Man steht vor seiner Haustüre und redet mit dem Nachbarn. Doch plötzlich entwickelt sich das Gefühl, dass man eventuell gleich umfallen könnte. Oder es entstehen Schwankungen, die eine Unsicherheit beim Stehen auslösen. Viele haben eine solche Situation schon erlebt und meinen zu wissen, wer der Auslöser dafür ist. Es soll immer der Kreislauf die Ursache sein, der in diesem Moment ein wenig verrückt spielt. Zwar kann dieser durchaus schuld sein, doch Nervenärzte haben nun einen neuen Sündenbock gefunden. Und dieser hat nichts mit dem Kreislauf zu tun, sodass dessen Stabilisierungsversuche ins Leere laufen. Fast jeder lehnt sich nämlich in so einer Situation irgendwo an, oder er setzt sich hin.
Orthostatische Tremor
Ein unsicheres Gefühl in den Beinen ist alles andere als schön, ein möglicher Grund könnte der orthostatische Tremor sein. Klingt auf den ersten Blick kompliziert, stellt sich aber „lediglich“ als Zittern in den Beinen heraus. Laut dem BVDN (Berufsverband Deutscher Nervenärzte) kommt dieses Phänomen rund um das 60. Lebensjahr zum Vorschein. An sich nicht schlimm, doch viel zu oft bleibt das Beinzittern unbemerkt. Das liegt eben daran, weil nahezu jeder Betroffenen von Kreislaufschwierigkeiten ausgeht. Die Folge davon ist nicht nur eine falsche Diagnose, es wird auch falsch behandelt. Es macht schließlich einen Unterschied, ob der Kreislauf oder die Beine selbst das Problem sind.
Meist gar nicht zu sehen
Ein unsicheres Gefühl beim Stehen, das im Sitzen/Gehen wieder verschwindet. So sieht das typische Symptom für den orthostatischen Tremor aus. Ein Nachteil an der ganzen Geschichte ist die perfekte Tarnung des Beinzitterns. Man sieht es also im Regelfall nicht, was unter anderem die Feststellung der richtigen Diagnose schwierig macht. Neurologen konnten die Beobachtung auch nur mit einer sehr speziellen Untersuchung nachweisen. Im Fokus standen die Muskulatur und dessen elektrische Aktivität. Für den Betroffenen ist es natürlich eine Erleichterung, wenn endlich die richtige Ursache ans Tageslicht kommt. Dann nämlich ist auch eine Behandlung mit Antiepileptika möglich, die in schweren Fällen eingesetzt wird. Unterm Strich sollte man also nicht sofort den Kreislauf den schwarzen Peter zuschieben, es können auch die Beine die Übeltäter sein.

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