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  • Amaxophobie – die Angst vor dem Autofahren

    Amaxophobie – die Angst vor dem Autofahren

    Für viele ist das Auto einfach ein Transportmittel, das den Alltag ins Büro, zum Einkaufen oder zu Urlaubsreisen flexibler macht. Und dann gibt es die Personengruppe, die Angst vor dem Auto bzw. dem Autofahren hat. Diese Krankheit wird in der Medizin auch als Amaxophobie bezeichnet und sollte in jedem Fall behandelt werden.

    Unterschiedliche Formen der Angst vor dem Autofahren

    Meist empfinden die betroffenen Personen einfach Angst vor dem Auto oder aber dem Autofahren direkt. Sie tritt in erster Linie bei Fahrern auf, kann bisweilen aber auch den Beifahrer betreffen. Ein typisches Symptom ist, dass sich Betroffene vor allen möglichen bedrohlichen Szenarien im Straßenverkehr ängstigen. Sie fürchten sich zum Beispiel vor fremden Strecken oder aber vor dem Befahren der Autobahn. Viele, die unter Amaxophobie leiden, haben auch Angst, Schuld an einem Verkehrsunfall zu sein, bei dem es Verletzte oder sogar Tote gibt. Nicht selten ist das Krankheitsbild dabei so stark ausgeprägt, dass der Betroffene unter physischen Symptomen leidet, die am Ende dazu führen, dass er gar nicht mehr ins Auto einsteigt.

    Unterschiedliche Ausprägungen der Fahrangst

    Nach Schätzungen von Experten sind in Deutschland knapp eine Million Menschen von dieser Krankheit betroffen, hauptsächlich Frauen. Dabei gibt es unterschiedliche Ausprägungsformen, wobei eine schwere Form auch als Fahrphobie bezeichnet wird und unbedingt behandlungsbedürftig ist. Neben der Angst vor dem Autofahren gibt es auch die Angst vor dem Auto an sich. Betroffene empfinden dabei das Fahrzeug als eine Art unheimliche Maschine, die sich nicht kontrollieren lässt. Sie haben Angst, dass das Auto sie kontrolliert und nicht umgekehrt. In den meisten Fällen leiden Amaxophobisten allerdings an einer Angst vor dem Verkehr, am meisten denjenigen auf städtischen Autobahnen oder aber generell den Verkehr in der Großstadt und viel befahrene Straßen. Die Betroffenen fühlen sich derart überfordert, dass sie sich physisch schlecht, bedrückt oder sogar hilflos fühlen. Damit kommt es in der Folge zu falschen Entscheidungen, die dann tatsächlich einen Unfall auslösen können.

    Symptome sind eindeutig

    Viele Amaxophobiker leiden darunter, dass sie Angst haben, einen Verkehrsunfall zu verursachen. Das kann ein Zusammenstoß mit einem Radfahrer, mit einem Fußgänger oder aber auch mit einem Tier sein. Oder aber sie befürchten, dass die Bremsen versagen oder aber ein geplatzter Reifen einen Unfall auslöst. Körperliche Beschwerden dafür sind Schweißausbrüche und Zittern, aber auch Konzentrationsstörungen, Schlafprobleme oder generelle Schreckhaftigkeit. In Extremfällen kann es auch zu Panikattacken kommen. In der Folge kommt es dazu, dass der Betroffene das Fahren immer weiter einschränkt und am Ende überhaupt nicht mehr in ein Auto einsteigt. Das ist ein beträchtlicher Verlust an Lebensqualität und schränkt ihn natürlich auch in seiner Mobilität ein.

    Behandlung durch entsprechende Verhaltenstherapie

    Eine Person, die an Amaxophobie leidet, findet in der Gesellschaft meist nur Unverständnis, womit sie sich weiter zurück zieht und sozial isoliert. Dabei gibt es durchaus Möglichkeiten, die Angst vor dem Autofahren in den Griff zu bekommen. Am besten geschieht dies durch eine entsprechende Verhaltenstherapie. Einige Fahrschulen haben sich auch auf die Behandlung von Personen, die unter Fahrangst leiden, spezialisiert und bieten entsprechende Gruppengesprächstherapien an. Es gibt auch die Option, dass der Therapeut zusammen mit dem Betroffenen in einem Auto fährt, um quasi eine Art Konfrontationsübung durchzuführen. Im Idealfall ist dann der Fahrlehrer gleich auch der ausgebildete Therapeut, der sowohl die Ängste als auch die Angstbewältigung seines Patienten bzw. Fahrschülers richtig einschätzen kann. Fährt ein Amaxophobiker immer wieder genau auf der Strecke mit dem Auto, die er im Grunde genommen fürchtet, kann er im Laufe der Zeit desensibilisiert werden. Damit hat er irgendwann einmal weniger Angst beim Autofahren.

    Dauer der Therapie

    Während eine leichte Amaxophobie mit nur wenigen Fahrstunden in entsprechender Begleitung in den Griff zu bekommen ist, benötigt ein Betroffener, der unter einer maximalen Phobie leidet, wesentlich mehr Stunden und Aufwand. Unterstützend kann hier Hypnose, Autosuggestion oder aber Selbsthypnose wirken.

    Bild: © Depositphotos.com / Nobilior

  • Warum zu fettes Essen für Darm und Gehirn gefährlich ist

    Warum zu fettes Essen für Darm und Gehirn gefährlich ist

    Obwohl ein oder auch zwei Pommes frites zum Probieren voll und ganz ausreichen würden, können die meisten Menschen nicht widerstehen und essen die ganze Portion Pommes samt Mayonnaise und Ketchup auf. Warum essen wir immer mehr als wir eigentlich wollen und warum wird weiter gegessen, auch wenn der Magen schon lange signalisiert hat, dass er satt ist? Viele haben mit Übergewicht zu kämpfen und essen trotzdem viel zu viel. Die Erklärung für dieses eigentlich sehr unvernünftige Verhalten war lange im Dunkeln, jetzt ist eine neue Studie aus den USA dem Geheimnis auf die Spur gekommen.

    Die Wirkung aufs Gehirn

    Alle, die sich fettreich ernähren, sorgen mit dieser Ernährung dafür, dass sich die Signalwege zum Gehirn verändern. Durch bestimmte Signale wird verhindert, dass sich die Fähigkeit aufbaut, die dem Magen zu verstehen gibt: Ich bin jetzt satt. Diese Entdeckung machten die Wissenschaftler und Forscher bei Ratten, und zwar im Rahmen einer Studie an der Universität von Denver. Die Nagetiere wurden systematisch auf eine fettreiche Ernährung umgestellt und schon bildeten sich in ihrem Gehirn bestimmte Schaltkreise, die das Gefühl des Sattseins komplett unterdrückt haben. Veterinärmediziner, die die Ratten in diesem Zusammenhang beobachtet haben, stellten fest, dass eine Ernährung mit zu viel Fett, die zudem unausgewogen ist, Entzündungen in der Gehirnregion auslösen kann, die für das Essverhalten zuständig ist. Auf diese Weise geht das Gefühl satt zu sein, verloren, und dieser Effekt sorgt nicht nur bei Ratten, sondern auch bei Menschen für krankhaftes Übergewicht.

    Die Wirkung auf den Darm

    Auch der Darm wird bei dauerhaftem fetten Essen in Mitleidenschaft gezogen. Alle, die sich ausgewogen und ohne zu viel Fett ernähren, sorgen dafür, dass die Bakterien in der Darmflora immer im Gleichgewicht bleiben. Es gibt zwar immer mal wieder Veränderungen, aber mit gesundem und fettarmen Essen bleibt die natürliche Balance der Bakterien im grünen Bereich. Als die Wissenschaftler für die Studie aber damit begannen, die Ratten sehr fettreich zu ernähren, kam es zu einer deutlichen Veränderung der Darmflora. Diese Veränderung hatte zur Folge, dass sich bei den Nagern Entzündungen einstellten, und was noch gravierender war, es wurden auch Nervenzellen geschädigt. Außerdem beobachteten die Forscher, dass die Verbindung zwischen dem Gehirn und dem Darm gestört wurde.

    Gesund und ausgewogen essen

    Wie sich die fehlende Kommunikation zwischen Gehirn und Darm auf Dauer auswirkt, das bleibt abzuwarten. Weitere Studien sollen auch abklären, ob die Veränderungen, die zu fettes Essen im Darm auslösen, auf Dauer bleiben und ob eine Umkehr möglich ist. Wer gesund leben möchte, der sollte sich immer vor Augen halten, dass die Komponenten im Körper eine Art Symbiose bilden, die ständig miteinander vernetzt sind und ständig kommunizieren. Wird nur einer dieser Komponenten überfordert, dann gerät das ganze System aus dem Gleichgewicht und das kann, wie bei zu fettem Essen, gefährliche Folgen haben.

    Fett ist ein Geschmacksträger und das macht es so schwer, zu fettigem Essen nein zu sagen. Wer sich jedoch vorstellt, was im Darm und auch im Gehirn geschieht, wenn zu fett gegessen wird, dem fällt es leichter, zu verzichten.

    Bild: © Depositphotos.com / arskajuhani

  • Sonnenlicht & Medikamente – Zwei, die sich nicht vertragen

    Sonnenlicht & Medikamente – Zwei, die sich nicht vertragen

    Endlich ist der Sommer da und wer kann, der geht nach draußen und genießt die Wärme des Sonnenlichts. Dass die Sonne die Stimmung positiv beeinflusst und auch der Gesundheit förderlich ist, das ist bekannt, was viele aber nicht wissen, Medikamente und Sonnenlicht vertragen sich nicht immer allzu gut. Es gibt verschiedene Medikamente, die die Haut sehr lichtempfindlich machen und das ist den meisten Menschen nicht bewusst. Welche Medikamente können der Haut schaden und wie kann man sich vor diesen Hautirritationen effektiv schützen?

    Ungesunde Effekte

    Es gibt rund 300 Medikamente, die einen sogenannten photoallergischen oder phototoxischen Effekt auslösen können, wenn sie mit Sonnenlicht in Verbindung kommen. Zu diesen Medikamenten gehören unter anderem Antibiotika wie Gyrasehemmer und auch Tetracycline. Auch Medikamente, die den Schmerz stillen, sind im Zusammenhang mit Sonnenlicht nicht ganz so ungefährlich. Piroxicam gehört zum Beispiel zu den Medikamenten, die man nicht einnehmen sollte, wenn man sich in die Sonne legen möchte. Auch Salben, die Ketoprofen enthalten, gehören zu den gefährlichen Medikamenten, die nicht zu hellem warmem Sonnenlicht passen. Das Gleiche gilt auch für Psychopharmaka, hier sind es besonders die frei verkäuflichen Mittel wie das beliebte Johanniskraut, das nicht in die Reiseapotheke gehört, wenn es Richtung Süden geht.

    Auf den Beipackzettel schauen

    Es sind nicht nur die rezeptpflichtigen Medikamente, die für ungesunde Effekte im Zusammenhang mit Sonnenlicht führen, auch einige Mittel gegen Reisekrankheiten und frei verkäufliche Schlafmittel sollten nicht eingenommen werden, wenn ein Sonnenbad geplant wird, denn sie erhöhen die Lichtempfindlichkeit der Haut. Wer sich nicht sicher ist, ob ein bestimmtes Mittel sorglos eingenommen werden kann, der sollte unbedingt den Beipackzettel unter der Rubrik Nebenwirkungen sehr aufmerksam lesen oder sich vom Apotheker bei der Wahl der richtigen Medikamente beraten lassen. Wer von Natur aus empfindlich gegen Sonnenlicht ist, der sollte aber nicht nur bei der Wahl der Medikamente vorsichtig sein, sondern auch noch einige andere Dinge beachten, um sicher durch den heißen Sommer zu kommen.

    • Nach Möglichkeit Kleidung tragen, die den Körper bedeckt.
    • Die Sonne während der Mittagszeit meiden und einen schattigen, dunklen Ort aufsuchen.
    • Alle Körperpartien, die mit der Sonne in Berührung kommen, durch Lotionen und Sonnencremes schützen.
    • Medikamente, die auf Sonnenlicht reagieren können, am besten am Abend einnehmen.
    • Besuche im Solarium meiden.
    • Die Autofenster mit Folien abdecken, die UV-undurchlässig sind.
    • Bei Medikamenten, die unbedingt eingenommen werden müssen, eventuell die Dosis reduzieren.

    Wer in südliche Länder verreisen möchte und seine Medikamente braucht, der sollte vorher mit dem Arzt sprechen, ob, und um wie viel die Dosis für die Zeit der Ferien gesenkt werden kann.

    Auf die Haut achten

    Zu lange in der Sonne zu liegen, birgt immer ein gewisses gesundheitliches Risiko. Besser ist es, sich gut einzucremen und zunächst nur für maximal zehn Minuten in die Sonne zu gehen. Wenn sich die Haut an die Sonne gewöhnt hat, dann kann der zeitliche Rahmen nach und nach gesteigert werden. Wichtig ist es, die Haut zu beobachten und wenn sich eine leichte Rötung zeigt, dann sollte sofort ein Platz im Schatten aufgesucht werden.

    Bild: © Depositphotos.com / gustavofrazao

  • Das hilft gegen lästige Gelsen an lauen Sommerabenden

    Das hilft gegen lästige Gelsen an lauen Sommerabenden

    Viele nervt schon das surrende Geräuscht der kleinen Biester – und stechen sie dann einmal zu, wird es noch unangenehmer. Gelsen, Stechmücken oder Moskitos – wie immer sie auch genannt werden, es gibt mehr als 40 Arten von ihnen. Doch was hilft wirklich gegen die Plagegeister an milden Sommerabenden?

    Gelsenplage ja oder sein?

    Das hängt ganz von den Wetterbedingungen im Frühjahr ab. Denn gibt es da viel Feuchtigkeit und ist der Sommer dann lange hieß, bestehen nahezu perfekte Bedingungen für eine Gelsenplage. Vor allem die heftigen Regenfälle Ende Mai und Anfang Juni lieferten ideale Brutvoraussetzungen für die Gelsen. Derzeit schlüpfen sie aus den Larven und werden manchmal zu echten Plage.

    Gefahr für die Gesundheit?

    Grundsätzlich wird der Juckreiz, den viele nach einem Gelsenstich spüren, von den Proteinen ausgelöst, die von der Stechmücke in die Saugstelle eingespritzt wird. Dies soll das Gerinnen des Blutes unterbinden. Körpereigenes Histamin, das in der Folge ausgeschüttet wird, sorgt für den Knubbel, der kurz nach einem Gelsenstich sichtbar wird. In hiesigen Breitengraden sind alle Symptome des Insektenstiches jedoch harmlos und sind nur in Ausnahmefällen eine Gefahr. In anderen Weltregionen sieht es da schon anders aus, da können mit der Speichelübertragung beim Stich durchaus Viren, Bakterien oder Parasiten übertragen werden. Vor allem Asien und Afrika sind hier Gefahrenzonen, von denen Reisende oft nach einem Insektenstich mit Malaria, Gelbfieber, Dengue-Fieber oder dem West-Nil-Fieber retour kommen.

    Gelsenstecker sind in ihrer Zusammensetzung umstritten

    Auf dem Markt gibt es mittlerweile unzählige Schutzmittel und Systeme, um sich gegen die Plagegeister zu wehren. Doch einige davon sind sowohl in ihrer Wirkung als auch in ihrer Zusammensetzung durchaus umstritten. Gels und Lotionen sind oft mit Diethyltoluamid und Icaridin versetzt, die keinesfalls über einen längeren Zeitraum verwendet werden sollen. Auch Gelsenschutzstecker sind nicht wirksam, denn das im Raum frei gesetzte Insektizid reizt bestenfalls die Augen und Schleimhäute, aber weniger die Gelsen.

    Gelsenschutz ohne Chemiekeule

    Wesentlich effektiver und ohne Bedenken in der Anwendung sind da die guten alten Fliegengitter. Diese haben sogar den Nebeneffekt, dass auch andere Insekten wie Wespen, Hornissen oder Fliegen bequem draußen gehalten werden. Neuere Konstruktionen, die im Fachhandel erhältlich sind, schützen zusätzlich vor Pollen und Grassamen, womit Allergikern generell geholfen ist und sommerliches Schlafen mit geöffnetem Fenster wieder einwandfrei möglich wird.

    Terrasse, Balkon und Garten entsprechend gelsenfrei optimieren

    Klar ist, dass stehende Gewässer – egal welcher Größe – den Mücken als hervorragende Brutstätte dienen. Deshalb sollten beim Kampf gegen die Gelsen auf sämtliche Vorrichtungen wie Regentonnen, Gießwasser, kleine Teiche und Lacken, Bedacht genommen werden. Sie sollten zumindest entsprechend abgedeckt werden, um zu verhindern, dass die Plagegeister ihre Brut in unmittelbarer Nähe zum Haus und womöglich zum Schlafzimmer ablegen. Als weitere Maßnahmen kann man Stechmücken-Larven hervorragend und sehr wirkungsvoll in der Regentonne oder im Gartenteich mit Tabletten bekämpfen. Die Methode ist auch umwelttechnisch absolut bedenkenlos in der Anwendung, denn als Wirkstoff kommt ein ganz spezieller Bazillus zum Einsatz. Er hört auf den klingenden Namen Bacillus thuringensis israelensis, kurz Bti. In heimischen Baumärkten gibt es das mikrobiologische Mittel entweder als Tablette oder flüssig. Damit kann es sogar großflächig zur Mückenbekämpfung angewandt werden. Nachdem ausschließlich gewisse Mückenarten auf das Mittel negativ reagieren, liegt es auf der Hand, dass es für andere Tiere im Garten oder Menschen absolut unbedenklich ist. Das Wasser aus der Tonne kann sogar später als Blumengießmittel verwendet werden – absolut ohne Bedenken.

    Nach dem Stich

    Und wenn die Biester doch zugestochen haben, hilft eigentlich nur eines: Kühlen, kühlen und nochmals Kühlen. Je nach Lage am Körper kann der Betroffene einfach kalt duschen oder Arm, Hand oder Fuß unter den kalten Wasserstrahl halten. Eine kühlende und gleichzeitig abschwellende Wirkung hat ein Umschlag mit Essigsaurer-Tonerde. Damit wird auch der Knubbel an der Einstichstelle nicht ganz so groß und klingt nach kurzer Zeit wieder ab.

    Bild: © Depositphotos.com / spline_x

  • Für den gesunden Schlaf braucht es ausreichend Melatonin

    Für den gesunden Schlaf braucht es ausreichend Melatonin

    Stressiger Beruf, fordernder Alltag im Privatleben und dann noch die eine oder andere Sorge, die den Schlaf beeinträchtigt. Ob Einschlaf- oder Durchschlafstörungen, nachts in den Kissen tatsächlich Ruhe für Körper und Geist finden, ist für viele Deutsche nicht mehr selbstverständlich. Ein Hormon, das wesentlich für erholsamen Schlaf sorgt, ist Melatonin. Ist es nicht ausreichend vorhanden, haben es Menschen schwer, genügend und vor allem erholsam zur Nachtruhe zu kommen.

    Melatonin ist wichtiges Hormon im Körper

    Melatonin ist als das Hormon, das den Tag-Nacht-Rhythmus des Menschen, also den zirkadianen Rhythmus steuert, bekannt. Es wird vor allem in der Zirbeldrüse produziert, aber auch im Verdauungstrakt. Je nach Entstehungsort, ist es für unterschiedliche Aufgaben im Körper zuständig. Unter anderem regelt es die Nierenfunktion und den Blutdruck. Das in der Zirbeldrüse produzierte Hormon gilt als vorrangig bedeutend für den Schlaf bzw. die Müdigkeit des Menschen nach einem anstrengenden Tag. Es wird grundsätzlich nur bei Dunkelheit ausgeschüttet, womit klar ist, dass wir auch vorwiegend abends müde werden. Der Melatonin-Spiegel im Blut des Menschen steigt um diese Zeit dann langsam an und erreicht mitten in der Nacht – meist zwischen zwei und drei Uhr – seinen Höhepunkt. Gegen Morgen fällt der Spiegel wieder ab, da das aufsteigende Morgenlicht die Produktion wieder hemmt.

    Störungen des Melatonin-Haushaltes haben Einfluss auf Schlaf

    Schichtarbeit ebenso wie Zeitverschiebungen bei Fernreisen können Störungen im Melatonin-Haushalt auslösen. Wer dem Körper in diesen Phasen das Hormon von außen zuführt, z. B. in Form von Melatonin Kapseln, kann dies jedoch wieder beheben. Melatonin-Produkte wie Tabletten sorgen also dafür, dass man bei Jetlag abends schneller einschläft oder aber Arbeiter, die in der Nacht arbeiten, trotzdem tagsüber zu ihrem Schlaf kommen. Einige Studien haben gezeigt, dass die Wirkung allerdings erst nach einigen Einnahme-Tagen einsetzt. Im Kampf gegen Jetlag-bedingten Schlafmangel hat es angeblich positiven Einfluss auf die Melatonin-Wirkung, wenn möglichst viele Zeitzonen in einem überquert werden bzw. wenn Passagiere von West nach Ost fliegen. Besonders zu empfehlen ist die Einnahme von Melatonin Produkten bei Blinden und stark sehbeeinträchtigen Menschen, deren Schlaf-Wach-Rhythmus sich aufgrund der Erkrankung vom normalen Tag-Nacht-Rhythmus abgekoppelt hat.

    Auch bei Depressionen hilfreich

    Der Melatonin Haushalt der Menschen verändert sich im biologischen Jahresrhythmus vor allem in den Monaten November, Dezember und Januar. Das in diesen Zeiten eher geringe Tageslicht sorgt dafür, dass das Hormon auch während des Tages erhöht bleibt. Das führt vor allem zur bekannten Winterdepression, an der viele leiden. Um derartigen Erkrankungen oder auch nur einzelnen Symptomen davon vorzubeugen, gilt es, das wenige Tageslicht bestmöglich zu nutzen. Etwa für Spaziergänge in der frischen Luft und bei guten Lichtverhältnissen. Denn diese sorgen dafür, dass die Melatoninausschüttung entsprechend gehemmt wird und der entsprechende Hormonspiegel im Blut absinkt. Wer stark leidet, kann in den tristen Wintermonaten auch eine Lichttherapie in Betracht ziehen, die mit Sicherheit Linderung verschafft und der übermäßigen und vor allem unzeitgemäßen Produktion von Melatonin Einhalt gebietet.

    Im Alter Schlafprobleme mit Melatonin bekämpfen

    Es gilt als erwiesen, dass ältere Menschen im Körper weniger Melatonin produzieren. Damit scheint auch klar, dass vorwiegend im Alter vorkommende Schlafstörungen auf das Absinken des Melatoninspiegels zurück zu führen sind. Aus diesem Grund gilt für Personen, die älter als 55 Jahre sind, ein Schlafmittel, das Melatonin enthält, als zugelassen. Jede dieser Tabletten besteht aus einer Dosis von zwei Milligramm des Hormons. Zur kurzzeitigen Behandlung von Einschlaf- oder Durchschlafstörungen gilt dieses Medikament als durchaus wirksam. Es kommt nicht zur Anwendung, wenn primäre Schlafstörungen aufgrund von bestimmten Arzneien oder einer Erkrankung vorliegen.

    So klappt’s mit dem erholsamen Schlaf

    Damit der Körper Melatonin während der Schlafphase produziert, ist auf eine starke Verdunkelung des Schlafzimmers zu achten. Nur dann wird die Zirbeldrüse entsprechend aktiv und schüttet das Hormon nicht nur in ausreichender Menge, sondern auch über einen für die Erholung von Körper und Geist ausreichend lange dauernden Zeitraum aus.

    Bild: © Depositphotos.com / AnmFoto

  • Ingwer – scharfe Knolle mit großem Potential

    Ingwer – scharfe Knolle mit großem Potential

    Wer es schon einmal versucht hat, weiß von der Schärfe zu berichten. Gemeint ist, auf ein Stückchen Ingwer zu beißen – das hat weitreichende Konsequenzen, denn nicht nur die Zunge brennt, sondern auch die Wangen röten sich oder die Nase beginnt zu laufen. Die gesunde Wurzel steckt nämlich voller Scharfstoffe, die im menschlichen Körper Wärmerezeptoren aktivieren und noch viel mehr Gutes bewirken können.

    Ingwer hilft bei Schmerzen

    Die Inhaltsstoffe der beigen Wurzel hemmen im menschlichen Körper das gleiche Enzym wie Acetylsalicylsäure. Es heißt Cyclooxygenase. Der Wirkstoff lindert Schmerzen und hilft bei Entzündungen, dabei verzögert er aber auch die Blutgerinnung. Damit kann Ingwer gut bei Muskelschmerzen, aber auch bei Rheuma eingesetzt werden.

    Erprobtes Mittel bei Übelkeit und Brechreiz

    Allgemein bekannt ist die Wirkung der Knolle gegen Reiseübelkeit. Die Wirkung der Inhaltsstoffe aus dem Ingwer sind vergleichbar mit dem chemischen Mittel Dimenhyerinat, das etwa die Wirkstoffe an den Serotonin-Rezeptoren-Ionenkanälen angreift, die für das Erbrechen zuständig sind. Helfen kann Ingwer allerdings nur denjenigen Personen, denen im Auto, Zug oder im Flugzeug übel wird. Wer über Übelkeit an Bord eines Schiffes klagt, dem hilft Ingwer nicht. Studien zeigen allerdings, dass Extrakte der Wurzel auch während einer Chemotherapie helfen. Eine diesbezügliche Studie an der US-amerikanischen Universität von Rochester hat ergeben, dass die betroffenen Patienten über 40 Prozent geringere Beschwerden in Sachen Übelkeit klagen.

    Ingwer hilft beim Abnehmen

    Die Wurzel enthält viele Bioaktivstoffe, wobei vor allem das Oleoresin medizinisch wirksam ist. Es ist ein zähflüssiger Balsam, der aus den Gingerolen und den Shoagolen besteht. Dank der antioxidativen Wirkung stärkt Ingwer das Immunsystem und kann auch bei Husten und Halsschmerzen lindernd wirken. Ein wichtiger Aspekt ist die Wirkung als Kalorienkiller, die aufgrund der Anregung des Speichelflusses und der Magensäfte entsteht. Denn der Verdauungsprozess wird damit eindeutig beschleunigt, was sich positiv beim Abnehmen und beim Entschlacken des Körpers auswirkt.

    Ingwer – das Aspirin der Natur

    Dank der ähnlichen Wirkung wie Acetylsalicylsäure wird Ingwer oft auch als Aspirin der Natur bezeichnet. Er kann in unterschiedlichsten Formen angewandt werden, neben der Zubereitung als Tee, können Ingwerwickel dank der wärmenden Wirkung vor allem beim Hexenschuss und bei Muskelverspannungen lindernd zum Einsatz kommen. Wer nicht unbedingt gleich Ingwer als ganze Stücke oder als Tee konsumieren möchte, kann damit einfach seinen Mahlzeiten einen exotischen Touch verleihen. Die reichlich vorhandenen Vitamine und Mineralstoffe entfalten trotzdem ihre Wirkung und der scharfe Geschmack belebt jede Mahlzeit. Dabei sollten empfindliche Menschen jedoch darauf achten, dass der Ingwer eine feine zarte Note entwickelt, wenn er gleich zu Beginn der Garzeit zur zubereiteten Speise gegeben wird. Wer ihn am Ende der Garzeit zufügt, muss mit einer stärkeren Aromaentfaltung rechnen. Vor Überdosierung ist absolut zu warnen, denn zu scharfes Essen schmeckt nicht greift die empfindlichen Magenschleimhäute an.

    Ingwer kaufen und lagern

    Das Gute an diesem Naturheil- und Lebensmittel ist die Tatsache, dass es praktisch in jedem gut sortierten Lebensmittelgeschäft erhältlich ist. Spannender ist da schon die Frage, wie man die Wurzel richtig lagert. Ingwer lässt sich ungeschält und in Küchenpapier eingewickelt bis zu drei Wochen im Kühlschrank unbedenklich lagern. Wer seinen Ingwer angeschnitten hat, sollte die Schnittstelle erst trocknen lassen, ehe er in den Kühlschrank kommt. Für alle, die Ingwer am liebsten gerieben oder gehackt verwenden, gilt die Devise, dass sie die Wurzel so vorbereitet sogar einfrieren können. Wichtig ist die Tatsache, dass man Ingwer immer erst unmittelbar beim Kochvorgang zubereiten sollte und niemals bereits im Vorfeld.

    Kein Ingwer für schwangere Frauen

    Grundsätzlich kann jeder, der Lust auf Schärfe hat oder um die wohltuende Wirkung der Wurzel weiß, Ingwer konsumieren. Vorsichtig sollten nur Frauen sein, die schwanger sind. Bestimmte Inhaltsstoffe können nämlich vorzeitig Wehen auslösen. So gut die Wirkstoffe des Naturproduktes sonst bei Übelkeit helfen, sollten Schwangere deshalb hier auf andere Produkte setzen.

    Bild: © Depositphotos.com / grafvision