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  • Mumps – eine Kinderkrankheit, die Folgen haben kann

    Mumps – eine Kinderkrankheit, die Folgen haben kann

    Viele kennen Mumps unter den Namen Ziegenpeter, weil den Kranken früher ein Tuch um den Kopf gebunden wurde, was den Betroffenen das etwas einfältige Aussehen eines Ziegenhirten verlieh. Der Name Mumps leitet sich aber vom englische Wort Mump ab, was so viel wie verdrießlich bedeutet, wobei wir wieder beim Aussehen der erkrankten Patienten wären, denn die gucken nicht gerade begeistert in die Welt. Verstärkt wird dieser Ausdruck noch durch die angeschwollenen Ohrenspeicheldrüsen, die ein bisschen wie Hamsterbacken wirken. Mumps gehört zu den klassischen Kinderkrankheiten, die vor allem Kinder zwischen dem vierten und zehnten Lebensjahr betrifft.

    Die ersten Anzeichen

    Mumps ist eine Viruserkrankung mit einer Inkubationszeit zwischen zwei und drei Wochen. Eines der ersten Anzeichen ist hohes Fieber, das nicht selten auf 40° Grad steigt. Zeitgleich schwillt meist nur auf einer Seite die Ohrspeicheldrüse an, und da das Anschwellen auf den Gehörgang drückt, haben die Kranken auch Ohrenschmerzen. Nach einigen Tagen Ruhe steigt das Fieber erneut an und auch die Ohrspeicheldrüse auf der anderen Seite schwillt ebenfalls an. Durch die etwas voluminöse Gesichtsform stehen die Ohrläppchen ab, was den Kranken ihr charakteristisches Aussehen verlieht. Nach maximal zwei Wochen ist Mumps in der Regel überstanden und die Betroffenen sind ihr Leben lang vor einer erneuten Ansteckung geschützt.

    Wie wird Mumps behandelt?

    Normalerweise verläuft Mumps ohne große Probleme. Um die Krankheit vor allem für Kinder erträglich zu machen, kann es helfen feuchte Umschläge oder warme Ölpackungen auf die geschwollenen Ohrspeicheldrüsen zu legen, um zudem auch die Ohrenschmerzen lindern zu können. Zusätzlich sollte in der akuten Phase auf eine besonders sorgfältige Mundpflege geachtet werden. In den beiden Fieberphasen ist Bettruhe das oberste Gebot, und wenn das Fieber die 40° Grad Marke erreicht, dann können Wadenwickel die Temperatur senken. Obstsäfte und auch Früchte sollten während der Erkrankung nicht verabreicht werden, denn sie regen den Speichelfluss an und das ist schmerzhaft.

    Neben den Ohrspeicheldrüsen können auch die Lymphknoten am Hals anschwellen, und das ist immer dann der Fall, wenn der Kranke bei Bewegungen des Kopfs oder des Kiefers über Schmerzen klagt. Nicht selten fällt das Kauen und Schlucken schwer und daher sollten Kinder, die an Mumps erkrankt sind, nach Möglichkeit nur weiche Nahrung wie zum Beispiel Babynahrung bekommen. Ein sicherer Schutz vor Mumps ist eine Impfung, die auch als Kombiimpfung zusammen mit Masern und Röteln gegeben werden kann. Geimpft werden Kinder ab dem zweiten Lebensjahr und empfehlenswert ist eine Auffrischung zwischen dem 11. und 13. Lebensjahr.

    Welche Komplikationen kann es geben?

    Mumps verläuft in der Regel ohne Probleme, aber es kann trotzdem zu Komplikationen kommen. Je älter der Patient ist, umso größer wird auch das Risiko, dass es zu einen schweren Verlauf der Krankheit kommt. Eines dieser Komplikationen ist eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse, ältere Patienten leiden zudem unter starken Bauchschmerzen, Erbrechen und Übelkeit. Starke Kopfschmerzen sind ebenfalls ein Zeichen dafür, dass Mumps einen schweren Verlauf nimmt, selten sind hingegen Lähmungserscheinungen und Bewusstseinsstörungen. Zu den sehr gefährlichen Folgeerkrankungen von Mumps gehört aber eine Meningitis, eine Hirnhautentzündung. Immer wenn das der Fall ist, dann wird ein Aufenthalt im Krankenhaus und die Gabe von Antibiotika notwendig. Bei männlichen Patienten kann zu Schmerzen im unteren Bauchbereich kommen und auch die Hoden können in Mitleidenschaft gezogen werden. Diese Symptome treten allerdings selten bei Kindern auf, nur wenn erwachsene Männer an der Mumps erkranken, dann gehören Probleme mit den Hoden zu den Risiken.

    Diese Symptome sollten nie auf die leichte Schulter genommen werden, denn eine Entzündung der Hoden ist nicht nur sehr schmerzhaft, sie kann auch Unfruchtbarkeit zur Folge haben. Erwachsene, die Mumps noch nicht gehabt haben oder die nicht geimpft sind, sollten sich daher von an Mumps erkrankten Patienten fernhalten.

    Bild: © Depositphotos.com / withGod

  • Was passiert bei einer Dialyse?

    Was passiert bei einer Dialyse?

    Viele kennen den Begriff Dialyse auch unter den Namen Blutwäsche, aber eine Dialyse kann mehr als nur das Blut waschen, sie rettet Menschen, die unter schweren Schäden der Niere leiden, immer wieder das Leben. Normalerweise übernehmen die Nieren die Funktion das Blut zu waschen, wenn sie aber krank oder geschädigt sind, dann übernimmt eine Maschine diese Aufgabe, eben die Dialyse. Durch die Dialyse werden alle schädlichen Substanzen und auch das überschüssige Wasser aus dem Körper gefiltert, und wenn die Diagnose Dialyse fällt, dann hat der Patient die Wahl zwischen zwei verschiedenen Arten, wie die Dialyse durchgeführt werden kann.

    Welche Dialyseformen gibt es?

    Streng genommen wäscht die Dialyse das Blut nicht, sie reinigt es vielmehr und gibt es dann wieder an den Körper ab. Es gibt zwei unterschiedliche Verfahren für eine Dialyse und der Patient kann sich entweder für das extrakorporale oder aber für das intrakorporale Verfahren entscheiden. Welche Form der Dialyse infrage kommt, das entscheidet auch der Arzt. Bei einer extrakorporalen Dialyse findet die Blutreinigung außerhalb des Körpers statt. Der Arzt legt dem Patienten während eines operativen Eingriffs einen speziellen Gefäßzugang den sogenannten Shunt, mit dem eine Vene mit einer Arterie verbunden wird. Bei der intrakorporalen Dialyse, die im Körper stattfindet, läuft die Dialyse über einen Zugang im Bauchfell. Diese Form kommt allerdings eher selten zum Einsatz, normalerweise fällt die Wahl auf die externe Form.

    Die Hämodialyse

    Die einfachste und deshalb auch sehr oft angewandte Therapie, um das Blut zu reinigen, ist die Hämodialyse. Bei diesem Verfahren reinigt ein Filter, der sogenannte Dialysator das Blut von schädlichen Stoffen. In einem Dialysator fließen eine spezielle Flüssigkeit, das Dialysat und das Blut getrennt und in entgegengesetzten Richtungen durch eine Membran. Zwischen den beiden Seiten der Membran gibt es beim jeweiligen Konzentrat einen Unterschied, da im Blut deutlich mehr Teilchen, wie zum Beispiel Harnstoff enthalten sind. Die Teilchen gehen unablässig in die Spülflüssigkeit über und werden dann als gereinigtes Blut wieder in den Körper zurückgeführt.

    Menschen, deren Nieren krank oder geschädigt sind, müssen mehrfach in der Woche an eine Dialyse angeschlossen werden. In der Regel geschieht das dreimal in der Woche für vier bis acht Stunden, aber es gibt auch Patienten, die eine tägliche Dialyse von zwei Stunden auf sich nehmen, weil sie sich dann besser und vor allem auch leistungsfähiger fühlen.

    Die Heimdialyse

    Da die kontinuierliche tägliche Dialyse immer beliebter wird, aber nicht jeder Patient jeden Tag in eine Praxis oder in ein Krankenhaus fahren kann, gewinnt die Heimdialyse immer mehr an Bedeutung. Dank moderner Technik wird es möglich, das Blut auch in den eigenen vier Wänden einfach zur reinigen, und die Heimdialyse kann heute ganz individuell den Bedürfnissen des Patienten angepasst werden.

    Wie sieht die Prognose aus?

    In Deutschland sind ca. 60.000 Menschen von der Dialyse abhängig. Wie gut oder schlecht ihre Prognose ist, das hängt zum einen vom Lebensalter und zum anderen von der Grunderkrankung ab. Bei ungefähr der Hälfte der Dialyse Patienten, die dauerhaft auf die Dialyse angewiesen sind, beträgt die Lebenserwartung vom Beginn der Dialyse an noch rund zehn Jahre, aber jeder vierte lebt mit der Dialyse noch 20 Jahre oder sogar noch länger. Wenn aber eine Diabetes oder eine Herzerkrankung dazu kommen sollten, was bei einem Dialyse Patienten nicht selten der Fall ist, dann sinkt die Lebenswartung drastisch.

    Die Lebensqualität muss nicht zwangsläufig unter der Dialyse leiden, viele können ganz normal einer Beschäftigung nachgehen und ein ruhiges Leben führen. Möglich wird das aber auch durch das Angebot einer ambulanten Blutwäsche, die heute in vielen Krankenhäusern angeboten wird. Viele stehen aber auch auf der Transplantationsliste und hoffen auf eine neue Niere, die eine Dialyse überflüssig macht.

    Bild: © Depositphotos.com / beerkoff1

  • Wurmbefall im Darm – Hilfe gegen Parasiten

    Wurmbefall im Darm – Hilfe gegen Parasiten

    Allein die Vorstellung, dass sich im Darm Würmer aufhalten könnten, verursacht bei den meisten Menschen ein Ekelgefühl. Aber so schrecklich das auch klingen mag, Gesundheitsexperten vermuten, dass jeder Mensch im Verlauf seiner Kindheit schon einmal Würmer im Darm hatte. Wurmbefall im Darm ist unangenehm und kann gefährlich werden, je nachdem, welcher Wurm sich im Darm befindet. In der Regel werden Menschen von drei verschiedenen Wurmarten aufgesucht, dem Spulwurm, dem Madenwurm und dem bekannten Bandwurm. Alle diese Helminthen, wie die Würmer mit medizinischem Namen heißen, leben als Parasiten, also als Schmarotzer, die im Verlauf ihres Lebens immer mal wieder den Wirt oder den Zwischenwirt wechseln.

    Wie kommen die Würmer in den Darm?

    Verunreinigte Speisen oder auch der direkte Kontakt mit Tieren verursachen einen Wurmbefall im Darm. Sind die Würmer dann im Darm angekommen, dann vermehren sie sich und legen Eier, aus denen dann später Larven werden. Es gibt aber auch Wurmarten, die von Mücken oder Fliegen übertragen werden und durch den Hautkontakt in den Darm gelangen. Diese Würmer sind allerdings nicht in Europa zu finden, sie können aber ein unschönes Mitbringsel aus dem Urlaub in den Tropen sein.

    Welche Symptome sind für einen Wurmbefall typisch?

    Ist der Wurm im Darm, dann stellen sich auch schnell die ersten Symptome ein. Die Betroffenen verspüren besonders am Abend und in der Nacht einen starken Juckreiz am After, denn die Würmer legen ihre Eier am liebsten in den Falten des Afters ab. In diesem Stadium sind die weißen, ca. einen Zentimeter langen Würmer dann auch im Kot sichtbar. Neben dem Juckreiz, der nach relativ kurzer Zeit wieder abklingt, gibt es kaum Beschwerden und viele, die Würmer haben, nehmen die Symptome nicht sonderlich ernst.

    Wenn der After aber stark juckt, dann kann es durch das Kratzen zu Rissen kommen und wenn diese Risse sich entzünden, dann wird es für die Betroffenen unangenehm. Helfen kann in diesen Fällen oft ein Sitzbad mit Kamillenblüten, die die Entzündung abklingen lassen. Kommt es zu einem starken Befall durch Würmer, dann verlieren die Betroffenen häufig an Gewicht, es kommt zu Durchfall, zu Bauchschmerzen und auch rektale Blutungen sind keine Seltenheit.

    Befall durch Band- und Spulwürmer

    Im Gegensatz zu den Madenwürmern, die lediglich einen starken Juckreiz auslösen, kann ein Befall mit Spul- und Bandwürmern schon einen größeren Schaden anrichten. Spulwürmer sind rosa und können, wenn sie ausgewachsen sind, bis zu 45 Zentimeter lang werden. Die Larven des Schmarotzers können schwere allergische Reaktionen auslösen und da die Würmer sehr groß werden, gelangen sie auch ohne Probleme in die Gänge der Bauchspeicheldrüse und in die Galle, wo sie Koliken auslösen können. Bei einem starken Befall kann es sogar zu einem Darmverschluss oder zu einer Darmlähmung kommen. Wenn es den Würmern gelingt, in die Blutbahn zu kommen, dann dringen sie nicht selten bis zur Lunge vor und das führt zu Atembeschwerden, Fieber, Husten und in Einzelfällen auch zu asthmatischen Anfällen.

    Bandwürmer gehören zur Familie der Plattwürmer und sie können je nach Art, zwischen drei Millimetern und 20 m lang werden. Ist ein Bandwurm im Darm, dann kommt es zu heftigen Bauchschmerzen, zu einem starken Gewichtsverlust und häufig auch zu migräneartigen Kopfschmerzen.

    Wie wird Wurmbefall behandelt?

    Anders als in früheren Zeiten können Würmer im Darm heute gezielt und auch sehr effektiv behandelt werden. Die Patienten müssen eine Wurmkur machen, das heißt, sie müssen je nach Stärke des Wurmbefalls eine entsprechend lange Kur mit verschiedenen Medikamenten machen. Zu 90 % sind die Würmer dann verschwunden. Damit sich aber erst gar keine Würmer im Darm ansiedeln können, sollte man auf den Verzehr von rohem Fleisch wie zum Beispiel Tatar verzichten, denn im rohen Hackfleisch können sich Eier oder Larven der Würmer befinden.

    Bild: © Depositphotos.com / olgaru79

  • Leistenbruch – eine Verletzung, die behandelt werden muss

    Leistenbruch – eine Verletzung, die behandelt werden muss

    Es reicht schon aus, eine Kiste Mineralwasser zu heben, und schon ist er da, der Leistenbruch. Aber auch bei starkem Husten oder einer unsachgemäßen Bewegung kann es zu einem Bruch kommen und nicht immer ist dieser Bruch auch harmlos. Eine Leistenhernie, so der medizinische Fachbegriff, kann Männer wie Frauen im gleichen Maße treffen, und wenn es sich um einen starken Riss im Gewebe handelt, dann muss auf jeden Fall ein Arzt aufgesucht werden. Viele verspüren nach einer Anstrengung die typischen Schmerzen, die ein Leistenbruch auslöst, aber da der Schmerz wieder vergeht, wenn man sich entspannt, suchen viele Betroffene keinen Arzt auf und das kann unangenehme Folgen haben.

    Wie macht sich ein Leistenbruch bemerkbar?

    Der Name Leistenbruch ist ein wenig irreführend, denn die Leiste geht nicht zu Bruch, es reißt vielmehr das Gewebe in der Leistengegend. Als erstes Anzeichen verspüren die Betroffenen ein starkes Ziehen in der Leistengegend, das aber sofort wieder nachlässt, wenn man sich entspannt. Frauen spüren dieses Ziehen bis in den Unterleib, bei Männern können die Hoden schmerzen, wenn es zu einem klassischen Leistenbruch kommt. Die Schmerzen treten dann wieder auf, wenn die Leistenregion erneut über Gebühr belastet wird, also wenn man wieder schwer hebt oder erneut heftig husten muss.

    Wenn der Riss im Gewebe größer wird, dann ist ein Leistenbruch auch äußerlich zu sehen. Es bildet sich in der Leistengegend eine deutliche Beule und dieses sogenannte Bruchgeschwulst ist nicht nur sichtbar, sondern es lässt sich auch gut ertasten. Diese charakteristische Beule entsteht immer dann, wenn ein Organ im Bauchraum, meistens ist es der Darm, durch den Riss im Gewebe verschoben wird. Die Beule lässt sich leicht wieder wegdrücken, und da das keine Schmerzen bereitet, geht kaum jemand zu einem Arzt.

    Wann wird ein Leistenbruch gefährlich?

    Gefährlich kann ein Leistenbruch immer dann werden, wenn ein Teil des Darms durch den Riss im Gewebe nicht nur verschoben, sondern vielmehr eingeklemmt wird. Dieser Vorgang der Inkarzeration genannt wird, ist mit heftigen Schmerzen verbunden, zu denen sich auch Fieber, Übelkeit und Erbrechen gesellen können. Immer wenn der Darm eingeklemmt ist, dann muss der Betroffene sofort operiert werden, denn sonst kann es zu schweren Entzündungen im Bauchraum kommen.

    Streng genommen sollte jeder Leistenbruch operiert werden, denn er bildet sich nicht mehr von selbst zurück, sondern wird im Gegenteil im Laufe der Zeit immer größer.

    Minimale Operationen

    Viele Menschen fürchten sich vor einer Operation, vor allem wenn es um einen Leistenbruch geht, der nicht ständig schmerzt oder hinderlich ist. Aber die Furcht vor dem Chirurgen ist unbegründet, denn schließlich gibt es heute die sogenannte minimal-invasive Technik, auch Schlüsselloch-Chirurgie genannt. Bei dieser modernen Technik macht der Arzt kleine Schnitte in die Bauchdecke und führt mit einem Laparoskop ein Netz in die Leistengegend ein, um den Riss im Gewebe zu stabilisieren.

    Für diese Technik gibt es zwei Möglichkeiten, zum einen die Transabdominelle Netzplastik, kurz TAPP genannt, und zum anderen die extraperitoneale Netztechnik, kurz TEP genannt. Wählt der Arzt die TAPP Technik, dann befestigt der Arzt ein Netz am Bauchraum und fixiert es dort mit der Hilfe von Clips. Eine solche Fixierung ist bei der TEP Methode nicht notwendig, denn hier wird das Netz genau zwischen dem Bauchfell und der Muskulatur platziert und hält dort von ganz alleine.

    Beide Methoden der minimal-invasiven Technik sind besonders für Leistenbruchpatienten eine sehr gute Wahl, die nach der OP möglichst schnell wieder belastbar sein möchten oder sein müssen. Ein großer Vorteil der Operationsmethode ist, dass es nicht mehr so schnell zu einer neuen Verletzung kommen kann. Ein Nachteil ist, dass der Patient eine Vollnarkose bekommen muss, die aber leider nicht für alle Betroffenen auch infrage kommt.

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  • Schluckauf – das unangenehme Dauer-Hicksen

    Schluckauf – das unangenehme Dauer-Hicksen

    Jeder kennt es und wer davon betroffen ist, der hat nicht selten die Lacher auf seiner Seite. Gemeint ist der Schluckauf, eine Art Hicksen, was sehr lästig sein kann, besonders dann, wenn es länger anhält. Bis 100 zählen, ein Glas Wasser trinken, einen Kopfstand machen oder einen Löffel Zucker essen – es gibt viele Vorschläge, um den Schluckauf wieder loszuwerden, aber nicht alle sind auch hilfreich. Woher kommt der Schluckauf? Was ist für das Dauer-Hicksen verantwortlich und wie wird man es möglichst schnell wieder los?

    Der Übeltäter ist das Zwerchfell

    Singultus – so heißt der Schluckauf mit medizinischem Namen, und der hat seine Ursache im Zwerchfell, einer Muskelplatte, die die Brust- von der Bauchhöhle trennt und die für die Zwerchfellatmung verantwortlich ist. Beim Einatmen wird das Zwerchfell nach unten gezogen und das Volumen des Brustkorbs nimmt zu. So entsteht ein Unterdruck, bei die Luft durch die jetzt geöffnete Stimmritze in die Lunge gesaugt wird. Wenn das Zwerchfell sich dann wieder entspannt, dann weicht die Luft wieder aus der Lunge.

    Für das typische Hicksen ist aber der sogenannte Nervus phrenicus verantwortlich, denn immer dann, wenn dieser Nerv gereizt wird, dann reagiert das Zwerchfell mit Hicksen. Kommt es zum Schluckauf, dann verkrampft sich das Zwerchfell und die Stimmritze wie auch die Stimmbänder verschließen sich. In der Folge kann die Luft die in der Lunge ist, nicht mehr entweichen und es baut sich Druck auf. Dieser Druck entlädt sich dann und es kommt zu jenem unangenehmen Hicksen.

    Was verursacht einen Schluckauf?

    Es gibt verschiedene Ursachen für einen Schluckauf. Zu schnelles und hastiges Trinken kann einen Schluckauf auslösen, denn dann gelangt zu viel Luft in den Magen. Auch zu kaltes oder zu heißes Essen und Getränke lösen einen Schluckauf aus, ebenso wie zu große Portionen auf der Gabel. Wer gerne stark kohlensäurehaltige Getränke wie zum Beispiel Mineralwasser trinkt, der muss sich nicht wundern, wenn es zu einem Schluckauf kommt. Rauchen und Alkohol, aber auch Nervosität und Stress können einen Schluckauf auslösen. Warum es aber überhaupt zu einem Schluckauf kommt, das konnte medizinisch bisher noch nicht nachgewiesen werden.

    Was hilft gegen das Hicksen?

    Es gibt wie schon erwähnt viele Hausmittel, aber sie alle sind keine Garantie dafür, dass der Schluckauf auch wirklich verschwindet. Da diese Hausmittel aber auch nicht schaden können und das Zwerchfell auch beruhigen, ist es keine schlechte Idee, sie einfach mal auszuprobieren. Ärzte empfehlen unter anderem, ein Glas Leitungswasser in kleinen schnellen Zügen zu trinken oder in eine Zitrone zu beißen. Aber auch gurgeln kann hilfreich sein, und wer die Luft anhält, der kann vielleicht auch auf diese Weise seinen Schluckauf loswerden. Erschrecken ist für viele eine gute Methode, und wer ein wenig Zeit mitbringt, der sollte jemanden bitten, ihn in ein Gespräch zu verwickeln, denn das lenkt ab und mit ein bisschen Glück ist der Schluckauf dann verschwunden.

    Auch Babys hicksen

    Selbst Babys im Mutterleib hicksen bereits und sie trainieren mit diesem Schluckauf ihr Zwerchfell für den Zeitpunkt, wenn sie die schützende Fruchtblase verlassen. Neugeborene bekommen häufig einen Schluckauf unmittelbar nach dem Stillen, dieses Hicksen ist vollkommen unbedenklich, denn das Baby reagiert mit einem natürlichen Reflex, damit keine Muttermilch in die Lunge gelangen kann. Gleichzeitig wird auch durch der sogenannte Reflux, der Rückfluss der Milch aus dem Magen in die Speiseröhre verhindert. Auch wenn der Schluckauf beim Baby keine Schmerzen verursacht, kann die Mutter dennoch dafür sorgen, dass er wieder aufhört. Während des Fütterns sollte das Kind auf den Arm genommen werden, und zwar so, dass der Kopf auf der Schulter der Mutter liegt. Nach dem Füttern sollte die Mutter dann dem Kind leicht auf den Rücken klopfen, damit es aufstoßen kann.

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  • Krätze – eine fast vergessene Krankheit

    Krätze – eine fast vergessene Krankheit

    Krätze ist eine Krankheit, die die meisten Menschen mit Armut und Schmutz in Verbindung bringen, also etwas, was es in der heutigen Zeit eigentlich gar nicht mehr geben dürfte. Krätze gibt es aber noch und sogar häufiger, als viele vielleicht annehmen. Scabies, wie die Krätze mit medizinischen Namen heißt, gehört zu den Geschlechtskrankheiten, da sie auch durch Geschlechtsverkehr übertragen werden kann. Aber auch in Alten- und Pflegeheimen ist die Krätze keine Seltenheit. Überall wo Menschen in engem Kontakt zueinander leben, kann auch Krätze auftreten, denn die Krankheit ist ansteckend, aber sie kann relativ einfach bekämpft werden.

    Welche Symptome gibt es?

    Bei der Krätze treten die typischen Symptome auf, die man von vielen anderen entzündlichen Hautkrankheiten kennt. Da die Milben die die Krätze auslösen, sich auf der Haut ansiedeln und dort Gänge bohren, wird immer die obere Hautschicht in Mitleidenschaft gezogen. Es sind die weiblichen Milben, die millimeterlange Gänge bohren, um dort ihre Eier abzulegen, die männlichen Tiere bleiben auf der Hautoberfläche. Die Milben bevorzugen Körperstellen, an denen es angenehm warm und wo die Haut besonders dünn ist, und deshalb treten die ersten Symptome auch an den Handgelenken, zwischen den Zehen und Fingern, am Bauchnabel, im Brustbereich, unter den Achseln und im Genitalbereich auf. Nur bei Kindern ist die Krätze auch im Gesicht und an den Handflächen zu sehen.

    Sind die Symptome sichtbar, dann kommt es zu einem starken Juckreiz, vor allen Dingen in der Nacht, wenn der Körper im warmen Bett liegt. Die Haut beginnt schuppig zu werden und es bilden sich kleine Knötchen und Krusten, besonders dort, wo gekratzt wird. In der Folge ist die Haut mit Kratzspuren übersät und es zeigen sich die sogenannten Milbenhügel, die eine rötliche Farbe haben. Die ersten Symptome zeigen sich erst drei bis sechs Wochen nach der Ansteckung.

    Welche Ursachen hat die Krätze?

    Krätze entsteht nur bei engem Körperkontakt und es reicht schon ein trächtiges Weibchen aus, um die Krankheit auszulösen. Auch Menschen mit einem geschwächten Immunsystem sind gefährdet, wenn es um eine Ansteckung mit Krätze geht. Menschen, deren Säure-Basenhaushalt nicht im Gleichgewicht ist, gehören ebenso zu den Risikopatienten und wer es mit der Hygiene nicht so genau nimmt, der riskiert einen Milbenbefall, denn Schmutz und Wärme ziehen die Milben praktisch magisch an. Deshalb wird Krätze auch die Krankheit der Armen genannt, denn in früheren Zeiten lebten die Armen eng zusammen und Körperhygiene spielte keine große Rolle.

    Wie wird Krätze behandelt?

    Um die Krätze erfolgreich zu behandeln, kommen spezielle Medikamente zum Einsatz. Zum einen müssen die Milben, die auf und unter der Haut leben, komplett vernichtet werden und zum anderen soll der Juckreiz verschwinden. Ein bewährtes Mittel ist Permethrin, ein künstlich hergestelltes Insektizid, das auf die Haut aufgetragen wird. Es gibt das Mittel in Form von Cremes und Lotionen, und wer die Krätze wieder loswerden möchte, der muss die Creme auf die Haut auftragen und dann acht bis zwölf Stunden einwirken lassen, anschließend wird die Creme gründlich abgewaschen.

    Sollten sich zwei Wochen nach der Behandlung keine Verbesserungen des Hautbildes einstellen oder wenn der Juckreiz in diesem Zeitraum nicht nachlässt, dann muss die Behandlung wiederholt werden. Bei Kindern und schwangeren Frauen darf das Mittel nur in einer begrenzten Dosis zum Einsatz kommen. Eine Alternative stellen Mittel mit den Wirkstoffen Allethrin und Benzylbenzoat dar. Cremes mit diesen Wirkstoffen werden meist dann eingesetzt, wenn eine Behandlung mit Permethrin nicht angeschlagen hat. Die Lotionen mit Allethrin und Benzylbenzoat müssen an drei Tagen nacheinander aufgetragen werden und die Behandlung muss nach einigen Tagen wiederholt werden. Da es zu starken Nebenwirkungen kommen kann, verschreiben die Ärzte Mittel mit den beiden Wirkstoffen nur ungern und auch nur dann, wenn es sich um einen starken Milbenbefall handelt.

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