Schlagwort: Blut

  • Magenverkleinerung – wenn alle Diäten versagen

    Magenverkleinerung – wenn alle Diäten versagen

    Immer mehr Experten warnen davor, dass das deutsche Gesundheitssystem langsam aber sicher kollabiert, denn die Zahl der Deutschen, die krankhaft fettleibig sind, steigt kontinuierlich an. Immer mehr Deutsche sind nicht einfach nur dick, sie sind fett und um dieser Fettleibigkeit Herr zu werden, steigt auch die Zahl derjenigen, die sich einer Magenverkleinerung unterziehen. Diese sehr teure Operation ist für viele der letzte Ausweg, um ihre Gesundheit zu erhalten und abzunehmen, denn auch wenn es unendlich viele Diäten gibt, sie helfen nicht immer, extremes Übergewicht auf Dauer zu senken.

    Die Zahl der Operationen steigt

    Die Zahl der Übergewichtigen steigt und zunehmend legen sich diejenigen, die ihr Gewicht nicht mehr im Griff haben, unters Messer und lassen eine Magenverkleinerung vornehmen. Seit 2008 verzeichnen die gesetzlichen Krankenkassen einen Anstieg an operativen Eingriffen von 60 %, seit 2006 wurden alleine bei der Barmer GEK 400 % mehr Magenverkleinerungen vorgenommen. Bei diesen Zahlen entsteht sehr schnell der Eindruck, als würden sich viele Menschen mit starken Übergewicht einfach mal operieren lassen, weil ihnen die Disziplin fehlt, eine Diät durchzuhalten. Aber das stimmt so nicht, denn besonders nach einer Magenverkleinerung ist mehr Disziplin gefordert, als das bei einer klassischen Diät der Fall ist.

    Wenn keine Diät mehr hilft

    Wann rät der Arzt seinem Patienten zu einer Magenverkleinerung? Das ist immer dann der Fall, wenn der Body-Mass-Index, der sogenannte BMI über 40 liegt, denn in diesen Fällen handelt es sich um Adipositas, also krankhafte Fettleibigkeit und Kaloriensparen macht keinen Sinn mehr. Aus eigener Kraft können die Betroffenen ihre Kilos nicht mehr loswerden, hier hilft nur eine Verkleinerung des Magens, zum Beispiel durch ein Magenband. Immer dann, wenn zwischen 50 und 80 Kilo abgenommen werden müssten, um wieder ein gesundes Gewicht zu erreichen, dann hilft nur eine Magenverkleinerung, denn die Folgen des Übergewichts wie beispielsweise Gelenkprobleme, Bluthochdruck und Diabetes können dramatische Ausmaße annehmen.

    Eine aufwendige Operation

    In Deutschland werden jedes Jahr zwischen 2.500 und 3.000 Magenverkleinerungen vorgenommen. Diese Operationen sind nicht nur aus finanzieller Sicht aufwendig, auch die Zeit und das entsprechende Personal aus Ärzten, Ernährungsexperten und Psychologen erfordert mehr Aufwand als bei den meisten anderen Operationen. Die eigentliche Magenverkleinerung ist nur ein Schritt in ein schlankes und gesundes Leben, es kommt auch auf die Nachbetreuung der Patienten an. Sie müssen mit einem deutlich verkleinerten Magenvolumen leben und lernen, sich entsprechend zu ernähren. Wenn es um eine Magenverkleinerung geht, dann ist eine Spezialklinik oder eines der Adipositaszentren in Deutschland eine gute Adresse.

    Mit einer Magenverkleinerung leben

    Wer sich den Magen verkleinern lässt, der muss ein Leben lang mit dieser Entscheidung leben. Nicht nur das Gewicht des Patienten wird verringert, auch der Alltag ändert sich. Die Ernährung muss auf Dauer umgestellt werden und das verändert auch das gesellschaftliche Leben. Therapeuten empfehlen deshalb allen Betroffenen, sich mit Menschen zu treffen, die ebenfalls mit einer Magenverkleinerung leben oder Mitglied in einer entsprechenden Selbsthilfegruppe zu werden.

    Was kostet eine Magenverkleinerung?

    Eine Operation mit dem Ziel einer Magenverkleinerung ist sehr kostspielig und nur in sehr wenigen Fällen übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die kompletten Kosten für die OP. Nur in wenigen Ausnahmefällen, wenn bereits viele Versuche gescheitert sind, auf klassische Weise abzunehmen, dann erklären sich die Kassen bereit, die Kosten zu übernehmen. In den USA gehört die Magenverkleinerung mit 50 Operationen auf 100.000 Einwohnern zu den am häufigsten durchgeführten Operationen. In Frankreich sind es noch 35 OPs auf 100.000 Einwohnern und in Deutschland sind es gerade mal drei Operationen. Experten beobachten aber einen Trend, wonach immer mehr Kassen sich bereit erklären, die Magenverkleinerung zu bezahlen, denn sie können sich ausrechnen, dass die gesundheitlichen Folgen, die die krankhafte Fettsucht mit sich bringt, im Endeffekt noch viel teurer werden.

    Bild: © Depositphotos.com / belchonock

  • Reha – Hilfe für den Weg zurück ins Leben

    Reha – Hilfe für den Weg zurück ins Leben

    Reha ist die Abkürzung für Rehabilitation und Rehabilitation bedeutet so viel wie wiederbefähigen oder wiederherstellen. Viele Menschen, die lange krank waren oder einen schweren Unfall hatten, gehen nach dem Aufenthalt in einer Klinik in die Reha und versuchen dort die volle Leistungsfähigkeit wieder zu erlangen. Reha bedeutet aber nicht nur, körperlich und mental wieder fit zu werden, Reha bedeutet auch wieder Anschluss an das gesellschaftliche und berufliche Leben zu finden.

    Die Geschichte der Reha

    Maßnahmen für die gesundheitliche Versorgung nach einer Krankheit oder nach einem Unfall sind nicht neu, denn genau genommen gab es die Reha schon vor über 90 Jahren. Es waren die Soldaten des Ersten Weltkrieges, die nach einer Verwundung durch medizinische Behandlungen über den Aufenthalt im Lazarett hinaus weiter gepflegt wurden. Damals gab es den Begriff Reha allerdings noch nicht, vielmehr machten die Soldaten eine Kur und lernten dort unter anderem mit künstlichen Gliedmaßen zurechtzukommen, oder sie kurierten ein psychisches Leiden aus, wie zum Beispiel ein an der Front erlittenes Trauma. Anstelle einer Kur ist heute die Reha getreten, die sich im Unterschied zu einer Kur immer individuell um einen Patienten kümmert und deren Maßnahmen gezielt eingesetzt werden.

    Die Reha kämpft mit Vorurteilen

    Obwohl die Reha in den vergangenen Jahren immer mehr zu einer stützenden Säule im Gesundheitswesen geworden ist, und muss die Reha trotzdem immer noch mit vielen Vorurteilen kämpfen. Reha bringt nicht viel, so heißt eines dieser Vorurteile, und auch, dass die Reha für Mediziner zu einer Art Sackgasse wird, ist in diesem Zusammenhang zu hören. Beide Vorurteile stimmen nicht, denn wie wirksam eine Reha ist, das ist wissenschaftlich bewiesen und auch die Effektivität kann immer wieder dokumentiert werden. Auch das Vorurteil, dass eine Reha nicht selten in einer Sackgasse endet, kann so nicht stehenbleiben, denn in Zeiten des demografischen Wandels und einer immer älter werdenden Gesellschaft sorgen Rehamaßnahmen dafür, dass viele ältere Menschen ihr Leben selbstbestimmt führen können.

    Wie effektiv ist eine Reha?

    Für viele Menschen, die krank waren oder einen Unfall hatten, beginnt mit der Reha der eigentliche Weg zurück ins Leben. In einer Reha nehmen sich die Ärzte und Pfleger Zeit für die Patienten, sie trainieren mit den Patienten und sorgen so dafür, dass die Patienten wieder ein normales Leben führen können. Ganz gleich, ob es sich um eine Reha nach einem Oberschenkelhalsbruch oder um eine Reha nach einem Burnout handelt, der Heilungsprozess beginnt für viele erst mit der Reha. Rehamaßnahmen greifen aber nicht nur in einer entsprechenden Klinik, auch zu Hause ist eine Reha möglich.

    Zuhause wieder gesund werden

    Vor allem ältere Menschen möchten so lange es geht in ihrer vertrauten Umgebung bleiben, und mit den richtigen Hilfsmitteln ist das heute auch ohne Probleme möglich. Zu diesen Hilfsmitteln gehören zum Beispiel Rollatoren, Pflegesessel, Rollstühle, aber auch medizinische Geräte und Hygieneartikel. Das alles und viel mehr kann heute schnell und einfach im Internet beispielsweise auf der Seite myreha.com bestellt werden. Auch wer seine Angehörigen zu Hause pflegen möchte, der findet auf dieser Seite viele Hilfsmittel, die den Alltag einfacher machen. Die Auswahl reicht vom Pflegebett über Inhalationsgeräte und Geräte um den Blutzuckerspiegel zu messen, bis hin zu Duschhilfen, Matratzen und Kompressionsstrümpfen. Reha zuhause bedeutet für die Betroffenen, dass sie sind nicht auf fremde Menschen angewiesen sind, sondern von den Menschen gepflegt werden, denen sie vertrauen. Wer die Mutter oder den Großvater bei sich zu Hause pflegt, der ist dank vieler verschiedener Hilfsmittel nicht alleine und kann die oftmals schwere Last einfacher bewältigen. Moderne Rehamaßnahmen sind immer eine große Hilfe und sie sind ein sehr wichtiger Schritt in ein angenehmes und vor allem in ein in jeder Hinsicht wieder selbstbestimmtes Leben.

    Bild: © Depositphotos.com / Wavebreakmedia

  • Angina pectoris – wenn das Herz nicht mehr mitmacht

    Angina pectoris – wenn das Herz nicht mehr mitmacht

    Angina pectoris bedeutet aus dem Lateinischen übersetzt so viel wie Herzenge oder Brustenge, und genau das ist es, was die Menschen empfinden, die unter einer Angina pectoris leiden. Sie haben das Gefühl, dass ihre Brust in einem Schraubstock steckt, der sich immer enger um ihr Herz schließt, sie können nicht mehr richtig  durchatmen und meinen, dass sie ersticken müssen. Angina pectoris ist eine sogenannte koronale Herzerkrankung, die immer dann auftritt, wenn die Herzkranzgefäße, die koronalen Arterien, nicht mehr genug Sauerstoff bekommen.

    Angina pectoris – eine häufige Erkrankung

    In den westlichen Industrienationen gehört die Angina pectoris zu den häufigsten Todesursachen. Geschätzt 30 % der Männer und 15 % der Frauen leiden mindestens einmal im Leben unter einer Angina pectoris, und mit zunehmendem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit, dass es zu dieser besonderen Form der Herzerkrankung kommt. Frauen sind vor allem während der Wechseljahre gefährdet, und verschiedene Studien zu diesem Thema sind zu der Erkenntnis gekommen, dass in diesem Zusammenhang das Hormon Östrogen eine wichtige Rolle spielt. Angina pectoris hat jedoch noch andere Ursachen wie zum Beispiel das Rauchen, auch Übergewicht und übermäßiger Alkoholgenuss können eine Herzkranzverengung auslösen.

    Wie macht sich Angina pectoris bemerkbar?

    Angina pectoris hat viele unterschiedliche Symptome, aber die meisten Betroffenen klagen über die typische Enge in der Brust. Auch ein dumpfes Gefühl und eine Art Brennen hinter dem Brustbein gehören zu den Symptomen einer Angina pectoris. Die Schmerzen können in den linken oder den rechten Arm bis in die Fingerspitzen ausstrahlen, und auch die Schultern, die Zähne, der Hals und der Magen können in Mitleidenschaft gezogen werden. Der Schmerz wird meist nur sehr kurz wahrgenommen und hält in den meisten Fällen nur zwischen fünf und zehn Minuten an. Dann verschwinden die Schmerzen so plötzlich wieder, wie sie gekommen sind und die Betroffenen fühlen sich wieder gut. Schweißausbrüche und eine blasse Gesichtsfarbe gehören ebenfalls zu einer akuten Angina pectoris und viele Erkrankte haben während einer Schmerzattacke Todesangst oder Panik.

    Wie wird Angina pectoris behandelt?

    Kommt es zu einem akuten Anfall von Angina pectoris, dann werden die Betroffenen meist mit Nitro wie zum Beispiel Glyceroltrinitat behandelt, entweder als Spray oder auch als Kapsel, die der Patient zerbeißen muss. Nitrate haben den großen Vorteil, dass sie schon von der Mundschleimhaut aufgenommen werden und sofort ihre Wirkung entfalten. Nitro sollte aber nicht wie eine normale Tablette mit etwas Wasser eingenommen werden, denn es wird von der Leber zu schnell wieder abgebaut, bevor es die Blutbahn und damit auch das Herz erreichen kann. Wenn es wiederholt zu einen Anfall kommt, dann muss auf jeden Fall der Notarzt verständigt werden, und auch wenn die Beschwerden sehr massiv sind und nicht verschwinden, wenn der Betroffene zur Ruhe kommt, dann sollte umgehend der Notruf getätigt werden.

    Wie können Betroffene vorbeugen?

    Wer schon einmal eine Angina pectoris hatte, der kann effektiv vorbeugen, damit es nicht zu weiteren Attacken kommt. Hier kann der Verzicht auf Nikotin ebenso helfen wie auch eine Regulierung des Blutdrucks. Da auch die Patienten gefährdet sind, die unter Diabetes mellitus leiden, muss der Blutzuckerspiegel konsequent überwacht und optimiert werden. Abnehmen ist ein bewährtes Mittel, um Angina pectoris zu vermeiden, und wer sich viel bewegt, der minimiert das Risiko einer koronalen Herzerkrankung. Optimal sind 15 bis 60 Minuten leichtes Ausdauertraining an fünf Tagen in der Woche. Eine Umstellung der Ernährung ist bei Angina pectoris Pflicht, denn die Krankheit tritt nicht selten nach einem üppigen, fettreichen und schwerem Essen auf. Die Ernährung sollte reich an Ballaststoffen, möglichst fettarm und sehr vitaminreich sein. Auch vorbeugende Medikamente wie Aspirin können effektiv dabei helfen, die Angina pectoris auf Dauer in den Griff zu bekommen.

    Bild: © Depositphotos.com / imagepointfr

  • Experten warnen vor neuer gefährlicher Hirnhautentzündung

    Experten warnen vor neuer gefährlicher Hirnhautentzündung

    Großbritannien meldet, dass immer mehr Menschen auf der Insel an einer neuen Form der Hirnhautentzündung erkranken und dass es sich bei dieser Hirnhautentzündung um eine neue, sehr gefährliche Form handelt. Ausgelöst wird diese neue Hirnhautentzündung von einer speziellen Art von Meningokokken, und Experten empfehlen deshalb allen, die eine Reise nach England, Schottland oder Wales planen, sich vor Antritt der Reise impfen zu lassen. Auch wenn Hirnhautentzündungen in Deutschland seit 2009 rückläufig sind, bereitet diese neue Welle Medizinern in Europa große Sorgen.

    Gehirnhautentzündung – Eine seltene Erkrankung

    Hirnhautentzündungen sind eher selten, in Deutschland erkranken jedes Jahr zwischen 270 und 400 Menschen daran. Jetzt gibt es aber in Großbritannien einen sprunghaften Anstieg an Infektionen, die von Meningokokken ausgelöst werden, die einer ganz bestimmten Serogruppe zugerechnet werden. Alleine zwischen Juli 2013 und Juli 2014 sind 98 Menschen mit diesem neuen Stamm der Meningokokken infiziert worden und seit Beginn des Jahres 2015 sind es bereits 184 Fälle. Die sogenannten MenW Bakterien werden als sehr gefährlich eingestuft und in Großbritannien sind bereits mehrere Menschen an dieser Infektion gestorben. In England hat man jetzt damit begonnen, vor allem Jugendliche, Kinder und junge Erwachsene im Rahmen eines neuen Programms zu impfen, um einen Schutz gegen den gefährlichen Erreger aufzubauen.

    Was macht die Infektionen so gefährlich?

    Was die neue Form der Hirnhautentzündung so gefährlich macht, das ist die Vielzahl der verschiedenen Serogruppen. Es gibt 13 unterschiedliche Gruppen, aber besonders häufig treten die Gruppen A, B und C auf. In Großbritannien sind es aber Meningokokken der sonst sehr selten auftretenden Gruppe W, in Deutschland sind diese Erreger bislang nur für vier Prozent der Hirnhautentzündungen verantwortlich. Eine Gruppenverschiebung, wie sie jetzt in England zu beobachten ist, kommt immer wieder mal vor, so wurde im Westen Afrikas im Sommer 2014 eine Verschiebung der Gruppe C registriert. Dass es jetzt wieder zu Verschiebungen kommt, hat auch etwas mit dem großen Strom von Migranten zu tun, die in Europa unterwegs sind.

    Wie wird eine Gehirnhautentzündung übertragen?

    Eine Infektion mit Meningokokken passiert nur bei direktem Körperkontakt oder durch Tröpfchen, wie sie beim Niesen oder Husten entstehen. Vor allem die Enge in den Flüchtlingslagern, wo Tausende von Menschen zusammenleben müssen, sorgt dafür, dass sich Infektionen wie eine Hirnhautentzündung sehr schnell verbreiten können. In Deutschland rät das Robert-Koch-Institut, sich gegen die Meningokokken der Serogruppen A, B, C, W und Y impfen zu lassen. Zwei Altersgruppen sind dabei besonders gefährdet, und das sind Kinder in den ersten beiden Lebensjahren sowie junge Erwachsene zwischen 15 und 19 Jahren. In diesen Gruppen tritt die Gehirnhautentzündung aktuell besonders häufig auf.

    Welche Therapien gibt es?

    Eine Gehirnhautentzündung, die durch eine der Serogruppen der Meningokokken ausgelöst wird, äußerst sich zuerst durch starke Kopfschmerzen, dazu kommen dann Schmerzen im Bereich des Nackens und hohes Fieber. Im weiteren Verlauf wird der Nacken steif und das Fieber kann die 40° Grad Grenze übersteigen. Die Symptome einer Hirnhautentzündung treten sehr plötzlich auf, und die Bakterien verursachen in den meisten Fällen eine Blutvergiftung. Schnelle Hilfe bietet dann nur sehr hoch dosiertes Penicillin, allerdings muss diese Hilfe sehr schnell erfolgen, denn je weiter die Infektion voranschreitet, umso schwerer wird es, sie in den Griff zu bekommen. Wer sich müde und abgeschlagen fühlt und vielleicht schon über Tage hinweg Kopfschmerzen hat, der sollte auf jeden Fall sofort einen Arzt oder die Notaufnahme eines Krankenhauses aufsuchen und sein Blut untersuchen lassen. Nur wenn eine Gehirnhautentzündung in einem sehr frühen Stadium erkannt wird, dann kann sie auch effektiv bekämpft werden. Bei einer Gehirnhautentzündung zählt buchstäblich jede Minute, denn wenn das Penicillin nicht rechtzeitig gespritzt wird, dann endet eine Gehirnhautentzündung in jedem Fall tödlich oder es entstehen bleibende Schäden für die Betroffenen.

    Bild: © Depositphotos.com / ezumeimages

  • Die Grippewelle rollt – wie gut ist der neue Impfstoff?

    Die Grippewelle rollt – wie gut ist der neue Impfstoff?

    Wenn die Tage kürzer werden, dann ist auch die Grippe wieder da. Wie in jedem Jahr steigt im Herbst und Winter die Zahl der Erkrankungen, und alle, die sich schützen wollen, sollten sich jetzt impfen lassen. Das Paul-Ehrlich-Institut hat bislang 21 Millionen Einheiten Impfstoff freigegeben, aber ob der Impfstoff gegen die diesjährige Grippewelle helfen wird, daran zweifeln viele Experten. Besonders der sogenannte Dreifach-Impfstoff, der Antigene aus drei akut zirkulierenden Grippeviren enthält, steht in der Kritik.

    Ist der neue Impfstoff effektiv?

    Der Impfstoff, der zurzeit zur Verfügung steht, schützt vor zwei Varianten des Grippetyps A und vor einer Variante des Grippetyps B. Das reicht bei Weitem nicht aus, kritisieren viele Ärzte. Sie raten dazu, den in Deutschland eher selten verabreichten Vierfach-Impfschutz in die Grippeimpfung aufzunehmen, denn dieser Impfstoff enthält noch einen weiteren Schutz gegen die B-Variante. Nach Auskunft des Paul-Ehrlich-Instituts gibt es jedoch schon jetzt erhebliche Engpässe, der vierfache Schutz ist momentan nur noch im Großhandel zu bekommen.

    Was die WHO empfiehlt

    Jedes Jahr gibt die Weltgesundheitsorganisation WHO eine neue Empfehlung über die Zusammensetzung des aktuellen Grippeimpfstoffes heraus. Diese Empfehlung erfolgt jedes Jahr, allerdings weit vor Beginn der neuen Grippesaison. Das birgt die große Gefahr, dass sich das Grippevirus bis zum eigentlichen Ausbruch der Grippe noch genetisch verändern kann. Im schlimmsten Fall ist das im Impfstoff enthaltene Eiweiß nicht mehr mit dem Oberflächeneiweiß des eigentlichen Grippeerregers kompatibel, das menschliche Immunsystem muss praktisch blind auf den noch unbekannten Virus reagieren. Das Ganze erinnert dann an eine Art Lotterie, denn nicht bei jedem, der sich impfen lässt, erkennt das Immunsystem den Impfstoff.

    Keine Gefahr durch den bewährten Impfstoff

    Die Krankenkasse Barmer GEK sieht momentan keine Gefahr und ist sich sicher, dass der Dreifach-Impfstoff vollkommen ausreichen wird, bei der kommenden Grippewelle den notwendigen Schutz zu bieten. Der Vierfach-Impfstoff ist zudem sehr viel teurer als der bekannte und bewährte dreifache Schutz, außerdem kostet der aktuelle Impfstoff nach Angaben der Barmer weniger als ein Drittel des Vierfach-Impfstoffes. Nach Ansicht der Klinik für Infektiologie und Pneumologie der Berliner Charité ist die Einschätzung der Krankenkasse irrelevant, denn es kann nicht sein, so die Experten der Charité, dass man auf gut Glück impft und hofft, dass kein Patient den gefährlichen zweiten B-Typ des Grippevirus hat. Das Robert-Koch-Institut betont aber, dass es sehr sich wichtig ist, sich überhaupt impfen zu lassen, denn während der Grippewelle im vergangenen Jahr wurden in Deutschland rund 6,2 Millionen Menschen aufgrund grippaler Symptome behandelt.

    Nur ein Bruchteil

    In weiten Teilen der Bevölkerung wird eine echte Grippe immer noch mit einem grippalen Infekt verwechselt, also mit einer normalen Erkältung. Daher ist es sehr schwer, genaue Schätzungen abzugeben, wie viele der 6,2 Millionen Bürger auch tatsächlich eine Grippe hatten. 2014 wurden nur in knapp 70.000 Blutproben echte Grippeerreger nachgewiesen, und auch die Zahl der Todesfälle schwankt von Jahr zu Jahr. Besonders hoch war die Zahl allerdings zwischen 2012 und 2013, damals starben rund 20.000 Menschen an den Folgen einer Grippe.

    Die Impfquoten sinken

    Die Ärzte beklagen eine zunehmenden Impfmüdigkeit der Deutschen. In der Gruppe der Menschen über 60 lassen sich 50 % impfen, in diesem Alter empfiehlt die Ständige Impfkommission aber auch eine Impfung. Beim jüngeren Teil der Bevölkerung ist hingegen nur jeder vierte Deutsche gegen die Grippe geimpft. Ein Grund für das fehlende Interesse an einer Immunisierung ist, dass die Grippe für eine eher harmlose Krankheit gehalten wird, was aus dem Unwissen über den Unterschied zwischen einer harmlosen Erkältung und einer echten Grippe resultiert.

    In diesem Jahr wird sich nach Ansicht von Experten die Grippewelle verschärfen, denn die Vielzahl der Flüchtlinge, die eng zusammen in ihren Unterkünften leben, können für Massenausbrüche der Grippe sorgen.

    Bild: © Depositphotos.com / Esbenklinker

  • Schlafapnoe – die unterschätzte Gefahr in der Nacht

    Schlafapnoe – die unterschätzte Gefahr in der Nacht

    Die meisten Menschen werden auf die Frage wie sie geschlafen haben, mit einem gut antworten, vielfach ohne zu wissen, dass sie vielleicht während der Nacht in Lebensgefahr geschwebt haben. Immer mehr Menschen leiden unter einer sogenannten Schlafapnoe, unter gefährlichen Atemaussetzern während des vermeintlich guten und tiefen Schlafes. Besonders Menschen, die am Tag oft müde sind oder die zum Schnarchen leiden, sind besonders gefährdet, denn sie haben öfter mit einer Schlafapnoe zu kämpfen als diejenigen, die nicht schnarchen und am Tag hellwach, munter und konzentriert sind.

    Welche Ursachen hat eine Schlafapnoe?

    Für eine gefährliche Schlafapnoe gibt es zwei Ursachen. Zum einen sind verengte oder auch verlegte Atemwege die Versucher, in diesem Fall wird von einer sogenannten obstruktiven Schlafapnoe gesprochen. Eher selten sind es die Atemmuskeln, denen kurzzeitig die Anregung des Gehirns fehlt, die eine zentrale Schlafapnoe auslösen können. Es gibt aber auch eine Mischform aus obstruktiver und zentraler Schlafapnoe, die allerdings eher selten vorkommt. Besonders häufig kommt die obstruktive Schlafapnoe vor. Die Betroffenen haben verengte Atemwege und selbst wenn die Atemmuskulatur den Befehl zum Atmen an das Gehirn versendet, dann reicht die Kraft der Muskeln nicht aus, um selbstständig Luft zu holen.

    Was passiert während einer Atempause?

    Die Atemluft kann nicht durch die blockierten Atemwege entweichen und es kommt zu einer Atempause. Während dieser Pause bekommt der Körper keinen Sauerstoff und im Gewebe sammelt sich Kohlenstoffdioxid und der Körper reagiert. In der Folge wird eine Art Alarm ausgelöst, der Betroffene wird wach und schnappt nach Luft. Die Atmung beruhigt sich wieder, solange bis es zur nächsten Atempause kommt. Auf diese Weise kommt es zu mehreren Weckrufaktionen in der Nacht, die immer so kurz sind, dass die Betroffenen sich am nächsten Morgen nicht mehr daran erinnern können. Die ständigen Unterbrechungen des Schlafes reichen jedoch aus, um einen tiefen und damit auch einen erholsamen Schlaf unmöglich zu machen. Am Tag sind die Betroffenen entsprechend müde, sie fühlen sich nicht wohl und sind nur sehr schwer in der Lage, sich zu konzentrieren.

    Die langfristigen Folgen der Schlafapnoe

    Es ist nicht nur die Tagesmüdigkeit, die denjenigen zu schaffen macht, die unter einer Schlafapnoe leiden, die Atemaussetzer können auch gesundheitliche Langzeitfolgen haben. So steigt zum Beispiel der Blutdruck, wenn der Körper in Alarmzustand versetzt wird, und wenn es zum Alarm kommt, dann wird außerdem das autonome Nervensystem aktiviert, das unter anderem den Blutdruck reguliert. Bluthochdruck gilt als einer der Auslöser für Herzschwäche, für Herzinfarkte und auch für Schlaganfälle. Wenn der Blutdruck während der Nacht immer wieder nach oben schnellt, dann sind nächtliche Rhythmusstörungen des Herzens ebenfalls möglich. Viele Betroffene leiden am Morgen unter starken Kopfschmerzen, sie fühlen sich schlapp, müde und krank. Nicht zu unterschätzen ist auch der berüchtigte Sekundenschlaf, der vor allem im Straßenverkehr, aber auch bei der Arbeit mit Maschinen zu einer großen Gefahr werden kann.

    Welche Therapien gibt es?

    Manchmal hilft es schon abzunehmen, um die Schlafapnoe zu beenden, und auch ein Verzicht auf Alkohol und Zigaretten ist hilfreich, damit die Atemaussetzer während der Nacht aufhören. Ein weiteres Hilfsmittel ist es, nicht auf dem Rücken zu schlafen, und wer sicher sein will, dass die Atmung in der Nacht nicht mehr aussetzt, der kann an ein Gerät angeschlossen werden, das sofort Alarm gibt, wenn der Schlafende seine Schlafposition verändert. Ein Hausmittel kann ein in den Schlafanzug eingenähter Tennisball sein, dreht sich der Betroffene auf den Rücken, dann erinnert ihn der Tennisball daran, dass er auf dem Rücken liegt. Auch sogenannte Aufbissschienen, die vom Zahnarzt verschrieben werden, können Atemaussetzer verhindern. In schweren Fällen von Schlafapnoe muss der Betroffene aber mit einer Atemmaske schlafen, die verhindert, dass die Atemwege in der Nacht in sich zusammenfallen.

    Bild: © Depositphotos.com / innovatedcaptures