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  • Omega-3-Fettsäuren – mehr als ein Placebo?

    Omega-3-Fettsäuren – mehr als ein Placebo?

    Alle, die sich gesund ernähren wollen, die kommen an den Omega-3-Fettsäuren nicht vorbei. Fett spielt in der Ernährung eine wichtige Rolle, aber nicht alle Fette sind auch wirklich gesund. Essen wir zu viel Fett, dann macht sich das auf den Hüften bemerkbar und die Gefahr von Krankheiten wie Diabetes, Herzinfarkt und Schlaganfall steigt an. Es sollten „gute“ Fette sein, und hier kommen die Omega-3-Fettsäuren ins Spiel, denn diese Form von Fett gilt als besonders bekömmlich und als sehr gesund. Aber ist das wirklich so, oder haben die Omega-3-Fettsäuren letztendlich nur den berühmten Placebo-Effekt?

    Gesunde und ungesunde Fette

    Die unterschiedlichen Fette werden in Gruppen aufgeteilt, und zwar in gesättigte, einfach ungesättigte und mehrfach ungesättigte Fettsäuren. Tierische Fette, wie sie in der Wurst, im Schmalz, in der Butter und in der Wurst vorkommen, sind gesättigt und damit nicht so gesund wie ungesättigte Fettsäuren. Einfach ungesättigte Fettsäuren finden sich vor allem in Pflanzenölen wie Raps- oder Olivenöl, und als besonders gesund gelten die mehrfach ungesättigten Fettsäuren, zu denen auch die Omega-3-Fettsäuren gehören. Der Hauptlieferant für Omega-3-Fettsäuren ist Fisch oder besser gesagt das Fischöl aus Kaltwasserfischen. Wer sich gesund ernähren will, der muss mehrmals in der Woche Fisch essen, um die Menge an Omega-3-Fettsäuren zu bekommen, die sich positiv auf die Gesundheit auswirken kann.

    Was können Omega-3-Fettsäuren bewirken?

    Zu den positiven Eigenschaften von Omega-3-Fettsäuren gehört die Prävention von Herz- und Kreislauferkrankungen, Omega-3-Fettsäuren können aber auch Menschen helfen, die unter Rheuma leiden. Die gesunden Fettsäuren steigern zudem die Leistungen des Gehirns und wirken sich positiv auf das Immunsystem aus. Um allerdings einen positiven Effekt erzielen zu können, muss die Dosierung stimmen, denn wenn das nicht der Fall ist, kann der Placebo-Effekt wirklich eintreten. Wie wirksam Omega-3-Fettsäuren sind, darüber streiten sich die Experten bis heute, denn wer zu wenig davon zu sich nimmt, der erzielt so gut wie gar keinen Effekt. Es sollten schon mehr als 1 Gramm täglich der gesunden Fettsäuren sein, damit Omega-3-Fettsäuren ihre gesunden Eigenschaften entfalten können.

    Welche Nahrungsmittel enthalten viele Omega-3-Fettsäuren?

    Eine der wichtigsten Quellen für Omega-3-Fettsäuren sind Fische. Besonders der Hering und die Makrele, aber auch Edelfische wie Lachs und Thunfisch sind gute Lieferanten für die gesunden Fettsäuren. Auch in Lein-, Raps- und Sojaöl sind viele mehrfach ungesättigte Fettsäuren zu finden. Wer diese Öle für die Zubereitung von Speisen nutzt, der steht immer auf der richtigen Seite.

    Auf die Dosierung kommt es an

    Wie schon erwähnt, ist 1 Gramm die Grenze, denn wer weniger Omega-3-Fettsäuren zu sich nimmt, der erzielt kaum positive Effekte für seine Gesundheit. Es sollten mindestens 2 Gramm sein, um der Gesundheit etwas Gutes zu tun. Ernährungsexperten empfehlen Omega-3-Fettsäuren in Form von Fischöl zu sich zu nehmen. Dies kann in Form von Kapseln oder reinem Fischöl geschehen. Um den gewünschten Effekt zu erzielen müssen ca. 6-8 Fischölkapseln oder ein Esslöffel eines natürlichen Fischöls pro Tag eingenommen werden. Wie sehr die Menge die Gesundheit beeinflusst, das wird auch in einer Studie der Universität von Southampton deutlich. Professor Philip Calder und sein Team haben Omega-3-Fettsäuren vor allem in Hinsicht auf ihre entzündungshemmenden Eigenschaften untersucht und kamen zu erstaunlichen Ergebnissen. Der Körper produziert bei Entzündungen ein bestimmtes Hormon, mit dem Namen Prostaglandin Typ 2 und wenn der Körper Omega-3-Fettsäuren in einer ausreichenden Menge bekommt, dann reduziert sich automatisch die Produktion des Hormons. Bei Studienteilnehmern, die für die Untersuchung ein Placebo bekommen haben, wurde eine Reduzierung des Hormons von zehn Prozent nachgewiesen. Bei Probanden, die nur 1 g Omega-3-Fettsäuren bekamen, gab es keine erkennbaren Unterschiede und nur bei den Studienteilnehmern, die über zwei Gramm Omega-3-Fettsäuren bekamen, stellte sich eine deutliche Verbesserung ein. Damit weist die Studie nach, dass es bei Omega-3-Fettsäuren auf die Dosierung ankommt – mindestens 2 g Omega-3-Fettsäuren pro Tag.

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  • Durchbruch in der Aids-Forschung gelungen?

    Durchbruch in der Aids-Forschung gelungen?

    Weltweit gibt es geschätzt 37 Millionen Menschen, die das HI-Virus in sich tragen und jedes Jahr kommen rund zwei Millionen neue Infizierte dazu. Es gibt heute zwar Medikamente, die einen Ausbruch der Krankheit verhindern können, eine Heilung gibt es aber nach wie vor nicht. Forschern der TU und des Heinrich-Pette-Instituts in Dresden könnte jetzt eine Sensation gelungen sein, die es vielleicht möglich macht, Aids Kranke zu heilen.

    Aus den Zellen entfernen

    Den Wissenschaftlern in Dresden ist es jetzt gelungen, die HI-Viren aus den lebenden Zellen im menschlichen Körper komplett zu entfernen. Das alleine ist schon eine Sensation, das aber die Zellen während des Prozesses der Entfernung nicht beschädigt wurden, das werten Experten ebenfalls als einen Durchbruch. Mit diesem gelungenen Versuch kann in Zukunft das Virus nicht mehr nur unterdrückt werden, der Erreger wird auch unwirksam gemacht, die Krankheit kann nicht mehr ausbrechen.

    Die klinischen Studien folgen

    Noch liegen die ersten Ergebnisse nur im Labor vor, aber sie sind so vielversprechend, dass man davon ausgehen kann, dass es bald auch klinische Studien geben wird. Die Grundlage für diese klinischen Studien sind mehr als gut, denn es gibt bis jetzt keine erkennbaren Nebenwirkungen oder Nebeneffekte. Die Forscher sind davon überzeugt, dass mit der Möglichkeit, das Virus aus der Zelle zu entfernen, ein neues Zeitalter in der Genom-Chirurgie eingeläutet worden ist. Das macht Millionen von HIV-infizierten Menschen überall auf der Welt neue Hoffnung.

    Hoffnung für viele Kranke

    Jetzt wo feststeht, dass sich ein Virus aus einer menschlichen Zelle entfernen lässt, wächst die Hoffnung, dass dieses Verfahren auch bei anderen Krankheiten zum Einsatz kommen kann. Rein theoretisch ist es bislang vorstellbar, dass zum Beispiel auch vom Krebs befallene Zellen einfach entfernt werden können. Bis das allerdings auch in der Praxis der Fall ist, wird der Weg noch lang sein.

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  • Präzisionsmedizin – neue Hoffnung für Krebspatienten

    Präzisionsmedizin – neue Hoffnung für Krebspatienten

    In der Krebsbehandlung können die Ärzte heute nicht mehr länger nur auf Chemotherapie, Operation oder Strahlentherapie setzen, die genetische Forschung macht es heute möglich, dass jeder Patient eine individuelle Behandlung bekommt. Präzisionsmedizin nennen Forscher diese Art von Behandlung, und mithilfe dieser Medizin gehen die Krebsärzte und die Patienten neue Wege.

    Die Genetik in der Früherkennung

    Wenn es um die Früherkennung von Krebs geht, spielt die Genetik eine immer wichtigere Rolle. Aktuell sind 120 Gene bekannt, die Krebs verursachen können und die Forschung nimmt an, dass es zwischen drei und fünf Prozent aller Tumorerkrankungen sind, die vererbt werden. Liegt eine bestimmte Krebsart in der Familie vor, dann wird es in Zukunft möglich sein, das Gen zu eliminieren, was den Krebs auslöst. Brustkrebs ist nur ein Beispiel für die Veranlagung von Krebs und hier setzt die Präzisionsmedizin an.

    Der Tumor entscheidet

    In der Zukunft wird Krebs nach Ansicht von führenden Wissenschaftlern nicht mehr nach bestimmten Organen klassifiziert, vielmehr sind es die molekularen Mechanismen, die über die Bildung eines Tumors entscheiden. So gibt es bereits heute ein Medikament, das gezielt den schwarzen Hautkrebs bekämpfen kann und in Studien wurde nachgewiesen, dass bei den meisten Patienten der Tumor deutlich geschrumpft ist, wenn sie mit dem Medikament behandelt wurden. In diesem Fall sind keine Cocktails aus hochgiftigen Medikamenten mehr notwendig, um den Krebs zu besiegen, denn der genetische Code konnte erfolgreich geknackt werden.

    Die Entschlüsselung der Gene

    Wann Chemotherapie und Strahlentherapie der Vergangenheit angehören werden, das ist heute noch nicht abschätzbar. Experten wie der amerikanische Forscher Todd Golub sind aber davon überzeugt, dass die Entschlüsselung der Gene die Präzisionsmedizin voranbringen wird. Wenn die Gene bekannt sind, die den Krebs auslösen, dann kann diese Krebsart nicht nur rechtzeitig erkannt werden, es kann auch viele Menschen davor bewahren, überhaupt an dieser Krebsform zu erkranken.

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  • Schwanger mit 40 – Chance oder Risiko?

    Schwanger mit 40 – Chance oder Risiko?

    Was noch vor 50 Jahren unmöglich schien, ist heute keine Seltenheit mehr – eine späte Schwangerschaft. Als Spätgebärende gelten alle Frauen, die 40 Jahre oder älter sind und ein Kind erwarten. Auch wenn es heute aus medizinischer Sicht kaum noch ein Problem darstellt, die Risiken einer späten Schwangerschaft sind deutlich größer als bei einer Frau, die mit Mitte 20 ein Kind bekommt. Schwanger mit 40 – immer mehr Frauen entscheiden sich erst spät für ein Kind und das aus unterschiedlichen Gründen. Was spricht für eine späte Schwangerschaft und was dagegen?

    Zuerst die Karriere

    Anders als in früheren Zeiten sind viele Frauen nicht mehr nur Hausfrau, sie entscheiden sich für die Karriere und verschieben den Kinderwunsch nach hinten. Auch wenn der richtige Mann noch nicht gefunden wurde, dann muss das Wunschkind warten. Die biologische Uhr tickt jedoch unbeirrt weiter und mit dem Wissen, dass die Chancen, schwanger zu werden, immer weiter sinken, fällt dann die Entscheidung, ein Kind zu bekommen. Schwanger mit 40 – das ist nach Ansicht von Experten heute kein Problem mehr, aber 40 ist so etwas wie eine Grenze, denn nach dem 45. Lebensjahr ist es kaum noch möglich, mit den eigenen Eizellen schwanger zu werden. Viele Frauen, die zu diesem Zeitpunkt schwanger werden möchten, müssen sich einer Hormonbehandlung unterziehen, bei anderen klappt es aber auch auf natürlichem Weg.

    Schwanger mit 40 – was spricht dafür?

    Schwanger mit 40, das bedeutet, die Mutter ist reifer, sie ist abgeklärter, sie hatte Zeit sich zu entwickeln und sie ist in der Regel auch finanziell abgesichert. Die meisten Frauen, die in diesem Alter Mutter werden, leben schon lange mit einem Partner zusammen, das Paar kennt seine Schwächen, seine Stärken und bildet ein gutes Team als Grundlage für eine Familie. Studien haben gezeigt, dass Frauen, die mit 40 schwanger werden, gebildeter sind als sehr junge Mütter, sie entscheiden sich sehr bewusst für ein Kind und kennen die Risiken.

    Schwanger mit 40 heißt für Paare, sie konzentrieren sich mehr auf ihr Kind als jüngere Eltern das tun, denn sie hatten bereits die Zeit zu reisen, Partys zu feiern, das Leben zu genießen, sich weiterzubilden und Erfahrungen zu sammeln. Frauen, die mit Mitte 20 schwanger werden, setzen sich zudem unter Druck, sie wollen alles richtig machen, sie wollen perfekt sein und stehen häufig stark unter Stress. Eine Frau von 40 ist gelassener, ruhiger, sie weiß die wichtigen von den unwichtigen Dingen zu unterscheiden, und diese Gelassenheit überträgt sich auch auf das Kind. Kinder von älteren Müttern wachsen deutlich entspannter auf und sie sind in vielen Dingen weiter als andere Kinder in ihrem Alter.

    Was spricht gegen Schwanger mit 40?

    Schwanger mit 40 – der größte Nachteil ist hier die medizinische Komponente, denn ab dem 35. Lebensjahr nimmt die Chance auf natürlichem Weg schwanger zu werden, immer weiter ab. Rein theoretisch ist eine Frau, die mit 40 schwanger wird, nur noch 15 Jahre von den Wechseljahren entfernt und die Anzahl der Eizellen sinkt von Jahr zu Jahr. Ein großes Risiko besteht darin, dass die Eizellen, die dann noch zur Verfügung stehen, nicht selten Chromosomendefekte haben und so die Gefahr stetig ansteigt, eine Fehlgeburt zu erleiden.

    Ist das 40. Lebensjahr erreicht, dann geht es mit der Fruchtbarkeit rapide bergab. Schwanger mit 40 heißt: Die Chance, auf natürlichem Weg ein Kind zu empfangen, liegt bei rund 25 %, ist die Frau 43 Jahre alt, dann liegt die Chance bei zehn Prozent, mit 46 nur noch bei 1,6 %. Auch die Zahl der Fehlgeburten steigt an. So verlieren rund 24 % der Frauen, die mit 40 Jahren schwanger werden, ihr Kind in den ersten drei Monaten, bei Frauen, die 43 sind, liegt die Gefahr bei 38 % und schon ein Jahr später ist das Risiko einer Fehlgeburt bei 54 %.

    Schwanger mit 40 ist ein bisschen wie Lotto spielen, man hofft auf einen Treffer und wird meist enttäuscht. Das gilt auch dann, wenn sich die Frau einer Hormonbehandlung unterzieht, denn es gibt keine Garantie, dass es mit der Schwangerschaft klappt. Schwanger mit 40 ist doppelt riskant, wenn auch der Partner schon älter ist. Zwar sind Männer auch mit 70 Jahren physisch noch in der Lage, ein Kind zu zeugen, aber mit zunehmendem Alter lässt die Qualität der Spermien nach und es gibt ein höheres Risiko für genetische Defekte beim Kind.

    Was bedeutet die späte Schwangerschaft fürs Kind?

    Schwanger mit 40 lässt die Gefahr für einen zu hohen Blutdruck und Diabetes um das Doppelte ansteigen, als bei Frauen der Fall ist, die mit 20 schwanger werden. Auch die Wahrscheinlichkeit eines Gendefekts steigt, und zwar auf 1 : 110, dass das Kind mit einem Down-Syndrom zur Welt kommt. Deshalb gehören Untersuchungen wie eine Amniozentese und eine Chorionbiopsie bei älteren Frauen mittlerweile fast schon zum Standard. Schwanger mit 40 heißt auch, dass das Kind wird mit großer Wahrscheinlichkeit mittels eines Kaiserschnitts zur Welt kommen, zudem haben viele Babys ein zu kleines Geburtsgewicht und leider steigt auch das Risiko einer Totgeburt.

    Nicht immer bedeutet schwanger mit 40 auch Risiko und Gefahr, die meisten Schwangerschaften verlaufen ohne Probleme und die späten Mütter bringen ein gesundes und normalgewichtiges Kind ohne Schwierigkeiten zur Welt. Das Problem ist aber, dass schwanger mit 40 für die meisten Ärzte eine Risikoschwangerschaft ist und die Mütter auch entsprechend behandelt werden. Es steht außer Frage, dass eine Frau, die spät Mutter wird, sehr genau beobachtet werden muss, aber schwanger mit 40 heißt nicht, die Mütter wie rohe Eier zu behandeln. Untersuchungen haben gezeigt, dass schwanger mit 40 eine schöne Zeit sein kann, wenn alles wie gewohnt weiter geht.

    Viele Kinder, die ältere Mütter haben, sind Überraschungskinder, vor allem dann, wenn die Mutter eigentlich gar nicht mehr damit gerechnet hat, schwanger zu werden. In diesen Fällen bedeutet schwanger mit 40: Es gab einen Glückstreffer, und die Schwangerschaften sind nicht selten sehr entspannt und glücklich.

    Schwanger mit 40 – das ist wie jede andere Schwangerschaft auch, eine Reise, die spannende 40 Wochen dauert. Schwanger mit 40 – das heißt, eine Herausforderung anzunehmen, und sich auf das Kind zu freuen, denn schwanger mit 40 bedeutet, dass aus einem Paar endlich eine Familie wird.

    Bild: © Depositphotos.com / ElizavetaLarionova

  • Dicke Menschen sind krank – Wahrheit oder Hysterie?

    Dicke Menschen sind krank – Wahrheit oder Hysterie?

    Dick ist nicht schick, dick macht krank – so lautet eine weitverbreitete Meinung. Dicke Menschen sind krank, sie kosten die Krankenkassen viele Millionen Euro und sie werden nicht alt – auch das sind Vorurteile, mit denen diejenigen leben müssen, deren Body-Mass-Index nicht stimmt. Aber stimmt das tatsächlich? Sind alle, die zu dick sind, auch krank? Nein, sagt eine Studie, dicke Menschen sind nicht krank, im Gegenteil, die meisten sind erstaunlich gesund und fühlen sich mit ihrer Körperfülle sehr wohl.

    Die Pläne der Krankenkassen

    Dicke Menschen sind krank und sollen entsprechend mehr in die Krankenkassen einzahlen – was in Deutschland noch kein Thema ist, wird in den USA in naher Zukunft Realität. Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten ist man offenbar der Ansicht, dass alle, die nicht zu 100 % gesund sind, höhere Prämien zahlen sollen, um das Gesundheitswesen gerechter zu machen. Um den „Gesundheitsgrad“ der Versicherten bestimmen zu können, bekommt jeder Versicherte ein Fitnessarmband, das alle Daten speichert und anhand dieser Daten berechnen die Krankenkassen dann den Versicherungstarif. Das klingt ein bisschen wie Science-Fiction, könnte aber bald schon Wirklichkeit werden. Allerdings hat dieser Plan einen Haken, denn wer übergewichtig ist, der muss nicht zwangsläufig auch krank sein und der Body-Mass-Index kann und darf nicht das Maß aller Dinge sein.

    Dicke Menschen sind krank – lügt der BMI?

    Alle Menschen, die einen hohen Body-Mass-Index haben, sind nicht krank, sie sind lediglich übergewichtig. Der BMI wird berechnet, indem man das Körpergewicht durch das Quadrat der Körpergröße teilt, und laut der Weltgesundheitsorganisation WHO liegt der ideale BMI zwischen 18,5 und 25. Ein Mann, der 1,80 m groß ist, sollte nach dem WHO Maß zwischen 60 und maximal 80 Kilogramm wiegen. Diesen perfekten Wert erreichen in Deutschland allerdings nur 39 % aller Männer, die restlichen 61 % sind damit über- oder untergewichtig. Bei den Frauen sieht es etwas besser aus, denn hier haben 53 % den richtigen BMI. Experten warnen jetzt aber davor, den Body-Mass-Index zu einer Art „Heiliger Gral“ zu machen, denn Untersuchungen in den USA haben bewiesen, dass zwar 54 Millionen Amerikaner einen zu hohen BMI haben, aber ansonsten kerngesund sind. Die Annahme, dicke Menschen sind krank, kann aufgrund dieser Studien nicht mehr aufrecht gehalten werden.

    Fettsüchtig und gesund

    Dicke Menschen sind krank – das sollte vor allem für diejenigen gelten, die adipös, also fettsüchtig sind, aber auch das straft die neue Studie aus den USA die Kritiker Lügen. Bei knapp 20 Millionen Amerikanern, die einen Body-Mass-Index von über 30 haben und die damit als fettsüchtig eingestuft werden, fanden sich bei Untersuchungen weder Erkrankungen des Herzens noch des Kreislaufs. Interessanterweise waren bei diesen Menschen auch der Blutdruck und die Blutfettwerte im grünen Bereich, und selbst bei den Körperfettwerten fanden sich keine Auffälligkeiten. Wie es aber um die Belastung der Knochen infolge des starken Übergewichts aussieht, darüber sagt die Studie leider nichts aus.

    Höhere Prämien sind unfair

    Zu sagen, dicke Menschen sind krank und sie damit zu einer Risikogruppe zu erklären, die höhere Beiträge für die Krankenversicherung zahlen soll, ist unfair, besonders dann, wenn man sich den zweiten Teil der Studie ansieht. Für die amerikanische Studie wurden auch die Daten von Menschen erfasst, die einen normalen BMI haben, und bei 20,7 Millionen Menschen wurden die typischen Krankheiten festgestellt, die man übergewichtigen Menschen zurechnen würde. Wenn es einen Plan gibt, die Kosten für die Krankenversicherung an die Gesundheit zu koppeln, dann ist das kein so schlechter Plan, es wird aber nicht funktionieren, die Kosten für die vermeintlichen Risikogruppen wie Übergewichtige, pauschal nach oben zu setzen. Nur zu sagen, dicke Menschen sind krank, reicht nicht aus, um einen höheren Beitrag zu verlangen, dazu müssen schon Fakten geschaffen werden.

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  • Vater oder nicht – ein Vaterschaftstest sorgt für Gewissheit

    Vater oder nicht – ein Vaterschaftstest sorgt für Gewissheit

    „Pater semper incertus est, Mater certa est“, dieser Spruch stammt aus dem alten Rom, aber er hat bis heute Gültigkeit, denn nur die Mutter kann sicher sein, der Vater ist immer unsicher. Gemeint ist die Vaterschaft oder die Existenz von genannten „Kuckuckskindern“, wie Kinder in früheren Zeiten genannt wurden, bei denen nicht sicher feststand, wer der leibliche Vater ist. Im alten Rom konnten sich die Väter nur darauf verlassen, ihr Kind an der Ähnlichkeit zu erkennen, heute gibt es die Molekularbiologie, die mit einem einfachen Test nachweisen kann, ob Vater und Kind tatsächlich miteinander verwandt sind.

    Die falsche Vaterschaft

    Experten gehen heute davon aus, dass in Europa und den USA zwischen fünf und zehn Prozent Kinder nur mit einem vermeintlichen, aber nicht mit ihrem biologischen Vater in einer Familie leben. In Deutschland trifft das auf bis 800.000 Kinder zu und jedes Jahr kommen zwischen 35.000 und 70.000 Kinder dazu. Viele Väter haben ihre Zweifel, ob der Sohn oder die Tochter tatsächlich ihre Gene haben, aber nur wenige wollen es auch wissen. Meist wollen Männer dann Gewissheit haben, wenn es zur Scheidung von der Mutter kommt und es um Unterhaltszahlungen für das Kind geht. In dieser Situation entscheiden sich Männer dann gerne für einen Vaterschaftstest, um festzustellen, ob es sich auch wirklich um ihr leibliches Kind handelt.

    Das Gutachten für die Anfechtung

    Seit einigen Jahren können Väter, die Zweifel an der Vaterschaft haben, einen Test machen, der Gewissheit darüber bringt, ob Kind und Vater tatsächlich miteinander verwandt sind. Diese Tests, wie sie zum Beispiel auf der Webseite von http://www.vaterschaftstests.de/VT/de/Vaterschaftstest-vor-Gericht.asp angeboten werden, sind auch vor Gericht gültig, wenn es um Unterhaltszahlungen geht. Der Vaterschaftstest wird immer entsprechend der gesetzlichen Vorgaben durchgeführt, alle Informationen, die für einen solchen Test benötigt werden, stehen als Download zur Verfügung. Das Testset selbst wird neutral per Post verschickt, nach dem Test wird es wieder verpackt und zurückgeschickt. Das Ergebnis zeigt dann zuverlässig an, ob eine Vaterschaft vorliegt oder nicht.

    Wie wird der Test durchgeführt?

    Um einen Vaterschaftstest durchzuführen, gibt es zwei unterschiedliche Möglichkeiten. Zum einen kann ein Bluttest gemacht werden, zum anderen gibt es die einfachere Methode, nämlich den Speicheltest. Während der Bluttest von einem Arzt vorgenommen wird, kann der Speicheltest auch zu Hause durchgeführt werden. Dazu wird mit einem Wattestäbchen ein Abstrich aus der Mundhöhle genommen. Männer, die einen Vaterschaftstest machen möchten, können sich das entsprechende Set mit mehreren Wattestäbchen bequem zuschicken lassen und dann die Vergleichsproben bei sich und dem Kind nehmen. Wenn es drei Proben gibt, dann kann eine Vaterschaft zu 99,9 % gesichert oder aber zu 100 % ausgeschlossen werden. Liegen nur zwei Proben vor, dann entstehen ähnlich sichere Ergebnisse.

    Sind die Tests bei Gericht relevant?

    Wenn es ums liebe Geld geht, dann streben die meisten vermeintlichen Väter auch einen Prozess an. Die Richter haben in diesem Fall die Freiheit, das Beweismittel anzuerkennen oder nicht. Häufig lehnen Richter die privat durchgeführten Vaterschaftstests ab und lassen stattdessen einen Vaterschaftstest bei einem Labor ihrer Wahl durchführen. Das Positive an einem privaten Test, der die Vaterschaft klären soll, ist, dass die Chancen auf ein Vaterschaftsgutachten vor Gericht deutlich höher sind. Was unter Juristen noch immer nicht ganz geklärt ist, das ist die Frage, ob ein heimlicher Test, der zum Beispiel ohne das Wissen der Mutter des vermeintlichen „Kuckuckskindes“ durchgeführt wird, vor Gericht verwertbar ist. Darf ein Vater auch ohne die Mutter zu informieren, das für sie eventuell belastende Genmaterial des Kindes nutzen, um vor Gericht zu ziehen? Nach einem Urteil des Landgerichts in München ist es einem ledigen Mann auch ohne das Wissen der Kindsmutter erlaubt, einen Vaterschaftstest von einem Speziallabor durchführen zu lassen.

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