Kategorie: Gesundheit & Krankheit

Gesundheit & Krankheit im Gesundheits-Magazin.net

Die Gesundheit ist bekanntlich das höchste Gut, denn wer gesund ist, der fühlt sich wohl und kann die Anforderungen des Lebens meistern. Es ist nicht allzu schwer, gesund zu bleiben, trotzdem haben in der heutigen Zeit viele Menschen Probleme mit ihrer Gesundheit. Wer gesund bleiben will, der muss sich richtig ernähren, nach Möglichkeit Sport treiben und sollte weder rauchen noch übermäßig Alkohol trinken. Aber es gibt noch vieles mehr, was der Gesundheit nachhaltig schaden kann, denn auch wenn es um die Ernährung geht, dann kann man vieles falsch machen. Zu fettes Essen ist schädlich und auch wenn zu viel Zucker im Spiel ist, dann ist das auf Dauer nicht gesund. Zu wenig frische Luft kann krank machen und wer sich körperlich nicht genug betätigt, der läuft Gefahr, ernsthaft zu erkranken.

Aber nicht nur der Körper, auch die Seele kann krank werden. Es sind die physischen Erkrankungen, die immer mehr zunehmen. In der heutigen Zeit schreiben die Ärzte viele Menschen krank, die sich mental nicht mehr gesund fühlen. Wenn es um Krankschreibungen geht, liegen nach neusten Studien die Erkrankungen der Seele an zweiter Stelle nach den Problemen mit dem Bewegungsapparat. Viele Menschen fühlen sich ausgebrannt, müde, erschöpft und haben Angst nicht mehr die Leistungen zu erbringen, die von ihnen gefordert werden. In der Folge kommt es zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen und nicht selten führt eine Erkrankung der Seele auch in die Sucht. Alle, die bis ins hohe Alter gesund bleiben wollen, müssen auf ihre Ernährung achten, sich nach Möglichkeit viel bewegen und mental fit bleiben.

  • Warum treten Depressionen in Schüben auf?

    Warum treten Depressionen in Schüben auf?

    Eine Depression ist eine chronische Krankheit, aber die Betroffenen leiden nicht ständig, denn Depressionen kommen und gehen. Es gibt Zeiten, in denen fühlen sich die depressiven Menschen wohl und sie sehen ihr Leben positiv, aber dann kommt wieder ein negativer Schub und die Depression ist mit aller Macht zurück. Winston Churchill nannte seine Depressionen einen schwarzen Hund, der gerne seinen Auslauf hat, aber der immer wieder zu ihm zurückfindet. Warum eine Depression in Schüben verläuft, das war der Wissenschaft lange Zeit ein Rätsel, jetzt ist den Forschern ein Durchbruch gelungen, denn sie sind sicher, dass Nervenzellen an diesem Krankheitsverlauf schuld sind.

    Depressionen und Nervenzellen

    Phasen von Niedergeschlagenheit und Traurigkeit wechseln sich mit „normalen“ Phasen ab – Menschen, die unter Depressionen leiden, kennen diese Schübe, die ihnen das Leben schwer machen. Die Forscher der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikums in Freiburg sind dem Geheimnis der depressiven Schübe auf die Spur gekommen. Sie nennen diese Depressionsschübe synaptische Plastizität und beschreiben damit einen Vorgang, bei dem die Nervenzellen miteinander kommunizieren. Die Nervenzellen im Gehirn sind bestens vernetzt und stehen in ständiger Verbindung, denn nur so können sie sich immer wieder einer veränderten Umwelt anpassen. Wird die Kommunikation aber gestört oder auch nur verlangsamt, dann treten Probleme auf und genau das sorgt dafür, dass es depressive Schübe gibt.

    Eine zu langsame Vernetzung

    Die Wissenschaftler der Universität Freiburg verglichen für ihre Studie 27 gesunde Studienteilnehmer mit 27 Teilnehmern, die unter einem akuten depressiven Schub litten. Mit der Hilfe einer Spule aus Metall, die die Probanden auf dem Kopf trugen, wurde ein für die Motorik relevantes Areal im Gehirn gereizt, um so die Steuerung des Daumenmuskels zu aktivieren. Im Anschluss wurde gemessen, wie stark der Muskel auf den Reiz reagiert hat. Dann wurde abermals durch eine Reizung ein Nerv im Arm aktiviert, denn die Forscher wollen wissen, ob sich diese beiden Reize miteinander verknüpfen. In der Gruppe der nicht depressiven Studienteilnehmer klappte die Verbindung ohne Probleme, in der Gruppe der depressiven Probanden kam es zwar auch zu einer Vernetzung der beiden Reize, aber die Verbindung war deutlich langsamer. Einige Wochen später, als die Depressionen wieder abgeklungen waren, wurden die Studienteilnehmer erneut vermessen und die Verbindung zwischen den Nervenzellen im Daumen und im Arm war wieder einwandfrei.

    Depressionen durch eine verzögerte Reaktion

    Die Ergebnisse der Freiburger Studie sind schlüssig, denn die Nervenzellen im Arm und im Daumen funktionieren nach dem gleichen Prinzip wie alle anderen Nervenzellen im menschlichen Körper. Die Zellen kommunizieren ständig miteinander und gewährleisten auf diese Weise, dass der Mensch alle Eindrücke aufnehmen und verarbeiten kann. Bei den Menschen, die unter Depressionen leiden, funktionieren die Nervenzellen zwar genauso gut, nur eben deutlich langsamer. Kommt es zu einem depressiven Schub, dann ist die Kommunikation gestört, klingt die Phase wieder ab, dann verständigen sich die Nervenzellen wieder normal.

    Was kann bei depressiven Schüben helfen?

    Depressionen können sehr schnell zur Qual werden und nicht selten tragen sich die Betroffenen sogar mit Suizidgedanken. Wird die Depression erkannt, dann kann sie auch effektiv behandelt werden, dass es aber auch weiterhin zu starken depressiven Schüben kommt, das wird sich nie ganz vermeiden lassen. Je nachdem, wie stark der jeweilige Schub ist, sollten Betroffene ihren Arzt aufsuchen und mit ihm besprechen, wie man dem Schub begegnen kann. Oftmals kann es hilfreich sein, die Medikamente anders einzustellen, um die Wucht eines depressiven Schubes aufzufangen und zu mildern. Nach Ansicht von Experten kann es ebenfalls hilfreich sein, sich intensiv mit der Krankheit auseinanderzusetzen, denn wer den Grund für seine Depression kennt, kann besser mit ihr umgehen. Antidepressiva können zudem eine Art Krücke sein, an denen der Depressive leichter gehen kann.

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  • Verbesserte Therapien – Hautkrebs Patienten leben länger

    Verbesserte Therapien – Hautkrebs Patienten leben länger

    Die Diagnose schwarzer und weißer Hautkrebs galt lange Zeit als Todesurteil, und für die Betroffenen gab es noch vor wenigen Jahren kaum eine Hoffnung auf Heilung. Heute sieht es anders aus, denn beide Hautkrebsarten können nicht nur besser und effektiver behandelt werden, die Patienten haben mittlerweile auch eine höhere Lebenserwartung, die je nach Hautkrebsart bis zu fünf Jahre betragen kann. Vor allem die weiße Krebsvariante ist sehr gut therapierbar, und beim schwarzen Hautkrebs haben sich die Therapiemöglichkeiten sogar verbessert, selbst wenn der Krebs schon in einem fortgeschrittenen Stadium ist.

    Wie gefährlich ist Hautkrebs?

    In Deutschland leiden mehr als 1,5 Millionen Menschen unter Hautkrebs, und in den meisten Fällen ist die Sonne an der tückischen Krebserkrankung schuld. Die UV-Strahlung der Sonne beschädigt die Hautzellen und schließlich bilden sich bösartige Wucherungen. Dieser Prozess kann viele Jahre dauern, besonders Menschen mit einem hellen Teint und blonden Haaren sind gefährdet. Unterschieden wird der Krebs in eine weiße und eine schwarze Form, beide sind gefährlich, weil sie zunächst keine Beschwerden verursachen. Der weiße Krebs zeigt sich zunächst nur mit leichten Rötungen der Haut, erst später wird die Haut schuppig oder es bilden sich verhornte Stellen. Die schwarze Form macht durch dunkle Pigmentflecken auf sich aufmerksam, die an ein Muttermal erinnern, und auch wenn ein bereits bestehendes Muttermal größer oder dunkler wird, dann kann das ein Zeichen für schwarzen Hautkrebs sein.

    Früh erkannt ist Hautkrebs heilbar

    Jedes Jahr bekommen in Deutschland rund 230.000 Menschen die Diagnose Hautkrebs. 80 % der Wucherungen und Karzinome treten im Gesicht auf, nicht selten gleich an mehreren Stellen. Die gute Nachricht ist, dass vor allem die weiße Variante sehr selten streut und damit die Gefahr für andere Organe gering ist. In der Regel reicht ein kleiner operativer Eingriff aus, um die bösartigen Tumore zu entfernen. Wird der Krebs erst später erkannt und ist bereits tief in die Haut eingewachsen, dann ist eine größere Operation notwendig. Gehen die Betroffenen in einem frühen Stadium zu einem Hautarzt, dann können oftmals schon spezielle Cremes oder auch eine Lichttherapie verhindern, dass der Krebs fortschreitet.

    Der schwarze Hautkrebs

    Zwar lässt sich der schwarze Hautkrebs besser erkennen, dafür ist er um einiges aggressiver als die weiße Krebsvariante. In Deutschland erkranken jedes Jahr 22.000 Menschen an einem Melanom und bei rund 3.000 Patienten bilden sich sehr schnell gefährliche Metastasen. Wenn sich bereits Tochtergeschwüre gebildet haben, dann ist der Krebs nur noch sehr schwer heilbar. Auch hier spielt es eine wichtige Rolle, wie tief der Krebs bereits in die Haut eingedrungen ist. In Deutschland wird der Krebs in 70 % aller Fälle meist dann entdeckt, wenn er schon mehr als einen Millimeter tief in der Haut ist. In diesem Fall ist das Risiko, dass sich Metastasen bilden, sehr gering, es reicht oft schon aus, wenn die Haut rund um den Krebsherd großräumig entfernt wird. Der Arzt vermisst anschließend das Melanom unter dem Mikroskop und an der Größe orientiert sich dann die weitere Therapie.

    Große Fortschritte

    Immer wenn ein Melanom gestreut hat, zum Beispiel in das Lymphsystem, dann galt noch vor einigen Jahren, dass für den Patienten keine Hoffnung auf Heilung besteht. Noch vor fünf Jahren hatten Patienten eine Lebenserwartung von zehn Monaten, heute gibt es neue Immuntherapien, die die Lebenserwartungen deutlich erhöhen. Schon 2012 wurde ein neues Medikament auf den Markt gebracht, zwei weitere Präparate sollen noch in diesem Jahr folgen. Neue Forschungen, die sich mit der Funktionalität der Krebszellen befassen, machen heute eine verbesserte und zielgerichtete Therapie möglich, die unter anderem das bislang unkontrollierte Wachstum der Krebszellen stoppen können. Auf dem Gebiet der Gene wird ebenfalls an neuen Therapien gearbeitet, denn vielfach ist der Krebs auch vererbbar.

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  • Alzheimer – ein neues Molekül soll Ablagerungen beseitigen

    Alzheimer – ein neues Molekül soll Ablagerungen beseitigen

    1,5 Millionen Menschen in Deutschland leiden unter Demenz und der überwiegende Teil dieser Menschen hat Alzheimer. Bedingt durch den demografischen Wandel schätzt die Deutsche Alzheimer Gesellschaft, dass sich die Zahl der Alzheimer-Patienten bis zum Jahr 2050 verdoppeln wird. Jetzt haben Forscher aus Südkorea ein Molekül gefunden, das allen, die unter Alzheimer leiden, neue Hoffnung macht. Dieses Molekül sorgt dafür, dass sich keine neuen Ablagerungen im Gehirn mehr bilden können, außerdem kann das Molekül bereits bestehende Ablagerungen beseitigen.

    Wie funktioniert das neue Alzheimer Molekül?

    Menschen, die unter Alzheimer leiden, haben Ablagerungen im Gehirn, die sogenannten Plaques. Plaques bestehen aus Eiweißfragmenten, die mit fortschreitender Krankheit die Übertragung der Reize im Gehirn stören oder komplett verhindern, mit der Zeit werden die Zellen im Gehirn dann funktionsunfähig und sterben ab. Den Wissenschaftlern in Südkorea ist es bei Versuchen mit Mäusen nun gelungen, mit dem Molekül EPPS die Gedächtnisleistungen deutlich zu verbessern. Vor allem wenn sich Alzheimer noch in einem frühen Stadium befindet, dann gibt es viele Ablagerungen und die Forschung konzentriert sich jetzt darauf, die Entstehungen dieser Ablagerungen zu verhindern.

    Können die Ablagerungen beseitigt werden?

    Ein Teil der Forschung der südkoreanischen Wissenschaftler beschäftigt sich damit, die bereits bestehenden Ablagerungen aus den Gehirnzellen zu entfernen. Ein weiterer Teil der Arbeit widmet sich jetzt der Aufgabe, mithilfe des Moleküls EPPS zu verhindern, dass sich Plaques überhaupt bilden kann. Die Forscher testeten das Molekül zunächst nur in einem Reagenzglas. Dabei entdeckten sie Erstaunliches, denn das Molekül ist offenbar in der Lage, die Substanz der Plaques zu einem großen Teil komplett aufzulösen. Nach diesem Test begannen die Versuche mit Mäusen, deren Gehirne Ablagerungen aufwiesen, wie sie für Alzheimer typisch sind. Auch hier übertraf das Ergebnis die Erwartungen der Forscher, denn das EPPS verhinderte erfolgreich, dass sich neue Ablagerungen bilden konnten. Zudem beseitigte das Molekül die bereits bestehenden Ablagerungen und auch die geistige Leistungsfähigkeit der kleinen Nagetiere verbesserte sich zusehends.

    Kritik an den Forschungsergebnissen

    Der Neurobiologe Armin Giese, der an der Universität in München forscht, sieht in der Arbeit seiner Kollegen aus Südkorea aber einen Schwachpunkt. Er kritisiert, dass bei den Versuchen, die im Reagenzglas gemacht wurden, die Konzentration des Moleküls EPPS um einiges höher war, als die Menge des Moleküls, die später in den Gehirnen der Mäuse gemessen wurde. Giese stellt daher die Frage, ob sich die von den Forschern vermutete Wirkung aus der Testreihe im Labor und den Versuchen mit Mäusen, später auch auf menschliche Alzheimer-Patienten übertragen lässt.

    Gibt es bald ein effektives Medikament gegen Alzheimer?

    Nach einem wirkungsvollen Medikament gegen Alzheimer wird nicht erst seit gestern geforscht, weltweit sind Wissenschaftler und Forscher auf der Suche nach einem geeigneten Wirkstoff, der die Krankheit besiegen kann. Erschwert wird die Suche nach einem Medikament durch das Fehlen von sogenannten Biomarkern. Bei diesen Biomarkern handelt es sich um Substanzen, die über den Erfolg oder den Misserfolg einer Therapie von entscheidender Bedeutung sind. Cholesterin ist ein solcher Biomarker, er entscheidet darüber, wie hoch die Gefahr einer Herzerkrankung oder eines Schlaganfalls ist. Forscher überall auf der Welt suchen seit vielen Jahren nach einem Biomarker und damit nach der geeigneten Substanz, die die Plaques im Gehirn vernichten kann, aber bisher ist es nur gelungen den Verlauf der Krankheit abzumildern, den Krankheitsverlauf zu stoppen, ist leider noch nicht gelungen. Die Pharmaindustrie ist sehr an einer erfolgreichen Suche nach einem Biomarker interessiert, denn wenn sich dann ein Mittel herstellen lässt, kann mit diesem Medikament ein Vermögen verdient werden. Aber selbst wenn morgen ein Biomarker gefunden werden sollte, bis das neue Medikament auf den Markt kommen kann, vergehen noch viele Jahre. Bislang sahen nur wenige Laborversuche vielversprechend aus, vielleicht ändert sich das mit dem Molekül EPPS.

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  • Demenz bei Kindern – wenn aus Zehnjährigen Pflegefälle werden

    Demenz bei Kindern – wenn aus Zehnjährigen Pflegefälle werden

    Demenz ist eine Krankheit, die nur ältere Menschen betrifft – das ist die landläufige Meinung, die aber so leider nicht stimmt. In Deutschland leiden 400 Kinder unter Demenz, sie leben ohne Hoffnung auf Genesung und mit einem Todesurteil. Therapien gibt es nicht, den verzweifelten Eltern stehen lediglich Selbsthilfegruppen bis zum Tod der Kinder zur Seite. Neuronale Ceroid Lipofuszinose, kurz NCL heißt die Krankheit, die Kinder oft schon noch vor dem zehnten Geburtstag befällt. NCL ist eine vererbte Form der Demenz, deren Erforschung erst ganz am Anfang steht und die unheilbar ist.

    Ganz normale Kinder

    Die 400 Kinder, die zurzeit in Deutschland an dieser seltenen Form der Demenz leiden, kommen als gesunde und unauffällige Kinder zur Welt. Die Kinder entwickeln sich altersgemäß, sie lernen wie andere Kinder auch, mit rund einem Jahr zu laufen, sie lernen zu sprechen, selbstständig zu essen und alles das, was auch gesunde Kinder können. Dann ändert sich von einem auf den anderen Tag alles. Die betroffenen Kinder lernen plötzlich keine neuen Wörter mehr, sie vergessen schon gelernte Begriffe und Tätigkeiten und haben auch Probleme damit, scharf zu sehen. Die Entwicklung kommt schließlich komplett zum Stillstand, und dann beginnen die Kinder sich praktisch rückwärts zu entwickeln. Die betroffenen Kinder können nicht mehr ohne Hilfe gehen, sie fallen mehr und mehr hin, sie schreien stundenlang ohne Grund und es kommt nicht selten sogar zu epileptischen Anfällen.

    Demenz bei Kindern – die Medizin ist ratlos

    Für die Eltern beginnt mit den Rückschritten ihres Kindes ein schrecklicher Weg durch alle medizinischen Instanzen. Der Kinderarzt kann das Krankheitsbild nicht richtig zuordnen und auch in den meisten Kinderkliniken wissen die Ärzte nicht, was sie tun sollen. Der Weg führt die Eltern schließlich zu einem Neurologen. In der ganzen Zeit leben sie praktisch in einem Zustand zwischen vielen Fehldiagnosen und einer Unkenntnis der Lage. Es wird Hoffnung gemacht, die dann sehr schnell einer tiefen Enttäuschung folgt. Für viele betroffene Eltern wird das Virchow-Klinikum in Berlin zur letzten Anlaufstelle, denn dort wurde in den meisten Fällen die richtige Diagnose gestellt: Kindliche Demenz.

    Die Stoffwechselstörung, die zur Demenz führt

    Seit Jahren werden im Berliner Virchow-Klinikum Kinder behandelt, die unter Demenz leiden. Die Krankheit wird vererbt, sie zerstört langsam aber sicher das Gehirn und sie führt immer zum Tod. Die Ärzte in der Berliner Klinik sehen bei den Kindern, die unter NCL leiden, immer wieder die für diese Krankheit typischen Symptome wie Sehstörungen und zunehmend auch immer wieder motorische Ausfälle. Alles, was die Mediziner tun können, ist die Familien an Selbsthilfegruppen zu verweisen, denn es gibt weder Medikamente, die NCL abmildern oder sogar stoppen können, noch Therapien, mit denen der Verlauf der Krankheit beeinflusst werden könnte.

    Wie Selbsthilfegruppen helfen können

    Die betroffenen Eltern stehen nach der Diagnose Demenz vollkommen alleine da. Weder die Medizin noch die Krankenkassen können den Eltern helfen, die einzige Adresse, an die sich Eltern wenden können, sind die Selbsthilfegruppen, die es mittlerweile gibt. Auch die NCL-Stiftung, die 2002 in Hamburg gegründet wurde, ist eine Adresse, an die sich Eltern wenden können, wenn sie Fragen haben oder sich mit anderen betroffenen Familien austauschen möchten. Die Stiftung wurde von Frank Husemann gegründet, dessen Sohn Tim seit sechs Jahren an NCL leidet. Husemann wollte nicht länger tatenlos dabei zusehen, wie der gesundheitliche Zustand seines Sohnes immer schlechter wurde, und begann damit, Forscher und Ärzte an einen Tisch zu bringen. Noch ist kein Durchbruch vonseiten der Forschung in Sicht, aber dank engagierter Mitarbeiter der Stiftung werden jetzt Schritte unternommen, die den Eltern erkrankter Kinder Hoffnung machen. Ob und wann es ein Medikament oder eine Therapie geben wird, das kann zum jetzigen Zeitpunkt aber keiner sagen.

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  • Agoraphobie – eine neue Therapie verspricht Hilfe

    Agoraphobie – eine neue Therapie verspricht Hilfe

    Das Wort Agora bedeutet aus dem Altgriechischen übersetzt so viel wie Markt oder Platz, das Wort Phobie kommt aus der lateinischen Sprache und heißt übersetzt Angst. Nimmt man diese beiden Worte zusammen, dann entsteht Agoraphobie oder übersetzt Platzangst, eine Krankheit, an der in der heutigen Zeit immer mehr Menschen erkranken. Menschen, die unter Agoraphobie leiden, sind nicht in der Lage, mit der U-Bahn oder mit dem Aufzug zu fahren, sie können keine großen Menschenansammlungen ertragen und geschlossene Räume sind für sie tabu. Jetzt gibt es eine neue Therapie, die allen, die unter Platzangst leiden, Heilung verspricht.

    Agoraphobie – die Angst ausgeliefert zu sein

    Menschen, die unter Agoraphobie leiden, haben panische Angst davor, einer Situation ausgesetzt zu sein, die sie nicht mehr kontrollieren können. Der zentrale Punkt der Platzangst ist, dass die Betroffenen sich zunehmend unsicher fühlen, sie sehen keinen Weg mehr flüchten zu können, und das verstärkt ihre Panik noch. Diese Panik macht sich immer dann besonders stark bemerkbar, wenn die Betroffenen nicht mehr ins Geschehen eingreifen können, etwa wenn sich eine U-Bahn oder ein Aufzug in Bewegung setzen, dann wird eine Flucht unmöglich und die Angst erreicht ihren Höhepunkt. Menschen, die unter einer Agoraphobie leiden, verlassen in einem späten Stadium der Krankheit das Haus nicht mehr, sie brechen soziale Kontakte ab und vereinsamen immer mehr.

    Die körperlichen Symptome einer Agoraphobie

    Wer unter Agoraphobie leidet, der lebt mit einem immer größer werdenden psychischen Druck, zu dem sich dann auch körperliche Symptome gesellen. Das Herz rast, die Betroffenen spüren nicht selten heftige Schmerzen in der Brust, sie geraten in Atemnot und müssen mit einem Schwindelgefühl kämpfen. Diese Symptome werden als lebensbedrohlich wahrgenommen, vor allem die Schmerzen in der Brust steigern die Angst vor einem plötzlichen Herzinfarkt bis zu einer echten Panikattacke. In der Folge haben die Betroffenen keine eigentliche Agoraphobie mehr, sie haben vielmehr große Angst, wieder eine körperlich spürbar Angstattacke zu erleiden, sie haben, wie es Sigmund Freud einmal so treffend ausgedrückt hat, Angst vor der Angst. Diese Angst lähmt und wer unter Agoraphobie leidet, der wird auch in den Erholungsphasen keine Ruhe mehr finden, denn es bleibt immer die große Angst, dass wieder eine ähnliche Situation auftreten könnte.

    Ist die kognitive Therapie hilfreich?

    Außenstehende können sich die Probleme und die Ängste nicht vorstellen und sie auch nicht nachvollziehen. Das treibt die Betroffenen letztendlich in eine immer größer werdende Isolation, denn sie finden niemanden, der sie und ihre Krankheit auch nur annähernd verstehen kann. Alle, die erste Symptome einer Agoraphobie erkennen, sollten daher nicht lange zögern, sondern sich möglichst schnell an einen Psychotherapeuten wenden und sich behandeln lassen. Die größten Erfolge verspricht eine sogenannte kognitive Verhaltenstherapie, denn diese Form der Therapie setzt darauf, dem Betroffenen das Vertrauen in sich selbst zurückzugeben. Die Angstpatienten lernen, dass der Kopf dem Körper wieder vertrauen kann, ein wichtiger Baustein der Therapie ist aber auch die Fähigkeit, die Panik zu beherrschen. Mehr Selbstbewusstsein bedeutet mehr Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und mehr Selbstvertrauen, sich auch kritischen Situationen zu stellen.

    Das Konfrontationstraining

    Eine andere Form der Therapie ist das Konfrontationstraining, bei dem sich die Betroffenen ganz bewusst einer angstauslösenden Situation stellen müssen. Viele Therapeuten setzen auf diese Therapie und fahren mit ihren Patienten zum Beispiel U-Bahn oder Fahrstuhl. Wenn sich die Betroffenen der Angst stellen müssen, dann lernen sie, mit der vermeintlichen Gefahr umzugehen. Bei vielen Patienten schlägt diese Therapieform gut an, denn sie erleben, dass die Situationen nicht wirklich bedrohlich werden, auch wenn sie nicht kontrollierbar sind. In der Folge klingen die Symptome ab, die Betroffenen können wieder durchatmen und erleben zum ersten Mal dass das, wovor sie große Angst hatten, auf einmal harmlos ist.

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  • Gesundheitsbericht 2015 – wie krank ist Deutschland?

    Gesundheitsbericht 2015 – wie krank ist Deutschland?

    War früher nicht alles besser? Der Gesundheitsbericht 2015, den das Robert-Koch-Institut jetzt herausgegeben hat, sagt eindeutig ja. Die Menschen in Deutschland fühlen sich heute besser und gesünder als das noch vor 20 Jahren der Fall war. Drei Viertel der Deutschen gab für den Gesundheitsbericht 2015 an, sie fühlen sich gut oder sogar sehr gut und das hat vielleicht auch etwas damit zu tun, dass die Lebenserwartung deutlich gestiegen ist. Aber das ist nicht die einzige positive Nachricht aus dem Gesundheitsbericht 2015, auch die Zahl der Neuerkrankungen an Krebs ist weniger geworden.

    Gesundheitsbericht 2015 – die häufigste Todesursache

    Auch im Gesundheitsbericht 2015 stehen Herzinfarkte und Schlaganfälle an erster Stelle, wenn es um die Todesursachen geht. Rund 40 % der Deutschen sterben an einer Herzerkrankung oder an einem Schlaganfall, seit 1998 hat sich die Zahl jedoch erheblich reduziert. Eine bessere Früherkennung und moderne Möglichkeiten der Therapie sorgen dafür, so der Gesundheitsbericht 2015, dass immer mehr Menschen einen Infarkt oder einen Schlaganfall überleben.

    Der Kampf gegen den Krebs

    Die gute Nachricht zuerst: Die Zahl der Krebsneuerkrankungen ist in einem Zeitraum von 20 Jahren immer weiter zurückgegangen. Die schlechte Nachricht: Da die Gesellschaft immer älter wird, ist die Zahl derjenigen, die unter Krebs leiden, weiter gestiegen. Im Jahr 2011 war eine halbe Million Menschen in Deutschland an Krebs erkrankt, 65.000 mehr als noch zur Jahrtausendwende. Sehr deutlich zugenommen hat die Zahl der Brustkrebserkrankungen, in nur zehn Jahren wurden neun Prozent mehr Erkrankungen diagnostiziert. Beim Lungenkrebs sind die Zahlen vor allem bei den Frauen nicht rückläufig, hier gab es einen Anstieg von 38 %. Die Männer liegen beim Lungenkrebs zwar leicht vorn, aber die Erkrankungsrate sank um 15 %. Der Grund ist einfach, denn in Deutschland rauchen mehr Frauen als Männer. Die Zahl der Kinder, die an Krebs erkranken, lag laut Gesundheitsbericht 2015 bei 1.800 Fällen, aber die Sterblichkeit hat in den letzten 30 Jahren stark abgenommen.

    Diabetes – laut Gesundheitsbericht 2015 die neue Volkskrankheit

    Der Gesundheitsbericht 2015 schlägt beim Thema Diabetes Alarm, denn in Deutschland leben mittlerweile 4,6 Millionen Menschen mit der Zuckerkrankheit. Das sind 7,2 % der erwachsenen Menschen im Alter zwischen 18 und 79 Jahren. Was Diabetes aber zunehmend zu einer großen Gefahr macht, ist die Tatsache, dass die Zahl der Neuerkrankungen jedes Jahr weiter ansteigt. Schuld daran ist unter anderem auch der demografische Wandel. Bei 30 % der Erkrankten ist eine falsche Ernährung schuld an Diabetes, denn ein Viertel der Deutschen ist zu dick, bei Kindern liegt die Quote schon bei sechs Prozent. Vor allem bei Menschen mit einem schlechten sozialen Hintergrund ist Übergewicht ein immer größer werdendes Problem.

    Die sozialen Unterschiede

    Der Gesundheitsbericht 2015 hat sich auch mit den sozialen Unterschieden in Deutschland in Hinsicht auf Gesundheit und Krankheit in Deutschland beschäftigt. Menschen, die einen schlechten sozialen Stand haben, werden häufiger krank und haben zudem eine niedrigere Lebenserwartung. Frauen sterben nach dem Gesundheitsbericht acht Jahre und Männer sogar elf Jahre früher als diejenigen, die einen hohen sozialen Standard haben. Die Ursache führt der Gesundheitsbericht vor allem auf mangelnde Bildung zurück. Menschen, die nur eine geringe Bildung haben, interessieren sich weniger für präventive medizinische Maßnahmen und sie haben deutliche Defizite bei der gesundheitlichen Aufklärung. Auch die finanzielle Lage spielt in diesen Zusammenhang eine entscheidende Rolle. Immer mehr Menschen können sich Untersuchungen nicht mehr leisten, deren Kosten nicht von den Krankenkassen übernommen werden. So wird zum Beispiel die lokale Narkose bei der Zahnbehandlung von Kindern, wenn die älter als zwölf Jahre sind, nicht mehr von der Krankenkasse bezahlt. Viele Familien schicken ihre Kinder deswegen nicht mehr zum Zahnarzt, als Folge werden die Zähne krank und das kann sich auf Dauer auf die Gesundheit auswirken.

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