Schlagwort: Zucker

  • Gelee Royal – ein königliches Heilmittel

    Gelee Royal – ein königliches Heilmittel

    Die Bienen sind ein sehr fleißiges Völkchen und jede Biene hat eine bestimmte Aufgabe. Die Arbeiterbienen fliegen aus, um Nektar zu sammeln, die Drohnen sind für den Nachwuchs im Bienenstock zuständig und die Königinnen haben eine Schlüsselrolle, denn sie legen bis zu 2000 Eier jeden Tag. Die Königin eines Bienenvolks unterscheidet sich von den Arbeitern und den Drohnen nicht nur durch ihre Größe und ihre längere Lebensdauer, die Königinnen werden auch besser ernährt als das gemeine Bienenvolk. Nur die Königin bekommt das Gelee Royal, das königliche Gelee, und wenn man sich die Inhaltsstoffe dieses besonderen Gelees anschaut, dann kann man auch verstehen, warum die Königinnen eine Sonderrolle im Bienenstock einnehmen.

    Unverzichtbar für das Bienenvolk

    Die Larven der Bienen müssen eine besondere Nahrung bekommen, damit sie zügig wachsen können. Das passiert nicht, wenn die Larven nur den einfachen Honig bekommen, denn dieser hat zu wenig Eiweiß. Anders sieht das beim Gelee Royal aus, denn in diesem Gelee ist eine Menge Eiweiß zu finden, und auch ein bestimmtes Protein, das den Namen Royalactin trägt, sorgt dafür, dass die Larven schnell wachsen können. Das Protein lässt aber nicht nur die Larven schneller wachsen, es ist auch für den großen körperlichen Unterschied zwischen den Arbeiterbienen und ihrer Königin verantwortlich. Es sind die Arbeiterbienen, die das Gelee für ihre Königin herstellen, und zwar während des Stoffwechsels. Die Bienen sammeln das Gelee Royal in den Schlunddrüsen, sie scheiden das Gelee aus und verfüttern es drei Tage lang an die Larven. Der Rest dieser kostbaren Flüssigkeit ist für die Königin bestimmt und es hilft ihr dabei, über viele Jahre für den Nachwuchs im Bienenstock zu sorgen.

    Woraus besteht das königliche Gelee?

    Die genaue Zusammensetzung des Gelees ist bis heute wissenschaftlich noch nicht restlos geklärt, einige Inhaltsstoffe konnten aber identifiziert werden. Dazu gehören Vitamin E, Carotinoide, Nitratkonzentration sowie Malz, Pollen und Hefe, auch Kohlehydrate in Form von Fructose, Glucose und Saccharose konnten ebenso wie Eiweiß nachgewiesen werden. Über die Hälfte des Gelees für die Bienenkönigin besteht aus Wasser, rund ein Viertel aus Zucker und weitere 20 % sind Proteine und Aminosäuren.

    Wie wird Gelee Royal gewonnen?

    Die Gewinnung von Gelee Royal ist unter Imkern höchst umstritten, und einige Imker lehnen es generell ab, das Gelee zu „ernten“. Um das Gelee zu gewinnen, muss der Imker nicht nur die entsprechende Geräte, sondern auch sehr viel Erfahrung haben. Die Königin wird von ihrem Volk getrennt, daraufhin geraten die Arbeiterbienen unter großen Stress und beginnen damit, viel mehr Gelee Royal zu produzieren, als normalerweise notwendig ist. Viele Imker sehen das als Tierquälerei an und lehnen es ab, die Tiere auf diese Weise auszubeuten. Das besondere Gelee wird entweder in Ampullen, in kleinen Trinkfläschen, als Kapseln oder als Nahrungsergänzungsmittel angeboten und in Reformhäusern, Kosmetikstudios oder in der Apotheke angeboten. Während einer Saison können nur 500 Gramm Gelee gewonnen werden. Unmittelbar nach der Entnahme ist es weißlich-gelb und hat einen leicht säuerlichen bis bitteren oder auch pikanten Geschmack.

    Wie wirkt das Gelee der Königin?

    Dass Gelee Royal dem Bienenvolk gesunden Nachwuchs beschert, ist bekannt, aber welche Wirkung hat das Gelee auf den Menschen? Die königliche Nahrung kann helfen, Stress besser zu bewältigen, oder bei der Nikotinentwöhnung behilflich sein. Auch Kinder, die keinen Appetit haben, sollen besser essen, wenn sie das Gelee der Königin als Nahrungsergänzungsmittel bekommen. Das Gelee hat sich vor allem im Kosmetikbereich einen guten Namen gemacht, denn es kann der Hautalterung vorbeugen, die freien Radikalen bekämpfen und die Körperzellen effektiv schützen. Es soll die Stimmung aufhellen und für ein ausgeglichenes Wesen sorgen und auch den Cholesterinspiegel senken können. Wissenschaftlich erwiesen ist das aber leider noch nicht.

    Bild: © Depositphotos.com / Dessie_bg

  • Das PCO-Syndrom – eine Ursache für Unfruchtbarkeit

    Das PCO-Syndrom – eine Ursache für Unfruchtbarkeit

    PCO oder auch PCOS ist die Abkürzung für das Polyzystische Ovarialsyndrom und beschreibt eine hormonelle Störung, unter der immer mehr Frauen leiden. Die Bandbreite des PCO-Syndroms reicht von Menstruationsstörungen über eine bedingte Fruchtbarkeit bis hin zur kompletten Unfruchtbarkeit. Für das PCO-Syndrom charakteristisch sind die Eibläschen, die wie kleine Perlen an einer Kette aufgereiht sind und die stark vergrößerten Eierstöcke. Welche Ursachen das Syndrom hat, ist bis heute weitgehend unbekannt, Mediziner vermuten aber, dass die Störung erblich bedingt sein kann und dass auch schädliche Umwelteinflüsse schuld sein können.

    Zu viele männliche Hormone

    Bei vielen Frauen, die unter dem PCO-Syndrom leiden, stellen die Ärzte zu viele männliche Hormone im Blut fest. Zwar hat jede Frau auch männliche Hormone, aber wenn sie in vermehrter Zahl auftreten, dann beeinflussen sie den Zyklus der Eierstöcke und sorgen für Störungen im Menstruationszyklus. Die Eibläschen wachsen zwar, aber sie haben gegen die Dominanz der männlichen Hormone keine Chance und sterben ab, noch bevor eine befruchtungsfähige Eizelle heranreifen kann. Wenn das Ausreifen der Eibläschen ausbleibt, dann kommt es nur sehr selten, meist aber überhaupt nicht zum Eisprung und das macht es sehr schwer, wenn nicht sogar unmöglich, schwanger zu werden.

    Mögliche Ursachen für das PCO-Syndrom

    Wie genau die Hormonstörung entsteht, ist noch nicht ganz geklärt, aber sehr wahrscheinlich spielen die Erbablagen eine große Rolle. Möglich ist aber auch eine Störung der Hirnanhangdrüse, die beim PCO-Syndrom zu viel des luteinisierenden Hormons (LH) und zu wenig des follikelstimulierenden Hormons (FSH) ausschüttet. Durch dieses Ungleichgewicht werden in den Eierstöcken die männlichen Hormone, die sogenannten Androgene aktiv, was den Zyklus stört und eine Schwangerschaft unmöglich macht. Vermutlich gibt es aber auch einen Zusammenhang zwischen dem PCO-Syndrom und dem körpereigenen Hormon Insulin. Vielfach sind Frauen betroffen, die starken Stresssituationen ausgesetzt sind und in 50 % aller Fälle, in denen das Syndrom nachgewiesen wurde, waren die betroffenen Frauen übergewichtig und litten unter Diabetes mellitus Typ 2.

    Welche Symptome gibt es?

    Frauen, die unter einem PCO-Syndrom leiden, haben nur selten eine Regelblutung und einen verlängerten Zyklus, der oft über 35 Tage dauert, zudem kommt es zu unregelmäßigen zusätzlichen Blutungen oder starken Zwischenblutungen. Bedingt durch die männlichen Hormone zeigt sich eine vermehrte Körperbehaarung vor allem im Schambereich, die sich bis auf die Oberschenkel und bis rund um den Bauchnabel ausbreiten kann. Dazu kommt ein Oberlippenbart, die Haut wird extrem fettig, die Kopfhaare können ausfallen und auch die Stimme klingt dunkler. Oftmals tritt auch ein metabolisches Syndrom auf, es kommt zu starkem Übergewicht, zu hohem Blutdruck und einem erhöhten Blutzuckerspiegel. Durch den unerfüllten Kinderwunsch leiden viele Frauen zudem unter depressiven Störungen.

    Wie wird das PCO-Syndrom behandelt?

    Die Behandlung des PCO-Syndroms richtet sich vor allem danach, ob sich die betroffene Frau ein Kind wünscht oder nicht. Zudem soll eine gezielte Therapie dabei helfen, die Symptome zu lindern und den Stoffwechsel wieder zu normalisieren. Das ist besonders wichtig, damit es nicht zu Spätfolgen wie Diabetes oder Herz-/Kreislauferkrankungen kommt. Frauen, die stark übergewichtig sind, sollten abnehmen, denn schon durch die Gewichtsabnahme kann der Zyklus unter Umständen regulieren werden und der Eisprung setzt wieder ein. Bei Frauen, die keinen Kinderwunsch haben, kommen Therapien auf hormoneller Basis infrage, wie zum Beispiel eine antiandrogene Antibabypille, die gegen den Überschuss der männlichen Hormone wirkt und gleichzeitig auch als Empfängnisverhütung dient. Frauen mit PCO-Syndrom, die schwanger werden möchten, bekommen in der Regel Kortison-Präparate, die allerdings sehr niedrig dosiert sind. Außerdem ist es möglich, den Eisprung durch die Gabe von Antiöstrogenen wie beispielsweise Clomifen anzuregen. Wenn die Behandlung mit Clomifen erfolgreich verläuft, dann kann der Arzt noch zusätzlich Hormone spritzen, allerdings kann es dann zu einer vermehrten Eibläschenbildung und damit auch zu Mehrlingsschwangerschaften kommen.

    Bild: © Depositphotos.com / diego_cervo

  • Warum eine Pankreatitis gefährlich ist

    Warum eine Pankreatitis gefährlich ist

    Sie kommt relativ selten vor, aber wer davon betroffen ist, der kann schnell in Lebensgefahr schweben – die Pankreatitis, besser bekannt unter dem Namen Bauchspeicheldrüsenentzündung. Eine Pankreatitis kann akut, aber auch chronisch auftreten, oftmals wird sie von Gallensteinen ausgelöst, und wenn andere Organe wie die Leber, der Darm, das Herz, die Lungen oder die Nieren in Mitleidenschaft gezogen werden, dann wird es sehr schnell sehr gefährlich. Aber was löst eine Bauchspeicheldrüsenentzündung aus und was macht eine Pankreatitis gefährlich?

    Die Bauchspeicheldrüse – ein erstaunliches Organ

    Die Bauchspeicheldrüse wiegt nur knapp 100 Gramm, sie ist 15 cm groß und liegt im oberen Bauchbereich gleich hinter der Bauchwand. Jeden Tag gibt die Bauchspeicheldrüse bis zu zwei Liter Verdauungssekret an den Dünndarm ab und in dieser Flüssigkeit sind Stoffe enthalten, die die Nahrung in ihre Bestandteile zerlegen, denn nur so können sie aus dem Dünndarm vom Blut aufgenommen werden. Um zu verhindern, dass sich die Bauchspeicheldrüse selbst verdaut, bilden einige Enzyme eine Art interaktive Vorstufe, sie werden erst dann richtig aktiv, wenn sie im Dünndarm gelandet sind. Die Bauchspeicheldrüse kann aber noch mehr, sie gibt wichtige Hormone wie zum Beispiel Insulin ins Blut ab, um den Blutzuckerspiegel zu senken, auch Glukagon wird abgegeben, was den Blutzuckerspiegel wieder steigen lässt.

    Was macht eine Pankreatitis gefährlich?

    Die Ursachen für eine Pankreatitis sind vielschichtig, in den meisten Fällen ist aber eine Erkrankung der Galle verantwortlich. Wenn ein Stein den Gallengang verstopft und damit einen Gallenstau auslöst, dann sammelt sich im Rückstau das Verdauungssekret in der Bauchspeicheldrüse, was wiederum eine Pankreatitis gefährlich macht. Das Gewebe wird gereizt, es wird geschädigt und schließlich entsteht eine Entzündung. Was eine Pankreatitis gefährlich macht, ist aber die nachfolgende Situation, denn die Drüse wird versuchen, sich selbst zu verdauen. Auch übermäßiger Alkohol- und Nikotingenuss machen eine Pankreatitis gefährlich, weil der Alkohol schnell zu einer Entzündung führen kann. Andere mögliche Ursachen für eine Bauchspeicheldrüsenentzündung sind eine Überfunktion der Nebenschilddrüse, Störungen im Stoffwechsel und bestimmte Medikamente wie beispielsweise Betablocker und ACE-Hemmer, aber auch einige Antibiotika können eine Pankreatitis gefährlich machen.

    Welche Symptome gibt es?

    Eine Pankreatitis tritt plötzlich und ohne jede Vorwarnung auf. Die Betroffenen fühlen heftige Schmerzen im oberen Bauchbereich, die schnell in den Rücken oder in die Brust ausstrahlen. Zusammen mit den starken Schmerzen kommt es zu Übelkeit, Blähungen und Erbrechen, auch Fieber kann bei einer akuten Entzündung auftreten. Die Bauchdecke ist gespannt, aber sie ist nicht hart, der Arzt spricht dann von einem sogenannten Gummibauch und schon der kleinste Druck löst in dieser Situation heftige Schmerzen aus. Ist der Gallengang an der Pankreatitis beteiligt, dann entwickelt sich zudem eine Gelbsucht, der Urin färbt sich dunkel und die Bindehäute in den Augen sind gelb. Kommt es zu einem Kreislaufschock, dann wird die Pankreatitis gefährlich und wenn sich Eiter im Bauchraum sammelt, dann besteht die Gefahr einer Blutvergiftung, in deren Verlauf das Herz, die Lunge oder auch die Nieren versagen können.

    Wie wird eine Pankreatitis behandelt?

    Kommt es zu einer akuten Pankreatitis, dann muss der Betroffene sofort ins Krankenhaus und je nach Schweregrad auch intensivmedizinisch betreut werden. Gegen die starken Schmerzen bekommt der Patient ein Schmerzmittel, zusätzlich wird ein Tropf angehängt, um den Körper mit Flüssigkeit zu versorgen und den Kreislauf aufrecht zu erhalten. Bei einer akuten Erkrankung darf nichts gegessen werden und selbstverständlich sind auch Nikotin und Alkohol tabu. Handelt es sich um eine besonders starke Entzündung, die lange andauert, dann muss der Patient über eine Magensonde mit flüssiger Nahrung versorgt werden. Klingt die Entzündung langsam ab, denn folgt ein vorsichtiger Aufbau mit Speisen, die leicht verdaulich sind.

    Auch wenn eine Pankreatitis gefährlich ist, wenn sie rechtzeitig behandelt wird, dann wird der Patient wieder vollständig gesund.

    Bild: © Depositphotos.com / Waldemarus

  • Zervixschleim und Kinderwunsch – das Sekret richtig deuten

    Zervixschleim und Kinderwunsch – das Sekret richtig deuten

    Cervix uteri ist der medizinische Ausdruck für den Gebärmutterhals, der ein ganz besonderes Sekret absondert, den sogenannten Zervixschleim. Dieser Schleim ist zähflüssig, milchig-weiß und besteht in der Hauptsache aus Wasser, Enzymen, Zucker, diversen Schleimstoffen, Aminosäuren und Elektrolyte. Die Aufgabe des Schleims ist es, eine Art Pfropf zu bilden und dann den Gebärmutterhals zu verschließen, so wird verhindert, dass Krankheitserreger in den Körper eindringen können. Aber der Schleim ist noch aus einem anderen Grund interessant, denn Zervixschleim und Kinderwunsch gehören eng zusammen.

    Welche Aufgabe hat der Zervixschleim?

    Alle vier Wochen reift eine einzige Eizelle im weiblichen Körper heran und diese eine Zelle ist dann in der Mitte des Zyklus, wenn sie sich vom Eierstock gelöst hat, für zwölf bis 24 Stunden befruchtungsfähig. Männliche Samenzellen können rund 72 Stunden im weiblichen Körper überleben und so ist jede Frau im gebärfähigen Alter pro Zyklus für vier bis fünf Jahre fruchtbar. Immer abhängig vom jeweiligen Östrogenspiegel verändert der Zervixschleim im Verlauf des Zyklus seine Konsistenz und genau hier kommen Zervixschleim und Kinderwunsch zusammen. Wenn die fruchtbaren Tage und damit auch der Eisprung näher kommen, dann wird mehr Schleim produziert und er wird dünnflüssiger. Frauen, die ihre fruchtbaren Tage besser bestimmen wollen, müssen den Zervixschleim über einen längeren Zeitraum beobachten, um seine Beschaffenheit richtig deuten zu können.

    Zervixschleim und Kinderwunsch – den Schleim richtig deuten

    Weil Zervixschleim und Kinderwunsch eng zusammengehören, müssen Frauen, wenn sie schwanger werden wollen, wissen, wie die Konsistenz des Schleims zu deuten ist. Dazu wird ein wenig Schleim mit dem Finger am Muttermund entnommen und dann zwischen Daumen und Zeigefinger langsam auseinandergezogen. Liegt die letzte Periode noch nicht allzu lange zurück, dann ist der Zervixschleim zäh und dickflüssig und die Frau ist wenig fruchtbar. Da der Schleim zähflüssig ist, hindert er die Spermien daran, in die Gebärmutter einzudringen. Ist der Schleim eher cremig wie eine Lotion und hat eine perlweiße Farbe, dann heißt das ebenfalls nicht fruchtbar. Optimal lassen sich Zervixschleim und Kinderwunsch kombinieren, wenn der Schleim dünnflüssig bis wässrig ist und vom Finger tropft, dann ist er durchlässig und die Spermien können ohne Mühe ihr Ziel erreichen. Ein weiteres Zeichen für die fruchtbaren Tage ist auch, wenn der Zervixschleim „spinnbar“ ist, das heißt, er kann mehrere Zentimeter in die Länge gezogen werden, ohne zu reißen.

    Wie sicher ist der Zervixschleim als Verhütungsmittel?

    Zervixschleim und Kinderwunsch sind eine Sache, Zervixschleim und Verhütung eine andere, denn für die Empfängnisverhütung ist die Deutung des Zervixschleims nur sehr bedingt geeignet. Nicht bei jeder Frau lässt sich die Konsistenz des Schleims wirklich gut deuten, denn es gibt viele Faktoren, die die Beschaffenheit und auch die Qualität des Schleims beeinflussen können. Hormonelle Schwankungen zählen zu diesen Faktoren, ebenso wie Stress oder die Einnahme von Medikamenten, auch bestimmte Erkrankungen machen die Deutung des Schleims unzuverlässig. Während Frauen die schwanger werden möchten, Zervixschleim und Kinderwunsch kombinieren können, sollten sich Frauen, die nicht schwanger werden möchten, sich auch nicht auf die Beschaffenheit des Schleims verlassen, denn ein sicheres Verhütungsmittel stellt er nicht dar. Laut des sogenannten Pearl-Index liegt die Deutung des Zervixschleims als Verhütungsmethode bei fünf und das heißt, von 100 Frauen, die auf diese Weise verhüten, werden fünf schwanger. Im Vergleich dazu liegt die Temperaturmess-Methode bei 0,3 und ist damit um einiges sicherer.

    Frauen, die mithilfe des Zervixschleims schwanger werden möchten oder verhüten wollen, sollten einen sehr regelmäßigen Zyklus haben und sich mit dieser Methode vertraut machen. Es kann viele Monate dauern, um die Beschaffenheit des Schleims richtig deuten zu können. Für Frauen, die einen unregelmäßigen Zyklus haben, ist die Deutung des Zervixschleims weder für den Kinderwunsch noch als Verhütungsmittel zu empfehlen.

    Bild: © Depositphotos.com / arvebettum

  • Darf man Spinat aufwärmen oder nicht?

    Darf man Spinat aufwärmen oder nicht?

    Viele Hausfrauen haben von ihren Müttern gelernt, dass Spinat und Pilze nicht aufgewärmt werden dürfen, denn dann sind sie giftig. So alt wie diese Weisheit, ist auch die Frage: Stimmt es, dass man Spinat nicht aufwärmen soll, oder ist es völlig ungefährlich, wenn das Gemüse am nächsten Tag noch mal aufgewärmt wird? Schuld an dieser kontroversen Diskussion ist das im Spinat enthaltene Nitrat, denn das soll richtig giftig sein, wenn der Spinat aufgewärmt wird.

    Auf die Lagerung kommt es an

    Im Spinat wie auch in vielen anderen Blattgemüsesorten, ist Nitrat enthalten. Nitrat ist eine harmlose Stickstoffverbindung, die die Pflanzen brauchen, um zu wachsen. Wird der Spinat falsch oder auch zu lange gelagert, dann verwandelt sich das an sich harmlose Nitrat in giftiges Nitrat und das kann unter Umständen gefährlich werden. Nur den Spinat aufwärmen und die falsche Lagerung reichen jedoch nicht aus, um aus Nitrat gefährliches Nitrat zu machen. Trotzdem heißt das nicht, dass man niemals Spinat aufwärmen sollte, für Erwachsene besteht nämlich keine Gefahr, sich am aufgewärmten Gemüse zu vergiften. Was man allerdings nicht tun sollte, ist, den Spinat nicht zu lange warm halten, er sollte schnell abkühlen und dann nicht länger als einen Tag und dann auch nur im Kühlschrank aufbewahrt werden.

    Spinat aufwärmen – eine Gefahr für den Magen?

    Spinat aufwärmen kann eine Gefahr für den Magen darstellen, denn wenn das Nitrat auf Magensäure oder auf durch den Mund aufgenommene Bakterien trifft, dann verwandelt sich die harmlose Stickstoffverbindung in Nitrosamine, die nicht ganz ungefährlich sind. Um diese Gefahr zu bannen, ist Vitamin C ein bewährtes Mittel, denn Vitamin C hilft dabei, diesen Prozess der Umwandlung von Nitrat in Nitrosamine zu stoppen. Es kann also hilfreich sein, zu einem Teller aufgewärmten Spinat ein Glas Orangensaft zu trinken oder vielleicht auch einen Salat mit einem Zitronensaftdressing zu essen.

    Gefährlich für Kinder

    Wenn man Spinat aufwärmen will, dann sollte das Gemüse nur von erwachsenen Menschen gegessen werden, denn bei Kindern ist Vorsicht geboten. Besonders kleine Kinder sollten keinen Spinat essen, der aufgewärmt wurde, denn Kindermägen reagieren sehr empfindlich auf Nitrat. Für Säuglinge kann das Nitrat im aufgewärmten Spinat sogar lebensgefährlich werden, denn das Nitrat kann den Sauerstofftransport im Blut blockieren, was dann letztendlich zur Blausucht führt. Kinder, die unter drei Jahren sind, sollten nur Spinat essen, der frisch zubereitet wurde oder der aus einem Gläschen kommt. Außerdem ist es wichtig, den Spinat vor dem Kochen sehr gründlich zu waschen und dann zu blanchieren, denn diese Maßnahmen helfen dabei, den Nitratgehalt deutlich zu senken.

    Warum Nitrat nicht nur gefährlich ist

    Spinat aufwärmen ist gefährlich – diese alte Küchenregel ist bis heute aktuell und noch immer wird das Nitrat als gefährlich eingestuft. Ernährungswissenschaftler sehen das aber ein bisschen anders, denn sie sehen Nitrat weniger kritisch und zeigen die Vorteile auf, die die Stickstoffverbindung hat. Es gibt einige Studien, die belegen, dass Nitrat die Blutgefäße weitet und damit für einen niedrigen Blutdruck sorgt, zudem wirkt sich das Nitrat positiv auf den Blutzuckerspiegel aus. Nahrungsmittel, die Nitrat enthalten, sind bei vielen Sportlern sehr beliebt, denn sie liefern viel Energie und fördern außerdem das Wachstum der Muskeln.

    Früher riskant

    Pilze und Spinat aufwärmen war in früheren Zeiten vielleicht ein Risiko, weil die hygienischen Zustände damals nicht perfekt waren. So wurden Lebensmittel vielfach auf der Kellertreppe gelagert, da es noch keine Kühlschränke gab. Auch der Spinat wurde so aufbewahrt und war entsprechend mit Bakterien belastet, die im Zusammenhang mit Nitrat sehr gefährlich werden konnten. Heute gibt es Kühlketten, die verhindern, dass das Blattgemüse bakteriell belastet wird. Wer also Spinat aufwärmen möchte, der kann das tun, frisch zubereitet schmeckt er aber wesentlich besser.

    Bild: © Depositphotos.com / pitrs10

  • Bereits 5% Gewichtsverlust helfen der Gesundheit

    Bereits 5% Gewichtsverlust helfen der Gesundheit

    Mit 1,4 Milliarden übergewichtigen Menschen ist die Fettleibigkeit ein weltweites 
Gesundheitsproblem. Allein in Deutschland sind 53% der Frauen und sogar 67% aller Männer übergewichtig. Adipöse Menschen haben ein stark erhöhtes Risiko an verschiedenen Erkrankungen zu leiden. Um das Gesundheitsrisiko zu senken wird in der Regel eine Gewichtsreduktion von 5 bis 10% empfohlen. Neue Erkenntnisse weisen nun daraufhin, dass bereits 5% weniger Gewicht einen bedeutenden Unterschied bedeuten kann.

    Die aktuelle Studie der Fachzeitschrift Cell Metabolism (2016), untersuchte 40 Testpersonen in einer randomisierten Studie auf die Auswirkung des Gewichthaltens und der Gewichtsreduktion um etwa 5%, 10% oder 15%. Dabei wurden mithilfe von Gesundheits-Checks folgende Werte regelmäßig ermittelt: Gewicht, Blutwerte, Beta- Zellen, Funktionalitäts-, Insulinsensibilitäts-, Blutdruck- und Herzschlagratenmessungen. Etwa die Hälfte der Probanden wurde einer Kontrollgruppe zugewiesen, die das Gewicht halten sollte. Die Experimentalgruppe sollte eine Gewichtsreduktion von mindestens 5% anstreben, wobei sich folgende Verteilung ergab – 5% (n=19), 10% (n=9) und 15% (n=9).

    Weniger Körperfett und bessere Blutwerte

    Nach Beendigung des Untersuchungszeitraums von etwa 10 Monaten konnte der Körperfettanteil der Teilnehmer um durchschnittlich 8% verringert werden. Des Weiteren zeigte sich, dass speziell das besonders schädliche viszerale Bauch- und Abdominalfett um 7% schrumpfte.

    Viszeralfett produziert bis zu 600 verschiedene Hormone, die das natürliche Gleichgewicht im
 Körper stören. Allen voran sei hier die durch Hormone entstehende Insulinresistenz zu nennen.

    Obwohl viele Risikofaktoren wie Körperfettgehalt, Blutzuckerwerte, Insulinresistenz, Triglycerin-
und Alaninwerte reduziert werden konnten, blieb der Gehalt der Blutfettwerte nach einem 5%-igen Gewichtsverlusts unverändert. Außerdem konnte durch die Gewichtsreduktion der systolische Blutdruck gesenkt werden. Der diastolische Wert reagierte jedoch nicht. Die Wirkung auf die Insulin-Sensibilität verstärkt sich mit einer weiteren Gewichtsreduktion von 10-15% noch einmal deutlich.

    Eine stetige Gewichtsreduktion ist angezeigt

    Als eine zentrale Erkenntnis sehen die Forscher auch die bereits eintretenden positiven Effekte auf die Stoffwechselrate bei einer 5%-igen Gewichtsreduktion. Ebenso konnte ein beginnender Muskelaufbau bei einer Reduktion von 10%
 festgestellt werden. Beide Faktoren erleichtern das weitere Abnehmen. Für Betroffene kann dies eine Motivation darstellen, da für Sie ein messbarer Punkt erreicht werden kann, an dem die Gewichtsreduktion vereinfacht gelingt.

    Wird der Schritt zur Gewichtsreduktion gewagt, ist dieser zunächst hart und erfordert viel Disziplin. Doch wird die Grenze von 5% erst einmal erreicht, können Patienten durch eine verbesserte Lebensqualität und aufgrund eines erhöhten Grundumsatzes und Stoffwechsels leichter weiter Abnehmen oder ihr Gewicht halten.

    So gefährlich ist Übergewicht

    Adipöse Menschen haben teilweise mit ernsthaften Beschwerden zu kämpfen. Als Folgeerkrankungen sind unter anderem Diabetes mellitus, Herz-Kreislauferkrankungen, Bluthochdruck oder vorzeitiger degenerativer Gelenkverschleiß möglich. Es besteht ein höheres Risiko an Herzschwäche oder einen Schlaganfall zu leiden. Frauen klagen zudem häufig über Hormonstörungen.

    Der Grad der gesundheitsbeeinträchtigenden Wirkung wird durch den BMI (Body Mass Index) eingeschätzt. So gilt z.B. dass bei einem BMI von 35 die Sterblichkeitsrate bereits doppelt so hoch ist wie bei Normalgewichtigen. Zudem wird davon ausgegangen, dass der Körperfettanteil bei einer normalgewichtigen jungen Frau rund 20 kg und bei einem Mann circa 15 kg betragen sollte.

    Dabei ist Fettgewebe keinesfalls negativ zu beurteilen. Neben der Thermoregulation werden auch Hormone im Fettgewebe gebildet. Zudem hat sich gezeigt, dass ein normales Fettmaß das Immunsystem stärkt, da zu wenig Fett Stress für den Körper bedeutet.

    Bild: © Depositphotos.com / ljsphotography