen Grauen Star bekommen. In der Regel tritt die Augenkrankheit aber bei Menschen über 60 auf und sie gehört zu den häufigsten Erkrankungen, die das Sehvermögen betreffen. Da sich der Graue Star heute aber dank effektiver operativer Eingriffe sehr einfach behandeln lässt, hat der Graue Star seinen Schrecken verloren.

    Eine Trübung der Linse

    Der Graue Star betrifft die Linse des Auges, die mit zunehmendem Alter ihre Spannkraft verliert. In der Folge verhärtet sie sich und das führt zu einer chronischen Trübung, die das Sehvermögen nachhaltig beeinflusst. Um einen Grauen Star diagnostizieren zu können, muss der Arzt mit einer sogenannten Spaltlampe die Bindehaut, die Hornhaut, die Lederhaut und die Regenbogenhaut, vor allem aber die Linse näher betrachten. Wenn das Sehen beeinträchtigt ist, dann muss nicht zwingend ein Grauer Star vorliegen, es kann sich auch um eine unregelmäßige Krümmung der Hornhaut handeln.

    Um eine sichere Diagnose stellen zu können, muss der Augenarzt aber noch weitere spezielle Untersuchungen machen, zu denen unter anderem auch ein computergestütztes Bild der Hornhaut gehört, um feststellen zu können, wie dick sie ist. Auch der hintere Augenabschnitt wird sehr gründlich untersucht und der Arzt überprüft bei dieser Untersuchung den Sehnerv, die einzelnen Gefäße und auch die Makula, die Stelle des schärfsten Sehens. Damit die Untersuchung auch den gewünschten Erfolg bringt, bekommt der Patient vorher Tropfen ins Auge, die die Pupillen erweitern.

    Welche Symptome hat der Graue Star?

    Die Symptome des Grauen Stars sind immer individuell, denn sie sind sowohl von der jeweiligen Form als auch vom Schweregrad der Erkrankung abhängig. Zu den häufigsten Symptomen gehören aber das Sehen von Doppelbildern und eine verschleierte Wahrnehmung der Umwelt, auch das Sehen in der Dämmerung oder bei Dunkelheit ist deutlich schwerer. Die Welt wird an Farben ärmer – so schildern viele Betroffene den Grauen Star, es gibt nur noch eine geringe Anpassung zwischen Hell und Dunkel und auch das Gefühl geblendet zu werden, nimmt mehr und mehr zu. Außerdem können die Betroffenen nicht mehr ohne Probleme lesen und auch klar in die Ferne zu sehen, macht Probleme. Das alles sind Anzeichen dafür, dass es sich um einen Grauen Star handeln könnte.

    Eine Erkrankung des Grauen Stars wird in drei unterschiedliche Stadien eingeteilt. Im ersten Stadium der beginnenden Linsentrübung haben die Betroffenen kaum Beschwerden, sie sehen noch relativ gut und eine Operation ist nicht notwendig. Schreitet die Linsentrübung fort, dann ist die Linse total getrübt und der Graue Star muss operativ behandelt werden. Im dritten Stadium, wenn der Graue Star „überreif“ ist, dann ist die Linse aufgequollen und vergrößert sich durch die Verflüssigung ständig weiter. In diesem Fall muss unverzüglich operiert werden, denn sonst ist das Augenlicht gefährdet.

    Welche Therapien gibt es?

    Die beste Therapie gegen den Grauen Star lässt sich kurz und knapp auf den Punkt bringen: Die getrübte Linse muss durch eine künstliche Linse entweder aus Silikon oder aus Acryl ersetzt werden. Für diesen operativen Eingriff ist meist nur eine örtliche Betäubung notwendig und der Patient kann schon nach wenigen Stunden wieder nach Hause gehen. Der Eingriff wird weltweit rund 700.000 mal durchgeführt und steht damit an erster Stelle der operativen Eingriffe. 90 % bis 95 % derjenigen, die eine künstliche Linse bekommen haben, können nach dem Eingriff wieder ohne Probleme sehen und haben dann nie wieder Beschwerden, vorausgesetzt es liegt kein anderes Augenleiden vor.

    Bild: © Depositphotos.com / Barabasa

  • Aphten – störend und schmerzhaft, aber harmlos

    Aphten – störend und schmerzhaft, aber harmlos

    Wenn sich auf der Mundschleimhaut kleine runde oder ovale Flecken und Pickelchen bilden, die bei jeder Mundbewegung schmerzen, dann steht die Diagnose relativ schnell fest, es handelt sich um Aphten. Aphten gehören zu den am häufigsten auftretenden Krankheiten im Mundbereich, sie sind störend, sie schmerzen, aber sie sind harmlos. Was Aphten so unangenehm macht, das ist die Tatsache, dass sie immer wieder auftreten können. Warum es Aphten gibt, ist bis heute unklar und auch wenn sie nicht gesundheitsschädlich sind, so können sie das Wohlbefinden doch sehr beeinträchtigen.

    Wie sehen Aphten aus?

    In der Regel haben Aphten die Größe einer Linse und sind entweder leicht rötlich oder weiß-gelblich. Rund 20 % der Deutschen ist mindestens einmal in ihrem Leben an Aphten erkrankt, bei einigen treten die kleinen Geschwüre im Mundraum und am Gaumen allerdings immer wieder auf. Frauen leider deutlich öfter unter Aphten als Männer, und wenn es in der Familie schon Fälle gab, dann besteht das Risiko, ebenfalls daran zu erkranken.

    Welche Ursachen haben Aphten?

    Es gibt viele Ursachen, die Aphten auslösen können, aber in den meisten Fällen bleibt die Ursache unklar. Bei Säuglingen kann es beim Saugen an der Flasche zu kleinen Verletzungen kommen, die sich dann in Aphten verwandeln. Wenn die Aphten immer wiederkehren, dann ist die Ursache meist unbekannt, aber viele Ärzte vermuten, dass es sich hierbei um eine Reaktion des Immunsystems handelt. Eisenmangel oder der Mangel an Folsäure, Vitamin B12 oder Zink werden als Ursachen für Aphten diskutiert und auch eine Überempfindlichkeit gegen bestimmte Nahrungsmittel könnte der Auslöser sein. Wer auf Tomaten, Nüsse oder auch auf Zitrusfrüchte und Alkohol allergisch reagiert, der läuft Gefahr, auch Aphten zu bekommen.

    Der monatliche Zyklus kann der Auslöser sein, aber auch Stress und schwere psychische Belastungen können dafür sorgen, dass sich Aphten im Mund bilden. Viele klagen auch nach einem Besuch beim Zahnarzt über Aphten, denn es kann während der Behandlung zu kleinen Verletzungen kommen, die dann zu Aphten werden. Ob Viren oder bestimmte Bakterien die Mundkrankheit auslösen, konnte bisher noch nicht bestätigt werden. Menschen, die mit HIV infiziert sind, leiden häufig unter Aphten, aber hier liegen die Ursachen bei den Medikamenten, die eingenommen werden.

    Welche Therapien gibt es?

    In den meisten Fällen müssen Aphten nicht behandelt werden, denn so lästig und auch schmerzhaft sie auch sind, sie verschwinden in der Regel ganz von alleine wieder. Eine Therapie kommt immer nur dann infrage, wenn die Schmerzen stark sind, und auch bei Kindern ist eine Therapie zu empfehlen, denn sie leiden darunter besonders oft. Um die Schmerzen zu lindern, hilft meist ein lokales Betäubungsmittel, das mittels einer Lösung aufgetragen wird. Ratsam ist auch der Verzicht auf bestimmte Lebensmittel wie Zitrusfrüchte und Obstsäfte sowie auf scharfe Gewürze und alkoholische Getränke, damit die Schleimhaut nicht unnötig gereizt wird.

    Mundspülungen mit Kamille helfen dabei, die Schmerzen zu lindern und die Aphten schneller abheilen zu lassen. Der Zahnarzt kann ebenfalls dabei helfen, dass die lästigen Geschwüre im Mund wieder verschwinden, denn eine Bestrahlung mit einem speziellen Rotlicht sorgt dafür, dass die Aphten schnell wieder weg sind.

    Gibt es vorbeugende Maßnahmen?

    Leider kann Aphten nur sehr begrenzt vorgebeugt werden, da die Ursachen noch nicht restlos geklärt sind. Wer schon einmal Aphten hatte, der sollte Stress abbauen, um einen weiteren Ausbruch zu vermeiden, besonders auf seine Mundhygiene achten und von Zeit zu Zeit eine medizinische Mundspülung verwenden. Empfehlenswert sind Mundspülungen mit den Wirkstoffen Betamethason, Chlorhexidin und auch Hexetidin. Um die Schmerzen zu lindern, ist eine Lösung die Lidocain enthält, die beste Wahl, denn das Lidocain betäubt den Schmerz für mehrere Stunden.

    Wenn die Aphten in einem relativ kurzen Zeitraum immer wieder kommen oder wenn sie besonders groß sind, dann sollte der Arzt eine Blutuntersuchung machen.

    Bild: © Depositphotos.com / panxunbin

  • Hausstaubmilben – Untermieter, die gefährlich werden können

    Hausstaubmilben – Untermieter, die gefährlich werden können

    Sie gehören zur Familie der Spinnen, sie werden zwischen 0,1 und 0,5 Millimeter groß, sie fühlen sich bei Temperaturen zwischen 20° und 30° Grad besonders wohl, sie schätzen eine Luftfeuchtigkeit von 70 % und sie ernähren sich für ihr Leben gerne von Hautschuppen – die Hausstaubmilben. Jeder zehnte Deutsche reagiert mittlerweile auf die kleinen lästigen Tiere allergisch, vielen wissen es aber nicht, erst dann, wenn sich zu einer Allergie auch Asthma gesellt, dann wird schnell klar, die Hausstaubmilbe ist daran schuld. Was können Betroffene tun, um die Milben und damit auch die Allergie wieder loszuwerden?

    Was löst eine Hausstaubmilben Allergie aus?

    Es ist nicht der Staub, der die Allergie auslöst, es sind die Milben, die in diesem Staub leben. Die kleinen Insekten an sich sind völlig harmlos, denn sie beißen und stechen nicht und sie übertragen auch keine Krankheiten, wie das bei anderen Insekten der Fall sein kann. Was die Hausstaubmilbe aber gefährlich macht, das sind ihre Ausscheidungen. Der Kot der Hausstaubmilbe enthält bestimmte Eiweißstoffe und das sind die eigentlichen Übeltäter, die eine Allergie auslösen können. Die Allergene sind recht schwer und können daher auch nicht in der Luft schweben, sie sinken vielmehr nach unten. Das ist auch der Grund, warum sie auf Teppichen, auf Polstermöbeln und vor allem aber auch auf Matratzen zu finden sind. In Betten halten sich die Staubmilben besonders gerne auf, denn nur dort finden sie hervorragende Lebensbedingungen und ihr Hauptnahrungsmittel, die menschlichen Hautschuppen.

    Welche Anzeichen gibt es?

    Wie viele andere Allergien, so beginnt auch eine Allergie gegen Hausstaubmilben mit einem leichten Jucken der Nase oder der Augen. Diese anfänglichen Beschwerden werden von den meisten Menschen kaum oder gar nicht wahrgenommen und nicht selten vergehen Jahre, bis die Betroffenen sich endlich entschließen, zu einem Arzt zu gehen. Dabei haben Allergien in den letzten Jahren mehr und mehr zugenommen und es ist zu befürchten, dass in der Zukunft immer mehr Menschen auf alle möglichen Stoffe allergisch reagieren. Auch die Zahl der Hausstaubmilben Allergiker wird nach Einschätzung von Experten zunehmen. Warum aber immer noch so wenig Betroffene frühzeitig zum Arzt gehen, liegt daran, dass sich keiner so recht vorstellen kann oder will, dass der Auslöser der Allergie in unmittelbarer Nähe, nämlich im eigenen Haus befindet.

    Wenn die Beschwerden wie eine immer juckende Nase und tränende Augen besonders in der Nacht oder am Morgen auftreten, dann ist davon auszugehen, dass es sich um eine Allergie gegen Hausstaubmilben handelt. Ein Blut- und Hauttest gibt aber dann die Gewissheit, denn wenn sich im Blut eine große Menge an Antikörpern befindet, dann wurde das wichtigste Indiz für die Form der Allergie gefunden. Beweisen lässt sich die Allergie gegen Milben aber auch durch den sogenannten Provokationstest, bei dem der Patient die Allergene der Milben direkt einatmen muss. Nur so lässt sich eine andere Allergie ausschließen.

    Wie sieht die Behandlung aus?

    Wer nachweislich unter einer Hausstaubmilben Allergie leidet, der hat Pech, denn bei dieser Diagnose ist es wichtig, dass die komplette Wohnumgebung saniert wird. Alle Staubfänger müssen entfernt werden, die Matratze und das Bettzeug werden ausgewechselt und stattdessen kommt eine Matratze speziell für Allergiker ins Bett. Viele müssen sich sogar von ihren Teppichen trennen und PVC Böden oder Laminat verlegen. Wenn die Symptome dann immer noch auftreten, dann kann der Arzt durch die Gabe eines Sprays mit Cortison das Leben des betroffenen Patienten ein wenig erträglicher machen. Antihistaminika, wie sie normalerweise bei Allergien gegeben werden, sind bei einer Allergie gegen Milben leider nutzlos. Neu auf dem Markt ist eine Lösung, die auf Polstermöbel und Matratzen gesprüht wird, denn der pflanzliche Wirkstoff des Sprays verdirbt den Milben den Appetit und sie verhungern.

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  • Hühneraugen und Warzen – wie wird man sie wieder los?

    Hühneraugen und Warzen – wie wird man sie wieder los?

    Wenn der Sommer kommt, dann kommt auch die Zeit der luftigen Sandalen und schicken Sandaletten. Viele tragen aber auch bei der größten Sommerhitze geschlossen Schuhe, denn sie haben ein Problem, das allgemein unter dem Begriff Hühnerauge bekannt ist. Während Hühneraugen nur an den Füßen auftreten, sind Warzen praktisch überall zu finden. Besonders gern entstehen Warzen auf dem Handrücken oder an den Fingern, aber auch im Gesicht sind Warzen keine Seltenheit. Selbst wenn Hühneraugen und Warzen harmlos sind, so möchten die Betroffenen diesen Makel gerne wieder loswerden.

    Was genau ist ein Hühnerauge?

    Clavus heißt das Hühnerauge in der medizinischen Fachsprache und fast jeder hatte schon einmal mit einem Hühnerauge zu tun. Ein Hühnerauge kann sich auf der Oberfläche der Zehen bilden, aber auch an der Seite der Zehen oder am Fußballen sind Hühneraugen keine Seltenheit. Hühneraugen sind nichts anderes als verhornte oder verdickte Stellen, die immer dann entstehen, wenn die betroffene Stelle am Fuß zu stark belastet wurde oder wenn es zu einer übermäßigen Reibung kommt, zum Beispiel durch schlecht sitzende Schuhe. In der Mitte des Hühnerauges bildet sich eine Art Dorn, der ebenfalls aus verhornter Haut besteht und der sehr tief in die unteren Hautschichten eindringen kann.

    Frauen sind übrigens deutlich häufiger von Hühneraugen betroffen als Männer. Das liegt daran, dass Frauen auch bereit sind, schlecht sitzende oder viel zu enge Schuhe zu tragen, nur um gut auszusehen. Von der einfachen Druckstelle über die schmerzhafte Blase bis hin zum unschönen Hühnerauge ist es da nur ein kurzer Weg. Ein Hühnerauge sollte auf gar keinen Fall mit einem Messer oder mit einer Schere herausgeschnitten werden, denn das kann böse Folgen haben. Der Arzt kann ein Hühnerauge schnell und schonend entfernen, aber auch Fußbäder sind eine gute Idee, um das Hühnerauge zu entfernen.

    Was sind Warzen?

    Warzen gehören zu den am meisten verbreiteten Hautirritationen, und kaum jemand kann von sich behaupten, er habe noch nie eine Warze gehabt. Warzen sind harmlose Hautwucherungen, die aber auch schmerzen können und vor allem unangenehm ins Auge fallen. Warzen können ganz unterschiedliche Formen haben. Es gibt Pinselwarzen, Mosaikwarzen, Dornwarzen und Flachwarzen, die meist im Gesicht zu finden sind und daher besonders stören. Im Genitalbereich treten überwiegend Feigwarzen auf.

    Warzen sind halbkugelartige Erhebungen auf der Haut, die zwischen zwei bis vier Millimeter hervorstehen. Die meisten Warzen sind so groß wie der Kopf einer Stecknadel, aber sie können auch die Größe einer Erbse erreichen. Auf der Warze ist eine Hornschicht, die sich taub und auch ein wenig schuppig anfühlt und in einigen Warzen sind auch schwarze Pünktchen zu sehen. Im Normalfall treten Warzen einzeln auf und werden Mutterwarzen genannt. Es kann aber auch passieren, dass die Mutterwarze um sich herum mehrere Tochterwarzen schart, die sich dann großflächig auf der Haut ausbreiten.

    Sind Warzen ansteckend?

    Im Gegensatz zu Hühneraugen sind Warzen ansteckend und sie verbreiten sich immer durch den direkten Hautkontakt. Aber auch wenn ein Betroffener sein Handtuch, seine Socken oder seine Schuhe mit anderen teilt, dann kann es passieren, dass sich die Warze überträgt. Auch wenn Warzen harmlos, aber ansteckend sind, sollten sie nach Möglichkeit entfernt werden. Kleine Warzen verschwinden, wenn sie vereist werden, denn der flüssige Stickstoff zerstört durch seine Kälte die obersten Schichten der Haut und die Warze lässt sich einfach entfernen. Um eine Warze zu vereisen, muss man nicht unbedingt zu einem Arzt gehen, es gibt auch Vereisungsstifte, die man in der Apotheke kaufen kann.

    Eine Alternative ist eine Behandlung mit einem Salizylsäure-Pflaster oder mit einem Salizylsäure-Gel. Das Pflaster und auch das Gel müssen alle zwei bis drei Tage auf die Warze aufgetragen werden und die Warze löst sich dann von selbst aus der Haut.

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  • Kinderlähmung – die fast vergessene Krankheit

    Kinderlähmung – die fast vergessene Krankheit

    Schluckimpfung ist süß, Kinderlähmung ist grausam – mit diesem eindringlichen Slogan wurde in den 1960er und 1970er Jahren für die Polio Impfung geworben. Die Werbung hatte Erfolg, denn zumindest in Deutschland ging die Zahl der Polioinfektionen drastisch zurück. Leider ist das nicht überall so, denn trotz einer effektiven Impfung gibt es heute immer noch weltweit viele Fälle von Kinderlähmung, einer Krankheit, die vielfach unterschätzt wird und die doch so gefährlich ist. Besonders in den Entwicklungsländern und den Ländern der Dritten Welt kommt es immer noch zu Massenerkrankungen und die Weltgesundheitsorganisation WHO hat es sich zum Ziel gesetzt, auch diese Länder gänzlich poliofrei zu machen.

    Was ist Kinderlähmung?

    Kinderlähmung oder Polio ist eine hoch ansteckende Virusinfektion, bei der die Viren vor allem Teile des Rückenmarks und damit den Bewegungsapparat befallen. Das führt in ungünstigen Fällen zu einer Lähmung oder sogar zum Tod. Übertragen wird Kinderlähmung entweder durch Fäkalien oder oral, also durch die Nahrung. Die Infizierten scheiden die Krankheitserreger durch den Kot aus und die Viren wandern dann bedingt durch mangelnde Hygiene ins Wasser oder aber in die Nahrung, wo sie aufgenommen werden, was dann zur Erkrankung führt.

    Aber nicht jede Infektion mit dem Erreger führt auch zu einer klassischen Kinderlähmung, in 95 % aller Fälle verläuft die Infektion unbemerkt und ohne Folgen. In den restlichen 5 % entwickelt sich aber eine Erkrankung und es hängt immer vom Verlauf der Erkrankung ab, wie heftig der Ausbruch ist. Zu Beginn einer Polio-Infektion gibt es kaum Beschwerden und auch keine nennenswerten Symptome, der Infizierte fühlt sich nach zwei Wochen wieder gesund. Ärzte sprechen von einer abortiven Phase. Wenn aber das zentrale Nervensystem von den Viren befallen wird, dann entsteht eine sogenannte aseptische Kinderlähmung und hier zeigen sich dann die ersten typischen Symptome.

    Welche Symptome gibt es?

    Plötzlich auftretendes sehr hohes Fieber kann ein erstes Anzeichen für eine Polio-Infektion sein. Rückenschmerzen kommen dazu, aber auch Muskelschmerzen und eine hohe Sensibilität gegenüber äußeren Reizen wie zum Beispiel grellem Licht, das in den Augen schmerzt, gehören ebenfalls zu den klassischen Symptomen einer Kinderlähmung. Ein besonders markantes Zeichen ist aber die Nackensteifigkeit, denn der Betroffene kann seinen Nacken nicht mehr bewegen.

    Ist das zentrale Nervensystem betroffen und haben die Viren das Gehirn und das Rückenmark erreicht, dann hinterlässt die Krankheit in den allermeisten Fällen auch bleibende Schäden wie eine schwere Lähmung und nicht selten führt die Kinderlähmung dann auch zum Tod.

    Welche Therapien gegen Kinderlähmung gibt es?

    Die Kinderlähmung kann im klassischen Sinne nicht behandelt werden, alles was getan werden kann, ist den Krankheitsverlauf und die Krankheit selbst zu lindern. Es gibt keine Medikamente gegen Polio und keine Möglichkeit, den Erreger direkt zu bekämpfen. Für die Betroffenen ist es aber wichtig, dass sie das Bett hüten, auch dann, wenn nur ein Verdacht besteht, dass es sich um eine Polio-Infektion handeln könnte. Die Lagerung spielt eine wichtige Rolle, denn die Kranken sollten möglichst so gelagert werden, dass sich die Muskeln entspannen können, um das Risiko einer Lähmung zu minimieren. Krankengymnastik ist hilfreich, um den Körper beweglich zu halten, in schweren Fällen ist auch eine maschinelle Beatmung und damit eine intensive medizinische Behandlung notwendig.

    Kinderlähmung vorbeugen

    Der beste Schutz gegen die Kinderlähmung ist die Impfung, denn nur die Impfung kann verhindern, dass die Krankheit, die bis heute überwiegend Kinder betrifft, nicht ausbrechen kann. Konsequente Massenimpfungen haben in den letzten Jahren dafür gesorgt, dass Polio weitgehend ausgerottet werden konnte. Aber es gibt bis heute Risikogebiete wie zum Beispiel Nigeria, Pakistan und auch Afghanistan, in denen die Kinderlähmung in regelmäßigen Abständen immer wieder auftritt. Wer in diese Länder reisen will und nicht gegen Polio geimpft ist, der sollte die Impfung unbedingt nachholen.

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  • Alkohol – die unterschätzte Sucht

    Alkohol – die unterschätzte Sucht

    Ein Gläschen in Ehren kann bekanntlich niemand verwehren, aber es bleibt meist nicht bei diesem einen Gläschen. Alkohol hat sich im Laufe der Jahre mehr und mehr zu einer gefährlichen Sucht entwickelt und da es Alkohol überall und in unendlich vielen Varianten zu kaufen gibt, kann man davon ausgehen, dass die Zahl der Suchtkranken noch weiter steigen wird. Der Schritt vom gelegentlichen Glas auf der Party bei Freunden bis zum regelmäßigen Glas am Abend ist nur klein und jeder kann in die Gefahr geraten, zum Alkoholiker zu werden. Wer regelmäßig trinkt, der weiß wahrscheinlich nicht, was in seinem Körper alles passiert und welchen Schaden der Alkoholgenuss auf Dauer anrichten kann.

    Ein Rausch mit Folgen

    Wie berauschend Alkohol sein kann, das weiß jeder, der schon mal ein Glas zu viel getrunken hat. Während im Körper immer der gleiche Prozess stattfindet, wirkt sich der Alkohol auf die Psyche bei jedem Menschen anders aus. Die einen werden still, die anderen redselig, wieder andere werden euphorisch oder traurig und auch Aggressivität ist keine Seltenheit, wenn es um zu viel Alkohol geht.

    Wer Alkohol in einem vernünftigen Maß genießt, hat weder seelisch noch körperlich viel zu befürchten, aber wer ständig Wein, Bier oder Hochprozentiges zu sich nimmt, der sollte sich über die schädliche Wirkung Gedanken machen.

    Schnelle Wirkung durch Alkohol

    Wie beim Rauchen, so beginnen die negativen Folgen auch beim Alkohol bereits im Mund. Der Alkohol greift zuerst die empfindlichen Schleimhäute in der Mundhöhle und im Rachen an. Dann führt der Weg durch den Kehlkopf und die Speiseröhre bis in den Magen, wo der Alkohol wieder Schäden hinterlässt. Besonders der Schließmuskel am Übergang vom Magen zum Darm leidet unter dem Alkohol, der jetzt wie ein Zellgift wirkt. Der Muskel wird bei regelmäßigem Alkoholgenuss geschwächt und es kann zu Sodbrennen kommen, was auf Dauer die Speiseröhre verätzt. Sodbrennen ist nicht nur unangenehm und schmerzhaft, es erhöht auch die Gefahr, dass Krebs entstehen kann.

    Leiden muss auch die Magenschleimhaut, denn der Alkohol setzt dem Gewebe zu und das kann zu einer schmerzhaften Entzündung der Magenwände, zu Geschwüren und in der Folge auch zu Krebs kommen. Schädlich wirkt sich der Alkohol aber auch auf das Herz- und Kreislaufsystem aus. Auch wenn geringe Mengen einen durchaus positiven Effekt haben, wird zu viel Alkohol getrunken, dann steigt das Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden. Schon 15 bis 20 Gramm Alkohol täglich reichen aus, um das Herz zu schädigen und auch Herz-Rhythmus-Störungen sind bei Menschen, die regelmäßig viel Alkohol trinken, keine Seltenheit.

    Zu viel Alkohol und die Leber leidet

    Der gesamte Organismus leidet unter übermäßigem Alkoholgenuss, aber ein Organ muss ganz besonders hart arbeiten und das ist die Leber. Wird zu viel Alkohol getrunken, dann versucht die Leber mit ganzer Kraft, die schädliche Wirkung abzumildern und muss dabei wahre Schwerstarbeit leisten. Die Leber ist dafür zuständig, alle Gifte zu filtern, die dem Körper zugeführt werden. Da sie ständig zu tun hat, um zum Beispiel das Fett zu verarbeiten, kann man sich ausrechnen, dass die Leber sehr schnell überfordert ist. Sie muss sich nur noch mit dem Alkohol beschäftigen und hat keine Kapazitäten mehr, um das Fett zu verarbeiten. In der Folge entsteht dann eine sogenannte Fettleber und das führt dann zu einer Störung des Fettstoffwechsels, was wiederum die Cholesterinwerte in die Höhe treibt. Im schlimmsten Fall führt zu viel Alkohol dazu, dass sich eine Leberzirrhose bildet, und schließlich gibt die Leber ihren Dienst auf und das führt zum Tod. Selbst dann, wenn kein Alkohol mehr getrunken wird, bildet sich an der Leber ein Narbengewebe und sie wird sich nie wieder komplett erholen können.

    Jeder der gerne Alkohol trinkt, sollte sich stets vor Augen führen, welche Folgen Alkohol haben kann.

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