Schlagwort: Probleme

  • Wurmbefall im Darm – Hilfe gegen Parasiten

    Wurmbefall im Darm – Hilfe gegen Parasiten

    Allein die Vorstellung, dass sich im Darm Würmer aufhalten könnten, verursacht bei den meisten Menschen ein Ekelgefühl. Aber so schrecklich das auch klingen mag, Gesundheitsexperten vermuten, dass jeder Mensch im Verlauf seiner Kindheit schon einmal Würmer im Darm hatte. Wurmbefall im Darm ist unangenehm und kann gefährlich werden, je nachdem, welcher Wurm sich im Darm befindet. In der Regel werden Menschen von drei verschiedenen Wurmarten aufgesucht, dem Spulwurm, dem Madenwurm und dem bekannten Bandwurm. Alle diese Helminthen, wie die Würmer mit medizinischem Namen heißen, leben als Parasiten, also als Schmarotzer, die im Verlauf ihres Lebens immer mal wieder den Wirt oder den Zwischenwirt wechseln.

    Wie kommen die Würmer in den Darm?

    Verunreinigte Speisen oder auch der direkte Kontakt mit Tieren verursachen einen Wurmbefall im Darm. Sind die Würmer dann im Darm angekommen, dann vermehren sie sich und legen Eier, aus denen dann später Larven werden. Es gibt aber auch Wurmarten, die von Mücken oder Fliegen übertragen werden und durch den Hautkontakt in den Darm gelangen. Diese Würmer sind allerdings nicht in Europa zu finden, sie können aber ein unschönes Mitbringsel aus dem Urlaub in den Tropen sein.

    Welche Symptome sind für einen Wurmbefall typisch?

    Ist der Wurm im Darm, dann stellen sich auch schnell die ersten Symptome ein. Die Betroffenen verspüren besonders am Abend und in der Nacht einen starken Juckreiz am After, denn die Würmer legen ihre Eier am liebsten in den Falten des Afters ab. In diesem Stadium sind die weißen, ca. einen Zentimeter langen Würmer dann auch im Kot sichtbar. Neben dem Juckreiz, der nach relativ kurzer Zeit wieder abklingt, gibt es kaum Beschwerden und viele, die Würmer haben, nehmen die Symptome nicht sonderlich ernst.

    Wenn der After aber stark juckt, dann kann es durch das Kratzen zu Rissen kommen und wenn diese Risse sich entzünden, dann wird es für die Betroffenen unangenehm. Helfen kann in diesen Fällen oft ein Sitzbad mit Kamillenblüten, die die Entzündung abklingen lassen. Kommt es zu einem starken Befall durch Würmer, dann verlieren die Betroffenen häufig an Gewicht, es kommt zu Durchfall, zu Bauchschmerzen und auch rektale Blutungen sind keine Seltenheit.

    Befall durch Band- und Spulwürmer

    Im Gegensatz zu den Madenwürmern, die lediglich einen starken Juckreiz auslösen, kann ein Befall mit Spul- und Bandwürmern schon einen größeren Schaden anrichten. Spulwürmer sind rosa und können, wenn sie ausgewachsen sind, bis zu 45 Zentimeter lang werden. Die Larven des Schmarotzers können schwere allergische Reaktionen auslösen und da die Würmer sehr groß werden, gelangen sie auch ohne Probleme in die Gänge der Bauchspeicheldrüse und in die Galle, wo sie Koliken auslösen können. Bei einem starken Befall kann es sogar zu einem Darmverschluss oder zu einer Darmlähmung kommen. Wenn es den Würmern gelingt, in die Blutbahn zu kommen, dann dringen sie nicht selten bis zur Lunge vor und das führt zu Atembeschwerden, Fieber, Husten und in Einzelfällen auch zu asthmatischen Anfällen.

    Bandwürmer gehören zur Familie der Plattwürmer und sie können je nach Art, zwischen drei Millimetern und 20 m lang werden. Ist ein Bandwurm im Darm, dann kommt es zu heftigen Bauchschmerzen, zu einem starken Gewichtsverlust und häufig auch zu migräneartigen Kopfschmerzen.

    Wie wird Wurmbefall behandelt?

    Anders als in früheren Zeiten können Würmer im Darm heute gezielt und auch sehr effektiv behandelt werden. Die Patienten müssen eine Wurmkur machen, das heißt, sie müssen je nach Stärke des Wurmbefalls eine entsprechend lange Kur mit verschiedenen Medikamenten machen. Zu 90 % sind die Würmer dann verschwunden. Damit sich aber erst gar keine Würmer im Darm ansiedeln können, sollte man auf den Verzehr von rohem Fleisch wie zum Beispiel Tatar verzichten, denn im rohen Hackfleisch können sich Eier oder Larven der Würmer befinden.

    Bild: © Depositphotos.com / olgaru79

  • Phimose – ein oft verschwiegenes Leiden

    Phimose – ein oft verschwiegenes Leiden

    Fast alle männlichen Babys kommen mit einer Phimose zur Welt. Das ist jedoch nichts Ungewöhnliches, denn erst am Ende des ersten Lebensjahres lässt sich bei der Hälfte der Jungen die Vorhaut über den Penis zurückschieben. Im Alter von drei Jahren haben rund 80 % keine Probleme mit der Vorhaut und bis zur Pubertät ist bei 99 % der jungen Männer die Phimose kein Thema mehr. Bleibt das eine Prozent, und bei diesen Männern, bei denen sich die Vorhaut nicht schieben lässt, gibt es einige, die einfach stumm leiden, weil sie sich schämen, einen Arzt aufzusuchen, der das Problem schnell und ohne Komplikationen beheben kann.

    Was ist eine Phimose?

    Normalerweise können Männer die Vorhaut ohne Probleme über den Penis nach hinten schieben. Bei einer Phimose ist das nicht möglich, denn die Vorhaut ist mit dem Penis verwachsen. Diese Verwachsung sorgt nicht nur für eine unzureichende Hygiene, sondern kann auch Entzündungen zur Folge haben. Das Wasserlassen ist bei einer Phimose beeinträchtigt und auch beim Sex kann es zu Schmerzen kommen. Diese Erfahrung musste auch der französische König Ludwig XVI. machen, dessen Ehe mit Marie Antoinette aufgrund einer Phimose neun Jahre kinderlos blieb, bis sein Schwager, der Kaiser von Österreich ihn dazu überredete, sich endlich operieren zu lassen.

    Viele Männer, die keinen Arzt aufsuchen wollen, versuchen nicht selten die Vorhaut mit Gewalt über den Penis zu ziehen, und das kann gefährliche Folgen haben. Wenn die Phimose selbst behandelt wird, dann wird die Eichel ringförmig abgeschnürt und das schränkt den Blutzufluss ein. In der Folge schwillt die Eichel unförmig an und das Ganze bekommt das Aussehen eines spanischen Kragens, was auch der Beiname der sogenannten Paraphimose ist. Wenn das der Fall ist, dann muss ohne Verzögerung ein Arzt aufgesucht werden, denn sonst kann diese Form der Phimose schlimme Folgen haben.

    Welche Symptome gibt es?

    Woran erkennt Mann eine Phimose? Zum einen, wenn die Vorhaut gar nicht oder nur unter starken Schmerzen über die Eichel geschoben werden kann. Auch wenn der Penis häufiger entzündet ist, dann kann es sich um eine Phimose handeln, und wenn der Urinstrahl schwächer wird oder in nur eine Richtung abweicht, auch dann kann es sich um eine Phimose handeln. Zu den Symptomen, die erst später auftreten, gehört eine Erektion, die Schmerzen bereitet und auch das Urinieren wird mit der Zeit immer schwerer. Nicht selten treten auch Infektionen des Harnweges auf.

    Wenn diese Symptome zusammen oder auch einzeln auftreten, dann ist der Gang zum Arzt unaufschiebbar.

    Wie sieht die Behandlung aus?

    Der Arzt wird zunächst den Penis untersuchen und wenn die Phimose noch nicht allzu weit ausgebildet ist, dann ist oftmals kein operativer Eingriff nötig, hier kann eine Salbe hilfreich sein, die Kortison enthält. Ist die Phimose aber stark ausgeprägt, dann gibt es nur als Alternative die Operation, der Arzt muss eine Beschneidung vornehmen. Allerdings raten Ärzte davon ab, diese Beschneidung vor Vollendung des zweiten Lebensjahres machen zu lassen, da sich die meisten Phimosen von ganz alleine wieder lösen.

    Bei Kindern wird der Eingriff, bei dem die Vorhaut entfernt wird, unter Vollnarkose vorgenommen, bei erwachsenen Männern reicht in der Regel eine lokale Narkose aus. Je nachdem wie der Patient es wünscht, wird die Vorhaut entweder komplett oder nur teilweise entfernt. Viele Männer möchten jedoch die vollständige Entfernung der Vorhaut, weil es die Sexualität positiv beeinflussen kann.

    Eine Paraphimose muss sofort behandelt werden, denn sonst kann es zu gefährlichen Durchblutungsstörungen kommen. Der Arzt wird unter örtlicher Betäubung zunächst versuchen, die Schwellung zu massieren und dann die Vorhaut zurückzuschieben. Gelingt das nicht, dann muss die eingeschnürte Vorhaut abgeschnitten werden.

    Vorbeugende Maßnahmen gegen eine Phimose gibt es leider nicht.

    Bild: © Depositphotos.com / ilona75

  • Schnelle Hilfe bei akuter Depression

    Schnelle Hilfe bei akuter Depression

    Nicht nur wenn es um Verletzungen geht, dann ist schnelle Hilfe notwendig, auch bei Menschen, die unter Depressionen oder anderen psychischen Notfällen leiden, ist schnelle und vor allem professionelle Hilfe sehr wichtig. Aber es kann dauern, bis es einen Platz für die Therapie gibt. Um diese Lücke zu schließen, gibt es jetzt in vielen Krankenhäusern vermehrt Notfall-Ambulanzen für psychisch Kranke. Alle, die schnelle Hilfe benötigen, können sich an ihre Krankenkasse wenden, denn die Kassen haben Adressen, wo es eine Notfall-Ambulanz in der Nähe gibt, wo psychisch kranke Menschen schnell und unkompliziert Hilfe bekommen.

    Schnelle Hilfe

    Eine akute Depression kann sehr gefährlich werden, denn es besteht bei vielen Patienten die große Gefahr, dass sie versuchen sich selbst zu töten. Wer einen akuten depressiven Schub hat, der braucht schnelle Hilfe, nicht selten geht es dabei um Minuten. Mit dem Angebot vieler Krankenhäuser, die eine notärztliche Hilfe anbieten, kann vielen Patienten geholfen werden. Aber nicht nur die Krankenhäuser bieten eine psychologische Notfallhilfe an, auch kommunale Stellen, Kirchen und die Wohlfahrtsverbände haben sich auf diese besondere Form der Notfallhilfe eingestellt.

    Auch wenn es um die Unterstützung und die Orientierung für psychisch Kranke geht, gibt es jetzt Hilfe, und zwar durch die Patientenberatungsstellen sowie den Sozialpsychiatrischen Dienst, den es für den Notfall in jeder größeren Stadt in Deutschland gibt.

    Behandlung in der privaten Praxis

    Bislang war es kaum möglich, an den Sonn- und Feiertagen oder auch an den Wochenenden schnelle Hilfe in der privaten Praxis zu bekommen, denn niedergelassene Psychologen und Psychiater haben keine Notfallpraxis, wie das bei anderen Ärzten der Fall ist. Jetzt gibt es aber die Möglichkeit, auch in einer privaten Praxis schnelle Hilfe zu bekommen, wenn sich eine Therapie nicht mehr aufschieben lässt. Welcher Facharzt schnell helfen kann, auch das können Patienten bei ihrer Krankenkasse erfahren.

    Oft ist es schon ein Gespräch, das den Betroffenen in einer akuten Situation helfen kann. Wer bei einem akuten psychischen Notfall in die normale Ambulanz kommt, der muss damit rechnen, dass er hier lediglich eine Spritze bekommt, für eine gezielte Behandlung sind die Notfallmediziner in den Krankenhäusern entweder gar nicht oder nur sehr unzureichend ausgebildet.

    Nicht nur für Notfälle

    Die Wartezeiten für eine psychologische Behandlung sind unter Umständen sehr lang, nicht selten warten die Patienten drei Monate und mehr auf einen Termin. Vor allem für alle diejenigen, die noch nie in Behandlung waren und medikamentös nicht eingestellt sind, kann die lange Wartezeit zur Qual werden. In diesen Fällen ist es gut zu wissen, dass es eine Ambulanz für den Notfall gibt, wo geschulte Mitarbeiter und Fachärzte helfen können.

    Aber nicht nur für den akuten Notfall ist es wichtig, einen adäquaten Ansprechpartner zu haben, denn wenn zwischen zwei Behandlungen der Zeitraum von einem Vierteljahr liegt, dann kann es durchaus passieren, dass Hilfe benötigt wird. Wenn das der Fall ist, dann können sich die Betroffenen an ihre Krankenkasse wenden und sich die Adresse einer Notfall-Ambulanz geben lassen.

    Keine Dauerlösung

    Der Gang zu einer psychischen Notfall-Ambulanz ist keine dauerhafte Lösung, denn wenn es um schwerwiegende Probleme geht, dann ist die Notfall-Ambulanz ist, wie der Name es schon sagt, nur eine Notlösung. Menschen mit psychischen Problemen müssen eine individuelle und gezielte Therapie machen, um ihre Krankheit in den Griff zu bekommen. Die Angst, die viele Betroffenen haben, dass es im Notfall keine Hilfe gibt, wird ihnen durch das neue Angebot der psychiatrischen Ambulanzen genommen.

    Bild: © Depositphotos.com / deposit123

  • Wie harmlos ist ein Schleudertrauma?

    Wie harmlos ist ein Schleudertrauma?

    Ein kleiner, scheinbar harmloser Auffahrunfall reicht aus, damit es zu einem Schleudertrauma kommt. Viele Autofahrer die in einen Auffahrunfall verwickelt waren, erleiden ein solches Trauma, das die Ärzte als HWS-Syndrom, also als eine Verletzung der Halswirbelsäule bezeichnen. In der Regel müssen die Betroffenen nach einem Unfall und der Diagnose Schleudertrauma eine Art Halskrause tragen, die den oberen Halswirbelsäulenbereich schützen und stützen soll. Für die meisten Unfallopfer ist nach ein paar Wochen alles vergessen, einige leiden aber deutlich länger unter einem Schleudertrauma, und auch ein chronischer Verlauf ist bei dieser Art von Verletzung nicht auszuschließen.

    Die Schweregrade des Schleudertraumas

    Der Arzt teilt ein Schleudertrauma in verschiedene Schweregrade ein. Bei einem Auffahrunfall mit einer eher geringen Geschwindigkeit handelt es sich meist um ein Schleudertrauma mit dem Schweregrad eins oder zwei. Bei diesem Schweregrad verschwinden die Symptome meist nach einer Woche und die Patienten sind wieder komplett beschwerdefrei.

    Anders sieht es bei einem Schweregrad drei aus, denn hier zeigen sich verminderte Reflexe der Muskeln und die Halswirbelsäule ist in ihrem Bewegungsradius eingeschränkt. Es kann zu Fehlstellungen und auch zu Frakturen kommen und die Betroffenen sind nicht selten für einen kurzen Zeitraum ohne Bewusstsein. Bei einem Schwergrad vier kommt es zu Frakturen, die nach dem Unfall zum Tod führen können, aber auch Querschnittslähmungen vom Hals abwärts können die Folgen dieses sehr schweren Schleudertraumas sein.

    Die Symptome eines Schleudertraumas

    Wer nach einem Autounfall Kopf- oder Nackenschmerzen bekommt und das Gefühl hat, den Hals nicht mehr richtig drehen zu können, der kann davon ausgehen, ein Schleudertrauma erlitten zu haben. Übelkeit und Schwindel unmittelbar nach einem Unfall gehören ebenfalls zu den Symptomen eines Schleudertraumas. Aber nicht immer macht sich ein Schleudertrauma direkt nach einem Unfall bemerkbar, einige Symptome treten erst Stunden oder sogar Tage nach dem Unfall auf. Es kann zu Konzentrationsstörungen kommen, aber auch zu Problemen mit der Gedächtnisleistung. Schlafstörungen gehören zu den Spätfolgen und auch wenn es zu Beeinträchtigungen beim Seh- und Hörvermögen kommt, dann kann das zu den Symptomen eines erlittenen Schleudertraumas gehören.

    Aber nicht nur körperlich kann sich ein Schleudertrauma bemerkbar machen, die Verletzung zieht auch seelische Folgen wie zum Beispiel Depressionen nach sich.

    Wie wird ein Schleudertrauma behandelt?

    Die berühmte Halskrause ist nur eine Sofortmaßnahme, wenn es zu einem Schleudertrauma gekommen ist. Besteht der Verdacht Schleudertrauma, dann werden die Betroffenen im Krankenhaus zunächst einmal geröntgt. Wenn die Aufnahme keine eindeutige Diagnose zulässt, dann wird entweder ein CT, also eine Computertomografie oder ein MRT, eine Magnetresonanztomographie angeordnet, um schwerere Verletzungen ausschließen zu können. Handelt es sich um ein Schleudertrauma ersten oder zweiten Grades, dann wird die Halswirbelsäule stabilisiert und der Patient bekommt Schmerzmittel verordnet.

    Sind die Beschwerden aber hartnäckig, dann kann der Arzt Krankengymnastik verordnen und auch Chiropraktik ist in diesem Fall sinnvoll. Wenn die Verletzungen ernst sind, die Zerrung stärker ausfällt oder wenn es vielleicht sogar zu einer Fraktur gekommen ist, dann muss eine spezielle Stütze für die Halswirbelsäule getragen werden. So wird der Nacken ruhig gestellt und die Verletzung kann komplett ausheilen. Im schlimmsten Fall muss der Patient aber operiert werden, um die Schäden beheben zu können. Die Wahrscheinlichkeit, dass es zu einem solch schweren Schleudertrauma kommt, ist jedoch sehr gering.

    Kann es zu Spätfolgen kommen?

    Spätfolgen sind bei einem Schleudertrauma nicht auszuschließen, aber sie sind eher selten. Laut einer Statistik ist das nur bei knapp 3 % der Betroffenen der Fall, die zwei Jahre nach dem Unfall immer noch unter den Folgen des Schleudertraumas zu leiden haben. Einige Unfallopfer klagen auch längere Zeit über Kopfschmerzen und steife Muskeln, selten kommt es aber zu chronischen Kopfschmerzen oder Verspannungen, die länger als ein Jahr nach der Diagnose Schleudertrauma andauern.

    Bild: © Depositphotos.com / HighwayStarz

  • Behandlungen hinterfragen – so wichtig sind die W-Fragen

    Behandlungen hinterfragen – so wichtig sind die W-Fragen

    Wer sich krank fühlt, der geht zum Arzt, der Arzt macht seine Untersuchungen und sagt dem Patienten, welche Behandlung oder welche Therapie die richtige ist. Der Patient willigt ein, denn schließlich ist der Arzt ja der Fachmann und weiß, was das Richtige ist. Leider ist das nicht immer der Fall, wie jetzt eine Studie herausfand. Viele Ärzte verschreiben die falschen Behandlungen und ordnen sündhaft teure Therapien an, die im Grunde keine Wirkung haben oder schlichtweg falsch sind. Die meisten Patienten wagen es nicht, ihrem Arzt zu widersprechen, aber das kann sinnvoll sein. Wer nicht im Unklaren bleiben will, der sollte die sogenannten W-Fragen stellen.

    Was sollte der Patient den Arzt fragen?

    Die Unabhängige Patientenberatung Deutschland UPD hat einen kleinen Katalog mit W-Fragen zusammengestellt, die jeder Patient seinem Arzt stellen sollte, wenn es um Behandlungen und Therapien geht:

    • Wie dringend ist die Behandlung?
    • Welche eventuellen Risiken gibt es?
    • Welchen Nutzen hat die Behandlung?

    Diese drei Fragen verhindern, dass der Arzt nur mit Ja oder Nein antworten kann, er muss diese Fragen präzise beantworten. Dem Patienten wird damit die Möglichkeit gegeben, die vorgeschlagene Behandlung noch einmal zu überdenken oder nach einer Alternative zu suchen. Auch die Art der Fragestellung spielt eine wichtige Rolle, denn statt zu fragen „Ist diese Behandlung gut erforscht?“ sollte die Frage stattdessen lauten: „Wie gut ist diese Behandlung erforscht?“. Zudem kann es sehr hilfreich sein, sich während des Gesprächs mit dem Arzt Notizen zu machen oder Stichworte aufzuschreiben, die später sehr hilfreich sein können, wenn es um eine alternative Behandlung oder Therapie geht.

    Nicht nur im Internet forschen

    Immer mehr Menschen vertrauen auf „Dr. Google“ und informieren sich im Internet, welche Krankheit zu ihren Symptomen passt und welche möglichen Therapien, Medikamente und Behandlungsmethoden es gibt. Die Suchmaschinen finden auf alles eine Antwort, ob diese aber richtig ist, das sei dahingestellt. Nicht alle Seiten sind wirklich seriös und nicht alle Aussagen sind auch richtig. Um sich unabhängig zu informieren, ist die Webseite des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen eine gute Wahl, denn hier kann man sich auf die Richtigkeit der Aussagen und die Seriosität verlassen.

    Eine weitere Möglichkeit sich richtig zu informieren, bietet der sogenannte HON-Code, der auf einigen Webseiten zu finden ist. Der HON-Code steht für „Health On The Net“, und dieses Zertifikat bekommen nur die Anbieter von Webseiten, die ganz bestimmte Kriterien für Qualität erfüllen. Zu diesen Kriterien gehört, dass der Verfasser der Seite eine Qualifikation nachweisen kann, und es spielt auch eine Rolle, wie und von wem die Seite finanziert wird. Die Hinweise auf Risiken und Nutzen von bestimmten Behandlungen müssen zudem belegt werden können.

    Mehrere Meinungen einholen

    Alle, die dem Internet nicht so richtig vertrauen, haben noch eine andere Möglichkeit um herauszufinden, ob eine Behandlung wirklich gut ist, sie müssen nur einen anderen Arzt um seine Meinung bitten. In Deutschland gibt es die freie Arztwahl, und wer meint, ein anderes Gutachten einholen zu müssen, der kann das ohne Probleme tun. Immer dann, wenn es sich um eine umfangreiche oder auch um eine sehr langwierige Therapie oder Behandlung handelt, dann macht es durchaus Sinn, eine zweite oder wenn nötig auch eine dritte und vierte Meinung einzuholen.

    Wer zum Beispiel vor einer schwierigen Operation steht und sich nicht ganz so sicher ist, ob diese OP nach einem bestimmten Verfahren durchgeführt werden soll, der ist gut beraten, einen zweiten Arzt zu fragen. Wenn dieser Arzt anderer Meinung ist, dann kann auch ein dritter Kollege befragt werden, die Kosten für die mehrfachen Konsultationen zahlt die Krankenkasse. Sind aber zwei Ärzte der Meinung, dass nur diese Behandlung oder Therapie infrage kommen, dann sollte der Patient zustimmen.

    Bild: © Depositphotos.com / alexraths

  • Gehirn-Doping – Aufputschen für mehr Leistung

    Gehirn-Doping – Aufputschen für mehr Leistung

    Aufputschen, das ist etwas für Nachtschwärmer, die länger durchhalten wollen oder für Sportler, die mehr Ausdauer brauchen. Das war einmal, denn Aufputschmittel sind längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen und immer mehr Menschen greifen zu Wachmachern, Antidepressiva, zu Betablockern oder auch zu Medikamenten gegen ADHS. Die Krankenkassen schlagen Alarm, weil immer mehr Arbeitnehmer aufgrund psychischer Leiden krankgeschrieben werden, und eine Studie beweist, dass fast 20.000 Menschen alleine im Bundesland Brandenburg zu leistungssteigernden Medikamenten gegriffen haben, die Dunkelziffer dürfte aber noch um einiges höher sein.

    Die Zahlen steigen

    Die DAK hat anhand einer Studie festgestellt, dass zwei Drittel aller Berufstätigen in Brandenburg schon das sogenannte Gehirn-Doping kennengelernt haben, wobei Medikamente gegen ADHS besonders häufig zum Einsatz kommen. ADHS Medikamente, wie zum Beispiel Ritalin, gelten als Wachmacher und sie sollen gleichzeitig auch die Konzentration stärken. Entwickelt wurde Ritalin für verhaltensauffällige Kinder, die unter dem Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom kurz ADHS leiden, aber auch immer mehr Erwachsene nehmen Ritalin ein. Zwischen 2011 und 2013 stieg die Verschreibung und damit auch die Einnahme des Medikaments rasant an, und zwar um 94 %. Bei den meisten Verschreibungen gibt es jedoch keine nachvollziehbare Diagnose.

    Die Krankenkassen schätzen, dass sich in Deutschland bis zu fünf Millionen Arbeitnehmer mit verschreibungspflichtigen Medikamenten aufputschen und rund eine Million nimmt die Medikamente sogar regelmäßig ein. Entgegen der landläufigen Meinung, dass es nur Führungskräfte und kreativ Menschen sind, die sich mit bestimmten Medikamenten dopen, sind es heute immer mehr ganz „normale“ Arbeitnehmer, aber auch vermehrt Menschen, die um ihren Arbeitsplatz fürchten, die ihrem Leistungsvermögen mit den entsprechenden Pillen auf die Sprünge helfen.

    Die Krankschreibungen steigen

    Nicht nur die Zahlen derer, die leistungssteigernden Medikamente einnehmen, steigen in bedenkliche Höhen, auch die Zahl der Krankschreibungen nimmt immer mehr zu. Gegenüber 2013 stieg die Zahl der Krankschreibungen aufgrund psychischer Erkrankungen im vergangenen Jahr um 11 % und damit waren psychische Krankheiten die zweithäufigsten Erkrankungen nach den Rückenproblemen.

    Übermüdet, ausgelaugt und nicht mehr fähig, einen normalen Acht Stunden Arbeitstag durchzustehen – so fühlen sich immer mehr Arbeitnehmer, quer durch alle Berufsgruppen. Anstreicher und Ärzte, Angestellte und Freiberufler, Krankenschwestern und Putzfrauen, es spielt keine Rolle, in welchem Beruf gearbeitet wird, der Stress und auch die Angst um den Arbeitsplatz sind immer da. Aber nicht nur die gesteigerte Leistung steht im Vordergrund, wenn Arbeitnehmer zu Tabletten greifen, viele fürchten sich davor, nicht mehr wie gewohnt zu funktionieren, dass ihre Konzentration nachlässt und sie deshalb Fehler machen. Erstaunlich ist auch, dass es nicht nur junge Arbeitnehmer sind, die zu Medikamenten greifen, auch ältere Arbeitnehmer, die die 50 schon überschritten haben, nehmen entsprechende Medikamente wie Antidepressiva und Ritalin.

    Das Gespenst Burnout

    Burnout – das, was vor einigen Jahren noch eine Managerkrankheit war, ist heute ein Leiden, das immer häufiger von Ärzten diagnostiziert wird. Viele erkennen die Alarmzeichen des Burnout nicht rechtzeitig oder nehmen die Symptome auf die leichte Schulter. In der Folge nehmen die Symptome der Krankheit immer mehr zu und nicht selten führt das dann zu einem totalen Zusammenbruch. Wer sich öfter müde, grundlos traurig und wie ausgebrannt fühlt, der sollte diese Symptome ernst nehmen und auch hinterfragen, wie es dazu kommen konnte.

    Es bringt nicht viel, einfach wahllos Tabletten einzunehmen, um die Symptome zu bekämpfen, handelt es sich um ein echtes Burnout dann kann nur eine gezielte Therapie helfen. Wer befürchtet, an einem Burnout-Syndrom zu leiden, der sollte die Notbremse ziehen und zu einem Arzt gehen. Mit der richtigen Medikation und einer Therapie kann das Burnout besiegt werden, aber das braucht Zeit. Jeder, der an einem Burnout leidet, muss eine Auszeit nehmen, um sich zu regenerieren, denn nur dann können sich Körper und Seele wieder vollkommen erholen.

    Bild: © Depositphotos.com / eddiephotograph