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  • Wie sicher sind Patientendaten?

    Wie sicher sind Patientendaten?

    Wer zum Arzt geht, der möchte neben einer effektiven Behandlung auch sicher sein, dass die persönlichen Daten und Diagnosen geschützt sind. Leider ist das nicht bei allen Ärzten der Fall, wie die Stiftung Warentest jetzt herausgefunden hat. Es wurden bei den Stichproben zum Teil eklatante Mängel festgestellt und sensible Daten der Patienten wurden einfach preisgegeben.

    Diskretion? Fehlanzeige!

    30 Arztpraxen hat die Stiftung Warentest auf den Prüfstand gestellt und bei der Hälfte der getesteten Arztpraxen gab es sehr große Lücken im Sicherheitssystem. So haben zum Beispiel Mitarbeiter der Ärzte ohne Weiteres am Telefon medizinische Daten über die Patienten verraten, und sensible Daten wie etwa Untersuchungsergebnisse, wurden unverschlüsselt per Mail verschickt. In drei von zehn Praxen konnten die Patienten im Wartezimmer mithören, was der Arzt mit einem anderen Patienten besprochen hat und telefonisch wurden Laborergebnisse mitgeteilt, ohne dass sich die Mitarbeiter überhaupt darüber informiert haben, wer am anderen Ende der Leitung ist.

    Verstöße sind strafbar

    Ärzte stehen unter Schweigepflicht und auch ihre Mitarbeiter haben sich verpflichtet, nichts über das, was sie tagsüber in der Praxis erleben, an andere weiter zu geben. Diese Schweigepflicht hat ihre Gründe, denn es könnten dem Patienten Nachteile entstehen, wenn der Arzt seine Diagnosen preisgibt. Nach dem Paragrafen 203 des Strafgesetzbuches kann ein Arzt, der sich nicht an die Schweigepflicht hält, zu einer Geldstrafe und in schweren Fällen auch zu einer Freiheitsstrafe verurteilt werden.

    Diskretion ist möglich

    Die Stiftung Warentest hat nicht nur Lücken im Sicherheitssystem vieler Arztpraxen entdeckt, sie zeigt auch, wie einfach Diskretion sein kann. So sollte, wenn die Räumlichkeiten es zulassen, der Anmeldungsbereich in einem separaten Raum sein, denn besonders bei der Anmeldung kann jeder mithören, wenn über andere Patienten gesprochen wird. Auch wenn die Patienten eine Nummer ziehen und nicht mit Namen aufgerufen werden, dann kann das zu mehr Diskretion in der Arztpraxis beitragen.

    Bild: © Depositphotos.com / ginasanders

  • Fliegen in der Schwangerschaft – wann am Boden bleiben?

    Fliegen in der Schwangerschaft – wann am Boden bleiben?

    Viele Paare gönnen sich noch einen kleinen Urlaub, bevor das Baby geboren wird, und genießen die Zweisamkeit am Strand oder lassen sich in einem Wellnesshotel verwöhnen. Im Prinzip spricht nichts gegen eine Ferienreise in der Schwangerschaft, trotzdem sollten schwangere Frauen einige Dinge beachten, wenn sie vor der Entbindung noch eine Reise unternehmen wollen. Das gilt besonders für Flugreisen, denn fliegen in der Schwangerschaft ist nicht ganz ungefährlich.

    Fliegen in der Schwangerschaft – die Regeln der Airlines

    Werdende Mütter, die sich fit und gesund fühlen, können rein theoretisch bis vier Wochen vor dem errechneten Geburtstermin noch an Bord eines Flugzeuges gehen, vorausgesetzt die gewünschte Airline nimmt sie auch mit. Jede Fluggesellschaft hat andere Regeln, wenn es um schwangere Frauen geht. Während die eine Airline schwangere Frauen nur bis zur 30. Woche an Bord lässt, nimmt eine andere Frauen bis zur 36. Woche mit. Zu diesen Fluggesellschaften gehört auch die Lufthansa, die fliegen in der Schwangerschaft bis vier Wochen vor der Geburt erlaubt. Von dieser Regelung ausgenommen sind nur Frauen, die mit Zwillingen schwanger sind, hier liegt die Grenze bei der 28. Woche.

    Nur mit ärztlichem Attest

    Fliegen in der Schwangerschaft ist nicht nur bei Urlaubsreisen ein Thema, auch Frauen, die beruflich viel unterwegs sind, sollten sich bei der jeweiligen Fluggesellschaft erkundigen, ob sie an Bord dürfen. Einige Airlines verlangen ein ärztliches Attest, bevor sie ein Flugticket an eine schwangere Frau verkaufen, um sich auf diese Weise abzusichern. Mit diesem Attest muss der behandelnde Frauenarzt bestätigen, dass es aus medizinischer Sicht keine Bedenken für eine Flugreise gibt. Zudem muss in dem Attest stehen, wann der voraussichtliche Geburtstermin ist und ob die Schwangerschaft unkompliziert verläuft. Aber selbst wenn das Attest des Arztes vorliegt und die Airline bereit ist, die Schwangere mitzunehmen, dann heißt das noch nicht, dass sie auch in das Land einreisen darf, in das sie fliegen möchte.

    Die Einreise in die USA

    Die meisten Länder haben keine Probleme damit, wenn eine schwangere Frau einreisen möchte, die USA machen jedoch eine Ausnahme. Frauen mit Babybauch, die in die Vereinigten Staaten einreisen wollen, müssen nachweisen können, dass sie während ihres Aufenthalts in den USA auch ausreichend krankenversichert sind. Außerdem muss die Schwangere bestätigen, dass sie sich nur für eine bestimmte Zeit im Land aufhalten will und nicht dauerhaft dort bleiben möchte. Kommt das Baby in den USA zur Welt, dann kann es zu einem „Million Dollar Baby“ werden, denn die Leistungen der meisten gesetzlichen Krankenkassen gelten nur im europäischen Ausland, nicht aber in den USA. Die Eltern müssen die Geburt in Amerika dann aus eigener Tasche bezahlen, und das kann sehr teuer werden.

    Die gesundheitlichen Risiken

    Fliegen in der Schwangerschaft birgt auch gesundheitliche Risiken, über die sich die Schwangere im Klaren sein sollte. Für Frauen, die unter starker Übelkeit leiden, ist fliegen in der Schwangerschaft zwar nicht gefährlich, aber sehr unangenehm. Die Gebärmutter, die mit Fruchtwasser gefüllt ist, verhält sich bei den Starts und Landungen wie ein gut gefüllter Magen während einer Fahrt im Fahrstuhl und entwickelt eine gewisse Eigendynamik. Es gibt aber auch ernstere Gründe, die das Fliegen in der Schwangerschaft zu einem Problem machen. Nicht fliegen sollten Frauen:

    • Bei Wehentätigkeit
    • Mit einer Thrombose
    • Bei starker Übelkeit
    • Bei Problemen mit dem Kreislauf
    • Wenn sich der Muttermund schon geöffnet hat
    • Bei erhöhtem Blutdruck
    • Während einer Risikoschwangerschaft
    • Bei einer Mehrlingsschwangerschaft

    Auch wenn es in der Vergangenheit Fehl- oder Frühgeburten gegeben hat, dann stellt fliegen in der Schwangerschaft ein Risiko dar. Das Gleiche gilt bei einer Fehllage der Plazenta und wenn es in der Schwangerschaft schon zu Blutungen gekommen ist. In diesen Fällen sollte vor dem Flug ein Arzt um Rat gefragt werden.

    Bild: © Depositphotos.com / quintanilla

  • Schlafapnoe – gefährliche Atemaussetzer in der Nacht

    Schlafapnoe – gefährliche Atemaussetzer in der Nacht

    Viele Menschen wissen nicht, in welcher akuten Gefahr sie sich während der Nacht befinden, denn eine sogenannte Schlafapnoe bleibt oft unbemerkt. Die Atmung setzt dann für wenige Sekunden aus und während dieser Pausen nimmt der Sauerstoffgehalt im Blut immer wieder gefährlich ab. Zwar werden die Betroffenen kurz wach, wenn der Körper Alarm schlägt, aber die wenigsten können sich am Tag an diese Aufwachphasen erinnern. Eine Schlafapnoe bleibt trotzdem nicht unbemerkt, denn wer in der Nacht immer wieder aufwacht, weil die Atmung aussetzt, der ist am Tag zwangsläufig müde und unkonzentriert.

    Was sind die Ursachen für eine Schlafapnoe?

    Rund vier Prozent der Männer und zwei Prozent der Frauen in Deutschland leiden unter Schlafapnoe, und viele wissen es nicht einmal. Eine Ursache für die Atemaussetzer in der Nacht sind verengte Atemwege oder der Atemmuskel ist kurzzeitig nicht mehr in der Lage, mit dem Gehirn zu kommunizieren. Wer schnarcht, der muss mit einer Schlafapnoe rechnen und auch Menschen, die stark übergewichtig sind, leiden unter den Atemaussetzern während der Nacht. Die häufigste Form ist aber die obstruktive Schlafapnoe, die sogenannte OSA. Sie entsteht immer dann, wenn die Atemwege verengt sind und die Kraft der Muskeln nicht mehr ausreicht, um Luft zu holen. Bei dem Versuch Luft zu holen, wird der Widerstand in den Atemwegen so groß, dass es schließlich zu einer Atempause kommt. 80 % der Betroffenen, die unter einer Schlafapnoe leiden, haben Adipositas, sie sind fettsüchtig und ihr großes Körpergewicht sorgt über kurz oder lang dafür, dass sich die Atemwege so verengen, dass es zu Aussetzern beim Atmen kommt.

    Welchen Folgen kann eine Schlafapnoe haben?

    Bei Menschen, die unter Schlafapnoe leiden, setzt der Atem immer wieder für einen Zeitraum zwischen 20 und 30 Sekunden aus, nicht selten kann ein solcher Aussetzer aber auch über eine Minute anhalten. Meist ist es der Partner, der die Aussetzer bemerkt, und zwar immer dann, wenn das Schnarchen plötzlich abbricht und Stille herrscht. Die Betroffenen merken erst am nächsten Tag, dass die Nacht unruhig war, denn sie sind müde, sie können sich nicht mehr konzentrieren und nicken oftmals für mehrere Sekunden ein. Neben einer starken Tagesmüdigkeit kann es aber auch zu Bluthochdruck, zu Herzrhythmusstörungen, zu einem Schlaganfall oder zu einem Herzinfarkt kommen. Viele Betroffene leiden unter Bluthochdruck, denn immer wenn der Körper durch die Atemaussetzer unter Stress kommt, dann wird das autonome Nervensystem aktiv und das treibt dann den Blutdruck nach oben.

    Hilfe aus dem Schlaflabor

    Eine Schlafapnoe ist eine leise, aber eine große Gefahr. Wenn die Atempausen mehr als zehnmal in einer Stunde auftreten und länger als zehn Sekunden dauern, dann wird es Zeit, in ein Schlaflabor zu gehen und eine Atemtherapie zu machen. Nur ein Schlaflabor kann festgestellt werden, wie gefährlich eine Schlafapnoe wirklich ist, denn dort werden die Betroffenen während des Schlafes beobachtet und kontrolliert. Wer mehr über die persönliche Gefahr durch eine Schlafapnoe wissen möchte, der kann zum Beispiel einen einfachen Stresstest machen und so sehen, ob eine Gefährdung besteht. Aber ein Schlaflabor kann nicht nur feststellen, ob eine Schlafapnoe vorliegt, ein Schlaflabor wie das ambulante Schlafzentrum Osnabrück, bietet auch die Möglichkeit einer Therapie an. Schlafstörungen und eine Schlafapnoe können nicht nur die Gesundheit gefährden, sie beeinträchtigen auch das alltägliche Leben nachhaltig.

    Wie kann eine Schlafapnoe therapiert werden?

    Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie eine Schlafapnoe behandelt und therapiert werden kann. Handelt es sich um eine leichte Form, dann kann es schon hilfreich sein, ein paar Kilogramm abzunehmen. Auch der Verzicht auf Alkohol und Nikotin kann helfen, damit es nachts nicht zu Atemaussetzern kommt. Wer ruhig schlafen will, der sollte die Rückenlage vermeiden und auch spezielle Bissschienen können bei einer Schlafapnoe helfen.

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  • Warum Blut spenden so wichtig ist

    Warum Blut spenden so wichtig ist

    Blut wird nicht umsonst Lebenssaft genannt, denn Blut ist überlebenswichtig. Nach schweren Unfällen, aber auch bei verschiedenen Krankheiten, wie zum Beispiel bei chronischer Blutarmut, wird Blut benötigt, damit die Unfallopfer oder die Kranken überleben können. Möglich wird das nur durch Blutspenden, die Leben retten und so den Menschen, die krank sind, den Alltag leichter machen. Wer Blut spenden will, der hilft aber nicht nur im medizinischen Sinne, auch für die pharmazeutische Forschung und zu wissenschaftlichen Zwecken wird ständig Blut gebraucht.

    Wer darf Blut spenden?

    In Deutschland darf jeder Blut spenden, der mindestens 18 Jahre und höchstens 75 Jahre alt ist. Wenn schon mehrfach gespendet wurde, dann entfällt die Obergrenze, aber Spender ab dem 72. Lebensjahr müssen sich ärztlich untersuchen lassen, ob sie für eine erneute Spende infrage kommen. Zwischen zwei Blutspenden müssen laut Blutsicherheitsgesetz acht Wochen oder 56 Tage liegen, Frauen dürfen viermal, Männer bis zu sechsmal im Jahr spenden. Allerdings darf nicht jeder sein Blut spenden, Menschen die eine Tätowierung oder ein Piercing haben, können von der Spende ausgeschlossen werden. Das Gleiche gilt auch für Menschen mit häufig wechselnden Geschlechtspartnern, wenn sie Drogen nehmen oder unter einer Tropenkrankheit wie Malaria leiden. Bei diesen Spendern besteht die Gefahr, dass sie unter dem HIV Virus oder unter Hepatitis C leiden. Ausgeschlossen sind außerdem homosexuelle Männer, was von den Interessenverbänden nach wie vor als diskriminierend empfunden wird.

    Wem helfen Blutspenden?

    Das gespendet Blut kommt in eine Blutbank. Von dort aus geht es an die Krankenhäuser, die keine eigene Blutbank haben, und die zum Beispiel Blut für aufwendige Operationen brauchen. Vor allem werden Blutspenden jedoch in der Krebstherapie verwendet, es kommt Menschen zugute, die unter der Bluterkrankheit leiden oder die chronisch blutarm sind. In diesen Fällen ist eine Blutspende alle drei Tage notwendig. Gespendetes Blut wird auch von den Pharmaunternehmen für die Forschung gebraucht, und viele Unfallopfer können nur dann überleben, wenn sie rechtzeitig eine Bluttransfusion bekommen.

    Was passiert bei einer Blutspende?

    Jeder hat wahrscheinlich schon mal einen Aufruf zur Blutspende gelesen, aber nicht jeder traut sich auch, spenden zu gehen. Dabei ist Blut spenden einfach, es ist nicht gefährlich und die Schmerzen sind minimal. Beim jeweiligen Blutspendedienst wie beispielsweise dem Roten Kreuz, müssen alle potenziellen Spender zunächst ihre persönlichen Daten angeben und sich mit dem Personalausweis ausweisen. Dann wird ein medizinischer Fragebogen ausgefüllt, der Blutdruck, die Körpertemperatur und der Puls werden gemessen. Durch einen Einstich im Finger (bei Erstspendern am Ohrläppchen) wird anschließend der sogenannte Hämoglobinwert bestimmt, und die Blutgruppe wird mittels eines Schnelltests ermittelt. Die eigentliche Blutspende dauert dann in der Regel nur zehn Minuten, in denen ca. 500 Milliliter Blut entnommen werden. Nach der Blutspende können sich die Spender zehn Minuten ausruhen, sie bekommen einen kleinen Imbiss und viel zu trinken, damit der Kreislauf nicht schlapp macht. Nach etwa einer Woche wird dann der Blutspenderausweis per Post zugeschickt.

    Welche Arten von Blutspende gibt es?

    Wer zum Blut spenden geht, der gibt eine sogenannte Vollblutspende ab. Das heißt, aus dem gespendeten Blut können je nach Bedarf drei unterschiedliche Blutpräparate hergestellt werden, und zwar aus den roten Blutkörperchen, den Erythrozyten, den Blutplättchen oder Thrombozyten und dem Blutplasma. Neben der Vollblutspende gibt es noch die Apheresespende, bei der nur einzelne Bauteile wie das Blutplasma verwendet werden, das restliche Blut fließt dann wieder in den Körper zurück. Diese Form der Blutspende ist sehr wichtig, um zum Beispiel die stetige Nachfrage nach speziellen Blutprodukten abdecken zu können.

    Keiner, der Blut spenden will, muss Angst haben, blutarm zu werden, denn der Verlust des Blutes ist schon nach wenigen Tagen wieder komplett ausgeglichen. Nur die roten Blutkörperchen brauchen ca. zwei Monate, bis sie sich regeneriert haben.

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  • Lässt sich eine Sterilisation rückgängig machen?

    Lässt sich eine Sterilisation rückgängig machen?

    Rund 50.000 Männer in Deutschland lassen sich jedes Jahr sterilisieren. Wenn die Familienplanung abgeschlossen ist oder die Partnerin keine klassischen Verhütungsmittel wie die Pille vertragen kann, dann bleibt als einziger Ausweg oft nur die Vasektomie, die aber für die meisten Männer einen schweren Schritt bedeutet. Sie fühlen sich oftmals nicht mehr als „richtiger Mann“ und haben die Angst, ihre Erektionsfähigkeit zu verlieren. Selbst wenn das nicht der Fall ist, eine Sterilisation hat nach wie vor einen faden Beigeschmack. Aber dieser Schritt muss nicht endgültig sein, denn man kann heute eine Sterilisation rückgängig machen.

    Wunschkinder trotz Sterilisation

    Die Familienplanung wurde durch eine Vasektomie abgeschlossen, aber plötzlich gibt es eine neue Liebe und damit vielleicht auch den Wunsch nach einem weiteren Kind. Tatsächlich sind bei 97 % der Männer, die sterilisiert wurden, eine neue Partnerin und damit auch der Kinderwunsch die Gründe, die eine erneute Operation notwendig machen. Diese Männer wollen die Sterilisation rückgängig machen, um wieder Vater werden zu können. Da die OP aber sehr aufwendig ist, sind nur rund 15 % der Männer bereit, die sogenannte Refertilisation auch tatsächlich machen zu lassen, um so die Fruchtbarkeit wieder herzustellen.

    Die Sterilisation rückgängig machen – wie funktioniert das?

    Bei einer Vasektomie werden die Samenleiter durchtrennt. Um diese Samenleiter wieder zusammenzufügen und durchgängig zu machen, ist eine aufwendige Operation notwendig. Der Eingriff dauert in der Regel nicht länger als zwei Stunden, er wird immer unter Vollnarkose durchgeführt und der Chirurg arbeitet dabei unter anderem auch mit einem OP-Mikroskop. Das Nahtmaterial ist extrem dünn, denn der Samenleiter hat einen Durchmesser von gerade einmal drei Millimetern. Um den Samenkanal wieder durchlässig zu machen, ist zudem Präzision gefordert, denn auch hier liegt der Durchmesser bei 0,3 bis maximal 0,5 Millimetern. Der Arzt kann die Sterilisation nur dann rückgängig machen, wenn eine neue Verbindung die beiden durchtrennten Enden der Samenleiter wieder zusammenführt. Noch während der Operation wird überprüft, ob ein ausreichender Gehalt an Samen nachgewiesen werden kann, das gelingt heute auch dank der modernen Chirurgie, in 80 % aller operierten Männer.

    Wie hoch ist die Erfolgsquote?

    Wenn ein Mann eine Sterilisation rückgängig machen lassen möchte, dann gelingt das nicht immer. Wie erfolgreich die OP ist, das hängt vor allem davon ab, wie lange die Samenleiter durchtrennt waren. Grundsätzlich gilt, je länger die Vasektomie zurückliegt, umso schwieriger wird es, die Samenleiter wieder miteinander zu verbinden. Wer eine Sterilisation rückgängig machen lassen will, der sollte sich in jedem Fall an einen Spezialisten wenden, der den Eingriff schon mindestens 50 Mal durchgeführt hat. In Deutschland gibt es nur ungefähr zehn Urologen, die eine solche Erfahrung haben, um diese sehr filigrane Arbeit mit modernen Instrumenten, einer sehr ruhigen Hand und einem guten Auge durchzuführen.

    Wie wahrscheinlich ist eine Schwangerschaft?

    Männer, die eine Sterilisation rückgängig machen, bekommen keine Garantie, dass sie noch einmal Vater werden. Daher sollte drei Monate nach der Refertilisierung ein Spermiogramm gemacht werden, um zu überprüfen, ob im Ejakulat auch Samenzellen nachgewiesen werden können. Je nach Verfahren ist das erfreulicherweise bei 70 % bis 90 % der Patienten der Fall. Aber nicht nur die Kunst des Arztes ist dafür verantwortlich, ob es zu einer Schwangerschaft kommt oder nicht, auch das Alter der Frau spielt eine entscheidende Rolle. Wenn ein Mann acht Jahre eine Vasektomie hatte und mit einer Frau ein Kind zeugen möchte, die 32 Jahre alt ist, dann liegt die Wahrscheinlichkeit, dass es mit dem Wunschkind klappt, bei rund 70 %. Ist die Frau aber schon 40 Jahre alt, dann liegt die Wahrscheinlichkeit bei den gleichen Voraussetzungen beim Mann bei nur rund 20 %. Wenn jedoch alles stimmt, dann kann der Schwangerschaftstest nach nur acht Wochen positiv sein.

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  • Vater oder nicht – ein Vaterschaftstest sorgt für Gewissheit

    Vater oder nicht – ein Vaterschaftstest sorgt für Gewissheit

    „Pater semper incertus est, Mater certa est“, dieser Spruch stammt aus dem alten Rom, aber er hat bis heute Gültigkeit, denn nur die Mutter kann sicher sein, der Vater ist immer unsicher. Gemeint ist die Vaterschaft oder die Existenz von genannten „Kuckuckskindern“, wie Kinder in früheren Zeiten genannt wurden, bei denen nicht sicher feststand, wer der leibliche Vater ist. Im alten Rom konnten sich die Väter nur darauf verlassen, ihr Kind an der Ähnlichkeit zu erkennen, heute gibt es die Molekularbiologie, die mit einem einfachen Test nachweisen kann, ob Vater und Kind tatsächlich miteinander verwandt sind.

    Die falsche Vaterschaft

    Experten gehen heute davon aus, dass in Europa und den USA zwischen fünf und zehn Prozent Kinder nur mit einem vermeintlichen, aber nicht mit ihrem biologischen Vater in einer Familie leben. In Deutschland trifft das auf bis 800.000 Kinder zu und jedes Jahr kommen zwischen 35.000 und 70.000 Kinder dazu. Viele Väter haben ihre Zweifel, ob der Sohn oder die Tochter tatsächlich ihre Gene haben, aber nur wenige wollen es auch wissen. Meist wollen Männer dann Gewissheit haben, wenn es zur Scheidung von der Mutter kommt und es um Unterhaltszahlungen für das Kind geht. In dieser Situation entscheiden sich Männer dann gerne für einen Vaterschaftstest, um festzustellen, ob es sich auch wirklich um ihr leibliches Kind handelt.

    Das Gutachten für die Anfechtung

    Seit einigen Jahren können Väter, die Zweifel an der Vaterschaft haben, einen Test machen, der Gewissheit darüber bringt, ob Kind und Vater tatsächlich miteinander verwandt sind. Diese Tests, wie sie zum Beispiel auf der Webseite von http://www.vaterschaftstests.de/VT/de/Vaterschaftstest-vor-Gericht.asp angeboten werden, sind auch vor Gericht gültig, wenn es um Unterhaltszahlungen geht. Der Vaterschaftstest wird immer entsprechend der gesetzlichen Vorgaben durchgeführt, alle Informationen, die für einen solchen Test benötigt werden, stehen als Download zur Verfügung. Das Testset selbst wird neutral per Post verschickt, nach dem Test wird es wieder verpackt und zurückgeschickt. Das Ergebnis zeigt dann zuverlässig an, ob eine Vaterschaft vorliegt oder nicht.

    Wie wird der Test durchgeführt?

    Um einen Vaterschaftstest durchzuführen, gibt es zwei unterschiedliche Möglichkeiten. Zum einen kann ein Bluttest gemacht werden, zum anderen gibt es die einfachere Methode, nämlich den Speicheltest. Während der Bluttest von einem Arzt vorgenommen wird, kann der Speicheltest auch zu Hause durchgeführt werden. Dazu wird mit einem Wattestäbchen ein Abstrich aus der Mundhöhle genommen. Männer, die einen Vaterschaftstest machen möchten, können sich das entsprechende Set mit mehreren Wattestäbchen bequem zuschicken lassen und dann die Vergleichsproben bei sich und dem Kind nehmen. Wenn es drei Proben gibt, dann kann eine Vaterschaft zu 99,9 % gesichert oder aber zu 100 % ausgeschlossen werden. Liegen nur zwei Proben vor, dann entstehen ähnlich sichere Ergebnisse.

    Sind die Tests bei Gericht relevant?

    Wenn es ums liebe Geld geht, dann streben die meisten vermeintlichen Väter auch einen Prozess an. Die Richter haben in diesem Fall die Freiheit, das Beweismittel anzuerkennen oder nicht. Häufig lehnen Richter die privat durchgeführten Vaterschaftstests ab und lassen stattdessen einen Vaterschaftstest bei einem Labor ihrer Wahl durchführen. Das Positive an einem privaten Test, der die Vaterschaft klären soll, ist, dass die Chancen auf ein Vaterschaftsgutachten vor Gericht deutlich höher sind. Was unter Juristen noch immer nicht ganz geklärt ist, das ist die Frage, ob ein heimlicher Test, der zum Beispiel ohne das Wissen der Mutter des vermeintlichen „Kuckuckskindes“ durchgeführt wird, vor Gericht verwertbar ist. Darf ein Vater auch ohne die Mutter zu informieren, das für sie eventuell belastende Genmaterial des Kindes nutzen, um vor Gericht zu ziehen? Nach einem Urteil des Landgerichts in München ist es einem ledigen Mann auch ohne das Wissen der Kindsmutter erlaubt, einen Vaterschaftstest von einem Speziallabor durchführen zu lassen.

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