Schlagwort: Probleme

  • Alzheimer – das langsame Vergessen

    Alzheimer – das langsame Vergessen

    Alzheimer – kaum eine andere Krankheit löst so viel Schrecken aus wie diese besondere Form der Demenz. Weltweit leiden 35 Millionen Menschen unter Alzheimer, alleine 1,5 Millionen davon in Deutschland. Experten haben ausgerechnet, dass die Zahl der Alzheimer-Kranken in den nächsten Jahren noch weiter steigen wird. Frauen sind häufiger betroffen als Männer, was damit zusammenhängt, dass Frauen eine höhere Lebenserwartung haben. Morbus Alzheimer, wie die Demenz mit medizinischem Namen heißt, ist keine Krankheit, die nur ältere Menschen betrifft, zunehmend erkranken daran auch immer mehr jüngere Menschen. Die Diagnose Alzheimer wird aber erst dann zu einem klassischen Krankheitsbild, wenn die Orientierungsprobleme und die Gedächtnisstörungen länger als sechs Monate beobachtet werden.

    Die Arbeit des Doktor Alzheimer

    Ihren Namen verdankt die Krankheit ihrem Entdecker, dem bayrischen Nervenarzt Alois Alzheimer, der Anfang des 20. Jahrhunderts Patienten behandelte, die ihm durch ihr Verhalten und durch die stetige Abnahme ihrer geistigen Fähigkeiten aufgefallen waren. Alzheimer behandelte nicht nur diese Patienten, er untersuchte und studierte auch die Gehirne der Verstorbenen. 1906 veröffentlichte der Arzt seine für die damalige Zeit bahnbrechenden Erkenntnisse und es gelang ihm, ein völlig neuartiges Krankheitsbild zu beschreiben. Bis heute orientieren sich Ärzte an der Arbeit von Alois Alzheimer, wenn es um die Diagnose Alzheimer geht.

    An welchen Symptomen lässt sich Alzheimer erkennen?

    Auch wenn die Symptome vielseitig sind, durch ein genaues Beobachten lassen sich die klassischen Anzeichen doch sehr genau bestimmen. Die Betroffenen sind vergesslich, zuerst lässt das Kurzzeitgedächtnis nach, später auch das Langzeitgedächtnis. Es gibt Schwierigkeiten, alltägliche Dinge zu erledigen, erfahrene Hausfrauen wissen plötzlich nicht mehr, wie man eine Waschmaschine bedient oder wie man ein bestimmtes Essen zubereitet. Die Patienten verlieren mehr und mehr die Fähigkeiten zu kommunizieren, ihnen fallen viele Worte nicht mehr ein oder sie verwenden vermehrt Ersatzwörter. Zudem geht die Orientierung für Ort, Zeit und Raum verloren, die Patienten wissen nicht mehr, wann ihr Geburtstag ist, sie finden sich in ihrer vertrauten Umgebung nicht mehr zurecht und laufen weg.

    Das Urteilsvermögen lässt nach, es gibt Probleme mit der Konzentration und auch abstraktes Denken ist nicht mehr möglich. Gegenstände und Gegebenheiten werden falsch zugeordnet, beispielsweise wird das Handy in den Kühlschrank gelegt und die Betroffenen wollen im Schlafanzug einkaufen gehen. Viele Alzheimer-Patienten werden auch plötzlich misstrauisch oder sie leiden unter starken Stimmungsschwankungen, und Menschen, die früher ausgeglichen waren, sind auf einmal aggressiv oder sie zeigen Angstzustände. Alzheimer kann aber auch antriebslos machen, die Patienten verlieren das Interesse an ihrem Hobby und sie ziehen sich immer mehr aus ihrer Umwelt zurück.

    Die drei Stadien

    Einen exakten Verlauf der Krankheit gibt es nicht, denn jede Erkrankung ist individuell. Aber Alzheimer ist ein chronisch verlaufender Prozess, der zwar durch die Gabe von Medikamenten verzögert werden kann, aufhalten lässt sich Alzheimer aber bis heute nicht.

    In einem frühen Stadium verlieren die Betroffenen ihr Gedächtnis und ihre Merkfähigkeit, sie leiden unter Stimmungsschwankungen und können sich nicht mehr präzise ausdrücken. Ihre Leistungsfähigkeit lässt nach und sie reduzieren ihre sozialen Kontakte.

    Im mittleren Stadium verändern sich die Psyche und auch die Persönlichkeit. Die Patienten können zwar in bestimmten Bereichen noch ein autonomes Leben führen, brauchen aber bei vielen Dingen Hilfe und Unterstützung.

    Im späten Stadium sind die Betroffenen nicht mehr in der Lage, ihren Alltag ohne fremde Hilfe zu bewältigen, sie achten nicht mehr auf ihre Kleidung und auf ihre Körperhygiene, ihr Kurzzeitgedächtnis ist vollkommen erloschen. Es kann zu Krampfanfällen kommen und durch den Verlust der Körperhaltung kommt es vermehrt zu Stürzen. Die Patienten können in diesem letzten Stadium nicht mehr schlucken und müssen nicht selten künstlich ernährt werden. Auch die Kontrolle über die Blase und den Darm gehen verloren. Der Tod kommt in der Regel dann durch eine Infektion.

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  • ADHS – das Zappelphilipp-Syndrom

    ADHS – das Zappelphilipp-Syndrom

    Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung – so lautet der vollständige und etwas komplizierte Name einer Krankheit, über die kontrovers diskutiert wird. „Mein Kind hat ADHS“, das sagen heute viele Eltern, wenn sich ihr Nachwuchs anders verhält als andere Kinder, und es klingt immer ein wenig entschuldigend. Rund drei bis sechs Prozent der Kinder und Jugendlichen in Deutschland leben mit der Diagnose ADHS, und Jungen werden von dieser oftmals schwer zu verstehenden Krankheit deutlich häufiger betroffen als Mädchen. Bei etwa 60 % der ADHS Fälle bleiben die Symptome bis zum Erwachsenenalter bestehen und nur mit einer gezielten Behandlung gelingt es auch, die Krankheit weitgehend in den Griff zu bekommen. Aber was genau ist eigentlich ADHS und was bedeutet es für die Betroffenen und ihre Angehörigen, wenn die Diagnose gestellt wird?

    Was genau ist ADHS?

    ADHS ist keine Krankheit der heutigen Zeit, die ersten Krankheitsfälle wurden schon 1845 diagnostiziert. Es war der Nervenarzt Heinrich Hoffmann, der in seinem Kinderbuch „Der Struwwelpeter“ den Zappelphilipp beschrieb, ein Kind, das keine Minute ruhig am Tisch sitzen bleiben will. Aber erst 1987 wurde der Name ADHS medizinisch anerkannt. Aus neurologischer Sicht ist ADHS eine fehlerhafte Weiterleitung von Informationen zwischen den Nervenzellen. Eine entscheidende Rolle spielt dabei der wichtige Botenstoff Dopamin, der für den reibungslosen Transport von Informationen im Gehirn zuständig ist.

    Jungen sind achtmal häufiger betroffen, wird die Krankheit mit ins Erwachsenenalter genommen, dann gibt es keinen Unterschied mehr zwischen den Geschlechtern. Wird ADHS bei Zwillingen festgestellt, dann sind in drei von vier Fällen beide Kinder betroffen.

    Die ADHS Symptome

    Kinder und auch Erwachsene, die an ADHS erkrankt sind, fallen vor allem durch ihre Hyperaktivität, ihre Unaufmerksamkeit und ihre sprunghafte Impulsivität auf. Kinder haben motorische Probleme, sie lernen nur schwer mit Messer und Gabel zu essen, sie lassen sich schnell ablenken, sie sind vergesslich und sie können sich entweder nur sehr schwer oder überhaupt nicht konzentrieren. Auch verlangsamte Reaktionen, plötzliche mitunter sehr heftige Wutausbrüche und eine emotionale Instabilität gehören zu den typischen Symptomen von ADHS. Nicht selten haben Kinder, die an der Nervenkrankheit leiden, Schwierigkeiten lesen und schreiben zu lernen und sie sind nicht selten auch starken Stimmungsschwankungen unterworfen.

    ADHS Symptome treten in der Regel sehr früh, meist schon ab dem sechsten Lebensjahr auf, und der Höhepunkt der Krankheit liegt zwischen dem siebten und elften Lebensjahr. In diesem Zeitraum kommt es zu Schlafstörungen, zu starker Unruhe und auch Probleme mit der Verdauung und der Nahrungsaufnahme können zum ADHS Krankheitsbild gehören. Kommen die Kinder in die Schule, dann wird die Krankheit schlimmer, denn sie sind permanent neuen Reizen ausgesetzt und können diese nicht kompensieren, wie normale gesunde Kinder das tun.

    Die ADHS Ursachen

    Bis heute sind die genauen Ursachen für ADHS unbekannt, aber es werden drei Auslöser für die Krankheit verantwortlich gemacht. Eine genetische Veranlagung kann ein Auslöser sein, aber auch wenn es Komplikationen in der Schwangerschaft oder bei der Geburt gegeben hat, dann kann das ein Grund für eine spätere ADHS Erkrankung sein. Für viele Ärzte sind es aber psychosoziale Probleme im familiären Umfeld, die ADHS auslösen.

    Welche Therapien gibt es?

    Nicht in jedem Fall muss ADHS auch behandelt werden, es richtet sich immer nach dem Schweregrad der Krankheit. Therapiert werden sollte aber immer dann, wenn es zu schweren psychischen oder sozialen Problemen kommt. Wann der Zeitpunkt für eine Therapie gekommen ist, das lässt sich schlecht bestimmen und ist immer von den individuellen Symptomen abhängig. Das Ziel einer Therapie ist es immer, die typischen Symptome in den Griff zu bekommen und den Betroffenen wieder sozial zu integrieren. Außerdem ist es wichtig, wieder ein gesundes Selbstbewusstsein aufzubauen und Kinder nach ihren Begabungen und Interessen zu fördern.

    Eine medikamentöse Therapie zum Beispiel mit Ritalin, sollte immer die letzte Konsequenz sein.

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  • Hämorrhoiden – ein oft verschwiegenes Leiden

    Hämorrhoiden – ein oft verschwiegenes Leiden

    Allein das Wort Hämorrhoiden sprechen viele nur hinter vorgehaltener Hand aus, und wer unter Hämorrhoiden leidet, der schweigt darüber. Dabei sind Hämorrhoiden nichts, für das man sich schämen müsste. Viele Menschen leiden darunter und auch wenn Hämorrhoiden gerne als Leiden der Frauen beschrieben werden, es gibt auch viele Männer, die sich damit auseinandersetzen müssen. Was sind Hämorrhoiden und wie entstehen sie? Welche Symptome gibt es und wie kann man die lästigen Plagegeister wieder los werden? Es gibt viele Fragen zum Thema Hämorrhoiden, aber es gibt keinen Grund, peinlich berührt zu schweigen und diese Fragen nicht zu beantworten.

    Was sind Hämorrhoiden?

    Hämorrhoiden sind nichts anderes als Schwellkörper im Enddarm, die die Aufgabe haben, den After anzudichten. Immer dann, wenn sich diese Schwellkörper vergrößern, dann werden sie zu einem Problem, denn der Betroffene verspürt einen unangenehmen Juckreiz und später auch Schmerzen am After. Nicht selten bluten Hämorrhoiden auch und das sorgt bei vielen für Angst und Panik. Jeder Mensch hat Hämorrhoiden und schätzungsweise die Hälfte der über 50-jährigen hat Probleme mit diesen Gefäßpolstern, die vom Aussehen her an einen Schwamm erinnern. Hämorrhoiden können aber auch schon in jungen Jahren auftreten, was besonders bei Männern oftmals der Fall ist. Viele Frauen bekommen Hämorrhoiden aber erst, wenn sie das erste Mal ein Kind geboren haben, denn die Presswehen können dafür sorgen, dass sich die Hämorrhoiden vergrößern.

    Unterschieden werden Hämorrhoiden in innere echte und äußere unechte Hämorrhoiden. Die innere echte Variante entsteht immer dann, wenn sich Arterien im Darm weiten, die unechten äußeren Hämorrhoiden entstehen durch Venen und werden deshalb medizinisch korrekt auch als Perianalthrombosen bezeichnet, da sich im Bereich des Afters ein Blutgerinnsel bildet.

    Welche Ursachen haben Hämorrhoiden?

    Neben der Schwangerschaft und den Presswehen gibt es noch eine Reihe von anderen Ursachen, die für Hämorrhoiden verantwortlich sind. Auch eine Obstipation, also eine Verstopfung oder zu starkes Pressen beim Stuhlgang können dafür sorgen, dass sich die Hämorrhoiden erweitern und für Probleme sorgen. Eine andere Ursache ist, dass der Blutabfluss in den Schwellkörpern nicht mehr richtig funktioniert, sie schwellen in der Folge immer weiter an und schon sind es Hämorrhoiden, die für Juckreiz und Schmerzen sorgen. Menschen, die viel sitzen oder unter krankhafter Fettleibigkeit leiden, sind anfällig für Hämorrhoiden, aber auch alle, die ein schwaches Bindegewebe haben oder zu Krampfadern neigen, gehören zu den Risikopatienten.

    Wie werden Hämorrhoiden behandelt?

    Wenn der Arzt die Diagnose Hämorrhoiden gestellt hat, dann gibt es unterschiedliche Methoden, um sie zu behandeln. Eine Basistherapie besteht darin, dass der Betroffene seine Essgewohnheiten ändert, denn manchmal kann es schon ausreichen, wenn mehr Ballaststoffe gegessen werden, zum Beispiel in Form von Vollkornprodukten. Auch mehr Bewegung und viel trinken kann hilfreich sein, um die Symptome der Hämorrhoiden zu lindern. Aber Hämorrhoiden lassen sich heute auch sehr gut mit Salben und Zäpfchen behandeln, die zum einen entzündungshemmend sind und zum anderen auch von den Schmerzen befreien.

    Alle, die ihre Hämorrhoiden selbst behandeln wollen, können das mit Zinksalbe oder mit einer speziellen Wundsalbe, die es frei in der Apotheke zu kaufen gibt. In schweren Fällen verordnen Ärzte auch Cortison, aber diese Behandlung soll nicht länger als drei bis maximal vier Wochen durchgeführt werden. Wenn alle gängigen Mittel nicht helfen, dann ist die Operation die letzte Option für die Betroffenen. Während einer operativen oder auch semioperativen Behandlung werden die Hämorrhoiden entfernt und für diesen operativen Eingriff gibt es mehrere Möglichkeiten.

    Die am häufigsten angewandte Methode ist die sogenannte Gummibandligatur. Hier werden die Hämorrhoiden abgebunden und so vom Blutfluss abgetrennt. In der Folge stirbt das Gewebe, und die Hämorrhoide fällt nach zwei bis fünf Tagen ab. Die Methode wird gerne und häufig angewendet, denn sie ist schmerzfrei und es gibt kaum Komplikationen.

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  • Mumps – eine Kinderkrankheit, die Folgen haben kann

    Mumps – eine Kinderkrankheit, die Folgen haben kann

    Viele kennen Mumps unter den Namen Ziegenpeter, weil den Kranken früher ein Tuch um den Kopf gebunden wurde, was den Betroffenen das etwas einfältige Aussehen eines Ziegenhirten verlieh. Der Name Mumps leitet sich aber vom englische Wort Mump ab, was so viel wie verdrießlich bedeutet, wobei wir wieder beim Aussehen der erkrankten Patienten wären, denn die gucken nicht gerade begeistert in die Welt. Verstärkt wird dieser Ausdruck noch durch die angeschwollenen Ohrenspeicheldrüsen, die ein bisschen wie Hamsterbacken wirken. Mumps gehört zu den klassischen Kinderkrankheiten, die vor allem Kinder zwischen dem vierten und zehnten Lebensjahr betrifft.

    Die ersten Anzeichen

    Mumps ist eine Viruserkrankung mit einer Inkubationszeit zwischen zwei und drei Wochen. Eines der ersten Anzeichen ist hohes Fieber, das nicht selten auf 40° Grad steigt. Zeitgleich schwillt meist nur auf einer Seite die Ohrspeicheldrüse an, und da das Anschwellen auf den Gehörgang drückt, haben die Kranken auch Ohrenschmerzen. Nach einigen Tagen Ruhe steigt das Fieber erneut an und auch die Ohrspeicheldrüse auf der anderen Seite schwillt ebenfalls an. Durch die etwas voluminöse Gesichtsform stehen die Ohrläppchen ab, was den Kranken ihr charakteristisches Aussehen verlieht. Nach maximal zwei Wochen ist Mumps in der Regel überstanden und die Betroffenen sind ihr Leben lang vor einer erneuten Ansteckung geschützt.

    Wie wird Mumps behandelt?

    Normalerweise verläuft Mumps ohne große Probleme. Um die Krankheit vor allem für Kinder erträglich zu machen, kann es helfen feuchte Umschläge oder warme Ölpackungen auf die geschwollenen Ohrspeicheldrüsen zu legen, um zudem auch die Ohrenschmerzen lindern zu können. Zusätzlich sollte in der akuten Phase auf eine besonders sorgfältige Mundpflege geachtet werden. In den beiden Fieberphasen ist Bettruhe das oberste Gebot, und wenn das Fieber die 40° Grad Marke erreicht, dann können Wadenwickel die Temperatur senken. Obstsäfte und auch Früchte sollten während der Erkrankung nicht verabreicht werden, denn sie regen den Speichelfluss an und das ist schmerzhaft.

    Neben den Ohrspeicheldrüsen können auch die Lymphknoten am Hals anschwellen, und das ist immer dann der Fall, wenn der Kranke bei Bewegungen des Kopfs oder des Kiefers über Schmerzen klagt. Nicht selten fällt das Kauen und Schlucken schwer und daher sollten Kinder, die an Mumps erkrankt sind, nach Möglichkeit nur weiche Nahrung wie zum Beispiel Babynahrung bekommen. Ein sicherer Schutz vor Mumps ist eine Impfung, die auch als Kombiimpfung zusammen mit Masern und Röteln gegeben werden kann. Geimpft werden Kinder ab dem zweiten Lebensjahr und empfehlenswert ist eine Auffrischung zwischen dem 11. und 13. Lebensjahr.

    Welche Komplikationen kann es geben?

    Mumps verläuft in der Regel ohne Probleme, aber es kann trotzdem zu Komplikationen kommen. Je älter der Patient ist, umso größer wird auch das Risiko, dass es zu einen schweren Verlauf der Krankheit kommt. Eines dieser Komplikationen ist eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse, ältere Patienten leiden zudem unter starken Bauchschmerzen, Erbrechen und Übelkeit. Starke Kopfschmerzen sind ebenfalls ein Zeichen dafür, dass Mumps einen schweren Verlauf nimmt, selten sind hingegen Lähmungserscheinungen und Bewusstseinsstörungen. Zu den sehr gefährlichen Folgeerkrankungen von Mumps gehört aber eine Meningitis, eine Hirnhautentzündung. Immer wenn das der Fall ist, dann wird ein Aufenthalt im Krankenhaus und die Gabe von Antibiotika notwendig. Bei männlichen Patienten kann zu Schmerzen im unteren Bauchbereich kommen und auch die Hoden können in Mitleidenschaft gezogen werden. Diese Symptome treten allerdings selten bei Kindern auf, nur wenn erwachsene Männer an der Mumps erkranken, dann gehören Probleme mit den Hoden zu den Risiken.

    Diese Symptome sollten nie auf die leichte Schulter genommen werden, denn eine Entzündung der Hoden ist nicht nur sehr schmerzhaft, sie kann auch Unfruchtbarkeit zur Folge haben. Erwachsene, die Mumps noch nicht gehabt haben oder die nicht geimpft sind, sollten sich daher von an Mumps erkrankten Patienten fernhalten.

    Bild: © Depositphotos.com / withGod

  • Hörsturz – taub aus heiterem Himmel

    Hörsturz – taub aus heiterem Himmel

    Ein Hörsturz tritt praktisch wie aus heiterem Himmel und oftmals ohne jede Vorwarnung auf. Die Betroffenen haben das Gefühl, als hätten sie einen Stöpsel oder Watte im Ohr und können nur noch schlecht oder gar nichts mehr hören. In vielen Fällen gesellt sich zur plötzlichen Taubheit auch ein Schwindelgefühl und es kommt zu einem dumpfen Schmerz im Ohr. Es ist immer noch nicht restlos geklärt, was einen Hörsturz auslösen kann, nicht selten haben die Betroffenen aber zuvor unter einem Tinnitus, also unter Ohrensausen gelitten. Bei den meisten tritt der Hörsturz jedoch unvermittelt auf.

    Welche Ursachen gibt es für einen Hörsturz?

    Auch wenn nicht klar ist, warum der Hörsturz so plötzlich auftreten kann, die möglichen Ursachen sind aber bereits gefunden. So wird vermutet, dass eine akute Durchblutungsstörung im Innenohr für einen Hörsturz verantwortlich ist. Im Innenohr, oder genauer gesagt in der sogenannten Hörschnecke sind die Haarzellen zu finden und diese Zellen haben die besondere Aufgabe, alle ankommenden Schallwellen, die in das Ohr dringen, in elektrochemische Signale umzuwandeln. Diese Signale werden dann über den Hörnerv an das Gehirn weitergeleitet, so sie dann verarbeitet werden. Anschließend werden sie dann als Sprache, Musik oder auch Lärm wahrgenommen.

    Wenn aber die Haarzellen nicht mehr mit ausreichend Blut und mit Sauerstoff versorgt werden, dann wird das Hörvermögen eingeschränkt und das kann eventuell einen Hörsturz auslösen. Aber es gibt noch andere mögliche Ursachen, die für einen Hörsturz verantwortlich sein könnten. Chronische Entzündungen können ebenso schuld sein wie auch eine Autoimmunerkrankung. Eine Erkrankung der Halswirbelsäule kann vielleicht einen Hörsturz auslösen und auch ein Tumor im Bereich des Kopfes kommt infrage.

    Wie wird ein Hörsturz behandelt?

    Auch wenn es für die Betroffenen sehr unangenehm ist, aus medizinischer Sicht ist ein Hörsturz kein Notfall, denn bei ungefähr der Hälfte der Fälle verschwinden die Symptome nach 24 Stunden wieder und der Betroffene kann wieder normal hören. Als Faustregel gilt: Je geringer der Verlust des Gehörs ausfällt, um so besser ist die Prognose, dass der Hörsturz wieder von selbst verschwindet.

    Trotzdem sollte nach einem Hörsturz ein Arzt aufgesucht werden, denn hinter dem plötzlichen Verlust des Hörvermögens kann sich unter Umständen eine ernste Erkrankung verbergen, die schnell behandelt werden muss. Welche Therapie bei einem Hörsturz die beste ist, das ist ebenfalls noch nicht geklärt. Es gibt eine Reihe von verschiedenen Therapieformen, die in den vergangenen Jahren erprobt worden sind, aber welche der Therapien erfolgreich ist, das hängt immer von der Schwere des Hörsturzes ab.

    Welche Therapien versprechen Erfolge?

    Handelt es sich um eine leichte Form des Hörsturzes, dann raten die Ärzte den Patienten, einfach ein paar Tage abzuwarten. Wenn sich die Symptome nach drei Tagen immer noch nicht gebessert haben, dann werden in der Regel Medikamente verordnet, die bei einer möglichen Entzündung und einem Abschwellen des Innenohrs helfen sollen. Die Medikamente können wahlweise in Form von Tabletten eingenommen werden, aber es ist auch möglich, den Wirkstoff direkt ins Ohr zu spritzen.

    Kann man einem Hörsturz vorbeugen?

    Eine gesunde Lebensweise ist die beste Vorbeugung, um keinen Hörsturz zu erleiden, nach Möglichkeit sollten auch Stress und belastende Situationen vermieden werden. Wer Probleme damit hat, Stress abzubauen, der sollte Yoga oder autogenes Training machen. Auch übermäßiger Lärm ist eine Gefahr, denn wenn die empfindlichen Haarzellen im Innenohr ständig überreizt werden, dann kann das einen Hörsturz begünstigen oder sogar auslösen.

    Menschen deren Blut verdickt ist und sehr schnell gerinnt, laufen ebenso Gefahr einen Hörsturz zu bekommen, und auch die Fettwerte im Blut können dafür verantwortlich sein, wenn es zu einem Hörsturz kommt, denn hohe Blutfettwerte können die Fließeigenschaften des Bluts verändern. Wer einen Hörsturz vermeiden will, der sollte sich zudem ballaststoffreich und fettarm ernähren.

    Bild: © Depositphotos.com / atholpady

  • Neue Forschung macht amputierten Menschen Hoffnung

    Neue Forschung macht amputierten Menschen Hoffnung

    Amerikanischen Wissenschaftlern der Universität Boston ist es gelungen, die Pfote einer Ratte künstlich herzustellen, und dieser Erfolg macht vielen Menschen neue Hoffnung, die nach einem Unfall oder durch Krankheit ihre Gliedmaßen verloren haben. In weniger als zehn Jahren, so schätzen die Wissenschaftler um den Forschungsleiter Harald Ott, wird es vielleicht möglich sein, auch menschliche Hände, Füße, Arme und Beine künstlich zu erzeugen. Die Forscher am Massachusetts General Hospital sind neue Wege gegangen und haben mit ihrer Forschung und mit dem verblüffenden Ergebnis gezeigt, dass es möglich ist, Gliedmaßen zu schaffen, die voll funktionstüchtig sind und die in der Zukunft vielleicht eine herkömmliche Prothese ersetzen können.

    Ein neues Verfahren

    Das Team um den Österreicher Ott hat mit einem sogenannten Nährmedium eine Pfote wachsen lassen, die sowohl ein funktionierendes Gefäß, als auch ein Muskelgewebe besitzt. Möglich wurde das durch die Pfote einer toten Ratte, aus der die Forscher das Zellgewebe entfernt haben, bis sie keine Zellen mehr enthielt. Dann wurde die Pfote mit neuen frischen Zellen neu besiedelt, die zuvor in der Petrischale gezüchtet wurden. Das Ergebnis kann sich sehen lassen, denn aus der toten Pfote wurde wieder eine voll funktionsfähige Pfote.

    Im nächsten Schritt haben die Wissenschaftler den Arm eines Pavians komplett von allen Zellen befreit, um so nachzuweisen, dass sich die neue Methode auch für Primaten eignet und sich auch in diesen Fall anwenden lässt. In der humanen Medizin wird es aber sehr wahrscheinlich erst in zehn Jahren der Fall sein, und dann wird im Labor nicht sofort eine neue Hand, aber zumindest neues Muskelgewebe für diese Hand entstehen.

    Gewebe, was nachwächst

    Tagelang hat der schwierige Prozess gedauert, um die noch lebenden Zellen aus der Rattenpfote zu entfernen, bis nur noch die Grundstruktur übrig war. Dann wurden in den folgenden Tagen die einzelnen neuen Zellen wieder in die Pfote verbracht und es dauerte nicht lange, bis die Muskeln und das Gewebe damit begannen, wieder zu wachsen. Um das Wachstum zu stimulieren, wurde mit elektrischen Impulsen gearbeitet und der Besiedlungsprozess dauerte auf diese Weise nur knapp zwei Wochen.

    Für die Wissenschaftler in Boston war es erstaunlich, dass die Funktionstests so positiv ausgefallen sind, denn die Muskeln der künstlichen Pfote haben auf die elektrische Stimulation mit einer Kontrareaktion reagiert. Die Kraft, die von dieser Kontrareaktion ausging, hatte zu 80 % die Kraft, die auch eine natürliche Rattenpfote hat. Aber nicht nur mit einer Pfote war das Experiment ein voller Erfolg, denn es ist schon gelungen, mit der gleichen Methode auch Organe wie Nieren, Leber und das Herz von Tieren wieder funktionsfähig zu machen. Allerdings sind Gliedmaßen, vor allem beim Menschen, um einiges komplexer, was sich zeigte, als der Arm eines Pavians mit neuen Zellen besiedelt wurde.

    Hoffnung für viele Menschen

    Der weitere Versuch, den Unterarm eines Pavians mit neuen Zellen wieder funktionsfähig zu machen, zeigte, dass es noch ein weiter Weg ist, denn auch wenn die Muskeln funktionieren, was den Forschern noch Probleme macht, das ist der Aufbau der Nerven. Das sieht Harald Ott als die nächste große Herausforderung. Alleine in den USA leben über 1,5 Millionen Menschen, denen Gliedmaßen fehlen. Selbst wenn in den letzten Jahren beim Bau von Prothesen große Fortschritte gemacht wurden, im täglichen Leben kann auch eine noch so gute Prothese keinen gesunden Arm oder eine Hand ersetzen. Vor allem das Empfinden fehlt und genau das wollen die Wissenschaftler mit ihren Forschungen erreichen. Aber es müssen nicht nur die Muskeln künstlich aufgebaut werden, auch die Knochen, die Sehnen, Bänder und vor allem die Nerven stellen eine große Herausforderung dar.

    Mit den Forschungen aus den USA wurde aber jetzt der erste Schritt gemacht, und das gibt vielen amputierten Menschen wieder Hoffnung.

    Bild: © Depositphotos.com / GoneWithTheWind